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Der Clubfonds-Ticker
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Neubewertung erforderlich?! (II)

Der Ausstieg des amerikanischen Milliardärs Peter Thiel kommt zu einem kritischen Zeitpunkt: NVIDIA gilt als einer der führenden Anbieter von Prozessoren, die im Zentrum der künstlichen Intelligenz (KI) und im Rechenzentrums-Geschäft eingesetzt werden. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die enorme Bewertung im Tech- und KI-Sektor auf zu hohen Erwartungen basiert – und Investoren zunehmend vorsichtiger agieren. Thiels Rückzug wird daher von Beobachtern als Warnsignal gewertet, dass selbst erfahrene Investoren beginnen, ihre Engagements zu überdenken.

Eine Neubewertung der Magnificent Seven ist dringend notwendig. Denn irgendwann ist jede Party zu Ende. Ob man bis zu Höhepunkt dabei bleiben will, muss jeder Anleger für sich entscheiden. Selbst der alte Haudegen Warren Buffett, der eigentlich Tech-Aktien meidet, hat mit dem Verkauf Apple Anteilen und dem Erwerb von Alphabet-Aktien kurz vor seinem Rückzug aus dem Geschäft ein Signal gesetzt.

Schauen wir uns die Sache einmal genauer an, denn das Marktumfeld rund um die KI-Aktien ist im November 2025 von einem tiefer gehenden Paradoxon geprägt.

NVIDIA meldete für das dritte Fiskalquartal 2026 einen Rekordumsatz von 57 Milliarden Dollar. Das entspricht einer Steigerung von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der für das KI-Geschäft entscheidende Datacenter-Umsatz explodierte förmlich geradezu auf 51,2 Milliarden Dollar, was einer enormen Steigerung von 66 Prozent gegenüber dem Vorjahr entsprach. Damit nicht genug, der CEO von NVIDIA Jensen Huang  sprach von einer Nachfrage die „off the charts“ (jenseits aller Vorstellungskraft) sei. Er stellte für das Folgequartal einen Umsatz von 65 Milliarden Dollar in Aussicht. Außerdem sprach er von einer Umsatz-Visibilität von 500 Milliarden Dollar für sein Blackwell- und Rubin- Architekturen bis Ende 2026.

Doch wie reagiert das Papier von NVIDIA? Eigentlich konnte es nur noch in neue Höhen steigen. Trotz dieser triumphalen Zahlen erlebte das Papier einen dramatischen Kursrücksetzer. Nach dem der nachbörsliche Anstieg wie gewohnt auf fünf Prozent geklettert war, schloss die Aktie am folgenden Handelstag mit einem Minus  von drei Prozent.

Die NVIDIA-Aktie ist mittlerweile aus Sicht vieler Analysten und damit auch vieler Anleger ein reines Momentum-Play auf den KI-Hype. Die fundamentale Bewertung  ist kaum noch irgendwie nachvollziehbar und hängt vollständig an der Fortsetzung des exponentiellen Wachstums. Die w.o. beschriebenen Enthüllungen über die Finanzierungsstrukturen zeigen, dass dieses Wachstum auf sehr wackeligem, sprich nicht ganz solidem Fundament stehen könnte. Trotz aller weiteren Jubelmeldungen über unseren Clubfondswert ist das Risiko einer wirklichen scharfen Korrektur gestiegen.

Die negativen Analystenreaktionen zu NVIDIA zogen auch andere  KI-Schwergewichte wie bspw. Microsoft und Oracle im Zuge einer Gruppendynamik mit nach unten und sendeten ein klares Signal. Die bisher sehr positiv eingestellten Anleger, beginnen die Nachhaltigkeit des Booms und die zugrundeliegenden Risiken kritischer zu hinterfragen. Das Magazin Forbes es hat es auf den Punkt gebracht; „new levels of AI anxiety“ oder zu gut deutsch: „neue Dimensionen der KI-Angst“.

Schauen wir uns noch einem anderem NDAC-Clubfondswert an, Alphabet.

Dieser Wert erweist sich als der sprichwörtliche Fels in der Brandung. Nach den Quartalszahlen im Oktober stieg die Aktie um acht Prozent. Die starke Performance im Cloudgeschäft und die Widerstandsfähigkeit im Werbemarkt gepaart mit Fortschritten bei der eigenen KI-Plattform Gemini überzeugten die Anleger mehr.

Oft übersehen wird, dass sich Alphabet einen günstigen Wettbewerbsvorteil verschafft hat, die Entwicklung eigener KI-Chips. Mit Tensor Processing Units (TPU) verfügt Google seit 2016 über spezialisierte Hardware für maschinelles Lernen, die unabhängig von NVIDIA-GPU arbeitet. Die strategische Eigenständigkeit reduziert Alphabets Abhängigkeit von externen Chiplieferanten und stärkt die Verhandlungsposition gegenüber NVIDIA erheblich. Denn trotz alledem, ein paar Chips von NVIDIA benötigt auch Alphabet.

Auch Warren Buffet scheint die Alphabet-Strategie zu überzeugen, denn er baute eine neue Position der Google-Mutter zu Lasten der Apple-Papiere kurz vor seinem Abgang auf. Nachfolger Greg Abel wird dies sicher noch erweitern. Es ist schon sehr bemerkenswert, denn Buffet vermeidet traditionell Tech-Aktien.

Meta Platforms ist ein weiteres Beispiel für die aktuelle Marktskepsis. Obwohl das Unternehmen wieder ein beeindruckendes Umsatzwachswachstum von 26 Prozent veröffentlichte, verlor die Aktie nach den Gewinnen deutlich an Wert. Der Grund dafür sind die explodierenden Investitionsausgaben für KI von über 100 Milliarden Dollar im kommenden Jahr. Das ist nicht das einzige Projekt das Zuckerbergs Aktionäre viel Geld kostete. Denken wir nur an die bisher wenig ertragreiche Metaverse-Investitionen, von denen heute kaum einer mehr spricht.

Anders als Microsoft, Alphabet oder Amazon verfügt Meta keine eigene Cloud-Division, um die massiven KI-Investitionen direkt zu monetarisieren. So stellt sich die Frage, ob die KI-gestürzten Webeeinnahmen die gewaltigen Investitionen rechtfertigen werden.

Es gibt noch viel mehr zu dem Thema zu erörtern, aber das machen wir im nächsten Jahr.