Neu in unserem NDAC-Clubfonds: Bayer AG
„Welcome back“ können wir hier wieder sagen, denn wir hatten den Chemieriesen aus Leverkusen bereits in unserem Clubfonds. Dass die Bayer AG eine längere Durststrecke hinter sich bringen musste, war Anlegern schon seit Langem klar. Spätestens seit dem Monsanto-Debakel mit dem umstrittenen Unkrautvernichter Roundup (Glyphosat) und den sich anschließenden Prozessen vor nicht gerade zimperlichen US-Gerichten wurde Bayer gnadenlos gen Süden geschickt. Doch das ist nicht neu in der Historie des 1863 in Barmen von Friedrich Bayer und Johannes Friedrich Weskott gegründeten Unternehmens.
Seit dem 1. Juni 2023 steht der Konzern unter der Führung von Bill Anderson, einem US-amerikanischen Chemieingenieur und Manager, der aus der Pharmaindustrie kommt. Vorsitzender des Aufsichtsrates ist seit April 2020 der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Norbert Winkeljohann.
Mit einem Kursplus von fast 20 Prozent seit Jahresbeginn gehört unser neuer NDAC-Wert aktuell zu den Top-Performern im deutschen Leitindex. Auslöser für die starke Rallye war die Entscheidung des US-Supreme Courts, sich grundsätzlich mit dem Glyphosat-Rechtsstreit zu befassen. Das bedeutet einen Hoffnungsschimmer für den Konzern, der auf eine Eindämmung der milliardenschweren Klagewelle setzt. Experten sehen darin einen wichtigen Etappensieg, der im besten Fall zur Auflösung erheblicher Rückstellungen führen könnte.
Im Kern geht es um die Frage, ob die Zulassung von Glyphosat durch die US-Umweltbehörde EPA ohne Krebswarnhinweis Klagen auf Ebene einzelner Bundesstaaten ausschließt. Sollte der Supreme Court zugunsten von Bayer entscheiden, könnte dies die finanzielle Belastung des Unternehmens deutlich reduzieren. Die Unsicherheit über den Ausgang des Verfahrens bleibt jedoch bestehen. Die Entscheidung des Supreme Court dürfte zum entscheidenden Katalysator für die weitere Kursentwicklung werden.
Die Hoffnung der Anleger, dass die langwierigen Glyphosat-Rechtstreitigkeiten in den USA bald abgehakt werden könnten, sorgte seit Dezember für eine Neubewertung. Zudem haben sich die Perspektiven für das Pharmageschäft mittlerweile stark verbessert; die Angst vor einer Patentklippe ist angesichts erfolgreicher neuer Medikamente sowie aussichtsreicher Medikamentenkandidaten weitgehend verflogen.
Der Blick in die Bücher
Die Bayer Aktiengesellschaft hat die Geschäftszahlen für das dritte Quartal sowie die ersten neun Monate bis zum 30. September 2025 vorgelegt. Im dritten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 9,66 Milliarden Euro, verglichen mit 9,97 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum. Der Nettoverlust belief sich auf 963 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr ein Verlust von 4,18 Milliarden Euro ausgewiesen wurde. Der unverwässerte Verlust je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei 0,98 Euro nach 4,26 Euro im dritten Quartal 2024. Der verwässerte Verlust je Aktie betrug ebenfalls 0,98 Euro, verglichen mit 4,26 Euro im Vorjahr.
In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 lag der Umsatz bei 34,14 Milliarden Euro, während im Vorjahreszeitraum 34,88 Milliarden Euro erzielt wurden. Der Nettogewinn betrug 137 Millionen Euro, während im Vorjahr noch ein Nettoverlust von 2,22 Milliarden Euro verbucht wurde. Das unverwässerte Ergebnis je Aktie aus fortgeführten Geschäftsbereichen lag bei 0,14 Euro, verglichen mit einem Verlust von 2,26 Euro im Vorjahr. Das verwässerte Ergebnis je Aktie belief sich ebenfalls auf 0,14 Euro, nach einem Verlust von 2,26 Euro im gleichen Zeitraum 2024.
Natürlich wären die Ergebnisse von Bayer besser, aber: „In Anbetracht der weiteren Zuführung zu Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten im 3. Quartal rechnet Bayer für den Konzern nun für das Gesamtjahr mit Sondereinflüssen im EBITDA in der Bandbreite von minus 4,0 bis minus 3,5 (bisher: minus 3,5 bis minus 2,5) Milliarden Euro sowie im EBIT in der Bandbreite von minus 3,0 bis minus 2,5 (bisher: minus 2,5 bis minus 1,5) Milliarden Euro“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Was sagen die Analysten?
Von elf befragten Experten empfehlen fünf die Aktie zum Kauf, sechs stufen sie als Halteposition ein. Negative Stimmen gibt es derzeit keine. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob die Bayer-Aktie nach dem starken Anstieg weiteres Potenzial bietet oder ob Gewinne gesichert werden sollten.
Das Problem der Finanzexperten ist, dass alles von der Entscheidung des Obersten Gerichts in den USA abhängt. Senken die Richter den Daumen, werden wohl weitere Rückstellungen wegen einer neuen Klagewelle notwendig. Dann wären alle Einschätzungen Makulatur. Im gegenteiligen Fall werden die Rückstellungen weitgehend aufgelöst und das Kapital wäre frei für neue Investitionen oder eine Dividendenerhöhung. Deshalb verschieben wir die Einschätzungen bis nach dem Urteil.
Fazit:
Die Hoffnung, dass unser NDAC-Clubfondswert Bayer AG eine für ihn positive Entscheidung erhält, war Anlass, ihn wieder in unser Depot aufzunehmen. Aber auch die Performance seit Jahresbeginn ist überzeugend: +19 Prozent – das kann sich sehen lassen.