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Klösterliche Anlagestrategie

Die Nonnen der Abtei Mariendonk sind weder geldgierig noch Spekulanten. Sie leben die Regeln des heiligen Benedikt: Beständigkeit, Abgeschiedenheit, Schweigsamkeit und Armut. Dennoch investieren sie an der Börse.

Notwendigkeit, für das Alter vorzusorgen

Die Schwestern bekommen kein Geld von der Kirche oder dem Staat. Sie arbeiten für ihren Lebensunterhalt. Ihre Tätigkeitsbereiche liegen in der seelsorgerischen Arbeit, der Herausgabe wissenschaftlicher Bücher und Studien sowie im Kunsthandwerk. In vergangenen Zeiten gehörten eigene Ländereien zur Klosteranlage, die die Nonnen bewirtschafteten. Als die Schwestern die schwere körperliche Arbeit nicht mehr bewältigten, wurden die landwirtschaftlichen Flächen und Maschinen teils verkauft, teils verpachtet. Der im Klosterbesitz verbliebene Obstanbau dient der Eigenversorgung. Die Abtei hat zwar Förderer, die die wissenschaftliche Arbeit der Nonnen schätzen und durch Spenden unterstützen. Trotzdem reicht das Geld nicht, um die Gebäude der Abtei instand zu halten und die Alterssicherung der Schwestern zu gewährleisten. Viele der 30 Benediktinerinnen sind mittlerweile im Rentenalter. Zukünftig werden mehr bezahlte Arbeitskräfte für den Betrieb der Abtei gebraucht, sodass die Kosten steigen und die Einnahmen durch Arbeit gleichzeitig sinken.

Die finanzielle Zukunft der Abtei sichern

Der Verkauf und die Verpachtung der Landwirtschaft waren lukrativ. Das Geld wurde mit dem Ziel angelegt, das Kapital zu erhalten sowie jährliche Zinseinnahmen zu erwirtschaften. Damit sollte die finanzielle Grundlage für die Zukunft der Abtei geschaffen werden. Noch in den 1990-er Jahren konnte das Kapital in langfristige Festgeldanlagen sowie sichere Staatsanleihen mit guten Zinsen investiert werden. Da diese Geldanlagen jetzt nach und nach auslaufen, stehen die Benediktinerinnen vor dem gleichen Dilemma wie jeder normale Anleger: die derzeitigen Nullzinsen auf Spareinlagen. Ein Anlagerat wurde gegründet. Dieser besteht aus der Äbtissin, der für die Finanzen zuständigen Schwester und einer weiteren Nonne. Somit lastet die Verantwortung, wie das Geld zukünftig investiert wird, allein auf den drei Mitgliedern des Anlagerates. Ihr Ziel ist es, das Rendite-Risiko-Profil so einzustellen, dass eine Mindestrendite erwirtschaftet wird. Besonders bei ETFs haben die Nonnen allerdings bedenken, weil hier moralisch-ethische Kriterien weniger umgesetzt werden können als bei Einzelaktien und Fonds.

Kriterien der klösterlichen Geldanlage

Die Benediktinerinnen sind sich trotzdem einig, dass die traditionelle Geldanlage in Festgeld nicht mehr zu verantworten ist, weil sie keine Zinserträge bringt und sogar Geld vernichtet. Deshalb investieren sie nun in Aktien, Staatsanleihen, Unternehmensanleihen sowie ausgewählte ETFs. Darunter ist beispielsweise einer, der die Inflation absichert. Schwellenländer oder Währungsanleihen meiden sie, denn diese Investition erscheint ihnen zu gewagt. Sie haben einen hohen Anspruch bei Nachhaltigkeit, Sicherheit und Ethik. Dennoch steht die Diversifizierung im Mittelpunkt der klösterlichen Geldanlage. Bei der Fondsanlage werden ausschüttende Fonds bevorzugt, weil die Zinsausschüttungen eine Einnahmequelle sind. Die Nonnen sind sich darüber im Klaren, dass eine absolut ethische Kapitalanlage in Zeiten der Globalisierung nicht 100%ig umsetzbar ist. Sie wissen, dass nicht jede Aktie oder jeder Fonds bis in das kleinste Detail zurückverfolgt werden kann. Manchmal investieren sie nach dem Best-in-Class-Prinzip, wie beispielsweise bei einer Aktie aus dem Petroleumbereich, die die nachhaltigste der Branche ist.

Die finanzielle Bildung selbst erarbeitet

Es ist hauptsächlich Schwester Lioba, die sich intensiv in das Thema Geldanlage eingearbeitet hat. Es war Neuland für die ausgebildete Therapeutin, die sich vor ihrem Eintritt in das Kloster um traumatisierte Mädchen und Frauen gekümmert hat. Sie liest Bücher über Finanzen, studiert die Wirtschaftsrubriken der Tageszeitungen und recherchiert im Internet. Trotzdem verzichtet sie nicht auf professionelle Unterstützung. Beratung hält sie für notwendig, um finanzielle Entscheidungen nicht völlig auf sich gestellt treffen zu müssen. Sie arbeitet eng mit zwei Banken zusammen. Wichtig ist ihr dabei eine Vertrauensbasis, denn der moralische Aspekt spielt eine große Rolle bei der Entscheidung für eine Geldanlage. Dies ist ein ständiger Balanceakt zwischen Rendite und Anspruch, der Kompromisse erfordert. Manchmal muss sie die Bank davon überzeugen, dass sie in ethische Kapitalanlagen investieren möchte, die weniger Zinsen einbringen. Trotzdem sind die Nonnen mit der bisher erwirtschafteten Rendite zwischen drei und vier Prozent im Jahr zufrieden, denn diese liegt weit über den Zinsen aus Spareinlagen.

Portfolioaufteilung der Abtei

  • 30 % Aktien
  • 30 % mittelfristige Bank- und Landesbankanleihen, deutsche und europäische Anleihen-ETFs sowie noch laufende Festgelder aus früheren Zeiten
  • 30 % globale Nachhaltigkeitsfonds, Mikrofinanzfonds, Immobilienfonds für die langfristige Anlage
  • 5 % ETFs auf den Dax und MDax
  • 5 % liquide Mittel

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