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Im Westen nichts neues

Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Es kam, wie es allgemein erwartet wurde, die Fed folgt der EZB nicht und lässt sich damit auch nicht unter Druck setzen. Die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) belässt den Leitzins wie erwartet zum siebten Mal in Folge unverändert auf dem höchsten Niveau seit 23 Jahren. Er liegt damit weiterhin in der Spanne von 5,25 bis 5,50 Prozent, wie der Zentralbankrat um Fed-Chef Jerome Powell in Washington mitteilte. Zu diesem Satz können sich Geschäftsbanken Zentralbankgeld leihen.

Die Notenbank der größten Volkswirtschaft der Welt hat seit März 2022 ihren Leitzins im Kampf gegen die Inflation im rekordverdächtigen Tempo um mehr als fünf Prozentpunkte angehoben. Zuletzt drehte sie allerdings nicht mehr an der Zinsschraube und ließ den Leitzins stabil.

Trotz einer zuletzt überraschenden Entspannung an der Preisfront dürften die Währungshüter laut Experten noch einige Monate warten, bis sie einen ersten Schritt nach unten wagen. Nachdem die Inflationsrate im Mai überraschend auf 3,3 Prozent gefallen ist, machen die Währungshüter nun in jüngsten Monaten einen “moderaten weiteren Fortschritt” auf dem Weg zu ihrem Ziel einer Teuerungsrate von zwei Prozent aus.

Ihr Autor hätte diese Konsequenz gern auch von der EZB gesehen. Aber gehen wir einmal davon aus, dass die EZB wirklich nur eine Zinssenkung vornimmt.

Viel mehr Sorgen machen sich dagegen die Autobauer, ob der angedrohten Strafzölle auf chinesische E-Autos. Wohlgemerkt nur die deutschen. China ist der größte Absatzmarkt für die deutsche Automobilindustrie. Dass die Chinesen die deutschen E-Fahrzeuge, nun sagen wir mal meiden, geschenkt. Trotzdem hat Deutschland mit Rücksicht auf die heimische Automobilindustrie versucht, die ja dort auch produziert, die Strafzölle zu verhindern. Die Europäische Kommission verhängt nichtdestotrotz Strafzölle auf bestimmte Elektroautos aus China. Betroffen seien Modelle der Hersteller BYD, Geely und SAIC, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit. Für BYD soll demnach ein Importzoll von 17,4 Prozent, für Geely von 20 Prozent und für den staatlichen chinesischen Volkswagen-Partnerkonzern SAIC von 38,1 Prozent gelten. Die Kommission begründete den Schritt damit, dass E-Autoimporte aus China der europäischen Autobranche schadeten. Vorher lag der Zoll bei 10 Prozent.

Damit folgt die EU den Vorgaben aus den USA, also zumindest etwas. Die USA hatten bereits im Mai Sonderzölle von 100 Prozent gegen Elektroauto-Importe und andere Produkte aus China verhängt.

Nach Berechnungen des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hätten mögliche EU-Zölle auf chinesische Autos spürbar steigende Kaufpreise für Elektroautos zur Folge.

Die chinesische Regierung hatte die EU wiederholt davor gewarnt, die Einfuhrzölle auf Elektroautos aus China zu erhöhen. „Letztendlich würde dies den eigenen Interessen der Europäischen Union schaden“, sagte ein Sprecher des Außenamtes. Die Anti-Subventionsuntersuchung der EU-Kommission sei »Protektionismus« und solle offenbar eine „Ausrede“ für die Einführung von Schutzzöllen liefern. (so kann man es natürlich auch sehen). Das Vorgehen Brüssels verstoße „gegen die Grundsätze der Marktwirtschaft und die internationalen Handelsregeln und untergräbt die wirtschaftliche und handelspolitische Zusammenarbeit zwischen China und der EU sowie die Stabilität der globalen Automobilproduktion und der Lieferketten.“

Gab es für solche Konflikte nicht einmal die WTO? Alle Staaten, die von den Sanktionen betroffen sind, sind Mitglied der WTO. Es wäre vielleicht sinnvoller gewesen, wenn sich die Staaten in diesem Gremium zusammengesetzt und eine Lösung gefunden hätten, mit der alle Seiten leben können. Jetzt dagegen droht ein Handelskrieg, in dem sich Europa nur noch entscheiden muss, zwischen USA und China. Wir wissen alle, wofür sich Europa entscheiden wird.

Lange nichts mehr von Neuerungen der Indexzusammensetzungen in der DAX-Familie gelesen. Ab Montag dem 24. Juni wird sich auch nicht viel ändern, denn der DAX40 bleibt unverändert. Gleiches gilt für den TecDAX. Nur im MDAX und SDAX gibt es Veränderungen. Die erste im MDAX ist der Touristikkonzern TUI, der im Frühjahr an die deutsche Börse zurückgekehrt war. Die zweite ist Rational. Der Großküchenausstatter war aus dem MDAX verbannt worden, weil der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Hans Maerz nach mehr als zwölf Jahren im Amt nicht mehr als unabhängiges Mitglied galt. Dieser hat bei der Hauptversammlung im Mai aber nicht mehr kandidiert. Damit war der Weg frei für eine Rückkehr in den MDAX. Der dritte MDAX-Neuling und einziger echter Aufsteiger ist Traton. Der Lkw-Hersteller (MAN, Scania) steigt vom SDAX in den Midcap-Index auf. Die VW-Tochter ist immerhin seit 2019 an der Börse gelistet. Seit dem vergangenen Jahr hat sich der Aktienkurs stark entwickelt und im April ein neues Allzeithoch erreicht. Den umgekehrten Weg tritt wie erwartet Morphosys an. Nach dem Übernahmeangebot des Pharmariesen Novartis reicht der Streubesitz des Biotech-Unternehmens nur noch für einen Platz im SDAX. In den Nebenwerte-Index absteigen müssen außerdem der Autovermieter Sixt und der Wechselrichter-Hersteller SMA Solar. Ebenfalls neu im SDAX ist die im März an die Börse zurückgekehrte Parfümerie-Kette Douglas. Ihren Platz räumen müssen Heidelberger Druck, der Versicherer W&W sowie der Wasserstoff-Spezialist ThyssenKrupp Nucera. Diese sind künftig in keinem Index mehr gelistet.

Auweia, die Aktie unseres Depotwertes Nvidia gab am 11. Juni um rund 90 Prozent nach. Doch keine Sorge, verantwortlich für den „Kurssturz“ war nicht etwa ein Insolvenzantrag des KI-Profiteurs Nvidia, sondern ein Aktiensplit im Verhältnis 1:10.

Nur zur Erinnerung, bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine Maßnahme, mit der Aktien optisch attraktiver gemacht werden. Kostet eine Aktie 500, 1.000 oder gar 10.000 Dollar oder Euro, dann erscheint sie optisch sehr teuer. Das schreckt mögliche Investoren ab. Dieses Problem löst wie üblich ein Aktiensplit: Die Zahl der Aktien wird vervielfacht, das Grundkapital bleibt gleich. Dadurch reduziert sich der Preis pro Aktie. Die Aktien erscheinen den Anlegern günstiger und somit attraktiver. Durch diesen „Trick“ fließt dem Unternehmen jedoch kein frisches Geld zu, alles bleibt wie gehabt. Nur die Proportionen haben sich bei der Aktie verschoben und sie wird wieder mehr nachgefragt, der Kurs wird also wieder steigen. Kann uns nur recht sein.