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Der Clubfonds-Ticker
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Eine Neuordnung der Märkte – Woher kommt das Kapital? (II)

Während unser NDAC-Depotwert Alphabet mit seiner neuen Kapitalisierung in den wichtigen Indizes Veränderungen herbeiführen wird, ist dies bei den geplanten und bereits erfolgten Giga-IPOs noch nicht ganz klar. Man könnte denken, dass SpaceX allein mit seinem vollzogenen Börsengang schon alles verändern wird. Doch hier kommt ein großes Aber: Der neue mutmaßliche Gigant im All hat im Vorjahr einen Verlust von fünf Milliarden Dollar ausgewiesen. Damit dürften die Chancen, schnell in den S&P 500 aufgenommen zu werden, gegen Null gehen. Um dort Mitglied zu werden, muss ein Unternehmen nicht nur mindestens zwölf Monate an der Börse notiert sein und dabei schwarze Zahlen schreiben, sondern auch einen Streubesitz von mindestens zehn Prozent erfüllen. SpaceX peilte nach dem Börsengang jedoch nur 4,2 Prozent an – das reicht nicht.

Wo sich vieles verändern wird, ist der MSCI World und der MSCI All Country. Hier wird bei der nächsten Anpassung ein regelrechtes Tabula rasa zu erleben sein. Denn dort gibt es weder Vorgaben zum Streubesitz noch zur Rentabilität der Indexmitglieder. Es wäre daher durchaus möglich, dass aufgrund dieser Vorgaben SpaceX und nachfolgend weitere Giga-IPOs aufgenommen werden.

Seit dem 1. Mai gilt eine neue Regel für den Nasdaq 100 zur schnelleren Aufnahme: Wer nach sieben Handelstagen unter den Top 40 nach Marktkapitalisierung liegt, wird nach 15 Handelstagen in den Index aufgenommen. Und auch hier bricht Elon Musk wieder einen Rekord. Sein Unternehmen wird am 7. Juli in den Nasdaq 100 aufgenommen – nur 15 Tage nach dem Börsengang. Das stellt einen neuen Rekord dar. SpaceX ist damit das erste Unternehmen, das von der neuen Regel profitiert. Bei einer Bewertung von knapp 1,8 Billionen Dollar käme es auf ein Indexgewicht von 0,5 Prozent.

Die Folge des niedrigen Streubesitzes wird eine Knappheit handelbarer Aktien von SpaceX sein. Das dürfte zu Kurssprüngen führen, wenn Indexfonds der Kaufpflicht folgen müssen, um den Index als ETF abzubilden. Umgekehrt ist das gleiche Problem zu erwarten, wenn SpaceX Kursverluste einfährt und es zu Verkäufen kommt. Der Autor ist der Auffassung, dass dieser programmierte Kauf- und Verkaufszwang einer Überarbeitung bedarf, denn dadurch werden bisherige Indexschwergewichte verwässert. Das kann sehr schnell passieren – etwa wenn eine SpaceX-Mission mit Personen an Bord nicht wie geplant verläuft. Als Anleger sollten wir dann auch einen möglichen Absturz der Aktie einschließlich der Indizes im Blick behalten. Hoffen wir, dass nichts dergleichen passiert und alle Astronauten heil zur Erde zurückkehren.

Fakt ist jedoch, dass das Gewicht der IPOs in den Indizes wachsen wird. OpenAI und Anthropic werden höchstwahrscheinlich einen höheren Streubesitz bei ihren geplanten IPOs erreichen. Je stärker sich Altaktionäre in der kommenden Zeit zurückziehen und ihre Papiere nach Ablauf der Sperrfrist auf den Markt werfen, desto größer wird der passive Aufschlag. Das Risiko einer Verdrängung bestehender Indexwerte ist dann real.

Umschichtungen von ETF-Investoren würden zunehmend auch die Papiere der US-Techwerte betreffen, die Bestandteil unseres NDAC-Depots sind – beispielsweise Apple und Microsoft. Da heute keine Broker mehr prüfen, ob es ein Fehler ist zu verkaufen, könnten die Folgen zu deutlichen Abstürzen führen. In einem von stark automatisierten Handelssystemen geprägten Markt können solche Verkäufe fatale Auswirkungen haben, weil sie in der Regel Folgeverkäufe auslösen. Eine anschließende Kaufwelle könnte zwar wieder Ordnung bringen, doch das dauert und vernichtet große Kapitalwerte – und Nerven.

Nicht umsonst warnen Skeptiker davor, dass die Giga-IPOs Ausdruck einer späten Rally sind. Bestandsinvestoren wollen endlich Cash, solange die Bewertungen attraktiv sind. Bei SpaceX dürfte es wahrscheinlich keine Probleme geben. So prognostizierte Goldman Sachs, dass sich der Umsatz der KI-Sparte bis 2030 von 3,2 auf 320 Milliarden Dollar verhundertfachen könnte. Daueroptimistin Cathie Wood von Ark Invest ist ebenfalls der Ansicht, dass im Weltall die KI-Rechenzentren entstehen werden. Sie erwartet bis 2030 eine Unternehmensbewertung von 2,5 Billionen Dollar – ein Plus von 42 Prozent.

Bei den noch ausstehenden Giga-IPOs OpenAI und Anthropic steht jedoch die Frage im Raum, ob sie überhaupt je nachhaltig Geld verdienen werden, um ihre Bewertungen im Vorfeld zu rechtfertigen. Angesichts der hohen Investitionen zweifeln Analysten an einer stetigen Rentabilität.

Übrigens stehen ETF-Anleger dem Hype nicht hilflos gegenüber. Aktiv gemanagte Fonds wie unser NDAC-Clubfonds können in der Zusammensetzung ihrer Werte flexibel reagieren, wenn es Probleme gibt.