Der Elon möge ihrem Autor verzeihen, dass er seinen Kommentar nicht mit ihm beginnt.
Die im Zuge des Iran-Krieges gestiegenen Energiepreise befeuern die Inflation in den USA weiter. Die Verbraucherpreise stiegen im Mai auf Jahressicht um 4,2 Prozent, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Volkswirte hatten damit gerechnet, nach 3,8 Prozent im April. Im März lag die Teuerungsrate noch bei 3,3 Prozent, im Februar bei nur 2,4 Prozent. Der Krieg hat die Ölpreise in die Höhe getrieben – eine Entwicklung, die sich unmittelbar in gestiegenen Preisen für Benzin, Diesel und Kerosin niederschlug.
Auch die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Energie und Lebensmittel ausgeklammert werden, legte im vergangenen Monat zu – auf 2,9 Prozent, nach 2,8 Prozent im April. Diese Teuerungsrate bildet den zugrunde liegenden Inflationstrend gut ab und wird daher von der Notenbank Federal Reserve (Fed) besonders stark beachtet. Die Fed beließ den Leitzins zuletzt in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Angesichts der Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Wirtschaft und insbesondere auf die Energiepreise gilt eine baldige Zinssenkung in den USA als unwahrscheinlich. Aber eine zugegeben sehr kleine Hoffnung auf eine Zinssenkung bleibt immer, wenn man bedenkt, von wem die beiden Protagonisten, Kevin Warsh seines Zeichen immerhin der von Go…, Verzeihung, vom US-Präsidenten gesandte höchstpersönlich zur Zinssenkung verdonnerten neuen Fed-Chef und seinem Einflüsterer Stephen Miran abhängig sind. Allein die Zahlen und der robuste Arbeitsmarkt lassen es (noch) es einfach noch nicht zu. Auf ein Bekenntnis zu Zinserhöhungen werden wir also vergebens warten. Wie die Märkte darauf reagieren, wir werden es sehen.
Bei den Techies dagegen spielt sich einiges schon jetzt ab. Das Narrativ reicht dabei von Gewinnmitnahmen, zu Liquiditätsschaffung für die kommenden Super-IPOs (wobei super ist möglicherweise nur das Marketing und vielleicht die Größe ;-)) bis hin zu den inzwischen Bubble Burst-Prophezeiungen. Bubble Burst bedeutet das Platzen einer Blase, aber davon sind wir lt. der vielen Finanzmarktexperten ja noch weit entfernt.
Womit wir jetzt endlich zu Elon Musk kommen und sein Super- IPO, das am Freitag, den 12.Juni 2026, schon stattgefunden hat. Die Ergebnisse betreffen unseren NDAC-Wert Scottish Mortgage direkt auch. Und viele Kleinanleger werden Musk folgen und die Aktien geradezu obsessiv zu teuer in ihr Depot legen, wenn sie denn überhaupt eine Zuteilung erhalten sollten.
Jetzt wird der eine oder der andere Kleinanleger zu Recht feststellen: Ja, aber geschickt ist er schon der Musk und reich ist er auch und überhaupt ohne ihn würde es die ganze E-Auto Industrie nicht geben usw. … Fraglos über weite Teile richtig, wobei die Chinesen eventuell auch irgendwann selber draufgekommen wären und die EU, speziell die deutsche Automobilindustrie, eventuell auch ein wenig mehr Zeit gebraucht hätte, um sich vernünftig auf die ganze Geschichte einzustellen.
Wenn unsere Leser diese Zeilen lesen, wissen sie bereits, wie hoch die IPO-Rakete gestiegen ist und wie sich das Ganze auf unseren NDAC-Clubfondswert Scottish Mortgage ausgewirkt hat.
Kommen wir zur Leitzinsentscheidung der EZB. Die Europäische Zentralbank hat wegen der durch den Iran-Krieg stark gestiegenen Inflation erstmals seit fast drei Jahren wieder die Zinsen erhöht. Der EZB-Rat hob den auch für Sparer wichtigen Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent an. Über ihn steuert die Notenbank maßgeblich ihre Geldpolitik. Befeuert von hohen Energiekosten war die Teuerungsrate im Euroraum zuletzt mit 3,2 Prozent deutlich über das EZB-Ziel von 2,0 Prozent hinausgeschossen. Befragte Ökonomen rechnen für September mit einer weiteren Zinsanhebung. Verständlich, nur sollte die EZB genau abwägen, ob sie einige Volkswirtschaften damit in ihrem Bestreben hindert, die Rezessions- und Stagnationsphase zu verlassen. Der Iran-Krieg trieb die Inflation bisher vor allem über den Ölpreis hoch und verteuerte Energie rasant, aber auch die Preise für Dienstleistungen zogen an. Ökonomen fürchten, dass die Preise auf breiter Front steigen, da Firmen gestiegene Energie- und Transportkosten an Kunden weitergeben. Zum Vergleich: Noch im Februar lag die Teuerung im Euroraum bei 1,9 Prozent. Die EZB-Präsidentin Christine Lagarde hatte immer wieder betont, die Notenbank sei bereit zu handeln, falls nötig.
Der Software-Gigant Oracle hat am Mittwochabend nach US-Börsenschluss sein Zahlenwerk für das vierte Quartal vorgelegt. Obwohl das Unternehmen bei den meisten Kennzahlen die Erwartungen übertreffen konnte, reagierte der Markt verschnupft. Im nachbörslichen US-Handel sackte die Aktie rund fünf Prozent ab. Analysten verweisen auf zwei entscheidende Haare in der Suppe. Zum einen verfehlte das gesamte Cloud-Geschäft (IaaS und SaaS kombiniert) mit 9,91 Milliarden Dollar knapp die Markterwartung von runden 10 Milliarden Dollar. Während die Infrastruktur boomte, schwächelten die Cloud-Anwendungen (SaaS) mit 4,13 Milliarden Dollar (Erwartung: 4,17 Milliarden Dollar). Auch das traditionelle Softwaregeschäft war mit einem Rückgang von 2,1 Prozent rückläufig. Zum anderen – und das wog für die Anleger am schwersten – bestätigte das Management die Umsatzprognose für das gesamte Geschäftsjahr 2027 lediglich bei den bereits bekannten 90 Milliarden Dollar. Angesichts des rasant gestiegenen Auftragsbestands hatten sich die Marktteilnehmer hier im Vorfeld eine Anhebung erhofft. Zwar sei die Cash-Performance nicht so schlecht ausgefallen wie befürchtet, doch stehe Oracle nun vor einer Phase anhaltend hoher Cash-Abflüsse.
Um die gewaltigen Infrastruktur-Aufträge überhaupt abarbeiten zu können, sind immense Investitionen in Rechenzentren nötig. Dies erfordert erhebliche Mengen an zusätzlichem Kapital. Oracle plant für das Fiskaljahr 2027 Finanzierungsmaßnahmen in Höhe von insgesamt 40 Milliarden Dollar über Fremd- und Eigenkapital, wovon 20 Milliarden Dollar durch die Ausgabe neuer Aktien am Markt generiert werden sollen. Diese anstehende Verwässerung und die hohe Schuldenlast bremsen die Euphorie der Investoren vorerst aus. Rund 10 Prozent ging es nach diesen Verlautbarungen abwärts mit unserem Depotwert. Aber das könnte sich ganz schnell wieder ändern, wenn die euphorische Stimmung wieder zurückkehrt. Warten wir also die Zahlen für das Gesamtjahr und das nächste Quartal ab.