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Die US-Börsen machen Pause, aber trotzdem dreht sich die Welt weiter

Ihr Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC

Wir merken es immer wieder, wenn die US-Börse geschlossen (Dienstag = Unabhängigkeitstag) ist bzw. am Montag deshalb verkürzte Handelszeiten absolviert, dann ist auch in Frankfurt still ruht der See angesagt.

Die Nachrichtenlage ist dünn und wenn etwas neues über den Börsen-Ticker läuft, dann ist es meist nicht so bedeutend, dass es die Börsenwelt bewegt. Aber trotzdem sollten wir die Welt im Auge behalten.

Die Menschen in der Ukraine erwarten fast täglich einen Anschlag auf das Atomkraftwerk Saporischja. Egal, ob in der Hauptstadt Kiew oder in den Städten und Dörfern um das AKW herum, die Bewohner kaufen jede Menge Wasserflaschen, Jodtabletten etc., um gegen eine Katastrophe gewappnet zu sein. Ein solcher Anschlag würde die Welt verändern und die Börsen taumeln lassen (Tschernobyl und Fukushima haben es gezeigt und die Ursache für die GAU lagen nicht in einem Krieg begründet). Hoffen wir also, dass beide Seiten die Nerven behalten.

Das erste Börsenhalbjahr liegt hinter uns und die meisten Aktienindizes haben kräftig zugelegt. Trotz hoher Zinsen verbuchte der NASDAQ-100 die stärkste Halbjahresperformance aller Zeiten. Wir haben über den Anstieg der Techi`s mehrfach berichtet. 

Der S&P 500 hat ebenfalls bemerkenswerte, aber eben nur 16 Prozent, zugelegt. 

Daraus allerdings auf ein schwaches zweites Halbjahr zu schließen, wäre ein schwerer Fehler, wenn wir in die Historie schauen. Seit der Auflage des Index 1929 gab es elf Jahre, in denen der S&P 500 im ersten Halbjahr zwischen 13 und 19 Prozent zulegte. In zehn Jahren stieg er im zweiten Halbjahr weiter, im Schnitt um zwölf Prozent. Ein vergleichbarer Anstieg 2023 scheint allerdings wenig wahrscheinlich. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 19 ist der S&P 500 mittlerweile hoch bewertet – vor allem wenn man bedenkt, dass Anleihen jetzt wieder echte Anlagealternativen sind. Zudem besteht das Risiko einer Rezession, die üblicherweise mit Rücksetzern bei Aktien einhergeht. Daher sind europäische und japanische Aktien vielleicht eine überlegenswerte Alternative.

Ja, und nun muss er zahlen der Scheuer Andy, Bundesverkehrsminister a.D., 243 Millionen Euro kostet letztendlich seine so total falsche Entscheidung zur Pkw-Maut. Lang hat es gedauert und zahlen muss er natürlich auch nicht, die Rechnung  übernimmt für ihn, wie soll es anders sein, der Steuerzahler. Und wir zahlen natürlich gern auch noch die Verfahrens- und Anwaltskosten, die für die Schiedsklage in zweistelliger Millionenhöhe angefallen sind. Die Gewinner der Klage, das deutsche börsennotierte CTS Eventim und das österreichische Unternehmen Kapsch, hatten zwar ursprünglich 560 Millionen veranschlagt, aber sei es drum. Einige andere Prozesse in Sachen Pkw-Maut sind ja noch nicht entschieden. Wer auch immer bewahre uns vor weiteren solchen Politikern…

Dabei gibt auch Wirtschaftsminister Robert Habeck schon längst keine gute Figur mehr ab. Die Ampelregierung in Berlin wurde in dieser Woche wieder ausgebremst. Das überstürzte und mehrfach geänderte Heizungsgesetz sollte in der abgelaufenen Woche noch schnell durch den Bundestag gepeitscht werden. Die Abgeordneten hatten nicht einmal genügend Zeit, sich durch die ellenlangen Texte zu arbeiten, geschweige denn sie teilweise zu verstehen. Ebenfalls in dieser Woche wurde eine Expertenanhörung für die damit befassten Abgeordneten angesetzt. Das die Experten skeptisch bei den Realisierungsmöglichkeiten reagierten, gab der Ampel-Regierung leider auch nicht zu denken. So haben die Richter des Bundesverfassungsgerichtes ebenfalls in einem Eilverfahren das Procedere gestoppt. Es wird auch keine kostspielige Sondersitzung des Bundestages mehr geben, sondern das Gesetz wird nach der Sommerpause im September höchstwahrscheinlich wieder zur Abstimmung gestellt werden. Wenn überhaupt zu diesem Zeitpunkt, denn dann wird das umstrittene Gesetz voll in den Wahlkämpfen in Bayern und Hessen thematisiert. Plötzlich ist nicht mehr die Rede davon, dass die Wirtschaft sich ja auf die neuen Heizungsregularien einstellen muss. Das ganze Dilemma der Ampelregierung wird sich sicher weiter fortsetzen, wir quälen uns also bis zur nächsten Bundestagswahl.

Finanzminister Christian Lindner hat seinen Haushaltsentwurf fertiggestellt. Lobenswert trotz der langen Bearbeitungsdauer ist die Tatsache, dass der Bund wieder die Schuldenbremse einhalten wird, zumindest ist es so geplant. Alle Ministerien müssen sparen. Ok, das Verteidigungsministerium nicht. Neben dem 100 Milliarden-Sondervermögen für die Bundeswehr werden noch 1,6 Milliarden Euro zusätzlich zum planmäßigen Etat 2024 aufgesattelt. Aktionäre haben schon Euro- und Dollarzeichen vor Augen, wenn sie die zukünftigen Chancen der Rüstungsaktien betrachten. Hat zwar leider nichts mit ESG Kriterien zu tun, aber ist im wahrsten Sinne eine totsichere Anlage.