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Der Clubfonds-Ticker
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Die Büchse der Pandora schnell wieder schließen

Während der Mann im Weißen Haus sich aktuell im königlichen Glanz von Seiner Majestät König Charles III. nebst Gattin sonnte und es genoss, nach den Schüssen im Weißen Haus schon wieder im Mittelpunkt zu stehen, kämpfen sehr viele Volkswirtschaften gegen die wirtschaftlichen Folgen der Schließung der Straße von Hormus durch den Iran und die US‑Navy.

Tatsächlich scheinen viele Zeitgenossen noch nicht verstanden zu haben, wie gravierend sich die vom US‑Präsidenten verursachte Energiekrise entwickeln könnte. Während hierzulande die meisten angesichts des sich abzeichnenden Kerosinmangels um den Urlaub bangen, wird beispielsweise in der Landwirtschaft die Düngemittelknappheit bereits thematisiert und auf steigende Preise für Nahrungsmittel in den kommenden Monaten hingewiesen. Nur wenige Tanker lässt die iranische Mafia gegen die Zahlung eines hohen Schutzgeldes die ihnen gehörende Wasserstraße passieren.

Und es geht noch weiter. Okay, es war nur ein Gedankenspiel. Aber ein sehr gefährliches, das der indonesische Finanzminister Purbaya Yudhi Sadewa da publik werden ließ. Seine Regierung erwäge nach dem Vorbild der Iraner, für die wichtige Passage der Meerenge von Malakka eine Maut zu erheben. Das würfe ordentlich etwas ab – immerhin werden durch diese Wasserstraße 40 Prozent des Welthandels verschifft. Für ungezählte Unternehmen weltweit und ihre bestehenden Lieferketten käme dieser Würgegriff hingegen einem Albtraum gleich.

Das sind sie also, die Folgen des Trumpismus. Mit seinem rücksichtslosen Gebaren – von den Zöllen über das Kidnappen eines gewählten Präsidenten bis hin zum Angriff auf den Iran – hat der Mann ein Gespenst heraufbeschworen, das die globalisierte Welt in die tiefste Krise seit Jahrzehnten stürzen kann. Protektionismus klingt an sich harmlos, wirkt jedoch umso brutaler, wenn er das Vertrauen zwischen Handelspartnern erst einmal zerstört hat und jedes Land nur noch für sich selbst sorgt. Für Exportnationen wie Deutschland ist es pures Gift, das die Bundesregierung nicht einmal mit weiteren Sondervermögen lindern kann.

Da waren es nur noch elf. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben ihren Austritt aus der Ölallianz OPEC und dem erweiterten Verbund OPEC+ zum 1. Mai 2026 erklärt. Im Zuge des Krieges gegen den Iran hatten die Emirate schwere Vorwürfe gegen andere arabische Staaten erhoben. Die Entscheidung ist ein schwerer Schlag für die Exportländer und deren De‑facto‑Anführer Saudi‑Arabien, zumal der Krieg im Iran bereits einen historischen Energieschock ausgelöst hat und die Weltwirtschaft weiter verunsichern wird.

Für den US‑Präsidenten ist der Austritt der VAE dagegen ein großer Erfolg. Er hatte der Organisation vorgeworfen, den Rest der Welt durch künstlich überhöhte Ölpreise „auszunehmen“ (da mag er ja auch einmal recht haben …). Mit dem Austritt der VAE sind noch elf Staaten Teil der OPEC. Dazu zählen Algerien, Äquatorialguinea, Gabun, Irak, Iran, die Republik Kongo, Kuwait, Libyen, Nigeria, Saudi‑Arabien und Venezuela. Indonesien hatte die OPEC 2016 verlassen, Katar trat 2019 aus, Ecuador 2020. Zuletzt verließ Angola 2023 die Gemeinschaft. Wie lange Venezuela noch Mitglied bleiben darf, weiß man nicht so genau.

Ach ja, und da war auch noch die Anhörung des designierten Fed‑Chefs Kevin Warsh, dem Favoriten des Weißen Hauses. Warsh betonte mehrfach und unter Eid, dass Trump ihn zu keinem Zeitpunkt auf einen bestimmten Zinskurs oder Zinssenkungen festgelegt habe – „und ich hätte dem auch niemals zugestimmt“. Er bezeichnete sich als „unabhängigen Akteur“ und stellte klar, nicht als „Marionette“ agieren zu wollen. Zugleich verwies er darauf, dass sich die Unabhängigkeit der Fed letztlich durch Ergebnisse legitimieren müsse – insbesondere durch Fortschritte bei der Preisstabilität.

Inhaltlich setzte Warsh einen klaren Schwerpunkt: „Inflation ist eine Entscheidung, und die Fed muss dafür die Verantwortung übernehmen – ohne Ausreden oder Ausflüchte.“ Die aktuelle Teuerung in den USA liegt mit rund 3,3 Prozent Gesamtinflation und etwa drei Prozent Kerninflation (PCE, Wert der privaten Konsumausgaben) weiterhin über dem Zielwert. Aus Warshs Sicht hat die Inflation noch „einen Weg vor sich“, bis sie nachhaltig auf zwei Prozent zurückgeführt werden kann. Das wird dem Don nicht gefallen. Die von Warsh geplanten Reformen werden wir vorstellen, wenn Warsh das Amt von Powell übernommen hat. Er muss allerdings noch gewählt werden.

Konsumenten im Euroraum erwarten in den kommenden zwölf Monaten eine spürbar höhere Inflation – das ergab die März‑Umfrage der Europäischen Zentralbank. Die erwartete Teuerung sprang auf 4,0 Prozent nach 2,5 Prozent im Februar. Auch die Erwartungen auf Sicht von drei Jahren stiegen von 2,5 auf 3,0 Prozent, während der Ausblick auf fünf Jahre nur leicht von 2,3 auf 2,4 Prozent zulegte und damit weiter über dem mittelfristigen Zielwert der EZB von 2,0 Prozent liegt. Das unterstreicht, wie stark Inflationserwartungen auf Energiepreise reagieren. Der Binnenkonsum wird dadurch erheblich gebremst.

Trotzdem wird es bei den aktuellen Sitzungen von Fed und EZB wohl keine Leitzinserhöhungen geben. Die Zentralbanken werden weiter abwarten. In den USA wegen der Wahl des neuen Fed‑Chefs, und im Euroraum hoffen die Entscheider darauf, dass es vielleicht doch noch ein schnelles Ende des Iran‑Konflikts geben könnte. Im Juni wird es dann wohl eine Zinserhöhung geben; zumindest wird die EZB dann auf die Inflationsgefahr reagieren müssen. Die Währungshüter in Frankfurt haben schon einmal versucht, die Inflation auszusitzen – und das ging bekanntlich gewaltig schief.