Im Rückblick gesehen war das Börsenjahr 2025 doch recht erfolgreich. In den letzten Tagen des Jahres wird nicht mehr viel passieren, denn die Bücher bei den großen Marktteilnehmern sind geschlossen und werden auch nicht gleich am Neujahrstag wieder geöffnet. Natürlich sind allerdings die Software-Komponenten und die KI‑gestützten Systeme scharf gestellt. Die Fondsmanager wissen nicht, welchen Unsinn die internationale Politik wieder fabrizieren könnte. Jetzt ist die Stunde der Kleinanleger, die ihre Depots anschauen und eventuell umschichten. Wenn es genügend Kleinanleger tun, werden sich die Indizes noch ein wenig bewegen, aber nicht viel verändern.
Der DAX40 startete am 02.01.2025 bei einer Marke von 20.024 Punkten und steht beim Schreiben dieser Zeilen bei 24.340 Punkten – oder mit einer Rendite von 21,55 Prozent – zu Buch. Das ist trotz der Rezession in unserem Land doch recht ordentlich. Wie unsere Leser wissen, ist ihr Autor immer skeptisch, wenn neue Rekordstände beim Performanceindex DAX40 verkündet werden. Deshalb hilft trotz aller Freude über den Zuwachs ein Blick auf den reinen Kursindex. Und siehe da: Der Kursindex ist ebenfalls gestiegen, und zwar von 7.624 Punkten auf 9.118 Punkte, also um 19,6 Prozent. Das ist doch ganz ordentlich.
Mit der Dollarstärke hatten wir beim NDAC-Clubfonds mit ordentlich Gegenwind zu kämpfen. Unsere Technologieaktien, die im US-Dollar notiert sind, hatten währungsbedingt einen Rückgang von ca. 14 % zu verkraften. Was sich im abgelaufenen Börsenjahr als Gegenwind erwiesen hat, kann sich im kommenden Jahr als Rückenwind erweisen, wenn der Dollar aufgrund der niedrigen Zinsen in den Vereinigten Staaten von Amerika abwerten sollte.
Der Dow Jones legte im abgelaufenen Jahr um 13,3 Prozent zu. Der wesentlich breiter aufgestellte S&P 500 zeigt sich etwas besser und stieg um 16,0 Prozent gen Norden. Wir sehen also daran: Die USA haben zwar mehr Wachstum generiert, aber die Musik an den Börsen spielte woanders. Dabei ist das erste Jahr seit dem Wechsel im Weißen Haus noch nicht einmal vorüber.
Apropos Wechsel: Der nächste bedeutende Wechsel steht im nächsten Jahr an. Der Chef der amerikanischen Notenbank Fed, Jay Powell, könnte zwar weitermachen, aber das wird der Don im Palast verhindern. Die beiden mögen sich nicht mehr besonders, und Powell hatte stets seinen eigenen Kopf während seiner gesamten Amtszeit – unabhängig und mit dem Großen und Ganzen im Blick: Inflation und Arbeitslosenzahlen. Und so manches Mal retteten er und sein Fed-Komitee die US‑Wirtschaft vor einem Absturz. Egal, wer im nächsten Jahr die Präsidentschaft bei der Fed übernimmt: Das Weiße Haus wird mitentscheiden, welche Zinshöhe festgelegt wird. Es sei denn, der Nachfolger setzt sich ähnlich wie Powell durch.
Und noch einer verabschiedet sich 2025 aus der Runde der Starinvestoren: Börsenlegende Warren Buffett. Greg Abel, den er gemeinsam mit seiner Co‑Legende Charlie Munger ausgesucht hatte, wird übernehmen – und er tritt in große Fußstapfen.
… wie geht es 2026 weiter?
Mit den letzten Sätzen sind wir schon im Jahr 2026. Wie immer haben wir keine große Glaskugel, aber schauen trotzdem vorsichtig in eine derselben hinein.
Die dänische Saxo Bank hat wieder – wie alljährlich – ihre Ergebnisse präsentiert, die man trotzdem nicht allzu ernst nehmen sollte:
Der Q‑Day erschüttert die digitale Welt
Ein funktionsfähiger Quantencomputer beweist erstmals, dass er gängige Verschlüsselungsstandards brechen kann. Innerhalb von Stunden kippt das Vertrauen in die digitale Sicherheit.
Kryptomärkte werden zum Epizentrum des Schocks: Börsen stoppen die Auszahlungen, alte Wallets gelten als angreifbar, Bitcoin stürzt in Richtung Null. Die Panik greift auf das Finanzsystem über. Die Menschen horten Bargeld. Gold und Silber schießen in die Höhe. Unternehmen und Behörden kämpfen, um Schwachstellen zu schließen, doch die Angriffe kommen schneller als die Abwehr. Zentralbanken öffnen Notfallfazilitäten, Regierungen ordnen ein globales Wartungswochenende an, um Zahlungssysteme auf neue Sicherheitsstandards umzustellen.
Gewinner sind Anbieter physischer Sicherung, neue Cyber‑Firmen und robuste Banken. Verlierer sind Krypto‑Dienste, Hot‑Wallet‑Anbieter und Firmen mit schwacher IT‑Abwehr.
Marktauswirkung: Extreme Volatilität bei Quanten‑ und Cybersecurity‑Aktien, Gold, Banken sowie dramatischer Einbruch bei Bitcoin und digitalen Assets.
Die „Swiftie‑Welle“ löst einen globalen Offline‑Trend aus
Das Jahr 2026 wird zum Jahr von Taylor Swift und Travis Kelce. Nach einer Traumhochzeit und der Ankündigung eines Kindes entscheidet sich das Paar für ein weitgehend offline geführtes Familienleben. Der Effekt ist global: Millionen Swifties folgen ihrem Vorbild. Junge Millennials und die ältere Gen Z reduzieren radikal ihre Online‑Zeit; Social‑Media‑Verzicht wird zum Lifestyle, Heirat und Familienplanung boomen.
Marktauswirkung: Belastung für Social‑Media‑Aktien; Rückenwind für Bau, DIY, Wohntrends, Luxusgüter, Hochzeiten und Reiseziele.
„Gerrymandering“ führt zu politischer Erneuerung
Im Vorfeld der US‑Midterms 2026 treiben die beiden Parteien das Gerrymandering auf die Spitze. Wahlkreise werden so maßgeschneidert, dass eine Partei mehr Sitze gewinnt, als ihr nach Stimmenanteil eigentlich zustehen würde. Die Demokraten gewinnen knapp das Repräsentantenhaus, während die Republikaner die Mehrheit im Senat verteidigen können. Eine unabhängige Bürgerbewegung erzwingt die Einrichtung einer nationalen Kommission, die Wahlkreise künftig neutral zeichnet. Eine Revolution im US‑Wahlsystem.
Parallel wächst die Einsicht, dass die Polarisierung durch Social‑Media‑Algorithmen künstlich verstärkt wurde. Eine neue Mitte entsteht, die Zivilität, faktenbasierte Debatten und institutionelle Integrität stärkt. Die USA bewegen sich sichtbar über die Phase des Maximalpopulismus hinaus.
Marktauswirkung: US‑Staatsanleihen steigen (Renditen sinken); Social Media, Krypto, Gold und Silber schwächeln.