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Der Clubfonds-Ticker
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Der Don dreht weiter am Rad

Es ist allgemein bekannt, dass der amerikanische Präsident nur eins richtig beherrscht: Chaos zu stiften und danach sagen, die anderen sind schuld.

Dass er das ganz hervorragend kann, erleben wir gerade wieder. Der Don hat in der letzten Woche in die  in die Personalpolitik der US-Notenbank Federal Reserve eingegriffen. Der Brief von Donald Trump ist nur eine knappe Seite lang: „Liebe Gouverneurin Cook«, heißt es da, »Sie sind hiermit mit sofortiger Wirkung aus Ihrem Amt im Gouverneursrat der Federal Reserve entlassen.“ Als Begründung nennt er einen angeblichen Hypothekenbetrug der 61-jährigen Wirtschaftswissenschaftlerin: Es gebe hinreichende Gründe für die Annahme, dass Cook in einem oder mehreren Hypothekenverträgen falsche Angaben gemacht habe. Annahmen sind keine Beweise, davon hatte und hat er schon immer keine Ahnung und davon ganz schön viel.

Der Hintergrund lässt sich leicht aufhellen, schließlich liegen die Dinge für alle sichtbar auf der Hand. Erstens der hohe Schuldenstand der größten Volkwirtschaft, wir haben darüber berichtet. Die darauf zu zahlenden Zinsen sind zu hoch und laufen wieder zu neuen Schulden auf. Wie predigte es der ehemalige Bundesfinanzminister Lindner aus der FDP immer so schön, die Schulden von heute sind die Steuern von morgen.  An dieser Realität kommt das Weiße Haus auch nicht vorbei. Nachdem er sich schon eine blutige Nase bei Fed-Chef Jay Powell geholt hat, den er nicht entlassen durfte, erwartet ihn wohl das nächste Debakel  vor Gericht, denn Lisa Cook will sich gegen die Entlassung wehren. Ob der Don davor zurückschreckt, einen weiteren Prozess zu verlieren, dürfen wir wohl getrost bezweifeln. Es sind schon zu viele. Die Auswirkungen waren bereits am Dienstag sichtbar  Die Sorge um die Unabhängigkeit der Notenbank könnte die Renditen lang laufender Staatsanleihen steigen lassen sowie den US-Dollar unter Druck setzen. Die Zinsdifferenz zwischen zwei- und 30-jährigen US-Staatsanleihen erreichte den höchsten Stand seit Januar 2022.

Aber nicht nur in den USA gibt es Probleme, auch in unserer europäischen Nachbarschaft könnte es sehr bald zu großen Problemen kommen. Frankreichs Premierminister François Bayrou will am 8. September 2025 im Parlament die Vertrauensfrage stellen. Hintergrund ist der Haushaltsentwurf für 2026, der Einsparungen von 43,8 Milliarden Euro vorsieht. Angesichts einer Staatsverschuldung von 114 Prozent des Bruttoinlandsprodukts strebt Bayrou eine fiskalische Konsolidierung an. Vor Beginn der Haushaltsdebatte möchte er sich dafür eine klare politische Rückendeckung sichern. Doch sein Vorgehen birgt Risiken: Die Mitte-Rechts-Regierung besitzt keine eigene Mehrheit im Parlament. Bereits im Sommer kündigten die Linksfraktionen ein Misstrauensvotum an. Zudem wurde anonym zu einem Generalstreik am 10. September aufgerufen. Mehrere Oppositionsparteien – darunter Rassemblement National, La France Insoumise, Grüne und Kommunisten – erklärten, sie würden gegen die Regierung stimmen. Bayrou droht damit ein ähnliches Schicksal wie seinem Vorgänger Michel Barnier, der 2024 nach nur drei Monaten im Amt durch ein Misstrauensvotum stürzte. Nun der Euro wird dadurch wieder in neue Schwierigkeiten geraten und es könnte auch zu einem Börsenbeben kommen, das sich nicht nur auf französischen Leitindex CAC40  beschränken wird.  Die Renditen zehnjähriger französischer Staatsanleihen stiegen zuletzt bereits auf 3,51 Prozent – und somit muss die Grande Nation 0,8 Prozent mehr für ihre Staatsanleihen bieten als Deutschland.

 Wir wollen gleich noch einen Blick auf Deutschland werfen, denn die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich erneut verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex stieg im August zum sechsten Mal in Folge und erreichte mit 89 Punkten den höchsten Stand seit April 2024. Zwar bewerten die Unternehmen die aktuelle Lage etwas zurückhaltender, doch die Erwartungen hellten sich deutlich auf und erreichten den höchsten Stand seit Beginn des Russland-Ukraine-Krieges. In der Industrie bleibt die Stimmung verhalten, während Dienstleister ihre Lage positiver einschätzen. Im Handel und Baugewerbe fiel die aktuelle Bewertung schwächer aus, doch der Ausblick für die kommenden Monate verbesserte sich. Aber bevor wir jetzt alle „Wir haben es wieder geschafft“ jubeln, trotz des Anstiegs liegt der Index mit 89 Punkten weiterhin klar unter dem langjährigen Durchschnitt von 95,5 Punkten. Die gestiegenen Erwartungen dürften vor allem auf Fortschritte in den Handelsgesprächen mit den USA und die geplanten Konjunkturmaßnahmen zurückzuführen sein.

Weil er seinem „best buddy“ dem Zaren im Kreml nicht direkt sanktionieren wollte oder darf, hat der Don die Strafzölle gegen Indien verdoppelt. Jetzt gelten für viele indische Produkte Einfuhrzölle von 50 Prozent. Der Aufschlag ist einer der höchsten der von Trump verhängten Zölle gegen US-Handelspartner. Er will Indien damit nach eigenen Angaben für seine anhaltenden Ölimporte aus Russland bestrafen. Die 50-Prozent-Zölle gelten nicht für alle Einfuhren aus Indien, Ausnahmen bestehen unter anderem für Pharma-Produkte und Computer-Chips, frei nach dem Motto das könnte man ja noch gebrauchen und billig importieren.

Sie wurden sehnlichst erwartet die Zahlen von NVIDIA Der KI-Boom lässt das Geschäft des Chipkonzerns weiter rasant wachsen. Im vergangenen Quartal legte der Umsatz im Jahresvergleich um 56 Prozent auf 46,74 Milliarden Dollar (gut 40 Milliarden Euro) zu. NVIDIA übertraf damit die – auch schon hohen – Erwartungen der Wall Street. Im Vergleich zum Quartal davor gab es noch ein Plus von sechs Prozent. Unterm Strich stieg der Quartalsgewinn im Jahresvergleich um 59 Prozent auf gut 26,4 Milliarden Dollar. Diese Frage bleibt, warum die Aktie nicht durch die Decke schoss?  Nun die Antwort ist bereits gegeben. Der Don und seine Schwierigkeiten  mit dem Konkurrenten China trüben die Aussichten ein. Wir hatten darüber berichtet.

Nun warten wir einmal ab, was sich der Don in den nächsten Tagen einfallen lässt… Irgendwann ist das Rad überdreht.