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Der Clubfonds-Ticker
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Der Dollar verliert immer mehr an Wert

Der Dollar verliert immer mehr an Wert

Wir hatten schon in unserer kleinen Serie über die Möglichkeiten, den Euro als neue Leitwährung zu etablieren, darauf hingewiesen, dass das Vertrauen in den Dollar unter den gegenwärtigen Bedingungen, die in Washington herrschen, immer schwächer wird.

Schwellenländer geben so viele Euro-Anleihen heraus wie seit über einem Jahrzehnt nicht mehr. Der Hauptgrund: Viele Investoren wollen sich breiter aufstellen und ihre Abhängigkeit vom US-Dollar verringern. Seit Jahresbeginn wurden Euro-Anleihen im Volumen von 89 Milliarden Euro begeben – so viel wie zuletzt im Jahr 2014.

Osteuropäische Staaten wie Polen und Rumänien führen die Emissionen an. Auch Chile, Südkorea, China und mehrere afrikanische Länder nutzen den Euro-Markt. Der schwächere US-Dollar – der seit Jahresbeginn rund acht Prozent gegenüber dem Euro verloren hat –, die Unsicherheit durch US-Zölle und die Kritik des US-Präsidenten an der Notenbank, verstärken das Interesse am Euro. Zudem profitieren die Emittenten von niedrigeren Zinsen: Im Durchschnitt zahlen Schwellenländer für Euro-Anleihen 4,2 Prozent – rund 2,4 Prozentpunkte weniger als für US-Dollar-Papiere.


Marktteilnehmer rechnen mit weiteren Euro-Emissionen, da das US-Wachstum nachlassen und der US-Dollar weiter unter Druck geraten dürfte. Neue Euro-Anleihen u. a. Brasilien, Kolumbien, Bosnien-Herzegowina und Ägypten. Trotz des anhaltenden Trends bleibt die US-Währung natürlich weiter die dominierende Währung in der Welt, aber die Bedeutung des Euro als Alterative wächst weiter.

Aber jetzt hat der Donald einen Geniestreich abgesegnet. Am 18. Juli 2025 wurde mit dem GENIUS Act erstmals ein umfassendes, auf Bundesebene geltendes Gesetz für Stablecoins verabschiedet. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt im Umgang mit Blockchain-basierten Finanzprodukten und spiegelt den Wandel im globalen Finanzsystem wider. Stablecoins gelten inzwischen als essenzielles Bindeglied zwischen klassischem Zahlungsverkehr und digitaler Ökonomie. Die bisherige Praxis hat gezeigt, dass bestehende Regelungen weder für Transparenz noch für einheitliche Mindeststandards sorgen konnten. Daher bestand erheblicher politischer und wirtschaftlicher Handlungsbedarf. Das Gesetz soll Stablecoins regulieren, also Kryptowährungen, die durch aktive oder automatische Mechanismen an eine Währung gekoppelt sind – 99 Prozent der Marktkapitalisierung sind an den US-Dollar gebunden. Künftig muss jeder in den USA regulierte Stablecoin für jedes ausgegebene Token den Wert in US-Dollar oder kurz laufenden US-Staatsanleihen hinterlegen. Das würde frische Liquidität in den Anleihemarkt lenken und die Vertrauenswürdigkeit von Stablecoins heben. Klarere US-Regeln für Stablecoins werden deren Verbreitung weltweit beschleunigen – vor allem in Ländern mit hoher Inflation, in denen Bürger schon heute nicht auf die lokale Währung setzen. Wächst die globale Nachfrage nach tokenisierten US-Dollar, stützt das den Greenback. Gleichzeitig könnte die zusätzliche Nachfrage nach kurz laufenden US-Staatsanleihen deren laufende Verzinsung etwas drücken. Der „GENIUS Act“  würde die US-Dollar-Dominanz im digitalen Zeitalter einen Schritt voranbringen.

Wir werden sehen, wie der Genius Act die Märkte beeindruckt, schließlich bleibt die Gesamtverschuldung der USA auch in Zukunft weiter bestehen. Ein bisschen ärgerlich ist es auch, dass die EU respektive die EZB wieder einmal nicht geschaltet haben, um den USA wenigstens einmal einen Schritt voraus zu sein. Geredet wurde darüber in Europa schon lange, aber reden und einfach machen ist nun einmal ein großer Unterschied.

Fakt ist auch, wir werden uns wohl auch noch einmal speziell mit den Stablecoins beschäftigen müssen.

Nur nebenbei bemerkt, das Geschäft von Tesla schrumpft weiter und das dürfte noch ein Weilchen so bleiben, was auch Elon Musk eingesteht. Ergo macht er, was er immer macht, wenn es nicht läuft: Er verspricht eine rosige Zukunft. Aktuelle Variante des Musk`schens Narratives: Bald werden viele, viele Robotaxis die Welt – also insbesondere die USA – bewegen. Und in der Folge Tesla-Aktien wieder nach oben tendieren. Wenn es so einfach wäre…

Alphabet hat am Mittwochabend seine Q2-Zahlen präsentiert und positiv überrascht: Umsatz und Gewinn lagen über den Erwartungen, auch YouTube und Cloud überzeugten. Einziger Wermutstropfen: Die Investitionen in künstliche Intelligenz steigen noch stärker als gedacht – Anleger reagieren zunächst erst einmal vorsichtig, aber das wird sich wieder ändern, wenn die nächsten Erfolgsmeldungen in Sachen KI über den Ticker laufen.

Nach einer Serie von sieben Zinssenkungen in Folge drückt die EZB die Pausentaste, es ist Sommerpause angesagt. Der EZB-Rat in Frankfurt beschloss, den Einlage-Satz bei 2,0 Prozent zu belassen. Das geben auch die Inflationsdaten her.

Die EU-Mitgliedstaaten haben am Donnerstag mit großer Mehrheit Vergeltungszölle auf US-Waren im Umfang von 93 Milliarden Euro beschlossen. Brüssel hofft nun, den angedrohten Pauschalzoll aus Washington von 30 Prozent auf 15 Prozent senken zu können. Bis auf Ungarn stimmten alle EU-Staaten für die von der EU-Kommission vorgelegte Liste, die eine breite Palette amerikanischer Produkte betrifft – darunter Flugzeuge, Autos, Wein sowie medizinische und elektrische Geräte. Die Zölle sollen am 7. August in Kraft treten, falls bis dahin keine Einigung mit den USA erzielt wird. Neben dem 93-Milliarden-Euro-Paket bereitet die Kommission auch eine separate Liste vor, die US-Dienstleistungen ins Visier nehmen soll, wie ein ranghoher Kommissionsvertreter vergangene Woche gegenüber Abgeordneten des Europäischen Parlaments erklärte.

Warten wir ab, bald werden wir die Reaktion des Weißen Hauses erleben.