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Der Clubfonds-Ticker
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Der Blick über die Märkte – New Space (Teil 1)

Die Zukunft der Börsen liegt auch in den unendlichen Weiten des Universums. Okay, wir sind mit unseren NDAC‑Clubfonds nicht direkt an den Entwicklungen in der Raumfahrt beteiligt. Aber mit unserem Depotwert Scottish Mortgage sind wir bekanntlich zumindest indirekt über die Beteiligung am Börsengang des Weltraumunternehmens SpaceX engagiert. Aber was heißt hier Zukunft? Es ist bereits Gegenwart und existiert längst nicht mehr nur in den Vorstellungen der Utopie‑Autoren. Lassen wir die Träume also beiseite und begeben uns in die Realität der Börsenwelt im All.

Die Laser‑Weltraumkommunikation nutzt Infrarotlicht statt Funkwellen, um Daten mithilfe von Laserstrahlen zwischen Satelliten oder zur Erde zu übertragen. Bleiben wir beim Begriff „Weltraumlaser“: Er ermöglicht deutlich höhere Datenraten und eine bessere Abhörsicherheit. Zudem arbeiten nicht wenige Staaten intensiv auch an Lasern als Waffe. Gezielte „Strahlen“ auf einen Gegner können dessen Kommunikations‑ und Energiesysteme lahmlegen, anfliegende Raketen abschießen oder Satelliten zerstören. Ferne Zukunft ist das nicht mehr.

Allein im laufenden Jahr dürften mit Technologien rund um das All weltweit etwa 700 Milliarden US‑Dollar umgesetzt werden – mit schnell anziehender Tendenz. Bereits zu Beginn der 2030er‑Jahre rechnen Beobachter mit dem Vordringen in den „Eine‑Billion‑Dollar‑Raum“ bei den Umsätzen. Die Space Economy, die Weltraumwirtschaft, boomt. Während die World Economy extreme Schwächezeichen aufweist und die Globalisierung ins Stocken geraten ist, kann davon bei der Space Economy keine Rede sein. Dabei hat die Weltraumwirtschaft gerade erst begonnen, sagen Beobachter.

Satelliten helfen uns derzeit dabei, weltweit zu kommunizieren und die Erde zu beobachten. Von Zeit zu Zeit fliegen auch Menschen in den Weltraum, um auf Raumstationen Forschung zu betreiben. Doch der nächste Schritt soll deutlich weiter gehen: eine ständig bemannte Station auf dem Mond, in einigen Jahren auch auf dem Mars. Danach soll auch die Rohstoffproduktion im Weltall beginnen. Auf dem Mond etwa vermutet man Vorkommen von Eisen, Titan und Aluminium. Auch die irdischen Energieprobleme sollen so gelöst werden, etwa durch großflächige Sonnensegel, die die Kraft der Sonne einfangen und zur Erde leiten. Visionen über Visionen – manches vielleicht übertrieben, vieles aber durchaus umsetzbar. Der Weltraum wird „privatisiert“, denn staatliche Weltraumorganisationen wie beispielsweise die amerikanische NASA, die europäische ESA oder die chinesische CNSA können das weder allein noch im Verbund leisten.

Nach der erfolgreichen Artemis‑Mission der NASA rückt nun als nächstes Ziel eine weitere Mondlandung in den Fokus. Es wird nicht mehr lange dauern, dann wird die Menschheit die Eröffnung der ersten Mondstation und damit eine zeitweilige oder auch längere Besiedlung des Mondes erleben.

Einer der zentralen Antreiber ist Elon Musk. Der Tesla‑Chef hat mit dem eingangs erwähnten SpaceX ein Raumfahrtunternehmen gegründet, das schon heute maßgeblich die Weltraumambitionen der USA vorantreibt. Mit der Rakete Falcon 9 und dem Raumgleiter Dragon 2 versorgt SpaceX unter anderem die Internationale Raumstation ISS und bringt regelmäßig Satelliten ins All. Mit fast 330 Raketenstarts hat SpaceX im zurückliegenden Jahr über die Hälfte aller weltweit registrierten Flüge ins All unternommen. Für Elon Musk ist dies nicht nur ein enormes Geschäft, sondern auch ein erheblicher Prestigegewinn.

Die private Weltraumwirtschaft könnte nach dem geplanten Aus der ISS im Jahr 2030 endgültig durchstarten. Die ISS gilt als der „letzte“ große Versuch, den Weltraum primär durch staatliche Akteure zu erschließen – zumindest in den westlichen Industrienationen. Die NASA sowie das europäische Pendant ESA zählen bislang zu den wesentlichen Geldgebern der ISS. Die staatlichen Haushalte der USA und der Mitgliedsstaaten der ESA stehen jedoch massiv unter Druck. In den USA hat die Regierung den Plan, sich schrittweise aus der Space Economy zurückzuziehen und diese weitgehend zu privatisieren. In Europa ist diese Entwicklung noch nicht ganz so ausgeprägt, doch auch hier mehren sich die Stimmen, staatliche Subventionen abzubauen und privaten Akteuren das Spielfeld zu überlassen. Ähnlich wie in der irdischen freien Marktwirtschaft, in der sich der Staat auf die Schaffung fairer Wettbewerbsbedingungen konzentriert, sollen staatliche Akteure auch im Weltraum bestenfalls als Schiedsrichter bei Streitfällen fungieren.

Das könnte durchaus ein Erfolgsrezept für das Weltraumgeschäft sein und neues privates Investorenkapital auch in Europa freisetzen. Die fortschreitende Kommerzialisierung des Weltraums hat im englischen Sprachraum bereits einen neuen Begriff hervorgebracht. In Anlehnung an die New Economy um die Jahrtausendwende werden die Aktivitäten heute unter dem Begriff NewSpace oder New Space zusammengefasst.

New Space arbeitet eng mit den Akteuren einer gewandelten NASA zusammen – und Europa wird diesem Weg wohl sehr bald folgen.