Wir hatten uns alle auf einen guten und erfolgreichen Start in Frieden ins neue Jahr gefreut, allein der Don hatte etwas dagegen. In Anspielung auf die Monroe Doktrin, nach denen die Amerikaner in ihrem Hinterhof (Lateinamerika) keinen fremden Einfluss dulden, kam dem Weißen Haus in den Sinn, einmal schnell Venezuela ins Visier zu nehmen. Den Präsidenten Nicolas Maduro zu verhaften und ihn samt Ehefrau in die USA zu entführen und dort vor Gericht zu stellen, um ihn dort wegen drogenbezogener Vorwürfe vor Gericht zustellen. Gleichzeitig drohte der Don zugleich noch anderen Ländern in seinem Umfeld sie militärisch zu besetzen. Damit war die neue „Donroe Doktrin“ entstanden.
Die USA haben damit eine spektakuläre Machtdemonstration ihrer Fähigkeit zur globalen Einflussnahme geliefert – in einer Weise, wie sie seit Jahrzehnten nicht mehr zu beobachten war, selbst weit in den internationalen Gewässern Der Mann im Weißen Haus erklärte, dass Venezuela fortan von seiner Regierung verwaltet werde, ohne die genauen Konturen dieses Engagements zu benennen. Außenminister Marco Rubio brachte etwas Klarheit und betonte, dass Washington den Ölhebel nutzen wolle – Venezuela verfügt über die weltweit größten nachgewiesenen Reserven, wenngleich die Förderinfrastruktur marode ist –, um Caracas’ Interessen mit jenen der USA in Einklang zu bringen.
Das der Don dabei auch gleich Grönland mit besetzen will, ist wohl nach seinen Bekundungen seit Beginn seiner Amtszeit nicht neu. Dumm nur, dass Grönland zu Dänemark gehört und demzufolge NATO-Gebiet ist. Das hat der US-Außenminister wenigstens richtig erkannt und den Kauf der Insel ins globale Spiel gebracht.
Weltweit verschieben sich mit diesem Vorgang die Kategorien des „Unmöglichen“, „Möglichen“ und „Wahrscheinlichen“. Länder wie Kanada, Panama und Dänemark – denen Trump territoriale Ambitionen nachgesagt werden – sehen sich mit einem neuen Paradigma konfrontiert. Auch Mexiko könnte ins Visier Washingtons geraten, angesichts als zu lasch empfundener Drogen- und Einwanderungspolitiken. Darüber hinaus könnte das venezolanische Vorgehen als Blaupause für künftige Interventionen bspw. in Kuba dienen, das trotz aller Probleme auch nicht nach der Pfeife Washingtons tanzt.
Wir müssen uns daran gewöhnen, dass die Welt politisch und wirtschaftlich gerade neu verteilt wird. China wird sich noch Taiwan krallen und Russland wird sich die Gebiete der ehemaligen Sowjetunion Schritt für Schritt zurückerobern.
Fällt uns was auf? Ja, die Europäer haben nun wirklich nichts mehr zu sagen. Zersplittert, wie sie immer auftreten, werden sie wieder am Katzentisch der Geschichte Platz nehmen (müssen). Nichts, mit dem Platz an der Sonne wie es 1897 der damalige Staatssekretär und spätere kaiserliche Außenminister Bernhard von Bülow formulierte. (“Wir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne”.) So wird es für Europa auch weiter bleiben.
Was machen die Börsen? Denen ist es wurscht, wer gerade gegen wen in eine (kriegerische) Auseinandersetzung verwickelt ist. Politische Börsen haben kurze Beine oder in diesem Fall gar keine mehr. Denn der DAX40 startet zu Jahresbeginn wie ein Torpedo und markiert ein aktuelles Allzeithoch von 25.106 Punkten. Auch der Dow Jones gibt mit einem neuen Allzeithoch von 49.621 Punkten ordentlich Gas und wird wohl vermutlich die 50.000 Punkte Grenze bald erreichen und überwinden.
Die Erdöl-Unternehmen sind natürlich begeistert, speziell Chevron, das seine 102 jährige Präsenz in Venezuela in diesen Tagen feiert. Schon jetzt ist klar: Chevron wird bei der künftigen wirtschaftlichen Entwicklung Venezuelas eine entscheidende Rolle spielen. Venezuela verfügt mit etwa 300 Milliarden Barrel über die größten Erdölreserven weltweit. Dies entspricht einem Anteil von rund 17 Prozent der weltweit bekannten Ölreserven. Aktuell fördert das Land laut der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) rund eine Million Barrel Öl pro Tag. Chevron produziert davon ein Viertel. Die andern US-Unternehmen aus der Branche werden nachziehen. Subventionen und Entschädigung für die Enteignung unter sozialistischer Herrschaft locken.
Der einzige, der dumm aus der Wäsche gucken wird, dürfte der andere Kriegsherr in Moskau sein. Erstens hat sich seine gelieferte Luftabwehr nach Venezuela, gelinde gesagt als wertlos erwiesen, zweitens hat er die Kontrolle über Venezuela (nach Syrien) verloren und drittens dürften die Erdölpreise jetzt fallen. Was das für seine Kriegskasse bedeutet, werden wir sehen. Die russische Mehrwertsteuer wurde seit dem 01.01.2026 um zwei Prozent auf 22 Prozent erhöht. Wie lange spielt die russische Bevölkerung da wohl mit? Die Unternehmen ächzen unter der Steuer- und Zinslast (Leitzins wurde zurückgenommen auf aktuell 16,5 Prozent, damit steigt die Inflationsgefahr!) Die Zustände aus der Zeit von 1917 sind wohl nicht mehr fern…
Übrigens, hat die OPEC+ bestätigt, das Ölangebot im ersten Quartal auf dem aktuellen Niveau zu belassen. Die Preise werden wahrscheinlich von den Ereignissen in Venezuela nur wenig tangiert werden, denn dort müssen erst einmal klare Verhältnisse geschaffen werden und Infrastruktur der Öl-Industrie wieder aufgebaut werden.
In den Vereinigten Staaten stehen in Kürze zwei zentrale Ereignisse an. Erstens: das Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Verfassungsmäßigkeit von Donald Trumps Zollregime, mit der Möglichkeit einer Unzulässigkeitserklärung. Zweitens: die Bekanntgabe der nächsten Fed-Vorsitzenden. Das wird die Märkte noch einmal beeinflussen.
Im Dezember sank die Inflationsrate auf 1,8 Prozent – nach 2,3 Prozent im November. Sowohl Einkaufen als auch Tanken und Heizen sind günstiger geworden. Das sind doch mal gute Nachrichten, allerdings leider nur aus der Vergangenheit. Tanken und Heizen wird durch die CO2-Bepreisung wieder teurer und auf das versprochene Klimageld warten wir immer noch… Wer stellte damals bei der Einführung 2021 dieses Fiaskos die Bundessregierung? Ach ja , die CDU zusammen mit der SPD. Also werden wir weiter warten…