Ausländischen Politikern aller Couleur zuzuwinken, sind die Menschen in China gewohnt. Da kommt eben nicht nur der eine und wird mit staatlichem Pomp empfangen, sondern das Gefolge ist auch immer wieder dabei. Das ist bei jedem Staatsbesuch so, wie wir sehen, ein richtiger Massenauflauf. War schon immer so und wird auch immer so bleiben, je älter Gastgeber und Gäste werden. Auch der Don aus dem Weißen Haus brauchte sehr viele Leute um sich herum bei seinem Staatsbesuch in Peking. Eine Wirtschaftsdelegation neben dem üblichen Personal hatte er noch mitgebracht. So etwas ist auch üblich, wie wir von unseren Regierungsverantwortlichen bei uns wissen.
Ist bei so einer geballten Wirtschaftskraft wenigstes etwas Großes bzw. etwas Substanzielles herausgekommen? Auf dem Rückflug in der Air Force One sprach der große Zampano von wichtigen Zusagen für Boeing. China werde nach seiner Darstellung zunächst mehr als 200 Flugzeuge des US-Herstellers kaufen. Wenn Boeing dabei gute Arbeit leiste, gebe es zudem ein Versprechen über bis zu 750 Maschinen – nach seinen Worten wäre das „mit Abstand der größte Auftrag aller Zeiten“. Auch General Electric profitiere, sagte der US-Präsident, weil China für die Boeing-Flugzeuge etwa 400 bis 450 Triebwerke kaufe. (Irgendwie logisch oder sollen die Flugzeuge etwa ohne Triebwerke geliefert werden, fragt sich ihr Autor?). Es seien „viele großartige Handelsabkommen“ geschlossen worden.
Wer auf klare Zusagen vom Don an die von China beanspruchte Inselrepublik Taiwan gehofft hatte, wurde enttäuscht. Er sagte weder einen in der Schwebe hängenden Rüstungsverkauf im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zu, er stellte lediglich eine Entscheidung dazu in Aussicht. Er beantwortete auch nicht die Frage, ob die USA Taiwan verteidigen würden. „Ich will das nicht sagen“, erklärte er. Nur er kenne die Antwort darauf. Xi habe ihn das auch gefragt. „Ich sagte, ich will über diese Dinge nicht sprechen“, so der Mann aus Washington.
Die Wiederaufnahme der Bombardements auf den Iran hat er in letzter Sekunde gestoppt. Die Straße von Hormus bleibt für den Großteil der Schiffe aber weiter dicht und die Ölpreise hoch, wir merken es stets an der Tankstelle.
Iran, Taiwan, gegenseitige Zölle, Handelsbarrieren und Chinas Kontrolle über seltene Erden – die Liste der bestehenden Probleme zwischen den beiden weltgrößten Volkswirtschaften ist lang und ungelöst. Da hätten wir wohl mehr erwarten können, aber mit dem Irrwisch, der die USA derzeit führt, ist damit nicht zu rechnen. Chinas Präsident hat ihn geradezu vorgeführt, aber ihm ein paar Samen der Rosen, die Trump so gut gefallen haben, versprochen. Hey, die hätte man vielleicht auch online im Gartencenter bestellen können…
Übrigens, ob die Beiden auch über die Ukraine gesprochen oder geschweige denn eine Lösung gefunden haben, glauben die meisten eh nicht.
Apropos Ukraine, der russische Präsident ist gleich nach dem Amerikaner dran mit einer entsprechenden Audienz chinesischen (Kaiser-) Hof. Hier ist eigentlich gleich von Anfang klar, dass die beiden sich nicht mit einem Frieden in der Ukraine befassen werden, sondern Putin als Bittsteller nach Peking kommt, um weitere direkte und indirekte Militärhilfen gegen die Bodenschätze seines Landes zu verschleudern. Zu längst vergangenen Zeiten hat Moskau bestimmt, was in Peking passiert, jetzt ist es eben umgekehrt und Putin muss die Befehle von Peking entgegen nehmen. Nichts ist für die Ewigkeit.
China wird das neue Zentrum des internationalen Machtgefüges, nur wann begreift es Europa endlich?
Scottish Mortgage Investment Trust hat seine Bewertung der SpaceX-Beteiligung vor dem Hintergrund anhaltender IPO-Spekulationen konkretisiert. Per 31. März 2026 setzt der FTSE-100-Investmenttrust SpaceX mit 1,25 Billionen US-Dollar an und liegt damit unter dem in Medien genannten Wert von 1,75 Billionen US-Dollar. Grundlage seien verifizierbare Transaktionen, nicht Presseberichte oder Marktspekulationen. Die Bewertung erfolge durch das Valuation-Team von Baillie Gifford gemeinsam mit S&P Global.
Scottish Mortgage weist zugleich darauf hin, dass zentrale Details eines möglichen Börsengangs weiterhin offen sind. Erst ein vollständiger Prospekt mit testierten Finanzdaten und finalen Angebotskonditionen werde mehr Klarheit schaffen.
Unser NDAC-Clubfondswert investierte zwischen Dezember 2018 und August 2021 insgesamt 151 Millionen Pfund in SpaceX. Per 31. März 2026 wurde die Position mit 2,98 Milliarden Pfund bewertet, was rund dem 19-Fachen des ursprünglichen Investments entspricht. Der Anteil am Portfolio lag bei 19,3 Prozent, das gesamte Exposure zu privaten Unternehmen bei 41,6 Prozent. SpaceX war laut dem Trust über ein, drei und fünf Jahre der größte Performancetreiber.
Tom Slater, Manager von Scottish Mortgage, bezeichnet SpaceX nicht mehr nur als Raumfahrtunternehmen, sondern als entstehende Infrastruktur für die globale Wirtschaft. Wachstumspotenzial sieht er insbesondere bei Starlink sowie in den Bereichen mobile Konnektivität, Verteidigung, Luftfahrt und maritime Anwendungen.
Medienberichten zufolge will das von Elon Musk gegründete Unternehmen bis zu 80 Milliarden Dollar einwerben und dabei mit mehr als zwei Billionen Dollar bewertet werden. Damit würde der Börsengang den bisherigen Rekord des saudischen Ölkonzerns Saudi Aramco aus dem Jahr 2019 deutlich übertreffen. SpaceX hat gerade die Unterlagen für den Börsengang eingereicht und bereitet damit eine Notierung am 12. Juni vor, warten wir also ab.
Unser NDAC-Clubfondswert NVIDIA steigerte im ersten Quartal Umsatz und Gewinn stärker als erwartet und kündigte eine höhere Dividende (Steigerung von 0,01 auf 0,25 Dollar/Quartal) sowie Aktienrückkäufe im Wert von 80 Milliarden Dollar an. Der Umsatz legte um 85 Prozent auf 81,6 Milliarden Dollar zu. Der Nettogewinn von 58,3 Milliarden Dollar übertraf die Erwartungen der Analysten um mehr als ein Drittel. Da können die NVIDIA-Anleger wirklich nicht meckern.