Steffen Koch klärt auf!

Aufbau der privaten Altersvorsorge – wie viel muss ich monatlich zurücklegen?

Steffen Koch ist beim NDAC verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit und gibt eine Vielzahl von Seminaren zu Themen rund um die Geldanlage

Viele Verbraucher in Deutschland möchten das Thema private Altersvorsorge mittlerweile frühzeitig angehen. Häufig gibt es allerdings einige offene Fragen, die Menschen letztendlich davon abhalten, sich aktiv um die spätere Altersvorsorge zu kümmern. Eine in dem Zusammenhang sehr häufig gestellte Frage lautet zum Beispiel, wie viel man eigentlich monatlich sparen muss, um später eine ausreichend hohe private Altersvorsorge zu haben. Exakt auf diese Frage möchten wir im Folgenden näher eingehen.

Welche Fragen müssen vorab geklärt werden?

Es gibt für die Berechnung, welche Sparrate optimal geeignet ist, um später die gewünschte private Altersvorsorge zu haben, einige Fragen, die zunächst geklärt werden müssen. Eine Frage besteht zum Beispiel darin, für welches monatliche Einkommen Sie ab dem Rentenalter überhaupt verfügen möchten. Diese Frage ist sicherlich nicht einfach zu beantworten, oder könnten Sie pauschal sagen, ob Ihnen im späteren Rentenalter beispielsweise monatlich 2.500 Euro ausreichen oder ob Sie auch mit 1.500 Euro gut auskommen würden? Diese Entscheidung müssen Sie allerdings unbedingt treffen, denn an dem monatlich geplanten Budget orientiert sich natürlich auch die Höhe der privaten Altersvorsorge, die Sie später haben müssen.

Neben der Frage nach dem monatlichen Budget gibt es noch weitere Eckdaten, die Sie für die Berechnung der Sparrate benötigen, sodass es insgesamt die folgenden Fragen gibt, die zu beantworten sind:

  1. Monatlich gewünschtes Budget ab dem Rentenalter?
  2. Wie hoch wird meine gesetzliche Rente voraussichtlich sein?
  3. Wie hoch ist die Versorgungslücke?
  4. Wie lange kann ich noch ansparen?
  5. Welchen Sparbetrag kann ich mir leisten?

Darüber hinaus müssen Sie natürlich ein Finanzprodukt finden, mit dem Sie Ihr Sparziel verfolgen und den Aufbau der privaten Altersvorsorge realisieren können. Damit zusammenhängend ist es ebenfalls wichtig, mit einer gewissen Rendite zu kalkulieren, denn natürlich sollten Sie später bei Fälligkeit des Finanzproduktes deutlich mehr Kapital zur Verfügung haben, als Sie selbst zuvor über die vielen Jahre hinweg eingezahlt haben.

Schritt 1: Monatliches Budget festlegen und Versorgungslücke ermitteln

Im ersten Schritt zur Berechnung der optimal für Sie geeignete Sparrate müssen Sie also Ihr Budget festlegen, welche Sie gerne Monat für Monat ab dem Rentenalter haben möchten. Erhalten Sie aktuell beispielsweise einen Nettolohn in Höhe von 1.900 Euro, wäre dies durchaus ein Maßstab für das zukünftige Budget ab dem Eintritt in den Ruhestand, auch wenn Sie natürlich die Inflation berücksichtigen sollten und zudem einige steuerliche Änderungen. Für die spätere Beispielrechnung nehmen wir an dieser Stelle an, dass Sie gerne ab Ihrem Ruhestand über einen monatlichen Betrag in Höhe von 1.800 Euro verfügen möchten.

Nun müssen Sie diesen Betrag natürlich nicht alleine durch eigenes Sparen erwirtschaften, sondern in der Regel werden Sie eine gesetzliche Rente erhalten, falls Sie in Ihrem Arbeitsleben in die Rentenkasse eingezahlt haben. Wie hoch die spätere Rente voraussichtlich sein wird, entnehmen Sie einfach der Renteninformation, die Sie jährlich oder zwei jährlich erhalten. Dort ist nicht nur die bereits erwirtschaftete Rente aufgeführt, sondern eben in Form der Zukunftsrechnung auch die gesetzliche Rente, die Sie unter der Voraussetzung erhalten werden, dass die Einzahlungen wie bisher weiterlaufen werden. Für die Beispielrechnung nehmen wir einmal an, dass Sie ab Ihrem 67. Lebensjahr eine monatliche gesetzliche Rente in Höhe von 1.100 Euro erhalten werden.

Die Versorgungslücke ergibt sich nun aus dem gewünschten Budget in Höhe von 1.800 Euro und der gesetzlichen Rente in Höhe von 1.100 Euro und beträgt somit Monat für Monat 700 Euro. Exakt diesen Betrag müssen Sie durch die private Altersvorsorge abdecken.

Schritt 2: Wie lange soll die private Altersvorsorge reichen?

Während die gesetzliche Rente bis an Ihr Lebensende gezahlt wird, müssen Sie im Zusammenhang mit der privaten Altersvorsorge eine wichtige Entscheidung treffen, nämlich bis wann diese reichen soll. Salopp formuliert müssen Sie sich also entscheiden, ob Ihr privates Kapital bis zu Ihrem 80., 85. oder beispielsweise bis zum 90. Lebensjahr reichen soll bzw. muss. Da nun niemand weiß, wie alt er tatsächlich werden wird, handelt es sich um eine sehr schwere Entscheidung. Sie können sich natürlich an der aktuellen durchschnittlichen Lebenserwartung orientieren, gehen dann allerdings das Risiko ein, dass – falls Sie älter werden sollten – Einbußen beim Lebensstandard hingenommen werden müssen. Wenn Sie sehr sicherheitsorientiert sind, kalkulieren Sie stattdessen beispielsweise so, dass Sie mindestens 90 Jahre alt werden. Trotzdem die Entscheidung schwer ist, müssen Sie sie treffen, denn nur dann ist es möglich, die optimal passende Sparrate zu ermitteln.

Schritt 3: Spardauer festlegen und Finanzprodukt wählen

Der dritte Schritt besteht für Sie darin festzulegen, über welchen Zeitraum Sie für den Aufbau der privaten Altersvorsorge sparen können bzw. möchten. Sind Sie beispielsweise 30 Jahre alt und können bzw. möchten sofort mit dem regelmäßigen Sparen beginnen, haben Sie noch 37 Jahre Zeit, um eine ausreichende private Altersvorsorge auszubauen. Möchten Sie hingegen zum Beispiel erst im Alter von 35 Jahren beginnen, müssen Sie im Verhältnis monatlich etwas mehr einzahlen, um später die gleiche Leistung abrufen zu können.

Neben der Spardauer müssen Sie sich ebenfalls für ein Finanzprodukt entscheiden, mit dem Sie den Aufbau der privaten Altersvorsorge durchführen möchten. In erster Linie stehen dazu die folgenden Varianten zur Auswahl:

  • Aktiensparplan
  • Banksparplan
  • Fondssparplan
  • Private Rentenversicherung
  • Kapitallebensversicherung
  • ETF-Sparplan

Die Produkte unterscheiden sich insbesondere im Hinblick auf die Rendite, die Sicherheit und die jeweilige Verfügbarkeit des Kapitals. Lassen Sie sich dazu am besten von kompetenter Seite aus beraten, denn die Auswahl des Finanzproduktes ist ein wichtiger Schritt, da Sie Ihren Sparvertrag voraussichtlich über Jahrzehnte hinweg nutzen werden.

Schritt 4: Die Berechnung der Sparrate

Im letzten Schritt geht es nun darum, die für Sie persönlich optimal passende Sparrate zu ermitteln, um Ihre individuelle private Altersvorsorge bestmöglich zu gestalten. Für die Berechnung stehen im Internet verschiedene sogenannte Sparrechner zur Verfügung, mit denen Sie unter Angabe einiger Zahlen die monatliche Sparrate ermitteln können, mit der Sie exakt das Kapital aufbauen können, welche Sie später für die private Altersvorsorge benötigen.

 An dieser Stelle möchten wir gerne anhand eines Beispiels verdeutlichen, wie eine solche Berechnung in der Praxis aussehen könnte:

Gewünschtes Einkommen ab Rentenalter pro Monat: 1.800 Euro

Gesetzliche Rente: 1.100 Euro

Versorgungslücke: 700 Euro

Kapitalsumme (bis 85. Lebensjahr): 151.200 Euro

Spardauer: 37 Jahre

Kalkulierte Rendite: 4,0 Prozent

Monatlicher Sparbeitrag: ca. 150 Euro

In diesem Fall müssen Sie also monatlich einen Betrag von ca. 150 Euro in den jeweiligen Sparvertrag einzahlen, um dann über einen Zeitraum von 37 Jahren hinweg mit einer kalkulierten Jahresrendite von jeweils vier Prozent eine Kapitalsumme in Höhe von rund 150.000 Euro zur Verfügung zu haben. Dieses Kapital können Sie dann aufzehren und sich daraus monatlich den gewünschten Betrag von 700 Euro auszahlen lassen, um unter Einbezug der gesetzlichen Rente ein monatliches Budget in Höhe von 1.800 Euro zur Verfügung zu haben. Bei der Berechnung können Sie natürlich zahlreiche Variablen anpassen, wie zum Beispiel Spardauer, kalkulierte Rendite und die angegebene Kapitalsumme, die Sie zum Ziel haben.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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