Kauf Wirecard für unseren NDAC-Club-Aktienfonds  

Ja, wir wissen, kein anderes Papier spaltet die Anleger aktuell mehr. Ein Teil hält die Aktie für ein Zockerpapier und andere wiederum sehen darin eine Value-Aktie mit großen Wachstumschancen.

Wirecard – die Anleger sind gespalten

Trotz des Zwiespalts haben wir zugegriffen und 1.200 Wirecard-Aktien erworben.

Das Unternehmen Wirecard

Die Wirecard AG wurde 1999 gegründet. Es handelt sich um ein Zahlungsdienstleistungsunternehmen mit Sitz im bayerischen Aschheim bei München. Wirecard bietet u.a. Lösungen für den elektronischen Zahlungsverkehr, das Risikomanagement sowie die Herausgabe und Akzeptanz von Kreditkarten an. Eine Tochtergesellschaft, die Wirecard Bank AG, verfügt über eine deutsche Bank Lizenz.

Die Vorgängerfirma war die InfoGenie AG mit Sitz in Berlin, deren Aktien seit Oktober 2000 im längst untergegangen Neuen Markt gelistet waren. Diese Firma war als reiner Informationsdienstleister tätig.

Im Jahr 2005 wurde die Firma in Wirecard umbenannt und bereits 2006 in den TechDax aufgenommen und ist seit September 2018 im DAX gelistet.

Der deutsche Markt wurde sehr schnell zu klein, deshalb expandierte Wirecard. 2007 wurde Wirecard Asia Pacific in Singapur gegründet. 2008 führte Wirecard virtuelle Prepaid-Kreditkarten für Online-Zahlungen ein und im folgenden Jahr zur Betrugserkennung eine Fraud Prevention Suite, die auch künstliche Intelligenz und Maschinelles Lernen nutzt. 2014 erfolgte dann der Sprung nach Neuseeland, Australien, Südafrika und in die Türkei. Durch den Kauf der Prepaid Card Services von der Citigroup ist Wirecard seit 2016 auch in Nordamerika vertreten. Im gleichen Jahr übernahm das Unternehmen einen südamerikanischen Internet-Zahlungsdienstleister in Brasilien. 2019 hat sich das japanische Unternehmen Softbank an Wirecard beteiligt. Durch den Kauf der Pekinger AllScore Payment Services  ist Wirecard seit November 2019 auch in China vertreten.

Wirecard bietet auf Basis einer digitalen Plattform u.a. Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen mobiles Bezahlen, eCommerce, Finanztechnolgie und Mehrwertdienste an.

Wir können insgesamt feststellen, dass ohne Wirecard das mobile Bezahlen weder an der Supermarktkasse noch im Internet möglich ist. Dabei sehen wir aber auch, dass es nicht einmal das größte Unternehmen auf diesem Gebiet ist. Der niederländische Konkurrent Adyen beispielsweise, kommt gegenwärtig bereits auf ein Börsengewicht in Höhe von 29,9 Milliarden Euro und ist somit rund dreimal so viel wert sein deutsches Pendant.

Schauen wir uns die Zahlen an:

Der Umsatz wuchs 2019 um 38 Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn (Ebitda) lag dabei mit 785 Millionen Euro um rund 40 Prozent über den 561 Millionen Euro des vergangenen Jahres.

Vorausgesetzt, die Hauptversammlung stimmt am 02.07.2020 dem Vorschlag zu, dann setzt Wirecard die kontinuierlich steigende Beteiligung seiner Anteilseigner an der positiven Unternehmensentwicklung fort und wird eine Dividende von 0,24 Euro ausschütten. Die Dividende könnte höher sein, aber auf Grund der hohen Sonderaufwendungen für teure Beratungen im Zusammenhang mit den bekannten Vorwürfen ist der Gewinn um 9 Millionen geringer ausgefallen.

Gewinner der Coronakrise

Die Quartalszahlen für das I/2020 belegen, dass der Zahlungsabwickler zu den Gewinnern der Coronakrise gehört. Unter anderem sehen wir es im Supermarkt und anderen Geschäften, die Bargeldzahlung ist zugunsten der Kartenzahlung extrem zurückgegangen.

Der Umsatz kletterte nach vorläufigen Zahlen um knapp ein Viertel auf 700,2 Millionen Euro. Der Gewinn (Ebitda) stieg um 26 Prozent auf 199,2 Millionen Euro.

Wirecard habe die Folgen der Coronakrise im Geschäft mit Flug- und Reisekonzernen zu spüren bekommen. Die negativen Effekte seien aber durch Zuwächse im Online-Geschäft mit Konsum- und Digitalgütern ausgeglichen worden. „Unser Neukundengeschäft entwickelt sich weiterhin stark“, so Wirecard Finanzchef Alexander von Knoop.

So ist es kein Wunder, dass  die Prognose, im Gesamtjahr einen Gewinn von 1,0 Milliarden bis 1,12 Milliarden Euro zu erzielen, von der Konzernführung bestätigt wurde.

Die Analysten sind 2020 überwiegend positiv für Wirecard gestimmt, 7 raten zu buy, 9 zu hold und nur einer senkt den Daumen. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 168,80 Euro, wobei der niedrigste Wert mit 102 Euro (Nord LB) und der höchste Wert mit 270 Euro (Hauck & Aufhäuser Privatbankiers) angesiedelt sind. Der aktuelle Kurs liegt bei rund 82 Euro, das 52- Wochentief mit 72,34 Euro wurde also wieder verlassen, aber bis zum 52-Wochenhoch mit 162,10 Euro ist es noch weiter Weg.

Rein fundamental gesehen ist die Aktie von Wirecard viel zu preiswert. Die Unsicherheit, der KPMG-Bericht und die noch nicht entkräfteten Vorwürfe haben durch das weiterhin vorhandene Wachstumspotential zu einer interessanten Chance geführt. Jetzt bleibt die Gretchenfrage: Was überwiegt, Risiko oder günstige Bewertung?  Wir halten das Risiko für vertretbar und haben deshalb eine Position für unseren Fonds erworben.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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