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Neues von unseren Depotwerten: Amazon

Wer glaubte nach dem Abgang von Jeff Bezos als CEO von Amazon würde es nun unter Andy Jassy etwas gemütlicher und andere Unternehmen könnten sicherer sein, vom Amazon-Imperium geschluckt zu werden, dürfte sich spätestes mit der neuesten Übernahme getäuscht haben.

Auch wenn man sagen muss, die Technologiewerte wie beispielsweise unser Depotwert Amazon waren schon ziemlich angeschlagen, was den Kurs der Aktien betrifft, sodass eine Übernahme gerade richtig kam, um den Kurs nach oben zu wirbeln.

Zur DNA von Amazon zählt schon immer der Fortschrittswille, besser gesagt der Wille zur Übernahme von Konkurrenten und die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Schon Jeff Bezos tätigte lieber teure Investitionen zulasten des Gewinns, bevor allein die Gefahr aufkommen konnte, dass Marktanteile an Wettbewerber gehen. Diese Idee setzt auch Nachfolger Andy Jassy fort. Ein neues Beispiel dafür ist die 3,49 Milliarden Dollar teure Übernahme von One Medical. Es ist die nach Whole Foods und MGM drittteuerste Übernahme des Konzerns. Amazon bezahlt 18 US-Dollar je Aktie, was einem Aufschlag von fast 80 Prozent gegenüber dem Kurs zuvor entspricht.

Dass es gerade jetzt in einer wahrscheinlichen Rezession geschieht, spricht von einem gesunden Selbstbewusstsein und Stärke des Onlinehandelsriesen, denn auch Amazon hat Rückschläge an den Börsen einstecken müssen. Er lässt sich dadurch jedoch in seiner Expansionsstrategie nicht beirren. Der Gesundheitssektor ist schon länger ein Teil davon. Mit Amazon Car und Amazon Pharmacy, einer Online-Apotheke, ist der Konzern schon länger im Markt vertreten. Mit der Übernahme von One Medical baut er seine Position nun noch einmal deutlich aus. In einem Statement gab Neil Lindsay, Chef von Amazon Health Services, die Richtung vor. Man wolle die Gesundheitsvorsorge neu erfinden, mit Blick auf die Terminvergabe genauso wie hinsichtlich des Arztbesuchs, erklärte er. Die Übernahme an sich bewegte den Amazon-Kurs wenig überraschend kaum. Dass Amazon aktuell solche Übernahmen tätigt, spricht aber für die Aktie.

 
Amazon überraschte am 28. Juli 2022 die Anleger mit überragend guten Zahlen, die Aktie sprang am Folgetag um 11 Prozent an. Insbesondere nachdem Walmart die eigene Unternehmensprognose gesenkt hatte, waren die Aktien des Online-Händlers bedingt durch die Herdenmentalität der Markteilnehmer stark unter Druck geraten. Doch Amazon ist nicht mit Walmart vergleichbar, weil eine andere Kundenschicht beliefert wird. Der durchschnittliche Amazon-Kunde sei wohlhabender, so die Interpretation eines Analysten, und daher nicht so stark abhängig von Konjunkturschwankungen. Ok, Ihr Autor ist zwar auch, wie viele andere Leute auf diesem Globus, Kunde bei Amazon, aber als wohlhabend würde er sich nicht unbedingt bezeichnen.

Laut dem aktuellen Finanzbericht erzielt das US-Unternehmen im zweiten Quartal über alle Betriebszweige hinweg einen Erlös von 121,2 Milliarden Dollar. Das bedeutet für den Onlinehändler ein weiteres Wachstum. Gegenüber dem Vorjahresquartal 2021 entspricht dies einem Umsatzplus von etwa zehn Prozent.

Trotz des steigenden Umsatzes verzeichnet Amazon auch im abgelaufenen Quartal einen Milliardenverlust. So verzeichnet das Unternehmen in Quartal 2 einen Netto-Verlust in Höhe von immerhin zwei Milliarden Dollar. Ein Faktor dabei scheint nach wie vor die Teilhabe an US-E-Autohersteller Rivian zu sein. Auf die Aktie umgerechnet wirkt sich das mit einem Verlust von 0,20 Dollar aus.

Der unter dem Strich enttäuschende Ausblick für Investoren trübt die eigentlich positiven Schlagzeilen um das Wachstum des Konzerns. So verweist Amazon auch im Bericht des zweiten Quartals darauf, dass die Inflation, aber auch gestiegene Kraftstoff-, Energie und Transportpreise dem Unternehmen zu schaffen machen. Der Konzern betont jedoch, die unternehmenseigenen Prozesse weiter optimieren zu wollen, um dem gestiegenen Kostendruck gerecht zu werden.

Wir erinnern uns, dass Amazon während der Corona Pandemie zusätzliches Personal benötigte, um die gestiegene Nachfrage zu bedienen, die aber auch hohe Kosten verursachen. Im ersten Quartal beklagte der Konzern, er habe zu viele Mitarbeiter. Jetzt, nachdem die Pandemie zwar noch nicht vorbei ist, aber doch wohl ihre Schrecken vorerst verloren hat, schickte Amazon gemäß dem Prinzip „hire and fire“, 100.000 Mitarbeiter nach Hause. Die Zahl der Beschäftigten sank dadurch auf 1,52 Millionen.

Der neue Geschäftsbereich der Werbung im Online-Shop wachst weiterhin überdurchschnittlich. Und auch die Amazon Cloud AWS sorgt weiterhin für hohe Wachstumsraten.

Aus dem Jahrestief von 94,22 Euro im Mai dieses Jahres hat sich die Amazon-Aktie wieder nach oben gearbeitet. Der Kurs der Amazon-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Quartalsbilanz nachbörslich zunächst um zehn Prozent und am Folgetag um weitere 12 Prozent. Aktuell steht das Papier jetzt bei 131 Euro. Zum Jahreshoch von 166,05 Euro (November 2021) ist es allerdings noch ein Stück des Weges.

Der Konzern betont, die unternehmenseigenen Prozesse weiter optimieren zu wollen, um dem gestiegenen Kostendruck gerecht zu werden. Und dann wird sicher auch noch ein erfolgreicher Prime Day im November 2022 die Kurse pushen.