Münchener Rück – der Rückversicherer in unserem Depot

 

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft Aktiengesellschaft in München (kurz Münchener Rück) ist eine deutsche Rückversicherungsgesellschaft. Allerdings tritt das Unternehmen seit 2009 unter dem Markennamen Munich Re auf, um seine internationalen Ambitionen deutlicher zu kommunizieren.

Die lt. Geschäftsbericht per 31.12.2019 39.662 Mitarbeiter, des am 03.April 1880 gegründeten Traditionskonzerns, arbeiten seit dem 27.04.2017 unter der Führung von Joachim Wenning als Vorstandsvorsitzender. Den Aufsichtsrat führt seit dem 30.04.2019 der langjährige Vorstandschef Nikolaus von Bomhard (von 2004 bis 2017).

Was tun Rückversicherungen?

Vereinfacht gesagt, bei Rückversicherungen schließen (Erst-) Versicherungsunternehmen (auch Zedent genannt) Verträge mit einem (Rück) Versicherungsunternehmen (Zessionär), um eigene Schadenlasten zu kompensieren.

Das bedeutet, das Rückversicherer in der Regel keine Privatkunden als Versicherungsnehmer annehmen. Das heißt aber nicht, dass die Rückversicherer auf das Geschäft der Erstversicherung ganz verzichten müssen.

Bei Munich Re sorgt das Tochterunternehmen Ergo Group mit wiederum verschiedenen Tochtergesellschaften (darunter die bekannten Marken D.A.S. DKV, Ergo- Reiseversicherungen etc.) für einen nicht unerheblichen Gewinnbeitrag von 2,7 Milliarden Euro (2019) zum Gesamtkonzerngewinn.

Und wenn es um´s große Geld geht, sind Vermögensverwalter immer wieder im Spiel.

Die MUNICH ERGO AssetManagement GmbH (MEAG) als Vermögensmanager von Munich Re und ERGO wurde 1999 gegründet. Die MEAG betreut weltweit Kapitalanlagen in Höhe von 264 Milliarden Euro und bietet ihre Kompetenz auch privaten und institutionellen Anlegern an.

Der Blick auf die aktuellen Zahlen

Im zweiten Quartal 2020 erzielte Munich Re einen Gewinn von 579 Millionen Euro, in den Quartalen 1 und 2 von 800 Millionen Euro. Bei einer ansonsten erfreulichen Geschäftsentwicklung war der Gewinn belastet durch Covid-19 bedingte Schäden in Höhe von rund 700 Millionen Euro, in Quartal 1 und 2 von rund 1,5 Milliarden Euro. Von diesen rund 1,5 Milliarden Euro durch Covid-19 bedingten Schäden seit Jahresbeginn entfielen ca. 1,4 Milliarden Euro auf die Schaden-/Unfall-Rückversicherung und ca. 0,1 Milliarden Euro auf die Rückversicherung Leben/Gesundheit. Im Geschäftsfeld ERGO fielen coronabedingte Schäden im niedrigen zweistelligen Millionenbereich an.

Die gebuchten Bruttobeiträge stiegen im Vergleich zum Vorjahresquartal um 8,7 Prozent auf 12,827 Milliarden Euro zum Halbjahr um 7,7 Prozent auf 27,112 Milliarden Euro.

Das Eigenkapital lag – trotz erfolgter Dividendenzahlung – mit 29,766 Milliarden Euro nur leicht unter dem Niveau zu Jahresbeginn (30,576 Milliarden Euro) Die Solvenz Quote blieb in Quartal 2 nahezu unverändert bei 211 Prozent (31.03.2020: 212 Prozent). Die Solvenzquote (SCR-Quote) gibt an, ob ein Versicherer auch in modellhaften worst- case- Szenarien genügend Eigenmittel hat, um seinen Verpflichtungen gegenüber Versicherten und anderen Leistungsempfängern nachkommen zu können. Nach aufsichtsrechtlichen Vorgaben sollte die Quote stets bei mindestens 100 Prozent  liegen.

Am 29. April 2020 fand die Hauptversammlung statt und beschloss die Auszahlung der Dividende mit 9,80 Euro/Aktie. Dies entspricht bezogen auf den Jahresschlusskurs 2019 einer Dividendenrendite von 3,7 Prozent.

Wenn wir uns die Entwicklung der Dividenden der letzten zwanzig Jahre anschauen, verzeichnen wir einen kontinuierlichen Anstieg der Ausschüttungen an die Aktionäre, von 1,25 Euro für das Jahr 2000 bis 9,80 Euro für das vergangene Geschäftsjahr.

Aktuell liegen13 Analystenmeinungen zu Munich Re vor. 5 Einschätzungen kommen zum Ergebnis  „buy“, 8 sagen „hold“ und keine kommt demzufolge zum Schluss „sell“. Das durchschnittliche Kursziel aller Einschätzungen beträgt 241,67 Euro. Das minimalste Kursziel wird von der amerikanischen Goldman Sachs Gruppe mit 185 Euro ausgegeben, die Berenberg Bank liegt mit 306 Euro an der oberen Grenze des Korridors. Der aktuelle Kurs liegt mit 243 Euro bereits über dem Durchschnitt der Einschätzungen der Finanzexperten.

Der Chart der Aktie zeigt an, dass Covid-19 auch nicht spurlos an diesem Unternehmen vorbei gegangen ist. Im März als Corona das ganze Ausmaß einer Pandemie angenommen hatte, erreichte der Kurs seinen 52- Wochen- Tiefpunkt mit 142 Euro. Das waren nur noch 50 Prozent vom 52- Wochen- Hoch mit 283,90 Euro. Aber seitdem geht es wieder kontinuierlich aufwärts.

Fazit

Wir halten Munich Re weiter in unserem Depot und werden mit einer hohen Dividende für eventuelle kurzfristige Kursschwankungen entschädigt.

Erstversicherer müssen sich rückversichern, denn es ermöglicht einen besseren Risikoausgleich,sowie die Erhöhung der Zeichnungskapazitäten für   Fremdkapital und einen niedrigeren Betrag für das Solvency Capital Requirement (Solvency II-Abkommen–risikobasierte Vorschriften für die Eigenmittelausstattung der Versicherungsunternehmen/-gruppen und qualitative Anforderungen an das Risikomanagement von Versicherungsunternehmen/-gruppen sowie erweiterte Publikationspflichten.

Deshalb erschrecken wir auch nicht vor den enormen Kosten, die die Pandemie in den einzelnen Ländern verursacht. (bspw. Veranstaltungsausfälle oder Verschiebungen auf die Zeit nach der Pandemie, wie Olympische Spiele, Fußball-EM, Konzerte etc.). Aber auch die verheerenden Waldbrände, die aktuell in den USA wüten, werden die Rückversicherer nicht in die dauerhafte Bredouille bringen. Denn diese Kosten kalkulieren die Rückversicherungen in die künftigen Prämienhöhen wieder ein.

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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