Aktie des Monats – flatex

 

In alten Filmen sieht man es noch, wenn die Broker in den Handelssälen der Börsen aufgeregt hin und her rannten, Handzeichen gaben, die uneingeweihte Zuschauer nur schwer deuten konnten und hektisch telefonisch die Orders von Banken und Großanlegern entgegennahmen und die Kurse damit bewegten. Diese gute alte Zeit ist mit dem Internetzeitalter verschwunden. Heute wird digital meistens von zuhause gehandelt, in Sekundenbruchteilen gekauft und verkauft. Die Handelssäle, die wir in der Börsenberichterstattung sehen, sind nur noch Dekoration. Aber was sich nicht verändert hat ist das Brokerage oder deutsch das Maklergeschäft zwischen Anleger und der Börse, nur das heute alles elektronisch und damit schneller online abläuft. Einer dieser Makler oder Online Broker ist selbst an der Börse notiert und wir haben ihn in unserem Depot.

Der Blick in die Firmengeschichte

Die flatex AG ist ein deutscher börsennotierter Online- Broker und Anbieter vonFinanztechnologien mit Sitz in der Geldhauptstadt Europas, Frankfurt/Main. Das Unternehmen wurde im Juli 1999 gegründet und unterhält neben seinem Hauptsitz mehrere weitere Standorte in Deutschland (Andernach, Berlin, Zwickau, Kulmbach, Willich, Neuss, Düsseldorf) und Österreich (Wien).

Gegründet wurde das Unternehmen unter dem Namen PRE.IPO AG. Die flatex AG trat im Jahr 2006 als Online Broker in den Markt ein. Im Sommer 2009 erfolgte der Börsengang als flatex AG, wobei der Begriff „flatex“ sich aus den beiden Worten „flat“ und „execution“ ableitet. Im Jahre 2014 benannte sich die Firma in FinTech Group AG um. Im August 2019 erfolgte die Umfirmierung der FinTech Group AG zurück in flatex AG.

Womit verdient flatex sein Geld?

Wie schon gesagt, das Geschäftsfeld Online Brokerage bildet den Schwerpunkt des Geschäftes der flatex AG. Der Kunde zahlt dabei völlig volumenunabhängig einen fixen Betrag für ein Wertpapiergeschäft. Das war eine echte Neuerung, denn mit diesem Preismodell hatte flatex das volumenabhängige Preismodell erstmals im deutschen Markt abgeschafft. 

Das Angebot von flatex umfasst aber nicht nur den Handel mit Aktien, sondern auch mit Zertifikaten, Optionsscheinen, Anleihen, offenen Investmentfonds, Exchange Traded Funds (ETF), Hebelprodukten wie Exchange Traded Products (ETP), Differenzkontrakten (CFD) und Devisen (FX). Das Angebot richtet sich nach eigenen Angaben „an aktive, gut informierte Trader, die eigenverantwortlich handeln“. Eine Beratung ist nicht Bestandteil des Angebots und würde die Preise für die Anleger nur erhöhen. Das bedeutet, dass flatex für Börsen-Neueinsteiger nicht geeignet ist.

Der Blick in die Bücher

Die Gesellschaft übernahm 2020 die niederländische Brokerfirma DEGIRO und gehört damit heute zu den führenden Online- Brokern Deutschlands mit einem Depotvolumen von über 20 Milliarden Euro.

Aktuell vertrauen über 1 Millionen Kunden in 18 europäischen Ländern dem führenden Produkt- und Preisangebot von flatex und DEGIRO. Seit Jahresbeginn wurden bereits über 50 Millionen Transaktionen von den über 800 Mitarbeitern abgewickelt.  

Der Halbjahresbericht 2020 weist einen Umsatz von 99,778 Millionen Euro aus. Das sind 55,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im gleichen Zeitraum stieg der Überschuss auf 22,374 Millionen Euro gegenüber 8,547 Millionen im Vorjahr, das entspricht einer kolossalen Steigerung von 161,6 Prozent. Wir sehen also daran, dass der Broker ein Gewinner der Pandemie ist.

Die fünf aktuell vorliegenden Einschätzungen zur Aktie lauten auf „buy“, wobei das durchschnittliche Kursziel bei 54,60 Euro liegt. Die Spannbreite der Einschätzungen beträgt zwischen 50 Euro (Hauck & Aufhäuser) und 62 Euro (Warburg). Aktuell liegt die Aktie bei rund 42 Euro und hat damit noch Luft nach oben.

Eine Dividende zahlte flatex zuletzt vor fast 10 Jahren, 2011 betrug sie 0,15 Euro/Aktie. Das bedeutet, dass Aktionäre sich auf die Kursgewinne konzentrieren müssen und hier liefert flatex. Der Chart sagt aus, dass das Papier sich vom Corona bedingten Tiefpunkt bei 20,95 Euro auf 49,05 Euro sehr schnell wieder erholte. Daraufhin erfolgten Gewinnmitnahmen. Bei einer aktuellen Marktkapitalisierung von 1,16 Milliarden Euro und einem KGV von 29,15 wird es nicht mehr lange dauern, bis wir alte Höchststände und neue Hochs zu sehen bekommen.

Fazit

Der vom CEO Frank Niehage erfolgreich durch die Corona-Krise geführte Konzern mag zwar nicht so sehr im Rampenlicht der Börsenberichterstattung stehen, das Unternehmen ist auch nicht in einem bekannten Börsenindex vertreten, aber es ist extrem gewachsen. Broker wie flatex verdienen an steigenden Kursen, wenn alle kaufen und an fallenden Kursen, wenn die Anleger ihre Papiere abstoßen. Aber flatex muss sich auch einer starken Konkurrenz stellen, denn viele Broker bieten ähnliche Konditionen an, die speziell die Kleinanleger zu schätzen wissen. 

 

Tipps und Informationen für Anleger und Sparer

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