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Neues vom Clubfonds: RWE

Rwe

Alles spricht von den Möglichkeiten und Chancen der Künstlichen Intelligenz. Aber haben wir uns eigentlich schon überlegt, dass die KI ohne Strom nicht laufen würde?!

Mithilfe von KI-Assistenten wie ChatGPT oder Gemini lassen sich Routineaufgaben wie das Zusammenfassen von Texten aus unterschiedlichen Quellen, das Beantworten von E-Mails oder Kundenanfragen oder das Erstellen von Texten und interaktiven Grafiken schnell und effizient bewältigen. Auch bei komplexen Themen und Fragestellungen wie der Optimierung von Produktionsprozessen und Arbeitsabläufen, Erstellung von Medien- und Werbekampagnen, der Auswertung und Analyse umfangreicher Datenmengen sind moderne digitale KI-Helfer schon jetzt in vielen Bereichen nicht mehr wegzudenken. Der KI-Boom hat allerdings auch seine Schattenseiten, denn nicht nur die Erstellung und das Training von generativen KI-Applikationen und LLMs, wie ChatGPT oder Gemini, erfordern enorme Rechenpower, was mit einem deutlich höheren Energiebedarf einhergeht. Auch die Nutzung der mittlerweile online verfügbaren KI-Helfer lässt den Stromverbrauch deutlich in die Höhe schnellen. So wird für eine Anfrage bei ChatGPT oder Gemini Schätzungen zufolge mehr als zehnmal mehr Strom benötigt als bei einer Suchanfrage bei der herkömmlichen Suchmaschine Google und die Nachfrage auf Jahre massiv erhöhen. Konkret gehen die Analysten von Goldman Sachs davon aus, dass sich der Energieverbrauch bei Rechenzentren bis 2030 weltweit im Vergleich zum Referenzjahr 2020 mehr als verdreifachen wird. Gerade in Europa dürfte der KI-Boom nach Einschätzung der Goldmänner die Stromnachfrage in den kommenden Jahren deutlich nach oben treiben. Basierend auf den Elektrifizierungszielen des REPower-EU-Plans und unter Berücksichtigung des weiter forcierten Datacenter- Ausbaus dürfte der Energieverbrauch laut GS in der EU in den kommenden zehn Jahren um 40 Prozent zulegen.

Unser Depotwert RWE hat dank seiner gut ausgebauten Ökostromkapazitäten gute Chancen, um von der kräftig steigenden Energienachfrage im Zuge des KI-Booms massiv profitieren zu können. Denn Hyperscaler wie Microsoft, Alphabet oder Amazon AWS setzen bei der Stromversorgung ihrer Data- und Cloudcenter vor allem auf regenerative Energien. Dies ist nicht nur gut fürs Image, sondern macht sich angesichts steigender CO2-Abgaben auch positiv auf der Kostenseite bemerkbar. Da RWE seine Ökostromkapazitäten in den vergangenen Jahren dank milliardenschwerer Investitionen massiv ausgebaut hat, ist unser Wert gut aufgestellt, um von der steigenden Nachfrage bei Ökostrom profitieren zu können. Mit einer installierten Gesamtleistung von rund 35,5 GW bei Wind- und Solarenergie gehört RWE schon jetzt zu den weltweit führenden Anbietern bei Wind- und Solarstrom. Da RWE sein Budget für den Ausbau seiner Ökostromkapazitäten bis zum Dekadenende im Zuge des überarbeiteten Investitionsprogramms “Growing Green” von 50 auf 55 Milliarden Euro erhöht hat, dürfte RWE seine installierte Gesamtkapazität im margenstarken Ökostromsegment bis zum Ende der Dekade auf mehr als 65 GW ausbauen. Dadurch erhofft sich RWE einen deutlich positiven Beitrag zum Konzernergebnis, da sich mit Ökostrom im Vergleich zu konventioneller Energie aus Kohle- oder Gaskraftwerken deutlich höhere Margen erzielen lassen. Entsprechend rechnet RWE bis zum Dekadenende mit einer Verbesserung beim bereinigten operativen Ergebnis von 14 Prozent, wobei für 2030 ein bereinigtes operatives Ergebnis von mehr als 9 Milliarden Euro angepeilt wird.

RWE legt den Fokus beim Ausbau seiner Wind- und Solarstromkapazitäten vor allem auf Auslandsmärkte wie den USA, deshalb hat man in Nordamerika dank der Übernahme des Ökostromanbieters Con Edison bereits eine kritische Größe erreicht. Mittlerweile liegt die installierte Gesamtkapazität Nordamerika bei 9 GW, wobei man außerdem über eine attraktive Projektpipeline mit einer Gesamtkapazität von 24 GW verfügt. Damit hat RWE gute Chancen, bei langlaufenden Stromabnehmerverträgen, so genannten Power-Purchase-Agreements (PPA), mit Hyperscalern zum Zug zu kommen. Nachdem unser Depotwert bereits 2021 einen langlaufenden Ökostromliefervertrag mit Meta abschließen konnte, präsentierte RWE kürzlich mit Microsoft einen weiteren hochkarätigen Neukunden aus dem Technologiesegment. Im Rahmen des PPA-Abkommens wird man Microsoft über 15 Jahre mit Grünstrom aus zwei Onshore-Windparks im US-Bundesstaat Texas versorgen. Auch mittelfristig dürfte das positive Momentum bei langlaufenden PPA-Verträgen beim Essener Energieversorger weiter anhalten.

Zuletzt wurde RWE vor allem durch das schwache Europageschäft ausgebremst. Vor allem sinkende Großhandelspreise hatten auf die Margen gedrückt. Entsprechend sah man sich Mitte März zu einer Senkung der Jahresprognose gezwungen, wobei der bereinigte operative Gewinn aus dem Tagesgeschäft nunmehr am unteren Ende der Spanne von 5,2 bis 5,8 Milliarden Euro erwartet wird. Im 1. Quartal des neuen Fiskaljahres musste RWE erneut beim bereinigten EBITDA aufgrund rückläufiger Großhandelspreise und Rückgängen im Energiehandelssegment über einen deutlichen Rückgang von 2,3 auf 1,71 Milliarden Euro quittieren, während der bereinigte Nettogewinn mit 801 Millionen Euro ebenfalls deutlich unter Vorjahresniveau (1,3 Milliarden Euro) gelegen hatte. Damit schnitt RWE jedoch besser als befürchtet ab. Trotz des deutlichen Gewinnrückgangs sieht RWE Licht am Ende des Tunnels. So hätten sich nach Aussage von CFO Michael Müller die Großhandelspreise für Strom zuletzt wieder deutlich stabilisiert, während man auch im Stromhandelsgeschäft wieder deutlich positive Impulse erwartet. Daher könnte RWE nach dem besser als befürchtetem Abschneiden im 1. Quartal vor einer Prognoseanhebung stehen, so die Einschätzung vieler Analysten. Aktuell rechnet der Analystenkonsens auch aufgrund der hohen Konzernverschuldung und der milliardenschweren Investitionen in den Ökostromausbau für 2025 mit einem EPS von 2,05 Euro, während der Gewinn je Aktie in 2026 bei 2,23 Euro erwartet wird. Hellt sich das Umfeld vor allem bei den Großhandelspreisen weiter auf, bieten sich hier aufgrund der zu erwartenden steigenden Stromnachfrage deutlich Spielraum für Luft nach oben.