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Neues vom Clubfonds: BioNTech

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Unser Depotwert, die BioNTech-Aktie, befindet sich seit 10.10.2019 an der Börse und hat in diesem Zeitraum 524 Prozent gewonnen. Klingt nach einer immerwährenden Erfolgsstory. Wir erinnern uns teilweise noch an die turbulente Zeit, als der erste wirksame Impfstoff, durch BioNTech zusammen mit dem US-Pharmaunternehmen Pfizer entwickelt und uns die Freiheit in der Corona-Zeit wiedergegeben hatte. Aber die schnelllebige Zeit hat das und die Pandemie auch schon wieder vergessen gemacht.

Die Ambitionen des deutschen Pharma-Giganten Biontech sind groß. Schon bald will das Unternehmen einen Impfstoff gegen Krebs haben. 

Es ist richtig, ein Unternehmen, speziell in der Biotechnologie, soll weiterdenken, weiterforschen und weiterentwickeln.

Und ja, es treten speziell in der Erprobungsphase Rückschläge auf. Es kann schon sehr lange dauern, bis ein Unternehmen wieder einen Erfolg wie unser Depotwert mit Anticoronamitteln vorweisen kann. Und diese Rückschläge sorgen dann auch für einen Rückgang beim Kurs eines Unternehmens.

Aber was ist passiert?

Das deutsche Biotechnologieunternehmen sieht möglicherweise einem weiteren Rückschlag entgegen. Laut einem Bericht der “Welt” steht das Unternehmen vor offenen Fragen im Zusammenhang mit dem dritten Todesfall einer Patientin, die an einer klinischen Studie zur Behandlung von Melanomen teilnahm.

Die US-Pharma-Aufsicht hat diese Studie zu dem Medikament BNT326/YL202 gegen fortgeschrittenen Lungen- und Brustkrebs nun teilweise gestoppt, nachdem drei Patienten gestorben waren. Die Todesursachen waren Blutvergiftungen und eine Lungenentzündung. Ob ein Zusammenhang mit der Medikamententherapie besteht, ist bislang nicht geklärt.

BioNTech lässt die Studie aktuell vom chinesischen Partnerunternehmen Medilink Therapeutics in China und in den USA durchführen. Diese stehen nicht nur vor der Frage, welche Rolle das Medikament bei den Todesfällen spielte, sondern auch, warum trotz zweier Todesfälle bei einem Dutzend der Patienten erneut die Dosis gesteigert wurde, bis eine dritte Person starb. Das herauszufinden ist nun Aufgabe unabhängiger Experten. Sollte im Ergebnis der Untersuchung BioNTech darauf gedrungen haben, die Studie mit erhöhter Dosis fortzusetzen, dann dürften Schadensersatzklagen in Größenordnungen auf das Unternehmen zukommen. Auch wenn Medilink Therapeutics die Studie eigenmächtig vorangetrieben haben sollte, dann wird auf jeden Fall etwas an dem Mainzer Unternehmen hängen bleiben. Denn letztendlich ist BioNTech in der Aufsichtspflicht.

BioNTech hatte in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte in der Krebsforschung gemacht und dabei insbesondere auf seine mRNA-Technologie gesetzt, die auch, wir erinnern uns, für seinen Covid-19-Impfstoff verwendet wurde. Und das wirkte sich auch finanziell positiv für das Mainzer Unternehmen aus. Das kleine Unternehmen aus Mainz lag teilweise über dem Pharmariesen Bayer an der Börse. 

Pharma- und Biotechnologieunternehmen leben nun einmal von dem absoluten Vertrauen der Patienten in die Wirksamkeit ihrer Produkte. 

Für Biontech könnte es erhebliche Konsequenzen haben, wenn sich herausstellt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Medikament und dem Todesfall gibt. Die Untersuchungen in dem Fall sind noch nicht abgeschlossen, daher ist bislang unklar, ob ein solcher Zusammenhang besteht. Das Vertrauen in die  Krebstherapie von BioNTech könnten die neuesten Entwicklungen allerdings ernsthaft schädigen und das wieder zu erwerben, ist ein schwieriges Unterfangen für jedes Pharmaunternehmen.

Und der Börse wird zwar die Zukunft gehandelt, aber die sieht wohl aktuell düster aus für BioNTech. Nach dem Bekanntwerden des Teilstopps der Studie rutschte der Börsenkurs bis Freitag um etwa acht Prozent auf 80 Euro und danach noch einmal auf unter 78 Euro ab.

Schauen wir noch auf die Quartalszahlen unseres Clubfonds-Wertes. Im ersten Quartal 2024 wurde ein Umsatz von 186,7 Millionen Euro erzielt. Dabei gab es einen Nettoverlust von 315,1 Millionen Euro. Das Ergebnis pro Aktie wurde mit  minus 1,31 Euro bzw. minus 1,42 Dollar ausgewiesen.

Und nun stellt sich die Frage was passiert, wenn die Untersuchungen gegen BioNTech laufen und dem Unternehmen die Schuld zugewiesen wird? Wir haben gesehen, dass nur Verluste für das erste Quartal ausgewiesen wurden. Daraus kann man keine Schadensersatzforderungen ableiten, zumal in den USA weit höhere Summen von den Gerichten aufgerufen werden.  

BioNTech verfügt aber über eine starke finanzielle Position mit 16,9 Milliarden Euro an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie gehaltenen Wertpapieren aus Pandemiezeiten, wovon wahrscheinlich ein einstelliger Betrag in eine Rückstellung für eventuelle Zahlungsverpflichtungen umgewandelt wird.

Was soll nun mit der Aktie geschehen? Der Kurs hat nicht nur durch die jüngsten Vorkommnisse gelitten. Schon wenn man sich den Jahreschart anschaut, sehen wir nur rot. Vielleicht erholt sich der Kurs, wenn die Untersuchungsergebnisse zu den Todesfällen vorliegen. 

Wir haben bei anderen Pharmaunternehmen gesehen, dass sich diese mittel- und langfristig von den negativen Meldungen erholen. Das beste Beispiel ist der schon erwähnte Bayer-Konzern. Ja, der Monsanto-Skandal ist immer noch abgeschlossen. Aber vom Lipobay-Skandal spricht heute nach rund 20 Jahren niemand mehr.