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Der Clubfonds-Ticker
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Neues vom Clubfonds: Apple

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Dass Apple aktuell unter Druck steht, liegt nicht nur an den Verkäufen in Milliardenhöhe durch Warren Buffets Holding Berkshire Hathaway. Der Starinvestor hat sich im dritten Quartal von einem Viertel seiner Apple-Anteile getrennt. Allein im Jahr 2024 schrumpfte Buffett damit seine Beteiligung an dem iPhone-Hersteller um zwei Drittel.

Die EU-Kommission hatte vor rund einem Jahr wegen möglicher Verstöße gegen den Digital Markets Act (DMA) Ermittlungen gegen Apple, die  Alphabet-Tochter Google und die Facebook-Mutter Meta eingeleitet. Bei Apple ging es unter anderem darum, dass der US-Konzern es Nutzern unnötig schwer mache, zwischen verschiedenen Browsern oder Suchmaschinen auszuwählen.

Kurz erklärt: Der DMA verpflichtet Technologiekonzerne unter anderem dazu, ihren Nutzern den problemlosen Wechsel zu konkurrierenden Online-Diensten zu ermöglichen. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu zehn Prozent des weltweiten jährlichen Umsatzes. Das hätte für Apple bedeutet, dass bei einem Jahresumsatz von 391 Milliarden Dollar aus dem Geschäftsjahr 2024 im worst case 3,91 Milliarden Dollar an die EU zu zahlen wären. Nun könnte man meinen, dass die Summe aus der Portokasse gezahlt werden könnte. Aber Apple braucht jeden Dollar für sein Geschäft.

Der Apple-Konzern hat einige Überarbeitungen an den Suchmaschineneinstellungen vorgenommen, so dass der Fall beendet sein könnte und wenigstens in Europa Ruhe angesagt ist.

KI ist auch nicht billig, wenn man die Komponenten kaufen muss. Aber Apple ist der einzige Hyperscaler (Hyperscaler sind Computing-Netzwerke zur Erzielung massiver Skalierungen im Bereich Cloud Computing und Big Data), der keine eigenen KI-Modelle entwickelt. Das sind die 50-100 Milliarden Dollar, die Wettbewerber wie Meta, Amazon oder Alphabet in den Bau von KI-Rechenzentren stecken. Apple macht da nicht mit und spart somit die hohen Investitionen. Stattdessen nutzt Apple die KI-Angebote der Hyperscaler und kann dadurch flexibel stets zum besten KI-Modell wechseln oder aber auch die besten Anbieter miteinander kombinieren. Und wer weiß, vielleicht kann Apple mittelfristig auch auf die wesentlich billigere Software DeepSeek aus China zurückgreifen. Dazu müssten die beiden Staaten ihre Handelskonflikte beilegen und die Sanktionen aufheben.

Das EV/EBITDA steht bei 24, das Gewinnwachstum liegt in den kommenden Jahren zwischen 8 Prozent und 12 Prozent. Damit ist die Aktie hoch bewertet, aber als Marktführer hat Apple diese hohe Bewertung immer wieder gerechtfertigt.

Apple hat im letzten Quartal  wieder alle Rekorde gebrochen und damit die Erwartungen der Analysten erfüllt oder leicht (rund zwei Prozent) übertroffen. Mit einem Umsatz von 124,3 Milliarden Dollar oder plus vier Prozent und einem Gewinn je Aktie von 2,40 Dollar oder plus sieben Prozent lieferte der Konzern beeindruckende Zahlen. Besonders stark war das Wachstum in den Dienstleistungen, die mit 26,3 Milliarden Dollar (+14 Prozent) auf ein neues Allzeithoch kletterten. Die installierte Basis aktiver Apple-Geräte erreichte mit 2,35 Milliarden Stück ebenfalls einen neuen Rekord.

CEO Tim Cook war in bester Laune und betonte die wachsende Bedeutung von Apple Intelligence (AI, so nennt Apple seine KI), das mittlerweile in mehreren Ländern ausgerollt wurde und bald auch in weiteren Sprachen verfügbar sein soll. Interessant: In Märkten mit Apple Intelligence verkaufte sich das iPhone 16 spürbar besser als in Regionen, in denen die KI-Funktionen noch nicht verfügbar sind. Die neue iPhone-Generation erzielte mit 69,1 Milliarden Dollar Umsatz ein solides Ergebnis, blieb aber in China hinter den Erwartungen zurück (-11 Prozent). Cook führt dies auf Lagerbestandsanpassungen zurück, hält aber langfristig an Chinas Potenzial fest. Zudem wird die Apple-KI in China erst ab April verfügbar sein. Ihr Autor ist außerdem der Meinung, dass bei einem Handelskrieg bzw. einem militärischen Konflikt um Taiwan die chinesischen Kunden auf eigene Marken zurückgreifen werden bzw. die Smartphones von Samsung bevorzugen werden.

Die Zukunft der Künstlichen Intelligenz liegt in der Hardware – ohne leistungsstarke Systeme kein Fortschritt. Apple scheint das ebenso zu sehen und plant offenbar, seine KI-Strategie mit einem gewaltigen Investment auf den nächsten Level zu hieven. Wie Insiderquellen verraten, soll der Tech-Riese aus Cupertino erneut beim GPU-Marktführer Nvidia zugreifen, um Apple Intelligence weiter auszubauen. Der Auftrag soll eine Milliarde Dollar umfassen. Diese sollen Apples Ambitionen im Bereich der Künstlichen Intelligenz untermauern – und das mit Technologie, die es so auf dem Markt noch gar nicht gibt. Konkret geht es um die GB300-NVL72-Systeme von Nvidia, die speziell für sogenannte Reasoning-KI-Anwendungen entwickelt wurden. Parallel zur Zusammenarbeit mit Nvidia arbeitet der Konzern an eigenen KI-Servern, etwa auf Basis des M4-Chips. Diese sollen das Konzept der „Private Cloud Compute“ vorantreiben – eine Lösung, bei der KI-Anwendungen sicher in der Cloud laufen, ohne dass Apple selbst Zugriff auf die Daten erhält.

Mit diesem Schritt könnte Apple endgültig in die Riege der KI-Schwergewichte aufsteigen. Ob und wann die neuen Server ihre volle Wirkung entfalten, bleibt abzuwarten. Wir bleiben weiterhin an Bord.