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Kutzers Zwischenruf: Und wenn alles doch nicht so schlimm wird?

Kommentar von Hermann Kutzer, ehem. Börsenkorrespondent für das Handelsblatt und “N-TV”

Sortieren Sie doch einmal die Nachrichten der vergangenen Tage einschließlich der Marktberichte. Und fragen Sie sich dann, ob es noch schlimmer kommen kann. Ich bin sicher, dass die meisten widerstrebend „Ja, leider“ bedauern werden. Die Börse als Spiegelbild ihrer Umwelt werden viele von Ihnen momentan nicht verstehen, geschätzte Anleger. Die Kursschwankungen an den Aktienmärkten (nicht zuletzt bei uns) sind erratisch, was man als das Gegenteil von erotisch bezeichnen könnte. Mehrere hundert Dax-Punkte rauf und runter ist Ausdruck neuer (hektischer) Normalität – ein Jo-Jo wäre dagegen geradezu beruhigend. Die Preise für Energie und andere Rohstoffe gehen durch die viel zitierte Decke. Daraufhin hat unsere Inflation längst den ihr von der Fachwelt prognostizierten Rahmen verlassen. Internationale Lieferketten sind gesprengt, Rezession oder Stagflation droht. Und all das wird von einem furchterregenden Krieg in Osteuropa überschattet. Kaum jemand wundert’s, dass vor diesem Hintergrund die Pandemie zur Seite geschoben wird – die Impfbereitschaft lässt nach, während die Infektionszahlen hierzulande wieder beängstigend steigen.

All das ist schwer zu ertragen und verstellt den Blick nach vorn. Deshalb möchte ich heute einmal das Herz eines hartnäckigen Optimisten sprechen lassen und alles durch eine „bullische Börsen-Brille“ sehen. Kurz und knapp, bewusst realitätsfremd. Aber eine Vision, die sich irgendwann zumindest in wesentlichen Teilen erfüllen sollte.

Beginnen wir mit Corona. Die Viruspandemie fordert unsere Wissenschaft zu Höchstleistungen bei der Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten heraus. Und die Politik muss lernen, im Rahmen der Bekämpfung wirkungsvolle organisatorische Maßnahmen zu treffen. Das wird auch gelingen, ist ein Lernprozess.

Der Ukraine-Krieg mit dem dahinterstehenden Ost-West-Konflikt ist dagegen völlig unberechenbar. Das Leid der Menschgen ist groß, die Hoffnung auf eine baldige Lösung dagegen (noch) gering. Immerhin gibt es anhaltende Gespräche und Telefonate zwischen den Parteien. Ich setze auf die Einsicht Putins, dass eine Eskalation global-zerstörerische Folgen haben könnte.

Für die volkswirtschaftlich arg belastenden Probleme in Verbindung mit Energie, Rohstoffen und Lieferketten gibt es Lösungen – keine Frage. Voraussetzung sind allerdings grenzüberschreitende politische Entscheidungen, die erfahrungsgemäß nicht von heute auf morgen realisiert werden können. Hohe Preise und Inflation werden uns voraussichtlich noch das Jahr 2022 beschäftigen – mindestens, vielleicht viel länger. Ein stabiles Wirtschaftswachstum wird zurückkehren. Auch hier ist das eine Zeitfrage, denn die Auftragsbücher sind in wichtigen Branchen und Unternehmen längst gefüllt.

Und welche Schlüsse kann der Privatanleger daraus ziehen? Kurz- bis mittelfristig (jedenfalls noch im laufenden Jahr) ist alles möglich, also auch weitere turbulente Kursbewegungen. Wer aber eine betont langfristige Anlage sucht, am besten für mehr als zehn Jahre, braucht seine Strategie wegen der aktuellen Unsicherheit nicht grundsätzlich zu ändern. Für mich bleibt die Kombination von Aktien & Gold das angesagte Kern-Investment, das Wertsteigerung und Wertsicherheit verspricht. Langfristig!