Von einer Rede…

 

 

 

Kommentar von Torsten Arends, Geschäftsführung des NDAC-Anlegerclubs

Mit der bedeutendsten Rede, während ihrer kurzen Amtszeit als EU – Ratspräsidentin, hinterließ Ursula von der Leyen in der abgelaufenen Woche doch recht zwiespältige Gefühle bei allem was die Wirtschaft betraf. So lautet es zumindest in Medienberichten. Wir nehmen ein Beispiel heraus.

 “Obwohl die Welt während der Ausgangssperren weitgehend stillstand, nahm die Erderwärmung weiter gefährlich zu”, sagt sie und schlägt wie erwartet vor, “die Zielvorgabe für das Einsparen der Emissionen bis 2030 auf mindestens 55 Prozent anzuheben”.

Das klingt zunächst einmal gut und lässt das grüne Herz höher schlagen. Wer von der Leyen so zuhört, muss den Eindruck bekommen, dass Corona-Chaos, Wirtschaftskrise, Verbrennungsmotoren
und Funklöcher nur noch ein kurzer lästiger Zwischenschritt sind in die schöne, neue und vor allem grüne europäische Welt. Nur, wie glaubt sie, das durchsetzen zu können? Ist sie wirklich so naiv zu glauben, dass die Menschen in Europa in der Lage sind, die dann durch den hohen Strompreis verteuerte Energie zu bezahlen. Die Autoindustrie hatte sich bspw. auf die bisher geltenden verschärften Abgasnormen eingestellt und die Forschung und Entwicklung darauf abgestellt und
vielleicht auch schon die Anlagen umgerüstet. So etwas geht nicht von heute auf morgen. Und jetzt, schwupp werden wieder neue Vorgaben entwickelt. Also würde das in der Endkonsequenz bedeuten, die Kosten abschreiben und neu beginnen. So werden die Industrieunternehmen letztendlich keine großen Gewinne mehr erwirtschaften, Arbeitsplätze abbauen und keine Steuern zahlen, von denen auch die gesamte Europabürokratie nicht schlecht lebt.

Lasst uns doch erst einmal die ersten Ziele des „green deal“ verwirklichen, das wird schon schwer genug!

Japan hat einen neuen Premierminister, Shinzo Abe ist gesundheitsbedingt zurückgetreten und Yoshihide Suga übernahm nach acht Jahren das Amt. Es wird sich nicht viel ändern im Land
der aufgehenden Sonne. Aus „Abenomics“ werden „Suganomics“. Die wirtschaftlichen Probleme werden noch eine Weile anhalten.
Obwohl bisher wenig Details zu Sugas Agenda bekannt
sind, zeichnet sich ab, dass einige Sektoren während seiner Amtszeit besonders profitieren könnten. Dies sind beispielsweise IT-Unternehmen aus den Bereichen Telemedizin und E-Learning, die
Suga besonders ausbauen will; auch den Tourismus hat er in der Vergangenheit als langjähriges Kabinettsmitglied stets vorangetrieben. 

Nun könnte man sagen, alles gut, aber was haben wir als NDAC damit zu tun? Wir haben keinen einzigen Wert aus Japan in unserem Depot? So kann man sich irren, wir haben einige Werte
indirekt erworben. Für uns war Warren Buffett mit Berkshire Hathaway nach langem Zögern wieder am Markt aktiv.
Das Investment in Japan kommt aus dem Nichts, passt zu Buffett aber wie die berühmte Faust aufs Auge. Für mehr als sechs Milliarden Dollar schnappte er sich jeweils rund fünf Prozent an Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui & Co und Sumitomo. Deren Aktien wurde
zuletzt allesamt nicht nur deutlich unter ihrem Buchwert gehandelt, auch die Dividendenrenditen zwischen 2,8 und 5,3 Prozent sieht Buffett wohl als ein lukratives Zubrot an. Das Preis-Leistungs-Verhältnis der fünf Konzerne liegt dazu spürbar unter dem Durchschnitt des japanischen wie auch des US-amerikanischen Gesamtmarktes. „Ich freue mich sehr, dass Berkshire Hathaway ein Teil von
Japans Zukunft wird“, so der alte Fuchs Buffett. Weitere Investment wird er wohl noch tätigen, denn er sitzt immer noch auf einem Sparschwein von 147 Milliarden Dollar cash, die ihm aber keine Rendite einbringen. Wir bleiben gespannt, denn in der Corona-Krise zeigt sich Berkshire Hathaway erstaunlich
zurückhaltend.

Wir dachten eigentlich, dass der Wirecard- Skandal soweit ausgestanden ist und damit die Börsenwelt bzw. die Bilanzen der Börsenteilnehmer einigermaßen wieder vertrauenswürdig erscheinen. Ok, ein paar Leichen hat wahrscheinlich jeder im Keller. Das sind dann die Zahlen, die ein
neuer Vorstandschef als erstes ausräumt und damit erklärt, warum es sein erstes Jahr nicht so gut lief… Aber jetzt erlebten wir einen Ausverkauf der Aktien des MDAX-Konzerns Grenke in der abgelaufenen
Woche. Der Kurs sank bis zum Mittwochnachmittag um bis zu 40 Prozent. Am Dienstag waren die Papiere bereits um rund 23 Prozent eingebrochen. Dennoch ist es verdächtig still am Grenke-Sitz in Baden-Baden. Trotz mehrmaliger Nachfragen des Handelsblatts hat der Büro- und IT-Ausstatter bisher nicht im Detail Stellung genommen zu den schweren Vorwürfen, an denen das Analysehaus Viceroy Research auch am Mittwoch festhielt und die den Börsenabsturz verursachten. Alles kommt einem irgendwie so bekannt vor, Ausweis zu hoher Gewinne durch Goodwill-Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen, Geschäfte mit unseriösen Firmen durch die Grenke-Bank sowie räuberische und betrügerische Geschäftspraktiken. Die Konzernführung wies die Darstellung jetzt zurück, aber es gibt natürlich Shortseller namentlich bei Viceroy Research, die dadurch mehrere Millionen verdient haben. Egal, wie dieser neue Börsenkrimi ausgeht, der Finanzminister muss endlich im Interesse der Akzeptanz des Finanzplatzes Deutschland handeln.

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