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Kutzers Zwischenruf: Wenn Aktien im Depot nachhaltig wirken

Kommentar von Hermann Kutzer, ehem. Börsenkorrespondent für das Handelsblatt und “N-TV”

Kutzers Zwischenruf: Wenn Aktien im Depot nachhaltig wirken

Nachhaltigkeit mit ihrem Kürzel ESG hat sich zu einem die Anlagemärkte beherrschenden Thema entwickelt. In nie dagewesener Häufigkeit berichten Investmentfonds, Banken und andere Anbieter inzwischen über neue Produkte, belegen Börsenstatistiken das enorm steigende Interesse. Wer in diesem Zug mitfahren möchte, sollte sich zugleich mit dem „Impact Investing“ beschäftigen, einem nahe verwandten Teilthema.

Geradezu spektakulär ist der Nachhaltigkeits-Boom im europäischen ETF-Markt geworden. Mit 2,7 Milliarden Euro Handelsumsatz pro Monat machen ESG-ETFs mittlerweile mehr als 16 Prozent des gesamten ETF-Handelsumsatzes auf Xetra aus. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres lagen die monatlichen Umsätze im Schnitt noch bei rund 780 Millionen Euro. ESG-ETFs verzeichneten im ersten Halbjahr 2021 somit ein Wachstum von 251 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit ist Xetra auch im Bereich ESG-ETFs der europaweit führende Börsenplatz. Für viele Anleger sind ESG-ETFs das Mittel der Wahl, wenn sie nachhaltig investieren möchten. Und die ETF-Emittenten in Europa erweitern ihr Produktangebot mehr und mehr um ESG-ETFs. Aktuell bieten 24 ETF-Emittenten auf Xetra nachhaltige Produkte an.

Was „Impact“ für einen Anleger bedeuten kann, macht die französische Investmentgesellschaft LFDE anhand eines prominenten Unternehmens deutlich. Gehört L‘Oréal in das Portfolio eines Impact-Fonds? Viele würden sagen: Nein. Dennoch ist der Einfluss des französischen Konzerns erheblich – und systemisch. Durch seine Größe beeinflusst das weltweit führende Unternehmen im Bereich Kosmetik seine Lieferanten und übt Druck auf seine Konkurrenten aus. Diese indirekte Wirkung ist ebenso stark, wenn nicht sogar noch stärker als die direkte Wirkung durch seine Produkte und Dienstleistungen.

L‘Oréal engagiert sich seit Langem für die Minderung der Umweltauswirkungen seiner Produkte. 2020 stellte L‘Oréal 964 Millionen Euro für Projekte bereit, die auf die Erforschung und Entwicklung von Inhaltsstoffen, Rezepturen, Produktionsverfahren und Verpackungen ausgerichtet sind, um die ökologischen und/oder sozialen Auswirkungen seiner Produkte verbessern zu können. Dieses Engagement macht das innovative Unternehmen zu einem Vorreiter und regt seine Lieferanten sowie die gesamte Branche dazu an, ihre eigenen Praktiken zu verbessern. Wenn man die Wirkung von Unternehmen unter all diesen Gesichtspunkten betrachtet, kann man zahlreiche Akteure identifizieren und unterstützen, deren Wirkung oft unterschätzt wird, aber durchaus bedeutend ist. Dieser Ansatz ermöglicht zudem, die Risiken von Blasen bei bestimmten, sehr gefragten Vermögenswerten zu mindern.

Ursprünglich aus dem Bereich Private Equity stammend, hält die Anlagemethode nunmehr Einzug an den börsennotierten Märkten und lenkt Kapital in Unternehmen, die Lösungen für umweltbezogene oder gesellschaftliche Probleme bieten. Neben der finanziellen Rendite soll mit den getätigten Investitionen auch eine messbare positive Wirkung auf die Umwelt und/oder die Gesellschaft erreicht werden. Resümiert LFDE: Impact Investing hat viele Gesichter und man darf sich nicht vom Schein trügen lassen. Der Anspruch, eine positive Wirkung zu erzielen – sozialer oder ökologischer Natur – stellt den Kern eines jeden Impact-Investing-Ansatzes dar.

Mein Vorschlag: Bei der Suche nach nachhaltiger Wirkung einzelner Aktien oder Fonds auf Ihr Depot sollten Sie, geschätzte Anleger, die klassischen und Ihre ganz persönlichen Auswahlkriterien nicht vernachlässigen. Das heißt u.a., folgen Sie nicht nur Analystenempfehlungen oder ähnlichen Veröffentlichungen, sondern schauen Sie sich auch selbst die in Frage kommende Aktiengesellschaft bzw. die Zusammensetzung des Fonds/ETFs an!