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Kutzers Zwischenruf: Der Selbsttest: Sind Sie kurz- oder weitsichtig?

Kommentar von Hermann Kutzer, ehem. Börsenkorrespondent für das Handelsblatt und “N-TV”

Kutzers Zwischenruf: Der Selbsttest: Sind Sie kurz- oder weitsichtig?

Eher zufällig habe ich einen Artikel zum Welttag des Sehens entdeckt – mit der Headline: „Immer mehr Menschen sind kurzsichtig.“ Klar, dass der langjährige  Beobachter des Börsengeschehens sofort auf den übertragenen Sinn kommt und weniger die medizinische Bedeutung der Fehlsichtigkeit: Wer kurzsichtige Augen hat, kann nur auf kurze Entfernung gut sehen. Und wer kurzfristig denkt oder handelt, hat (zum eigenen Schaden) noch nicht  die Zukunftsrisiken im Kopf. Der weitsichtige Mensch hingegen kann nur entfernte Dinge gut sehen bzw. er kann auch die Folgen seines Tuns bedenken.

Unabhängig von der Qualität Ihrer Augen (und gegebenenfalls dem  Brillentyp) möchte ich Ihnen einen Selbsttest vorschlagen, um herauszufinden, ob  Sie eher ein kurzsichtiger oder weitsichtiger Anleger sind. Dazu von mir keine „Testfragen“, denn Sie, geschätzte Anleger, sollten das ja durch selbstkritische Beobachtung herausfinden. Auch verdienen die Ergebnisse keine zeugnisähnliche Bewertung, denn es hängt ja von der individuellen Anlagephilosophie (Ausgangslage, Ziele, Risikobereitschaft) ab, wann Sie beispielsweise welche Aktien, Anleihen oder andere Anlagen kaufen oder verkaufen.

Kurzsichtig zu sein, ist im übertragenen Sinn eher negativ besetzt. An der Börse bedeutet es aber, ganz bewusst kurzfristig zu handeln, also das schnelle Rein und Raus. Und das ist ein von Digitalisierung und Globalisierung schon vor Jahrzehnten eingeleiteter (längst noch nicht abgeschlossener) Trend – alle Prozesse werden immer mehr beschleunigt. Kurzfristige Spekulanten und Trader müssen dementsprechend „kurzsichtig“ sein.

Die Mehrheit der Privatanleger denkt aber eher mittel- bis langfristig. Hier kommt es konsequenterweise auf die Weitsicht an. Und die umfasst das persönliche Geldmanagement der Einnahmen und Ausgaben insgesamt, also einschließlich der geplanten Investitionen und der privaten Altersvorsorge. Wer das begreift und danach handelt, bekommt nicht nur den Beifall der  Experten, sondern erhöht seine Erfolgschancen nachhaltig. Übrigens: Dazu passt wiederum der aktuelle Trend zu nachhaltigen Anlageformen. Und wo ist der kritische Punkt? Nach meinen Erfahrungen halten sich zu viele Privatanleger nicht diese Grundsätze. Ganz typisch ist die Behauptung, man denke natürlich längerfristig. Ganz typisch ist aber auch die Beobachtung, dass bei einer enttäuschenden Entwicklung der Aktienkurse auch der angeblich weitsichtige, langfristige Anleger schnell ungeduldig wird und aussteigen möchte (schon nach ein paar Monaten oder ein bis zwei Jahren). Verluste sind ihm einfach unerträglich.

Deshalb nicht nur hier und heute mein ganz persönliches Plädoyer für die Langfristigkeit: Seien Sie als Anleger einsichtig in die Weitsichtigkeit – speziell bei Investments in Aktien!