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Realitätsfremde Visionen von Braunkohleausstieg und E-Mobilität

Immer wieder in der Diskussion: Nach dem beschlossenen Ende der Atomkraft gibt es jetzt erneut auch Überlegungen zum Braunkohleausstieg. Während der Atomausstieg für den Steuerzahler als teurer Schnellschuss der Bundesregierung praktisch von heute auf morgen abgefeuert wurde, wurde für den Braunkohleausstieg jedoch eine Kommission gebildet – frei nach dem Motto: Wenn ich nicht mehr weiter weiß, dann bilde ich einen Arbeitskreis

Okay, hier ist es eine Kommission, aber wenn wir uns die Zusammensetzung der Kommission einmal ansehen, dann stellen wir fest, dass sie in der Hauptsache aus Ex-Politikern, Gewerkschaftern, Naturschützern und Energieunternehmen besteht. Unterrepräsentiert sind leider Wissenschaftler. Einen ersten Ausstiegstermin aus der Braunkohle gibt es mit 2034 aber schon.

Die Elektroautos verbrauchen Strom

Deutschlands Autofahrer werden von der Politik stets mal mehr, mal weniger zum Umstieg auf Elektroautos gedrängt, sogar mit Subventionen. Dabei können unsere Politiker froh sein, dass die deutschen Autofahrer ihr liebstes Kind noch nicht umgestellt haben. Denn wie in der Vergangenheit schon öfters wurde weder über die Herkunft der Elektroenergie für die zukünftigen mit Strom angetriebenen Fahrzeuge noch über die Kosten dafür ausreichend diskutiert. Voraussetzungen, Folgen und Kosten wurden und werden schlichtweg ausgeblendet, eigentlich wie immer, wenn eine kurzsichtig agierende und ahnungslose Politik etwas unbedingt durchdrücken will.

Dabei brauchen wir nur der Politik liebstes Kind, die Steuern, anzusehen. Hier ist es die Mineralölsteuer, die dann ja nicht mehr gezahlt werden muss, wenn nach einer Übergangszeit alle Benziner- und Diesel-Fahrer auf dann vielleicht noch subventionierte E-Autos umsteigen. Beim Wegfall dieser Energiesteuer muss der Fiskus einen Ausgleich schaffen, und das wird er auch. Die Energiesteuer auf Benzin und Diesel muss dann bei einer aufkommensneutralen Umrechnung auf den Stromverbrauch von Elektrofahrzeugen zu einer zusätzlichen Energiesteuer auf Strom führen. Aber wer will hier eine Trennung von normalem Haushaltsstrom und Fahrstrom vornehmen?! Wenn wir davon ausgehen, dass hierbei nur der Autofahrer selbst belastet wird, ist es ein teures Luxusproblem, ein E-Auto zu fahren. Laut Studien müssen Stromkosten für Elektrofahrzeuge dann um 17,7 ct/kWh steigen. Bei einem Strompreis für einen Haushalt in Höhe von heute durchschnittlich 24 ct/kWh müsste der Fahrzeugbesitzer für die Stromladung folglich 41,7 ct/kWh zahlen, wenn nur er allein belastet würde und nicht der allgemeine Stromkunde. Dazu kämen dann noch die Kosten für die technische Umrüstung für die Trennung der Erfassungsgeräte. Wenn das von unseren Politikern so nicht gewollt wird, müssten die zusätzlichen Steuern auf alle Stromverbraucher umgelegt werden. Die Stromrechnung würde in diesem Fall allerdings in exorbitante Höhe steigen.

Abgesehen von der noch zu schaffenden und auch noch umzulegenden Infrastruktur gibt es einen weiteren Kostenfaktor, denn:

Die Energie wird knapp

Der hohe zusätzliche Energiebedarf für die Stromerzeugung erfordert einen erheblichen Ausbau an Kraftwerkskapazitäten. Da sich ein seine Freiheit gewohnter E-Autofahrer sicherlich nicht, von wem auch immer, vorschreiben lassen möchte, wann er sein Fahrzeug laden darf und wann nicht, werden die Lastspitzen gegenüber dem heutigen Stand steigen. Es wird daher einen enormen zusätzlichen Bedarf an Spitzenlastkraftwerken geben. Dabei wissen wir alle, dass Windkraftanlagen nur dann Strom liefern, wenn Wind weht, und Solaranlagen, wenn die Sonne scheint.

Grundlastkraftwerke wie Kernkraftwerke oder Kohlekraftwerke, die ja nach dem Willen ökologisch angehauchter Politiker jedweder Couleur abgeschafft werden sollen, sind zur Abdeckung von Spitzenlast ebenfalls nicht geeignet. Als Spitzenlastkraftwerke kommen nur Gasturbinenkraftwerke infrage, die im Betrieb aber sehr teuer sind. Damit sind weitere Strompreiserhöhungen so sicher wie das Amen in der Kirche. Der Weg über den Ausbau der Windkraft ist ebenfalls nicht einfach. Seriöse Studien gehen davon aus, dass dafür über 39 000 Windkraftanlagen gebraucht werden würden, wohlgemerkt zusätzlich. Oder aber wir machen die Energiewende rückgängig und bauen zur Deckung des zusätzlichen Strombedarfs laut Expertenmeinung dann entweder 18 Kernkraftwerke oder 36 Kohlekraftwerke.

Hat die Politik zu viel auf einmal gewollt?

Und damit schließt sich der Kreis: Die Politik hat den Atomausstieg gewollt, will die E-Mobilität auf den Straßen und jetzt auch noch den Braunkohleausstieg. Die Umlage für erneuerbare Energien als Subventionen für Öko-Strom wird die Stromrechnung zudem noch teurer machen. Und zusätzlich kommen die dann zunehmenden Befreiungen für die energieintensiven Betriebe, damit sie im Land bleiben und wenigstens die Leute weiter beschäftigen, die den ganzen Unfug bezahlen sollen. Dilettantismus pur!

Unserer bescheidenen Meinung nach besteht die Lösung in der Rücknahme des Atomausstiegs (trotz Tschernobyl und Fukushima) und der Verschiebung weiterer energiepolitischer Wenden, die nur zu Lasten der Verbraucher gehen. Um uns herum an den Grenzen sorgen ausländische Atomkraftwerke mittlerweile für unseren erhöhten Energiebedarf. Wir schaffen es doch jetzt schon nicht mehr.

Sobald neue Technologien – verbraucherfreundlich und kostengünstig – vorliegen, können wir über eine Energiewende neu nachdenken, aber dann bitte auch im europäischen Maßstab.