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Bild eines brennenden Geldscheines

Deutsche Sparer verlieren 436 Milliarden Euro dank Nullzinspolitik

Die Nullzinspolitik birgt vor allem für die deutschen Sparer eine enorme Ersparniseinbuße. Hochrechnungen der DZ Bank zufolge würden die Sparer in ganz Deutschland allein 92 Milliarden Euro noch dieses Jahr verlieren. Die Nullzinspolitik kostet demzufolge seit dem Jahr 2010 den deutschen Sparer Ersparnisse in Milliardenhöhe. Insgesamt sollen in den letzten sieben Jahre rund 436 Milliarden Euro aufgrund der Vorgehensweise der Europäischen Zentralbank (EZB) verloren gegangen sein. Trotz der enormen Kritik hält EZB-Präsident Mario Draghi dennoch weiterhin an den geringen Zinsen fest, sodass letztendlich die Sparer die Leittragenden sind.

Nullzinspolitik kostet Sparer viel Geld

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, besser bekannt unter dem Kürzel EZB, ist schon lange umstritten, da die geringen Zinsen Gewinne  gerade bei Zinsanlagen verunmöglichen. Man kann sogar davon sprechen, dass Gewinne, vor allem der Kleinanleger, vernichtet werden. Nun bewies die DZ Bank mittels einer aktuell erstellten Rechnung, dass die Verluste sich nicht mehr im Millionen-, sondern bereits seit Jahren im Milliardenbereich befinden. Der Bericht der DZ Bank wurde offiziell durch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) veröffentlicht. Experten der DZ Bank benutzen für ihre Rechnung Daten der Bundesbank sowie andere offiziellen Statistiken, um die Ersparnisverluste seit dem Jahr 2010 zu errechnen. Als Vergleichszeitraum für die Statistik verwendeten die Analysten Daten aus den Jahren 1998 bis 2008. Zwischen den Jahren 2010 und 2016 erfuhren die Sparer Zinseinbußen in Höhe von rund 344 Milliarden Euro. Für das Jahr 2017 konnten hingegen nur Hochrechnungen getätigt werden. Laut diesen entgehen den Sparern allein in diesem Jahr Zinseinnahmen in einer Höhe von 92 Milliarden Euro. Demnach betragen die Zinseinbußen aufgrund der Nullzinspolitik in den letzten sieben Jahren rund 436 Milliarden Euro. Auf den deutschen Sparer verteilt bedeutet dies eine Zinseinbuße von durchschnittlich 5.317 Euro.

Nicht nur Verlust für Deutsche

Die EZB-Politik sieht jedoch nicht nur eine Nullzinspolitik für Sparer vor. Auch niedrige Zinsen für Kredite werden schon lange durch die EZB geführt. Die niedrigen Kreditzinsen hingegen kommen wiederum allen Personen, welche einen Kredit beantragen bzw. abbezahlen, zugute, da sie die Kreditersparnis zu ihren Gunsten verbuchen können. In den letzten sieben Jahren sollen die Kreditnehmer laut der DZ Bank rund 188 Milliarden Euro an Kreditzinsen eingespart haben. Werden dennoch die Sparzinseinbußen zur Kreditzinsersparnis hinzugerechnet, bleibt dennoch weiterhin eine Einbuße von 248 Milliarden Euro bzw. durchschnittlich 3.024 Euro pro Bundesbürger bestehen. Stefan Bielmeier, Chefökonom der DZ Bank, erklärte im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass die deutschen Sparer weiterhin einen großen Teil der Rechnung, welche aus der lockeren Geldpolitik der EZB resultiert bezahlt.

Historisch niedriger Zinssatz

Bereits vor einem Jahr senkte die EZB den zentralen Zinssatz auf 0,0 Prozent und erreichte somit einen historisch niedrigen Wert. Hinter dem niedrigen Zinssatz steckt ein geschickter Plan seitens der EZB. Die Europäische Zentralbank möchte damit die Inflationsrate erneut auf die Zielmarke von zwei Prozent heben und gleichzeitig die Konjunktur der gesamten Eurozone ankurbeln. EZB-Präsident Mario Draghi bleibt beständig und hält weiterhin an der Nullzinspolitik fest. Dies bestätigte er Ende April, sodass eine Erhöhung des Zinssatzes in naher Zukunft ausbleibt. Hierbei bestätigte Draghi, dass die Inflationsdynamik in Europa weiterhin abhängig davon sein, dass die aktuelle Geldpolitik der EZB mitsamt der Nullzinspolitik fortgesetzt werde. Obwohl die Niedrigzinsen Ersparniseinbußen für den deutschen Sparer bringt, könnte aufgrund der niedrigen Zinsen die Wirtschaft in Krisenländern gestützt und somit eine Basis für neues Wachstum geschaffen werden.

Nullzinspolitik erntet enorme Kritik

Die Nullzinspolitik erntet nicht nur enorme Kritik durch die Sparer, sondern ebenfalls durch einige Ökonomen. Diese behaupten, dass die dauerhaft niedrigen Preise, welche sogar möglicherweise weiter sinken können, der Konjunktur letztendlich mehr schaden als nützen würden. Einerseits würden die klassischen Sparer Zinseinbußen verzeichnen. Andererseits könnten die riskanten Geschäfte in unterschiedlichen Branchen wie der Immobilienbranche neue Blasen entstehen lassen. Auch die Banken äußerten Kritik an der lockeren EZB-Geldpolitik. Der Nutzen der Geldpolitik steigt nicht mehr, wobei die Risiken mitsamt möglicher Nebenwirkungen steigend zunehmen. Je länger letztendlich die EZB ihren strengen Kurs fortsetzen, desto höher könnten die Risiken ausfallen. Dies wurde durch Michael Kemmer, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, bestätigt. Ob die enorme Kritik von Sparer, Ökonomen und Banken tatsächlich ein Umdenken der EZB bewirkt, kann allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch bezweifelt werden.