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Neuer Tiefpunkt für die Deutsche Bank

Nicht erschrecken: Der Aktienkurs der Deutschen Bank ist auf keinen neuen Tiefststand gefallen. Der Negativrekordwert von 8,76 Euro vom 27.6.2018 bleibt uns erhalten. Aber es könnte durchaus sein, dass der Kurs bald wieder die Südgrenze austesten wird.

Was ist passiert?

Der neue Tiefpunkt ist darin zu sehen, dass die Deutsche Bank den Euro Stoxx 50, den europäischen Benchmark-Index, am 24.9.2018 verlassen muss – ein von Branchenkennern erwarteter Abstieg mit Ansage, denn die Deutsche Bank ist aktuell nur noch ein Schatten ihrer einstigen Größe.

Die Papiere des ehemaligen Branchenprimus haben seit Jahresbeginn fast 40 Prozent verloren: 2.1.2018 = 15,96 Euro; 31.8.2018 = 9,70 Euro – das ist mehr als jeder andere Wert im Euro Stoxx 50. Dadurch sanken die Marktkapitalisierung und der Aktienkurs so kräftig, dass die Aktie nun auf Basis der Schlusskurse vom 31.8.2018 aus dem europäischen Auswahlindex aussteigt.

Der Ausstieg bedeutet, dass die Aktie weitere Tiefstkurse erleben wird. Schließlich sind alle ETFs und Indexzertifikate, die den Euro Stoxx 50 als Grundlage haben, gezwungen, die Aktie aus ihrem Wertpapierportfolio zu verkaufen. Aber auch gemanagte Fonds, die sich teilweise oder ganz an dem Index orientieren, werden ihre Bestände an Deutsche-Bank-Aktien einer kritischen Prüfung unterziehen und gegebenenfalls mit Verkäufen reagieren.

Die Marktkapitalisierung des einstmals renommierten Bankhauses beträgt aktuell nur noch circa 20 Milliarden Euro, die Dividende lag zuletzt bei mickrigen 0,11 Euro pro Aktie, was aber immerhin einer ausgewiesenen Dividendenrendite von 1,13 Prozent entsprach.

Wer hat Schuld am Bankendesaster?

Die Deutsche Bank AG gehörte und gehört immer noch zu den führenden internationalen Finanzdienstleistern. Über die rund 2650 Niederlassungen in mehr als 70 Ländern werden mehr als 25 Millionen Kunden weltweit betreut. Heimatmarkt dabei ist Europa, wo man in zahlreichen Ländern mit eigenen Filialnetzen vertreten ist. Basierend auf dieser starken Stellung in Europa hat das Institut in den vergangenen Jahren seine globalen Aktivitäten konsequent ausgebaut und sich dabei zuletzt vor allem auf die wachstumsstarken Märkte Asiens fokussiert.

Früher hat sich die Deutsche Bank (speziell zu Zeiten von CEO Josef Ackermann) gern mit der US- Konkurrenz verglichen, auch wenn sie niemals die Werte der Global Player im internationalen Finanzdienstleistungsgeschäft erreicht hat. Aber seit der Finanzkrise geht es kontinuierlich abwärts und leider nicht nur mit der Deutschen Bank und der Commerzbank.

Verglichen mit den US-Banken fallen Europas führende Kreditinstitute immer weiter zurück. Zwar konnten Europas Großbanken im ersten Halbjahr ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahreszeitraum steigern. Jenseits des Atlantiks waren die Überschüsse aber erneut deutlich höher. So verdienten die 10 nach Bilanzsumme größten Geldinstitute in Europa in den ersten 6 Monaten 2018 unter dem Strich zusammen 26,3 Milliarden Euro und damit immerhin 9 Prozent mehr als vor Jahresfrist. Die 10 größten US-Banken brachten umgerechnet rund 69,1 Milliarden Euro auf die Waagschale, was einem Plus von gut 19 Prozent entspricht.

Erneut gesteigerte 87,5 Milliarden Euro (USA) Vorsteuergewinn stehen dabei stagnierenden 40,6 Milliarden Euro (Europa) gegenüber. Die nüchterne Halbjahresbilanz der Ernst & Young-Finanzexperten: „Seit 2012 sind die Gewinne der amerikanischen Banken zum Ende eines ersten Kalenderhalbjahres jeweils mindestens doppelt so hoch wie die ihrer europäischen Konkurrenten.“

Die Fehler liegen auf der Hand: Die Steuerreform von Präsident Trump bescherte der boomenden US-Wirtschaft und damit auch dem Bankensektor eine zusätzliche Initialzündung. In Europa dagegen gab es so gut wie keine Steuersenkungen. Im Gegenteil, in Deutschland gilt das Prinzip „rechte Tasche, linke Tasche“. Wo etwas gesenkt wird, wird es woanders wieder erhöht.

In Europa sind 10 Jahre nach der jüngsten Finanzkrise die Altlasten noch immer nicht abgearbeitet. Abschreibungen sowie Restrukturierungs- und Rechtskosten belasten nach wie vor die Bilanzen, obwohl der als Sanierer eingesetzte John Cryan eine Vielzahl von Rechtsstreitigkeiten der Deutschen Bank beendet hat – leider zulasten der Gewinne.

Die US-Regierung hatte den Banken nach der Krise 2007/2008 zwangsweise Staatsgeld verordnet. Das sorgte nach Ansicht vieler Experten dafür, dass sich die dortige Finanzbranche deutlich schneller erholte. In Deutschland jedoch war die Deutsche Bank zu stolz, um Staatsgeld anzunehmen. Die Manager wollten lieber keine Kontrolle durch den Staat – verständlich angesichts der Vielzahl der Leichen im Keller.

Während die US-Notenbank die Zinsen längst wieder angehoben hat und weitere Anhebungen zu erwarten sind, hat die Europäische Zentralbank eine erste Zinserhöhung frühestens für Herbst 2019 in Aussicht gestellt. Das führt dazu, dass die US-Schwergewichte an der Börse weit mehr wert sind: Während die Marktkapitalisierung der 10 größten US-Banken bis zum Stichtag 3.8.2018 auf gut 1,3 Billionen Euro stieg, sank der Börsenwert der 10 größten europäischen Institute seit Jahresbeginn sogar noch auf zusammen 561 Milliarden Euro.

Fazit

Deutsche-Bank-Aktien wurden zu Recht abgestraft. Bisher konnte der im Mai ans Ruder gekommene CEO Christian Sewing das Bankhaus nicht auf einen Erfolgskurs bringen. Viel Zeit hat er nicht mehr, eine echte Erfolg versprechende Strategie leider auch nicht.

In unserem Fonds ist keine Bank enthalten. Und genau das empfehlen wir den Kleinanlegern auch. Es gibt interessantere Werte wie z. B. die jungen Start-Ups im Fintech-Bereich.