Auswirkungen des Brexits für die englische Wirtschaft und englische Aktien

Die Menschen in der Heimat von James Bond, Geheimagent Ihrer Majestät mit der Doppelnull, haben im Moment andere Dinge als den Brexit im Kopf. Die Affäre um die Vergiftung des russischen Doppelagenten lenkt die Inselbevölkerung von der wahren Gefahr für das Königreich ab, die da heißt Brexit.

Bild für den Brexit mit Folgen für Anleger
Bildquelle: pixabay.com

Der Brexit und die Folgen für Kleinanleger

Die britische Premierministerin schüttelte die Wirtschaft in Großbritannien noch einmal durch, als sie jede Hoffnung auf ein abgefedertes Ausscheiden ihres Landes aus der Europäischen Union mit den Worten zerstörte: Brexit means Brexit. Nur scheint sie und ihre Regierung keinen Plan zu haben, wie sie es richtig bewerkstelligen soll, damit die britische Wirtschaft und der Arbeitsmarkt keinen Schaden nehmen. Oder der Plan ist so top secret wie bei James Bond. Leider befinden wir uns aber nicht in einem Film, sondern in der realen Wirtschaft.

Die Zeit, die bisher nutzlos in den angesetzten zweijährigen Austrittsverhandlungen verstrichen ist, wird am Ende ganz sicher fehlen.

Welche Folgen hat der Brexit für die britische Wirtschaft?

In einer Studie des mit dem Brexit befassten Ministeriums wurde festgestellt, dass alle denkbar möglichen Szenarien die britische Wirtschaft schlechter stellen würden, als die Fortsetzung der ungeliebten Mitgliedschaft in Europäischen Union.

Ohne ein Abkommen mit der EU (harter Brexit) würde nach der Studie bedeuten: Großbritannien müsste in den kommenden 15 Jahren acht Prozent seines bisher erwarteten Wachstums abschreiben Selbst bei einem Verbleib im Binnenmarkt würden zwei Prozent an Wachstum jedes Jahr verloren gehen. Doch die Hoffnungen auf einen Verbleib im Binnenmarkt schwinden, je länger die britische Regierung ihre destruktive Verhandlungsführung mit der EU nicht ändert.

Mit dem Ausscheiden aus dem Binnenmarkt entfällt die Freizügigkeit nach einer zeitlich eng befristeten Übergangsphase. Das bedeutet, dass jetzt schon dringend benötigte Fachkräfte verstärkt weiter einen großen Bogen um Großbritannien machen bzw. weiter abwandern werden. Schließlich hat die britische Regierungschefin May eine restriktive Einwanderungspolitik angekündigt. Eine Einladung für Fachkräfte sieht wirklich anders aus. Schon jetzt bleiben die EU – Bürger wegen der unklaren Lage in ihren Heimatländern. Ein weiterer Schlag für die britische Wirtschaft.

Da die EU-Bürger auf der Insel in der Landeswährung entlohnt werden, betrachten sie auch in erster Linie das Britische Pfund und seinen Wechselkurs zum Euro. Und was müssen sie da mit Entsetzen feststellen? Das britische Pfund hat seit dem Brexit-Votum gegenüber dem Euro etwa 15 Prozent an Wert verloren. Dadurch wirkt ein Job im Königreich aktuell weitaus weniger attraktiv als noch vor zwei Jahren. Dazu kommt die boomende Wirtschaft mit steigender Arbeitskräftenachfrage im EU- Bereich. Etwa ein Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Großbritannien beklagen schon heute einen Fachkräftemangel. Speziell im Gesundheitswesen (NHS), dass auf die Zuwanderung von spezialisierten Fachkräften angewiesen ist, sind die Auswirkungen des Brexits schon heute zu spüren. Die Zahl der registrierten Pflegekräfte aus EU-Staaten, ist seit dem EU-Referendum um 90 Prozent gefallen. Dabei sind schon jetzt aktuell 40.000 Stellen unbesetzt. 20% der europäischen NHS-Ärzte plant einer Umfrage zufolge, Großbritannien den Rücken zu kehren.

Auch seinen Status als internationales Finanzzentrum dürfte Großbritannien ohne die EU verlieren. Die ersten Banken verlegen ihren Sitz in die benachbarte Republik Irland oder gleich ganz nach Frankfurt oder Paris. Ein schwerer Schlag für die selbstbewusste Nation, die einen Großteil ihres Bruttosozialproduktes mit der internationalen Finanzindustrie erwirtschaftet hat.

Auch wenn die britische Regierung darüber schwadroniert, dass sie Freihandelsabkommen selbst aushandeln will, ihr fehlen die Fachleute für solche Verhandlungen. Bisher wurden Abkommen von der EU für alle Mitgliedsstaaten ausgehandelt.

Was passiert mit britischen Aktien im eigenen Depot?

Wer noch britische Aktien, die in Pfund notieren im Depot hat, wird feststellen, dass die Auswirkungen noch nicht so gravierend sind. Aber wenn wir den Wert der Aktien in Euro umrechnen, dann wird der genannte 15%ige Wertverlust auch hier schon sichtbar. Die in Pfund ausgezahlten Dividenden werden ebenfalls an Wert verlieren. Kleinanleger sollten also dringend überlegen, ob die Papiere noch eine optimale Anlagestrategie bilden. Natürlich gibt es auch Gewinner des Brexits. So dürften die Unternehmen der Tourismusbranche zu denjenigen zählen, die von einem durch das vom Brexit geschwächte Pfund profitieren. Und obwohl exportorientierte Unternehmen ebenfalls die Gewinner sein werden, empfehlen wir mit großen Investments vorerst zu warten.Fazit:
Irgendwann in diesem Jahr werden die Bedingungen des Brexits ausgehandelt sein oder auch nicht, Dann werden wir sehen, ob es ein vernünftiges Ausscheiden der EU geben oder ob es eine harte Landung für beide Seiten sein wird. Wir werden uns bestimmt mit diesem Thema noch öfter beschäftigen.Lesen Sie auch

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