Aktie der Münchener Rück AG im Depot

Die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft AG in München, bekannt unter der griffigen Kurzfassung Münchener Rück oder Munich Re ist einer derjenigen DAX-Konzerne, die am Weltgeschehen nicht nur interessiert, sondern direkt beteiligt sind. Immerhin gehört Munich Re zu den international größten Rückversicherern, und in Deutschland mit der Ergo Group AG zu den umsatzstärksten Erstversicherern. Das Kerngeschäft des Versicherungskonzerns ist die Rückversicherung von Erstversicherern, die ihr Versicherungsrisiko durch eine oder mehrere Rückversicherungen, wie es oft genannt wird, abpuffern. Die Münchener Rück ist seit ihrer Zugehörigkeit zum DAX einer derjenigen Konzerne, die Jahr für Jahr eine Dividende ausschütten, und zwar unabhängig vom Ergebnis.

Aufnahme der Akrtie in das Portfolio des NDAC

Für die NDAC-Geschäftsführung war das ein Grund, um die Münchener Rück im Jahr 2018 in das Portfolio aufzunehmen. Der Depotanteil liegt bei gut 1,6 Prozent. Der damalige Kaufkurs je Aktie betrug 184 Euro, ein Jahr später ist der aktuelle Kurs im Oktober 243,60 Euro. Alle namhaften Analysten sehen das mittelfristige Kursziel der Munich Re-Aktie bei 250 Euro – wenn das Klima mitspielt!

Klimawandel und Klimakatastrophen – Gift für den Rückversicherer

Um das risikoreiche Geschäft von Rückversicherern richtig zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf das Weltklima mit seinen Folgen. Dazu braucht der Versicherer Munich Re weder Greta Thunberg noch andere Klimaaktivisten, sondern Künstliche Intelligenz, Algorithmen sowie statistische Erfahrungswerte vergangener Jahre und Jahrzehnte.

Der Rückversicherer bekommt entsprechend seinem Anteil an dem versicherten Risiko auch einen Teil der Prämieneinnahme des Erstversicherers. Im Gegenzug übernimmt der Rückversicherer die Beteiligung an einem großen Risiko oder an einer Vielzahl von überschaubaren Einzelrisiken, die beispielsweise als Elementarschäden in großer Zahl nach Naturkatastrophen eintreten können.

Die Naturschadenbilanz der Münchener Rück aus dem ersten Halbjahr 2019

  • führt 370 Schadenereignisse mit einer Gesamtschadensumme von 42 Mrd. $-US auf. Damit wird inflationsbereinigt der Durchschnitt aus den vergangenen 30 Jahren von 69 Mrd. $-US deutlich unterschritten. Nicht enthalten ist der Schaden durch schwere Überflutungen im Südosten Chinas aus Juni; er wird der zweiten Halbjahresrechnung zugeordnet.
  • Die mit rund 3,3 Mrd. $-US größten Schäden verursachten im Mai die Gewitterstürme mit Tornados im Mittleren Westen der USA. Der von Munich Re versicherte Anteil betrug rund 2,5 Mrd. $-US.
  • Die tödlichste Katastrophe im ersten Halbjahr weltweit war der Zyklon Idai im März in Mosambik, Malawi, Simbabwe und Südafrika. Die Zahl der Todesopfer hat die Tausendergrenze deutlich überschritten.
  • Die insgesamt von Munich Re versicherten Schäden belaufen sich für die ersten sechs Monate auf 15 Mrd. $-US; damit wurde der 30-jährige Durchschnittswert um 3 Mrd. $-US deutlich unterschritten.

Dennoch sieht der Münchener Rückversicherer die Zukunft mit gemischten Gefühlen

Befürchtet wird, dass infolge des weltweiten Klimawandels zwischen Arktis und Antarktis durch Naturkatastrophen Schäden in bislang unbekannten Dimensionen eintreten. Bei diesem Szenario wird nicht in Monaten oder Jahren, sondern eher in Jahrzehnten gerechnet. Das Hochwasser am Rhein und seinen Zuflüssen im Winter 1995 ist exemplarisch dafür, welche Schäden bei Naturereignissen dieser Größenordnung zu erwarteten sind. Die Klimaveränderungen werden vermehrt zu Überschwemmungen, Erdbeben und Orkanen führen – so viel steht schon heute fest.

Dazu einige Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit

 

  • Hurrikan Andrew im August 1992 in Florida/USA
    Gesamtschaden 30 Mrd. $-US, von denen 16,5 Mrd. §-US versichert waren
  • Northridge-Erdbeben im Januar 1994 in Los Angeles/Kalifornien/USA
    Gesamtschaden 30 Mrd. §-US. Versichert waren etwa 10 Mrd. §-US, die nichtgedeckten Schäden mussten die Geschädigten selbst bezahlen
  • Erdbeben von Kobe/Japan im Januar 1995
    Die Zahl mit über 5.000 Todesopfern war erschreckend groß. In Japan sind Versicherungssummen staatlich begrenzt. Dadurch reduziert sich das Risiko für Erst- und für Rückversicherer. Auf der Strecke bleibt der Bürger, dessen Hab und Gut entweder gar nicht versichert oder nicht versicherbar war

Die zukünftige Entwicklung mit dem deutlich erhöhten Versicherungsrisiko bedeutet, dass

  • die Münchener Rück von den Erstversicherern deutlich höhere Prämien für den Rückversicherungsschutz erheben wird
  • die Erstversicherer ihrerseits die Versicherungsprämie bei ihren Kunden als Endverbraucher spürbar anpassen oder anders gesagt anheben werden
  • jeder Erstversicherer nur noch solche Risiken versichern wird, die statistisch und realistisch gesehen nicht automatisch zu einem Leistungsfall führen
  • der Endverbraucher als natürliche oder juristische Person des Privatrechts mit seinem Bedürfnis nach Versicherungsschutz auf der Strecke bleibt

Diese „Auslese“ ist allerdings durchaus im Sinne der Munich Re-Aktionäre. Die ganz einfache Erfolgsrechnung lautet Versicherungsprämie + Risikoaufschlag bei einem bestmöglich reduziertem Schadensrisiko = höherer Umsatz und Gewinn = Garantie auf dauerhaft gesicherte und steigende Dividende.

Dem NDACinvest-Aktienfonds und den Clubmitgliedern tut‘s gut.

Aufteilung unserer Aktien in Depotwerte
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