Die Rentenlücke – wie groß sie wirklich ist

Es gibt wenige Themen, die sich so lange im Vordergrund von Nachrichten, Themenblogs und Gesprächsrunden halten wie die Rentenlücke.

Sie ist da! Das ist Fakt und auch (fast) jeder ist sich der Problematik dessen bewusst. Aber nur ein kleiner Teil der Bevölkerung unternimmt frühzeitig etwas dagegen, und ein noch kleinerer Teil der Bevölkerung weiß überhaupt, was denn da im Rentenalter auf einen zukommt bzw. wie groß dieses Loch ist, in das man fallen kann.

Die Folgen sind bekannt: Altersarmut, man lebt “vom Amt” oder muss auch noch im hohen Alter einer Nebenbeschäftigung nachgehen. Soziale Kontakte gehen verloren, da das Geld gerade mal für die Miete (wenn überhaupt) ausreicht. Kein schönes Dasein im wohlverdienten Ruhestand, und das soll der Dank dafür sein, 45 Jahre lang geschuftet zu haben?

Rentenlücke analysieren

Anhand der nachfolgenden Tabelle möchten wir mit einfachen, aber sehr realistisch aufgebauten Beispielen aufzeigen, wie groß eine Rentenlücke ist, und noch wichtiger, wie viel man an Geld aufbringen muss, um etwas dagegen zu tun, um diese schließen zu können.

Bevor wir beginnen, soll der Begriff Rentenlücke noch definiert werden, damit dieser von Beginn an nicht missverstanden wird.

Was verstehen wir unter der Rentenlücke

Die Rentenlücke beschreibt die prozentuale oder vom Betrag her gesehen absolute Zahl zwischen dem letzten Netto-Einkommen vor dem Renteneintritt und der gesetzlichen Rente. Lag ihr letztes Netto-Einkommen also bei 2.000 €, und der Staat überweist Ihnen als Rente lediglich 1.400 €, so klafft ein Loch von 600 € im Geldbeutel. Das tut weh, und ist für viele Menschen gar nicht, oder nur mit tiefen Einschnitten im täglichen Leben verbunden.

Zum Stopfen des “Renten-Lochs” sollte daher auch noch auf zwei weitere Säulen der Altersvorsorge zurückgegriffen werden: die betriebliche und private Vorsorge.

Die zweite und dritte Säule der Altersvorsorge

Und genau bei Säule 2 und 3, also der betrieblichen und privaten Altersvorsorge, kann man als Privatperson ansetzen.

Ob dies über Vermögenswirksame Leistungen, fondsgebundene Rentenversicherung, ETF- oder Fondssparpläne, betriebliche Altersvorsorge oder Ähnliches erfolgt, soll hier in diesem Bericht nicht im Mittelpunkt stehen. Fokus in diesem Bericht ist, wie groß eine Rentenlücke überhaupt werden kann und welchen “Aufwand” man betreiben muss, um zum Erfolg zu kommen.

Lassen Sie uns dies an einem konkreten Beispiel aus der Tabelle erklären:

Die Rentenlücke eines Durchschnittsverdieners

Fokussieren wir uns dazu auf die Spalte in der Mitte – unseren Durchschnittsverdiener. Dieser geht, nach Abitur und Studium im Alter von 20 Jahren einer Tätigkeit nach, welche ihm ein Nettolohn von anfangs 2.100 € einbringt.

Bei einer Gehaltssteigerung von 2 % pro Jahr wird ihm im Alter von 65 Jahren an seinem letzten Arbeitstag ein Gehalt von 5.100 € überwiesen. Vorgenommen hat sich unser Rentner, 70 % des bisherigen Nettoverdienstes auch im Ruhestand verfügbar zu haben – das wären dann rund 3.500 €.

(Bitte beachten: Die Zahlen sind allesamt gerundete Werte)!

Hört sich bis hierher alles schön und gut an, wäre da nicht die reale Rente – also, was tatsächlich von Vater Staat überwiesen wird. Denn nicht 3.500 € sondern nur 2.500 € fließen da plötzlich auf das Konto.

Und plötzlich tut sich eine Lücke von 1.000 € auf. Wer nicht vorgesorgt hat, muss jetzt schauen, wie er 1.000 € pro Monat einsparen kann. Ein Lebensniveau auf bisherigem Level ist somit keinesfalls mehr möglich, zumal wir schon einenAbstrich von ca 30 % gemacht haben..

Wie hätte unser Rentner nun vorsorgen müssen?

Nun, sagen wir, es soll ein Entnahmeplan entstehen, der für 15 Jahre monatlich die fehlenden 1.000 € bringt. Dies sind 15 Jahre à 12 Monate zu je 1.000 €, was zu einer Geldumme (Kapitalbedarf) von 180.000 € führt, wenn wir davon ausgehen, dass unser Geld nach 15 Jahren völlig verbraucht ist.

Geht gut mit einem Sparpaln

Und wie lässt sich eine solche Rate erzielen – nun, es ist dann nicht schwer, wenn man frühzeitig anfängt, anzusparen. Schon 3 % Rendite pro Jahr (was auch heutzutage eine noch realistische Annahme ist) genügen, wenn man 45 Jahre lang 160 € monatlich anspart. Dies ergibt die stolze Summe eben dieser 180.000 €. Grob gerundet 8 % Anteil vom anfänglichen Nettolohn, welcher ja bei 2.100 € liegt.

Natürlich lassen sich solche Rechnungen nun variieren. Kann sein, man hat mehr Geld, welches man monatlich zur Seite legen kann. Oder man rechnet mit einer höheren Rendite (aber Vorsicht: nicht zu optimistisch rechnen!). Auch ist die Anspardauer bei jedem anders.

Fazit:

Wer frühzeitig mit allen 3 Säulen eine solide Absicherung für sein Alter aufbaut, kann der Rentenlücke entscheidend entgegenwirken. Natürlich gehört eine gewisse Portion Ausdauer (wir sprechen von 45 ! Jahren Ansparzeit), Selbstdisziplin und Durchhaltevermögen dazu. Aber wie man auch sieht, ist das Ganze realistisch zu erreichen.

  Geringverdiener Durchschnittsverdiener Gutverdiener
Nettolohn 1200 € 2100 € 2900 €
Lohnentwicklung über 45 Jahre 2900 € 5100 € 7100 €
Gewünschte Rente mit 67 * 2000 € 3500 € 4900 €
Reale Rente 1400 € 2500 € 3500 €
Rentenlücke 600 € 1000 € 1400 €
Kapitalbedarf ** 108.000 € 180.000 € 252.000 €
Monatliche Spar-Rate bei Nettorendite von 3 % 95 € 160 € 223 €
Anteil vom Nettolohn 8 % 8 % 8 %

Die Zahlen sind gerundete Werte.

Diese Angaben basieren auf folgenden Annahmen:

  • Dauer der Berechnung: 45 Jahre
  • Gehaltssteigerung: 2 % pro Jahr
  • Inflation: 2 % pro Jahr
  • Rentensteigerung: 2% pro Jahr
  • 15 Jahre Rentenbezug

* 70 % vom letzten Nettogehalt
** monatliche Geldentnahme ohne Restkapital bei 2 % Zinsen und 2 % Inflation (0 

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