Aktien bewerten – die Segmentanalyse

Segmentanalyse

Die Segmentanalyse ist die Beurteilung sowie Bewertung einzelner Segmente einer Wirtschaftseinheit. Ein Segment ist ein Teilbereich eines Unternehmens mit bestimmten Merkmalen. Segmentberichte verdeutlichen die Generierung oder Vernichtung von Werten in den einzelnen Geschäftsbereichen. In der Analyse werden Stärken sowie Schwächen gezielt und unabhängig voneinander untersucht. Unternehmen haben generell einen Güter- sowie Kapitalmarktdruck. Der Kapitalmarkt erwartet Wachstum. Als Reaktion auf diese Erwartungshaltung dehnen Konzerne ihre Geschäftstätigkeit stärker auf die internationale Ebene aus. Dies erhöht andererseits aber auch den Wettbewerb auf den globalen Märkten. Die Position der Investoren ist stark geworden, denn Aktiengesellschaften konkurrieren mit in- und ausländischen Marktteilnehmern um Kapitalanleger.

Internationale Rechnungslegung und Segmentberichterstattungspflicht schaffen Transparenz

Viele Konzerne sind gesetzlich verpflichtet, die internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IFRS) für Jahres- und Konzernabschlüsse anzuwenden. Andere Unternehmen stellen Bilanzen nach IFRS-Standard freiwillig und ergänzend bereit. Einheitliche Bilanzierung schafft Transparenz für Kapitalgeber, weil es Unternehmensvergleiche vereinfacht. Die Segmentberichterstattung ermöglicht externen Rechnungslegungsadressaten den Zugang zu detaillierten Daten über Gewinnmargen, Wachstumsraten sowie Risiken jedes einzelnen Geschäftsteilbereichs.

Die nachfolgenden Formeln führen zu Kennzahlen, die die einzelnen Bereiche tiefer analysieren. Bei der Berechnung bitte beachten, dass die Ergebnisse mit Hundert multipliziert werden, um sie in aussagekräftige Prozentzahlen umzuwandeln.

Segmentumsatz : Gesamtumsatz = Segmentumsatzanteil

Segmentumsatz dividiert durch Gesamtumsatz multipliziert mit 100 ergibt den Segmentumsatzanteil in Prozent. Mit dieser Formel wird die Umsatzstärke einzelner Segmente berechnet. Zur Bewertung sollten branchenspezifische Merkmale sowie die Beschaffungsmärkte berücksichtigt werden. Auf den Absatzmärkten findet der Verkauf der Produkte oder Dienstleistungen statt. Es ist der Markt nach der Herstellung, der nachgelagerte Markt. Der Beschaffungsmarkt ist der Markt vor der Produktion, der vorgelagerte Markt. Die individuelle Situation dieser Umschlagplätze hat unmittelbaren Einfluss auf die Umsatzstärke eines Segments. Die gesamtwirtschaftliche Lage und die gesetzlichen Rahmenbedingungen wirken zusätzlich fördernd oder erschwerend.

Auslandsumsatz : Gesamtumsatz = Umsatzanteil der Auslandstätigkeit

Der Umsatzanteil des Auslandsgeschäfts ist eine gezielte Betrachtung der im Ausland erreichten Geschäftsumsätze. Bei Unternehmen, die überwiegend exportabhängig arbeiten, sollten politische Bedingungen, Wechselkurse, Handelsverträge sowie gegebenenfalls Zölle beachtet werden.

Umsatz in einer Region : Gesamtumsatz = Umsatzanteil einer Region

Eine detaillierte Betrachtung einzelner Regionen verstärkt das Verständnis, welche regionalen Herausforderungen bei der Umsatzerzielung eine Rolle spielen können.

Segmentauslandsumsatz : Segmentumsatz = Anteil der Auslandstätigkeit innerhalb eines Segments

Der Anteil des Segments, der mit Umsätzen in ausländischen Märkten erzielt wird, gibt Vergleichsmöglichkeiten zwischen den Unternehmensteilbereichen mit Fokus auf den Umsatz im Ausland.

Segmentergebnis : Segmentvermögen = Segmentrendite

Sowohl das Segmentergebnis als auch das Segmentvermögen müssen in der Segmentberichterstattung des Konzerns veröffentlicht werden. Mit einem Vergleich der Segmentrenditen der Unternehmensteilbereiche untereinander werden starke und schwächere Bereiche erkennbar. Es wird deutlich, in welchem Verhältnis die einzelnen Segmente zum Unternehmenserfolg beitragen.

Segmentergebnis : Segmentumsatz = Segmentumsatzrendite

Mit dieser Kennzahl werden die Kosteneffizienz und der Markterfolg tiefer analysiert.

Segmentumsatz : Segmentvermögen = Segmentumschlagshäufigkeit

Die Nutzungsintensität des Segmentvermögens gibt Ausschluss über die Effizienz. Es zeigt, wie oft das eingesetzte Vermögen im Geschäftsjahr umgesetzt wurde.

Segmentinvestition : Segmentabschreibungen = Segmentwachstumsquote

Die Segmentwachstumsquote legt die Investitionsbereitwilligkeit eines Unternehmens für die Zukunftsvorsorge offen. Der Quotenvergleich zwischen den Segmenten gibt Aufschluss über die Prioritäten der Unternehmensleitung. Bei der Deutung müssen Schwankungen berücksichtigt werden, die zyklusbedingt sein können.

Segmentinvestition : Segmentcashflow = Investitionsgrad des Segments

Die Bereitstellung der Segmentcashflowzahlen für Investoren ist für Unternehmen nicht verbindlich, sondern beruht auf Freiwilligkeit. Der Investitionsgrad zeigt die Innenfinanzierungsstärke einzelner Segmente. Liegt die Kennzahl über der Zahl Eins, deutet es auf Wachstum hin, liegt sie darunter, ist dies ein Zeichen für eine Schrumpfung der Investitionen.

Die Bilanzpolitik des Konzerns in die Bewertung miteinbeziehen

Die Indikatoren der Leistungsfähigkeit einzelner Segmente berücksichtigen nicht jede Position (Stichwort: Bilanzexterne Bilanzierung), sodass möglicherweise die Ergebnisse aufgrund der Bilanzpolitik nicht transparent genug sind, um eindeutige Schlüsse ziehen zu können.

Umsätze können durch unterschiedliche Darstellung der Sachverhalte verschiedene Bilder des analysierten Unternehmens präsentieren. Der Umsatzindikator eignet sich für die Beurteilung der relativen Umsatzstärke. Werden unterschiedliche Zeiträume herangezogen, lassen sich die Auswirkungen von Veränderungen im Herstellungs- sowie Absatzbereich besser zuordnen.Die kontinuierliche Beobachtung des Unternehmens über einen längeren Zeitraum in Bezug auf die oben genannten Kennzahlen gibt ein umfassendes Bild über die Veränderungen, Stärken und Schwächen der einzelnen in- und ausländischen Geschäftsteilbereiche. Es verdeutlicht, in welchem Verhältnis einzelne Segmente gefördert, vernachlässigt oder ausgeklammert werden.

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