Bald bekommen wir unser Geld zurück … laut Politik

Bald bekommen wir unser Geld zurück … laut Politik

Welches Geld? Von wem? Wie viel und vor allen Dingen, wann? – Die Rede ist von Griechenland, das am 20.8.2018 den EU-Rettungsschirm ESM verlassen hat und sich jetzt wieder selbst Geld an den Finanzmärkten beschaffen wird. Am 6.8.2018 wurde die letzte Tranche der Hilfszahlungen in Höhe von „nur noch“ 15 Milliarden Euro ausgezahlt. Davon sollen 9,5 Milliarden Euro zum Aufbau eines Kapitalpuffers für die Zeit nach Ende des internationalen Hilfsprogramms dienen. Der Rest soll zur Schuldentilgung verwendet werden.

Verhinderung der Staatspleite dauerte (vorerst) 8 Jahre

Griechenland und die Eurostaaten verbreiten angestrengt die Meldung, sie hätten das Klassenziel nun endlich erreicht. Aber ist dem wirklich so?

Griechenland wurde bekanntlich seit 2010 mit hohen internationalen Krediten, Schuldenschnitt im Frühjahr 2012 und Streckung der Kreditlaufzeiten vor der Pleite bewahrt. Im Gegenzug musste Athen ein striktes und umfassendes Spar- und Reformprogramm umsetzen. Die Ironie des Schicksals wollte es, dass diese Reformen und Sparanstrengungen unter der Regierung der einstigen Populisten von Alexis Tsipras, der immerhin jetzt schon seit einer Legislaturperiode Premierminister ist, durchgesetzt werden mussten. Im laufenden dritten Hilfsprogramm standen theoretisch bis zu 86 Milliarden Euro zur Verfügung, rund 62 Milliarden Euro wurden davon dem ESM zufolge ausgezahlt. Die restlichen 24 Milliarden werden wohl jetzt der Reserve für kommende Finanzkrisen zugeschlagen. Vielleicht bekommen wir es aber auch schon bald wieder, denn mit der letzten Auszahlung verfügt Griechenland laut ESM über einen Kapitalpuffer in Höhe von rund 24 Milliarden Euro. Damit könnte das Land sich im Worst-Case-Szenario etwa 22 Monate über Wasser halten, wenn es doch nicht so klappt mit dem Anleihegeschäft …

Ehrlich gesagt haben wir vom NDAC auch erhebliche Zweifel, dass sich Griechenland zu moderaten Zinsen am internationalen Markt Geld wird leihen können. Denn die erwartete Staatsverschuldung beträgt für 2018 immerhin 349,87 Milliarden Euro. Das bedeutet, in Athen befindet sich mit rund 180 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ein erheblicher Schuldenberg in den Büchern – und das bei nur 11,1 Millionen Einwohnern, die ein Bruttoinlandsprodukt von 200,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2017 erwirtschafteten.

Aber immerhin ist das Bruttoinlandsprodukt seit 2017 nach Jahren der Flaute wieder gestiegen. Den veröffentlichten Zahlen des staatlichen Statistikamtes Elstat zufolge legte das BIP im ersten Viertel des Jahres 2018 gegenüber dem Vorquartal um 0,8 Prozent zu. Im Vergleich zum vierten Quartal 2017, als das Wachstum nur 0,2 Prozent betrug, hat die griechische Wirtschaft damit deutlich an Dynamik gewonnen. Das Plus fiel in den ersten drei Monaten doppelt so hoch aus wie im Schnitt der Eurozone – ohne Zweifel, ein toller Erfolg für die Menschen in Griechenland.

Wäre eine Rückkehr zur Drachme besser gewesen?

Viele Fachleute waren bei Ausbruch der Griechenland-Krise der Meinung, dass das Land mit einer Rückkehr zur Drachme besser gefahren wäre, zumal die damals Regierenden sich den Beitritt zum Euro unter tatkräftiger Hilfe amerikanischer Investmentbanker mit geschönten Statistiken erschlichen haben.

Doch was wäre dadurch gewonnen worden? Bei Wiedereinführung der alten Währung wäre die Drachme bei Bedarf abgewertet worden, und der Export wäre gestiegen. Nur fällt uns im Moment nicht so sehr viel ein, was Griechenland exportiert. Aber wir haben nachgeschlagen und fanden dabei neben Ouzo landestypische Lebensmittel wie Oliven, Feta, Öl, Trauben, Tomaten und Obst in Dosen etc. Zweitwichtigster Exportfaktor sind pharmazeutische Erzeugnisse. Jedes sechste Produkt aus Hellas sind Pillen und Salben. Die deutsche Industrie lässt sich von griechischen Unternehmen mit Halbwaren und Vorerzeugnissen beliefern, vor allem Blech, Ferrolegierungen oder Vorprodukte aus Alu und Kupfer. Anteil am Gesamtimport: rund 13 Prozent.

Und natürlich hätten ausländische Touristen einen günstigen Urlaub in Griechenland verbringen können. Aber das tun sie ja jetzt auch. Denn der Tourismus ist der größte Wirtschaftsfaktor für die Hellenen.

Die Auslandsschulden (Tilgung und Zinsen) aber wären in Euro in den Büchern geblieben und gestiegen, weil die Drachme an Wert verloren hätte. Und damit wäre niemandem geholfen gewesen. Außerdem wäre das Land als Mitglied der Europäischen Union auf noch stärkere Alimentierung durch die anderen EU-Staaten angewiesen gewesen.

Sollte man in Griechenland investieren?

Durch die von den Gläubigern durchgesetzten Privatisierungen tummeln sich bereits einige ausländische Investoren in Griechenland. Wen wundert?s da, dass die Chinesen hier besonders am Hafen von Piräus interessiert waren, stellt er doch einen wichtigen Bestandteil des Projektes 2025 (moderne Seidenstraße) dar.

Aber sonst gingen die Investitionen im ersten Vierteljahr gegenüber dem Vorquartal um 10,4 Prozent und im Jahresvergleich sogar um 28,1 Prozent zurück. Diese enttäuschende Entwicklung der Investitionen zeigt: Griechenlands Aufschwung fehlt es noch an Tiefe und Nachhaltigkeit. Und genau das, was mit zum Ausbruch der griechischen Finanzkrise geführt hat, gilt auch heute noch als größtes Investitionshemmnis: Hohe Besteuerung, mangelnde Rechtssicherheit und Korruption.

Fazit

Um die Eingangsfragen noch zu beantworten, ob, wann und wie viel Steuergeld wir wiedersehen werden, steht leider in den berühmten Sternen …

Wir jedenfalls werden mit unseren Fonds vorerst nicht in Griechenland investieren, wünschen den Menschen aber dort sehr bald ein auf stetigem Wirtschaftswachstum beruhendes besseres Leben.

Die letzten Neuigkeiten:

Es brechen volatile Zeiten an den Börsen an

Es brechen volatile Zeiten an den Börsen an

Unsere Anleger haben es sicher schon bemerkt: Die Richtungswechsel an den Börsen treten aktuell häufiger auf. So gab es in der jüngsten Vergangenheit nicht mehr nur die beruhigende Kursentwicklung gen Norden. In den vergangenen Tagen wechselte unser deutscher Leitindex nämlich die Richtung, auch wenn er wieder umkehrte. Immer wenn neue Zahlen zur wirtschaftlichen Entwicklung über den Ticker laufen, die die zukünftigen Probleme beleuchten, dreht die Börse.

Die Nachrichten, die die Börse beweg(t)en

Die am 17.8.2018 veröffentlichten Daten zur Leistungsbilanz der Eurozone im zweiten Quartal besagen, dass die Netto-Aktienzuflüsse von monatlich 25 Milliarden Euro seit der Frankreichwahl im Mai 2017 vollständig versiegten. Die Kapitalabflüsse am Rentenmarkt stabilisierten sich jedoch bei 30 Milliarden Euro pro Monat – immerhin eine Erholung, nachdem es im Schlussquartal 2017 über 60 Milliarden Euro gewesen waren. Die Europäer selbst verkauften im zweiten Quartal jeden Monat sogar nur noch Euro-Anleihen in Höhe von 5 Milliarden Euro, da sich die Jagd auf Rendite im Ausland verlangsamt. Doch ausländische Investoren dominieren momentan, zeigen sich weiter nervös und halten den Euro zurück.

Die Agentur Reuters meldete unter Berufung auf Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums in Berlin zudem, dass der deutschen Industrie vor dem Hintergrund des Handelskonflikts mit den USA die Aufträge so stark wie seit rund anderthalb Jahren nicht mehr weggebrochen seien. Fakt ist demnach, dass das Neugeschäft im Juni um sage und schreibe 4 Prozent im Vergleich zum Vormonat rückläufig gewesen sei. Damit ist der Rückgang deutlich stärker als erwartet ausgefallen. Laut Reuters seien Ökonomen von einem Minus von nur 0,4 Prozent ausgegangen. Das Ministerium merkte überdies an, dass bei der Entwicklung auch Verunsicherungen durch die Handelspolitik eine Rolle gespielt haben dürften. Die Auslandsnachfrage nach deutschen Industriegütern nahm im Juni insgesamt um 4,7 Prozent ab. Dabei verringerten sich die Bestellungen aus der Eurozone um 2,7 Prozent, während das Geschäft mit dem Rest der Welt um 5,9 Prozent nachließ. Die Inlandsnachfrage schrumpfte um 2,8 Prozent. Kein Wunder also, dass die Schar der Ökonomen die Entwicklung in der gesamten Industrie Reuters zufolge vorsichtiger einschätzt.

Dazu passt auch, dass der an der Börse viel beachtete Ifo-Geschäftsklimaindex speziell im produzierenden Gewerbe keinen Anlass mehr für Euphorie gibt. Im verarbeitenden Gewerbe ist der Index im ersten Halbjahr das sechste Mal in Folge gesunken. Grund hierfür waren merklich schlechtere Lageeinschätzungen der Industriefirmen. Die Nachfragedynamik verlor an Schwung. Auch im Juli fiel der Index noch einmal, wenn auch nur leicht.

Und der DAX?

An der Börse wird bekanntlich die Zukunft gehandelt. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der DAX sich aufgrund der schlechten Prognosen von seinen Höchstständen verabschiedet. Sehr kühne Optimisten sahen den DAX schon bei bisher noch nie erreichten 14 000 Punkten und höher. Wir vom NDAC gehören jedoch zu den Realisten. Der DAX wird sich, je näher die Einschläge kommen (schlechte Konjunkturzahlen, Auswirkungen der Sanktionen, Turbulenzen an der Währungsfront, steigende Zinsen in den USA, eine wie auch immer geartete Finanzkrise etc.), ganz schnell vom Aufwärtskurs verabschieden und abtauchen.

Was können Kleinanleger tun?

Kleinanleger sind meistens bequem, kostenbewusst, wählen einen ETF auf den deutschen Leitindex und freuen sich, wenn der DAX stetig steigt. Kleinere Schwankungen nehmen sie in Kauf, und wenn ein paar Tage später wieder alles nach oben dreht, dann ist die Welt in Ordnung. Wir haben schon ein paarmal darüber geschrieben, dass die heutige Anlegergeneration nach dem weltweiten Finanz-Desaster von 2008 nur steigende Börsenkurse gewöhnt ist.

Aber:

Mit 12 916 Punkten im Januar 2018 gestartet, sank der Performanceindex (WKN 846900) im August, bedingt durch die unsichere wirtschaftliche und politische Weltlage, sukzessive auf 12 166 Punkte. Auch wenn er sich aktuell mit rund 12 400 Punkten etwas erholt hat, müssen wir sagen, dass das Börsenjahr 2018 noch nicht vorbei ist. Die Zeichen stehen auf Gegenwind, und so bequem ein passiver ETF auch ist, er wird immer dem zugrunde liegenden Index folgen, leider eben auch nach unten.

Fazit

Dass es auch anders geht, zeigt unser NDAC-Fonds. Denn wir konnten das Kapital unserer Investoren erhalten trotz des starken Kurseinbruchs beim DAX. Das liegt zum einen daran, dass wir nicht nur auf den DAX fokussiert sind, sondern auch Werte aus der zweiten und dritten Reihe in unser Portfolio aufgenommen haben, die in der Regel nicht so stark schwanken wie die deutschen Bluechips. Zum anderen haben wir uns mit ausgewählten internationalen Aktien eine weitere Sicherheit geschaffen. Und wir sind ständig am Markt aktiv und können damit den Folgen eines Kurseinbruchs auch in Zukunft durch Kaufen, Halten und Verkaufen entgegenwirken.

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Der Euro, die Deutschen und die Nullzinspolitik

Der Euro, die Deutschen und die Nullzinspolitik

Es gibt insgesamt 28 EU-Länder. 20 Jahre nach der Gründung der Europäischen Zentralbank ist der Euro in 19 von ihnen offizielles Zahlungsmittel. Stand 2018 zählen Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Portugal, Griechenland, Belgien, Luxemburg, die Niederlande, Irland, Finnland, Malta, Zypern, Slowenien, die Slowakei, aber auch Estland, Lettland und Litauen zum Euro-Währungsgebiet.In den EU-Ländern Schweden, Polen, Kroatien, Bulgarien, Rumänien, der Tschechischen Republik und Ungarn wird der Euro (noch) nicht verwendet. Dänemark ist ein EU-Land mit dem vertraglichen Recht auf Nichteinführung der europäischen Währung. Dies gilt ebenso für das Vereinigte Königreich, das sich in Austrittsverhandlungen aus der EU (Brexit) befindet.

Ein kleiner Rückblick: die Einführung des Euro

Der Euro wurde als Buchwährung für Banken bereits im Jahr 1999 etabliert. Ab dem 1.1.2002 konnte und sollte in 12 europäischen Ländern dann mit der Gemeinschaftswährung bar gezahlt werden. Neben Deutschland waren Frankreich, Spanien, Italien, Portugal, Österreich, Luxemburg, Belgien, die Niederlande, Irland und Finnland von Anfang an dabei. 2001 kam Griechenland nach Einführung des Buchgelds, aber noch vor der Umsetzung des Bargeldverkehrs hinzu. Vereinbart wurde all dies bereits 1992 im sogenannten Vertrag von Maastricht. Die 4 Konvergenzkriterien lauten Preisstabilität, die Begrenzung der Höhe der langfristigen Zinsen, die Wechselkursstabilität sowie eine Haushaltsdisziplin aller Länder.

Bekanntlich war das Ziel Deutschlands damals, eine „harte“ Währung im Sinne der Deutschen Mark wie unter der Bundesbank ohne Einmischung der Politik durchzusetzen. Das Hauptziel – der Euro als stabile Währung, die sich gegenüber dem US-Dollar, dem britischen Pfund und dem japanischen Yen behauptet – wurde erreicht. In Frankreich hingegen ging die Tendenz stets stärker in Richtung einer aktiven Rolle des Staates in der Wirtschaft. Das Konzept einer unabhängigen Institution ohne demokratische Kontrolle erregt beim Nachbarland eher Misstrauen. Diese unterschiedlichen Vorstellungen selbst bei zwei sich nahestehenden Ländern veranschaulichen ein wenig das Konfliktpotenzial, das sich innerhalb der Europäischen Währungsunion entwickeln konnte.

Für die Deutschen war die Umstellung von der Deutschen Mark auf den Euro auch eine emotionale Angelegenheit: Die D-Mark stand für das deutsche Wirtschaftswunder, Wohlstand, Stabilität sowie Wiedervereinigung. Als positiv empfanden die reisefreudigen Deutschen den Umstand, nicht mehr für alle Reisen in europäische Länder Geld wechseln zu müssen. Dagegen stand, dass sich alles teurer anfühlte: Das Wort „Teuro“ wurde 2002 zum Wort des Jahres.

Das Problem mit den niedrigen Zinsen ist „typisch deutsch“

Bis Ende 1998 war die Deutsche Bundesbank für die Festsetzung des sogenannten Diskontsatzes, dem Vorgänger des Leitzinses, zuständig. Dieser schwankte im Laufe der Jahre erheblich und bewegte sich seit den 1970er-Jahren bis zur Einführung des Euro zwischen 2,5 Prozent und knapp unter 9 Prozent. Einen Leitzins, der niedriger als 2,5 Prozent ist, gab es nicht in der Historie der Bundesbank, sondern nur mit der Europäischen Zentralbank – zum Leidwesen der Deutschen. Die EZB setzte in ihrer Anfangsphase zwar auch eher auf höhere Zinsen, doch lag seit Euro-Einführung der Leitzins nie über 5 Prozent. Diese Entwicklung führte beim deutschen Sparer zu Frustration: Die Bundesbank war schließlich jahrzehntelang ein Garant für gute Zinsen auf Erspartes.

Ein niedriger Leitzins hat zwar einen positiven Effekt auf eine Immobilienfinanzierung, jedoch nutzen Deutsche die rückläufige Hypothekenzinsentwicklung nur ungenügend aus. Im Vergleich zu allen südeuropäischen Ländern besitzen in Deutschland deutlich weniger Menschen Wohneigentum. Denn Deutschland ist traditionell ein „Mieterland“, was vor allem daran liegt, dass der deutsche Gesetzgeber kontinuierlich bestrebt ist, das Mieterrecht zu stärken. In Spanien wohnen ca. 80 Prozent der Bevölkerung in einer eigenen Immobilie, auch wenn die Zahl der jungen Menschen, die sich seit der Krise eine Immobilie leisten können, aufgrund der hohen Jugendarbeitslosigkeit gesunken ist.

Studien zeigen, dass die Deutschen an ihrer Strategie festhalten: Sparbuch, Mietwohnung, Auto und viele Urlaubsreisen.

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Elon Musk und das Abenteuer Tesla

Elon Musk und das Abenteuer Tesla

Auch wer nicht unbedingt ein Fan von elektrisch betriebenen Fahrzeugen ist, kommt am charismatischen Erfinder der Tesla-Autos Nikola Tesler (1856–1943) nicht vorbei. Immer wieder taucht der Name des nach ihm benannten US-Unternehmens in den Schlagzeilen auf und sorgt mit neuen Nachrichten und Ideen von alternativen Antrieben für Verwirrung in Wirtschaft und Technik.

Wer ist Elon Musk?

Elon Reeve Musk wurde am 28.6.1971 in Pretoria (Südafrika) geboren. Er besitzt die Staatsangehörigkeit seines Geburtslandes Südafrika, aber auch die von Kanada und den USA. Elon Musk wurde als Investor und Unternehmer bekannt. Zu seinen Erfolgen gehören die Beteiligung an der Gründung des Online-Bezahlsystems PayPal und dem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX, das letztlich der Menschheit die Kolonialisierung und das Leben auf dem Mars ermöglichen soll. Auf Letzteres werden wir wohl noch ein paar Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte warten müssen. Es zeigt jedoch die visionären Vorstellungen und Ziele von Elon Musk.

Nicht ganz so bekannt sind seine unternehmerischen Aktivitäten bei Zip2, Xcom, Solar City, Hyperloop, OpenAll etc. Doch auch sie sind und waren im Endeffekt erfolgreich; nicht umsonst ist Musk mehrfacher Milliardär und einer der reichsten US-Amerikaner – ein sehr steiler Aufstieg für den Sohn eines südafrikanischen Maschinenbauingenieurs und eines kanadischen Models.

Und nun also Tesla …

Tesla Inc. (für incorporated = registriert, eingetragen) wurde nach dem Physiker und Erfinder Nikola Tesla benannt. Gegründet wurde die Firma im Juli 2003 von Martin Eberhard und Marc Tarpenning, die 2008 allerdings ausschieden. Im Frühjahr 2004 stiegen Risikokapital-Investoren ein, Elon Musk wurde Aufsichtsratsvorsitzender und avancierte bald zur prägenden Figur von Tesla.

Heute beschäftigt Tesla circa 37 500 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von 11,8 Milliarden Dollar (Stand 31.12.2017) erwirtschaften. Aktuell produziert das Unternehmen mit Sitz in Palo Alto/Kalifornien verschiedene Modelle von selbst entwickelten Elektroautos und Batteriesystemen.

Wir vom Niedersächsischen Aktienclub sind wirklich keine Autoexperten und können demnach keine technischen Details der E-Autos beurteilen. Aber wirtschaftlich muss da schon mehr kommen als nur der Ausweis von Verlusten jedes Jahr, Kapitalerhöhungen, Anleihen und das Vertrösten auf die Zukunft.

Tesla kämpft seit Monaten mit Problemen in der Massenfertigung. Der Elektroauto-Pionier hat zwar bereits Erfolge mit E-Fahrzeugen im Luxussegment gefeiert, aber wie viele Käufer können sich schon ein Auto der Luxusklasse leisten? Ein Auto ist noch immer in erster Linie ein Gebrauchsgegenstand, der in der Massenfertigung seine Umsätze und Gewinne einfährt. Doch bei Tesla reden wir noch nicht einmal von Massenfertigung, denn selbst die Produktion von Großserien des günstigeren Models 3 kommt nicht recht in Gang. Seit Monaten verkündet Musk immer wieder neue Termine, wann Tesla die wichtige Marke von 5000 produzierten Autos des Typs Model 3 pro Woche erreichen werde.

Zuletzt hatte Musk zugesichert, Ende Juni 2018 solle es nun so weit sein. Nach Informationen der US-Nachrichtenseite „Businessinsider“ hat Tesla seit Jahresbeginn 30 000 Model 3 produziert, im Monat Juni sollen es 6000 Fahrzeuge gewesen sein. Bis zur Marke von 5000 pro Woche würde damit also noch einiges fehlen. Tesla wollte weder den Bericht noch die Zahlen kommentieren.

Und dann kommt die Nachricht, wohlgemerkt nicht wie üblich bei börsennotierten Unternehmen als Ad-Hoc-Mitteilung, sondern über Twitter, dass Musk darüber nachdenkt, die Aktie von der Börse zu nehmen. Aufgrund der Turbulenzen um die Nachricht folgte danach ein Schreiben von Tesla, in dem mitgeteilt wurde, dass eine endgültige Entscheidung noch nicht gefällt sei. Es soll darum gehen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Tesla am besten arbeiten könne.

Wie viele andere Experten fragen wir uns auch, woher der Konzern das Geld nehmen will, um die Aktionäre auszuzahlen. Immerhin wurden 420 Dollar pro Aktie genannt, was summa summarum circa 82 Milliarden Dollar ergibt. Bisher wurden mit der E-Mobilität aber noch keine nennenswerten Gewinne erzielt. Im Gegenteil, es wurde immer wieder neues Kapital von Anlegern durch diverse Kapitalerhöhungen eingesammelt. Sollte es allerdings nur heiße Luft sein, dann hat der Konzern jetzt wohl ein juristisches Problem am Hals. Denn laut Rechtsexperten muss nun durch Tesla der Nachweis erbracht werden, dass die Finanzierung steht. Sonst hätte Musk den Aktienkurs mit heißer Luft nach oben getrieben, und das könnte schlimmstenfalls als Marktmanipulation ausgelegt werden und vor Gericht landen.

Fazit

Im Ergebnis all dessen sollten Anleger die Finger von der Aktie lassen. Ein Mann, ausgestattet mit Visionen und brillanter technischer Intelligenz, sollte nicht Aufsichtsratsvorsitzender dieses Unternehmens sein. Auf diesen Posten gehört vielmehr eine Person, welche die Finanzen und die Medien im Griff hat. Elon Musk sollte sich also besser voll auf seine Technik konzentrieren können, um das E-Auto endlich in eine Massenproduktion zu überführen.

In unserem Aktienfonds befinden sich zwei Werte, die sich unter anderem mit der E-Mobilität beschäftigen: BASF (Batteriesysteme) und Daimler (Entwicklung von E-Autos). Sollte Tesla aber seine Probleme lösen, werden wir sicher über eine Aufnahme neu nachdenken.

Die letzten Neuigkeiten:

JEFTA – die Antwort aus Europa und Japan

JEFTA – eine knallharte Antwort aus Europa und Japan

Na also, funktioniert doch noch etwas in der Weltwirtschaft! Die Europäische Union hat ein Freihandelsabkommen mit Japan geschlossen. Lang genug hat es gedauert, denn seit 2013 sind die beiden Delegationen schon am Verhandeln. Zuletzt aber ging alles sehr schnell.

Die EU scheint sich mit der Situation des Strafzollirrsinns von Donald Trump langsam abzufinden und zeigt überraschende Agilität! Es wird einfach nach alternativen Lösungen gesucht, um die Lücke im internationalen Handel zu schließen. Eine davon ist das historisch bisher einmalige Freihandelsabkommen mit Japan. Das sendet ein deutliches Signal in Richtung der USA und Donald Trump: „Wir können auch woanders Geschäfte machen …“.

Wir dürfen gespannt sein, wie die USA jetzt darauf reagieren, denn so langsam wird es eng. Masche für Masche spannt sich ein Freihandelsnetz um die USA. Und Präsident Trump hat dann endlich seine Mauer, allerdings anders, als er sich das vorgestellt hat: eine Freihandelsmauer! Im Norden Kanada, im Süden Mexiko und die südamerikanischen Staaten, im Osten die EU und Japan und im Westen Russland. Auch mit China verhandelt die EU wie wir wissen mittlerweile verstärkt.

Am Ende heißt es dann in Anlehnung an einen bekannten Filmtitel: America alone at home …

Die Bedeutung des JEFTA

Das Freihandelsabkommen zwischen der EU und Japan, kurz JEFTA genannt (engl.: Japan-EU Free Trade Agreement), ist ein Freihandels- und Investitionsschutzabkommen zwischen der Europäischen Union und Japan. Es wurde von 2013 bis 2017 verhandelt. Vorbehaltlich der Zustimmung des EU-Parlaments in Straßburg ist es das bisher umfangreichste bilaterale Handelsabkommen der EU. Außerdem hat es die Form eines völkerrechtlichen Vertrags.

Dass es sich durchaus um ein bedeutendes Abkommen handelt, sehen wir an den folgenden Fakten: Das Freihandelsabkommen JEFTA umfasst 30 Prozent des Weltbruttoinlandsprodukts und 40 Prozent des globalen Handels. Japan ist nach China der zweitgrößte Handelspartner der EU in Asien und der sechstgrößte weltweit. Das Kaiserreich zählt trotz seiner demografischen und ökonomischen Probleme zu den führenden Industrienationen in der Welt. Wichtig ist aber auch, dass JEFTA in Richtung China signalisiert, wer in Asien die besten Investitionsbeziehungen besitzt, und umgekehrt ist es für Europa ein Türöffner zu einem Weg in den asiatischen Markt, der nicht direkt durch China führt.

Zollschranken abbauen statt Strafzölle

Exporteure aus der EU bezahlen etwa 1 Milliarde Euro pro Jahr an Zöllen für die Einfuhr von Produkten nach Japan. Landwirtschaftliche Erzeugnisse zum Beispiel sind im Schnitt mit Zöllen von 21 Prozent belegt. Umgekehrt betrug 2016 das durchschnittliche Zollniveau für Importe aus Japan in die EU 4 Prozent, davon für Agrargüter ca. 12,9 Prozent und für industrielle Waren ca. 2,5 Prozent. Mit JEFTA sollen 99 Prozent der bestehenden Zölle zwischen der EU und Japan nun wegfallen. Auch andere bilaterale Regulierungen werden durch das Abkommen hinfällig – europäische Unternehmen können so ihre Produkte ohne zusätzliche Prüfungen, Zertifizierungen oder Kennzeichnungen in Japan verkaufen.

Die Gewinnerbranchen von JEFTA

Wenn die hohen Zölle wegfallen, können EU-Firmen verstärkt nach Japan exportieren. Besonders profitieren von dem Abkommen werden aller Voraussicht nach die Pharma- und Medizinbranche, Erzeuger landwirtschaftlicher Lebensmittel, Fahrzeuge sowie Transportausrüster. Allein der Export von verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Schweinefleisch nach Japan wird in den nächsten Jahren durch den weitgehenden Wegfall der Zölle um bis zu 180 Prozent steigen, so rechnen die Branchenvertreter.

Umgekehrt hofft die japanische Autoindustrie durch die Senkung der Zölle auf mehr Exportchancen japanischer Autos nach Europa, frei nach dem Motto: Nichts ist unmöglich … Aktuell belasten die Zölle für japanische PKWs mit 10 Prozent und für Nutzfahrzeuge zwischen 10 und 22 Prozent den Export nach Europa.

Wird Sushi jetzt billiger? – Was bedeutet JEFTA für den Verbraucher?

Für die etwa 600 Millionen Konsumenten auf beiden Seiten sollen importierte Produkte durch das Abkommen günstiger werden. Allerdings besteht die Gefahr, dass die Gewinne von den Konzernen eingesteckt werden. Aber es bestehen durchaus berechtigte Hoffnungen, dass durch den Wettbewerbsdruck auch Verbraucher davon profitieren werden. Und für Sushi-Liebhaber gibt es leider keine so guten Nachrichten, da der Fisch nun mal aus den Ozeanen kommt, dort auch verarbeitet und dann dem Verbraucher angeboten wird.

Die Chancen für Kleinanleger

Japanische Kleinwagen und Motorräder sind in Deutschland sehr beliebt und deren Hersteller auch für Kleinaktionäre, welche Geld anlegen wollen, interessant. Ebenso sind die japanischen Elektronikfirmen eine Möglichkeit, an den Gewinnen durch das Freihandelsabkommen zu partizipieren. Umgekehrt werden die Umsätze und Gewinne der europäischen Firmen durch JEFTA wachsen.Für unseren NDAC-Aktienfonds ergibt sich nun die Aufgabe, den neuen JEFTA-Markt zu beobachten und gegebenenfalls auf neue Chancen zu reagieren. Der japanische Markt wird sicher in der Zukunft eine größere Rolle auch bei unserem Research spielen.Weitere Informationen

Weltmeister Deutschland

Deutschland gewann bei der Weltmeisterschaft, aber nur …

Keinen Herzlichen Glückwunsch  zum Sieg Fußballweltmeisterschaft 2018. Tja … wenn unsere hochbezahlten Kicker eine bessere Einstellung besessen hätten. Ein „Weiter so“ wird es nicht mehr geben, dazu hängt zu viel am Wirtschaftsfaktor Fußball. Wenn wir allerdings die Reaktionen der DFB-Funktionäre betrachten, haben wir so unsere Zweifel. Aber es geschehen ja noch Zeichen und Wunder.So müssen wir uns mit einem anderen Titel zufriedengeben: Unser (Ersatz-)Champion heißt Adidas. Das börsennotierte Unternehmen aus Herzogenaurach hat die meisten Teams im Turnier 2018 in Russland ausgerüstet. Es führte das Ranking der Ausrüster bei der WM 2018 mit 12 Mandaten an und stattete somit mehr als ein Drittel aller Teams aus. Auf Rang 2 im Ausrüster-Ranking liegt knapp dahinter Nike mit 10 Mandaten. Allerdings bestritt Nike das Endspiel Frankreich gegen Kroatien allein. Inwieweit die Nike-Ausrüstung zum Weltmeister- bzw. Vizeweltmeistertitel beigetragen hat, wollen wir hier nicht beurteilen.

Nur der Vollständigkeit halber: Das Spiel um den 3. Platz ging an einen weiteren deutschen Konzern – Puma – mit drei Ausrüstungsmandaten.

Dass Sport ein riesiges und sich ständig im Wachstum befindliches Business ist, bestreitet niemand mehr. Selbst die Trikots der unterklassigen Amateure werden heute mit Sponsorenlogos versehen.

Der Fitnessboom in Deutschland – gut fürs Depot

Der Fitnessboom in Deutschland ist ungebrochen und erreicht immer weitere Höhen. Während in den 1980er-Jahren lediglich 300 000 Menschen in einem Fitness-Studio angemeldet waren, sind es heute mehr als 10,6 Millionen. Europaweit besuchen inzwischen mehr als 50 Millionen Menschen regelmäßig ein Fitnessstudio, weltweit summiert sich diese Zahl auf über 162 Millionen Fitnessbegeisterte, egal ob es nur zum Spaß betrieben wird oder ernsthaft bis zum Wahn ausartet.

Dass damit nicht nur Muskelmasse aufgebaut wird und Kalorien purzeln, sondern auch gutes Geld zu verdienen ist, wissen nicht nur die Studiobetreiber. Die verschiedenen Fitnessclubs generieren weltweit inzwischen einen Umsatz von über 80 Milliarden Dollar. Allein der nordamerikanische Markt ist mehr als 28 Milliarden Dollar schwer.

Auch für Groß- und Kleinanleger ist dieses Segment natürlich interessant, denn hier profitieren nicht nur Fitnessclubs, sondern ebenso Ausrüster und Hersteller von Sportbekleidung und -zubehör. Einige große Fitnesskonzerne haben bereits erfolgreich bewiesen, dass sie auch das Training auf dem glatten Börsenparkett beherrschen.

Die großen Drei der Fitnessbranche

  1. Planet Fitness

Vor 3 Jahren ging der Konzern an die Börse, und seit der Erstnotiz haben sich die Aktien von Planet Fitness verdreifacht. Damit gehört Planet Fitness definitiv zu den erfolgreichsten Fitnessaktien. Der Grund für den Erfolg der amerikanischen Fitnesskette liegt u. a. in den günstigen Preisen. So ist die Mitgliedschaft im Fitnessclub schon für knapp 10 US-Dollar im Monat möglich. Inzwischen betreibt die Fitnesskette mehr als 1500 Fitnesscenter in den USA, um vor allem die breite Masse an Kunden anzusprechen. Im Frühjahr 2017 wurde die Marke von 10 Millionen Mitgliedern überschritten.

  1. Basic-Fit

Der erfolgreichste europäische Fitnesskonzern Basic-Fit hat seinen Sitz in den Niederlanden. Als europäischer Marktführer im Budget-Fitnessmarkt betreibt die Kette mehr als 530 Fitnessclubs in Europa (Niederlande, Belgien, Luxemburg, Frankreich, Spanien etc.) und betreut mit über 3500 Mitarbeitern mehr als 1,65 Millionen Mitglieder.

Basic-Fit wächst schneller als Planet Fitness und erweist sich damit als echter Konkurrent für den Platzhirsch aus den USA. Die Performance des Aktienkurses sieht auch sehr fit aus. Der Kurs des Basic-Fit-Papiers legte auf Jahressicht um knapp 80 Prozent zu und gehört damit ebenfalls zu den erfolgreichsten Fitness-Aktien.

  1. Technogym SpA

Nicht ganz so bekannt sind die Papiere des Fitnessgeräteherstellers mit italienischem Design – Technogym. Unter Profisportlern ist Technogym ein Begriff. Sportprofis wie Christiano Ronaldo oder Skirennfahrer Marcel Hirscher setzen auf die Geräte des italienischen Fitness-Ausrüsters, die sich trotz hoher Preise wachsender Beliebtheit erfreuen.

Das spiegelt sich auch in den Unternehmenszahlen wider. Nachdem Technogym im Jahr 2015 die Umsatzschwelle von 500 Millionen Euro übersprungen hat, wurde 2017 die Umsatzmarke von 700 Millionen Euro genommen.

Auf dem 4. Platz liegt Puma, gefolgt von Nike und Garmin, einem GPS-Hersteller, dessen Outdoor- und Fitness-Bereiche inzwischen 42 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen.

Und erst auf dem 7. Platz folgt der „deutsche Ausrüstungsweltmeister“ Adidas, dessen Kurs sich in den letzten 3 Jahren mehr als verdreifacht hat. Adidas setzt inzwischen auf eine sehr moderne Produktion (Speedfactory), die mit Bewegungsaufnahme, Datenanalyse und 3D-Druck dafür sorgen soll, dass Adidas eines Tages maßgefertigte Schuhe anbieten kann, die genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten sind. Hoffen wir, dass diese unseren müden Kickern zur in 2 Jahren stattfindenden Europameisterschaft wieder Beine machen.

Fazit

In unserem Aktienfonds haben wir noch keine Aktien aus dem Bereich Fitness, aber unser Research verfolgt die Branche, um bei einem günstigen Einstiegskurs auch unseren Fonds „fit“ zu machen. Wer jetzt schon am Fitnesskult verdienen will, kann mit den vorgestellten Aktien eigentlich nichts verkehrt machen – auch ohne Muckibude.Lesen Sie auch dazu

Die Irrtümer in der Altersvorsorge

Die Irrtümer in der Altersvorsorge

Mit dem Begriff Altersvorsorge verbinden die meisten Bundesbürger ihre gesetzliche Rente, die betriebliche Altersvorsorge und als private Vorsorge die millionenfach abgeschlossenen Kapitallebens- und Rentenversicherungen. Aber leider irren diejenigen, die allein darauf vertrauen, immer in dem Glauben, es kann da ja nichts schiefgehen. Und doch läuft einiges in die falsche Richtung.

Irrtum Nummer eins: Die gesetzliche Rente reicht aus

Das gesetzliche Rentenniveau sinkt immer weiter ab. Das Problem wird zwar von der Politik so langsam erkannt, aber einen geeigneten Lösungsansatz gibt es bisher nicht. Definiert wird das Rentenniveau als das Verhältnis zwischen einer Standardrente und dem Durchschnittseinkommen der Versicherten im selben Jahr. Gerade für junge Menschen am Anfang ihres beruflichen Weges ist es interessant, zu wissen, dass das gesetzliche Rentenniveau laut wissenschaftlichen Studien bis ins Jahr 2060 auf 41,2 Prozent des Nettoeinkommens sinken wird. Und von diesem Betrag werden dann noch Steuern und Sozialabgaben abgezogen, die sicher auch in Zukunft schwanken, aber dem Trend nach nicht niedriger werden. Im Jahr 2010 betrug das Rentenniveau zwar noch 51,6 Prozent, aber das war auch schon nicht mehr komfortabel. Und für dieses geringe Rentenniveau werden Beiträge zulasten der Arbeitnehmer um ca. 10 Prozent bis 2060 prognostiziert. Das sind die Folgen des demografischen Wandels, der Deutschland jetzt schon sehr viele Probleme bereitet.

Und auch der sogenannte Standard- oder Eckrentner ist nur eine reine statistische Größe. Er ist 45 Jahre ununterbrochen in rentenversicherungspflichtiger Beschäftigung tätig und verdient dazu immer den Durchschnitt aller Berufstätiger. Doch leider befinden wir uns nicht immer in Zeiten der Hochkonjunktur, wie sie jetzt gerade herrscht. Es gab, gibt und wird auch in Zukunft immer wieder Brüche in den Erwerbsbiografien und Einkommen geben, die dann das Rentenniveau automatisch noch weiter absenken werden.

Irrtum Nummer zwei: Auf Zinspapiere setzen

Die Folgen der andauernden Finanzkrise zeigen, dass Anleihen nicht unbedingt für sichere Renditen stehen müssen. So bewegen sich die zehnjährigen Bundesanleihen im aktuellen Niedrigzinsumfeld mit einer Rendite zwischen 0,76 und 0,22 Prozent in den letzten zwölf Monaten. Im Jahr 2016 rutschte die Verzinsung sogar in den negativen Bereich. Wenn wir dagegen die Inflationsrate von ca. 2 Prozent ansetzen, sehen wir, dass die Lebenshaltungskosten schneller steigen als die Erträge aus vermeintlich sicheren Anleihen.

Irrtum Nummer drei: Aktien in der Altersvorsorge sind etwas für Spieler und Glücksritter

Allein die historische Betrachtung widerlegt diesen Irrtum. Laut DAI (Deutsches Aktieninstitut) haben Anleger bereits mit einem einfachen Sparplan auf den DAX (bzw. vorher deutsche Standardaktien) seit 1967 nach spätestens 20 Jahren Anlagedauer immer einen Gewinn erzielen können. Im schlechtesten 30-Jahreszeitraum betrug die jährliche Rendite 6,2 Prozent – im besten Zeitraum sage und schreibe 13,6 Prozent.

Die immer wieder ins Spiel gebrachte Schwankung (Volatilität) von Aktien ist bei einem langen Anlagehorizont wie der eigenen Altersvorsorge somit ein eher überschätzter Risikofaktor. Das Verlustrisiko nimmt mit steigender Anlagedauer auch ab, da schon ein hoher Bestand an breit gestreuten Wertpapieren im Depot liegt.

Irrtum Nummer vier: Für eine erfolgreiche Altersvorsorge sind hohe monatliche Sparsummen nötig

Junge Berufseinsteiger können mit kleinen Beträgen beginnen und später den Betrag je nach verfügbarem Einkommen erhöhen. Wichtig ist lediglich die regelmäßige monatliche Einzahlung wegen des Zinseszinseffektes auf die Sparbeträge. Mit den passenden Fondssparplänen können Anleger bereits mit einer Einzahlung von 25 Euro pro Monat starten. Sparrhythmus und -raten können dabei individuell im Gegensatz zu starren Policen festgelegt und problemlos an die jeweilige Lebenssituation angepasst werden.

Wer Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen durch seinen Arbeitgeber hat, sollte diese Förderung sinnvoll in seinen Aktiensparplan einbauen und solange die einkommensabhängige Voraussetzung auf staatliche Förderung besteht, diese auch regelmäßig beim Finanzamt beantragen.

Irrtum Nummer fünf: Ich habe doch eine Immobilie, ist doch auch gut

Immobilien bringen nicht automatisch Wertsteigerungen, sondern können ihren Besitzern unter Umständen auch unerwartete Verluste bescheren. Das merken die Immobilienbesitzer, die ihre Immobilie jenseits der großen Metropolen verkaufen wollen, jetzt schon sehr deutlich. Zwar steigen die Preise für Immobilien noch vielerorts in Deutschland, doch nicht zuletzt die Immobilienkrise in den USA hat gezeigt, dass der Preisauftrieb keineswegs ein Selbstläufer sein muss. Irgendwann wird der heiß gelaufene Markt auch hierzulande wieder kippen.

Der Traum vom Eigenheim ist zudem mit einer hohen Investitionssumme verknüpft, die sich aus Eigenkapital und Darlehen zusammensetzt. Das reduziert die Eigenkapitalrendite und ist zugleich ein Risiko: Zur Finanzierung müssen Immobilienkäufer oft hohe Kredite aufnehmen. Zudem fließt meist ein Großteil des Vermögens in die Immobilie. Andere Anlageformen werden so vernachlässigt. Auch werden laufende Kosten für Wartung und Pflege der Immobilie fällig. Und leider kann das Eigenheim nicht immer an die Kinder vererbt werden.

Fazit

An einem Aktiensparplan kommen Menschen, die auf ein sorgenfreies Leben im Alter setzen, nicht vorbei. Wir vom NDAC helfen Ihnen dabei, auch mit unserem eigenen Aktienfonds, vielen Tipps und regelmäßigen Einschätzungen der Lage an den Aktienmärkten.Lesen Sie auch

Strafzölle und die Auswirkungen auf Ihr Depot

Strafzölle und die Auswirkungen auf die Weltkonjunktur und Ihr Depot

Seit dem 5.7.2018 befindet sich die Welt im Kriegszustand, so vernahmen wir es in den Medien. – Nein, ganz so schrecklich ist es nicht. Es handelt sich hier „nur“ um einen Handelskrieg. Der hat aber das Zeug, die Welt einschneidend zu verändern. Wie schnell das passieren kann, hängt von der Einsicht der beteiligten Regierungen ab.

Wer ist beteiligt?

Erster Schauplatz sind die USA, die in der zweiten Stufe enorme Strafzölle gegen die Volksrepublik China verhängt haben.

Zweiter Schauplatz ist die Volksrepublik China, die ebenfalls mit Strafzöllen auf US-amerikanische Waren in gleicher Höhe reagierte.

Und irgendwo dazwischen liegt als dritter Schauplatz des Geschehens auch die Europäische Union, die ebenfalls Strafzölle gegen beide Staaten verhängt hat.

Und um die Lage noch unübersichtlicher zu gestalten, hat die EU kürzlich die Sanktionen gegen Russland verlängert. Dabei sieht bei Russland keiner mehr so richtig durch, weswegen. War es die Annexion der Krim, oder war es wegen des Abschusses des Passagierflugzeugs MH 117 oder wegen der Einmischung der Russen in die Kämpfe in der Ostukraine? Ist in dem Fall auch egal, denn mit den Sanktionen gegen Russland schaden wir uns mehr als Russland, das inzwischen autark gegen solche Spielchen ist. Auch die Sanktionen der USA gegen Russland bestehen weiter.

Doch all das sind nur die aktuellen Ereignisse in der Sanktionspolitik, selbstverständlich gibt es noch mehr, wie zum Beispiel die jahrzehntelangen und in den Hintergrund getretenen Sanktionen der USA gegen Iran, Kuba, Nordkorea, Venezuela, Syrien etc.

Wir konzentrieren uns hier jedoch auf die Strafzölle der USA gegen China und die EU, weil sich daraus fundamentale Auswirkungen auch für uns als Kleinanleger ergeben.

Wie entwickelte sich alles?

Unter Trump hatten die USA im März Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus China sowie auf Waschmaschinen und Solarpaneele verhängt. Peking hatte unter anderem mit Zöllen auf US-Wein und Früchte reagiert. Allerdings beliefen sich diese Maßnahmen jeweils nur auf etwa 3 Milliarden Dollar. Auch die EU wurde mit diesen Maßnahmen belegt, wenn auch mit einer Gnadenfrist von einem Monat. Wir haben darüber berichtet, auch über die Gegenmaßnahmen der EU.

In der derzeitigen Runde geht es um circa 34 Milliarden Dollar, also um das Zehnfache auf beiden Seiten. Dabei handelt es sich auf amerikanischer Seite hauptsächlich um Investitionsgüter und Zwischenerzeugnisse, aber auch um Konsum- und andere Güter, die sich mit dem 5.7.2018 verteuerten. China hat ebenfalls Strafzölle in gleicher Höhe angekündigt und wird das auch durchziehen.

Und daraufhin hat der amerikanische „Gröpaz“ (größter Präsident aller Zeiten) gleich die nächsten Zölle auf Waren aus China in Höhe von 500 Milliarden Dollar angekündigt.

Und was hat das mit der deutschen Wirtschaft zu tun?

Wir leben in einer vernetzten Welt. So werden zum Beispiel deutsche Autos von Daimler und BMW in den USA und China gebaut. Das müsste uns eigentlich nicht interessieren, aber die Autos werden zum Teil nach China exportiert und umgekehrt in die USA und unterliegen damit den Strafzöllen. Das heißt, hier droht ein Preisaufschlag. Ob die Kunden der Volksrepublik oder der USA bereit sind, den zu bezahlen, bleibt abzuwarten.

Auch bei den erwähnten Zwischenerzeugnissen stammen sehr viele Teile aus Auslandsstandorten deutscher Unternehmen, die dem erhöhten Zollregime unterliegen und demzufolge damit auch das Endprodukt verteuern (und das nicht nur um 2 oder 3 Prozent). Nicht umsonst kamen z. B. von den Managern der großen deutschen Autokonzerne und der davon abhängigen Zulieferindustrie schon Gewinnwarnungen.

Was sollten Kleinanleger tun?

Kleinanleger müssen nun wachsam sein und überprüfen, inwieweit die gegenseitigen Strafzölle ihre Positionen beeinflussen. Wichtig ist, dabei auch auf Entspannungszeichen zu achten. So hat der amerikanische Botschafter in Deutschland Richard Grenell schon im Gespräch mit deutschen Automanagern vorgeschlagen, die gegenseitigen Zölle auf Autos fallen zu lassen. Ok, war vielleicht nicht der richtige politische Rahmen, aber immerhin scheinen die USA langsam zu begreifen, dass sie sich selbst schaden mit ihren Maßnahmen.

Was wir auch noch beachten müssen als Kleinanleger, sind die anderen Streitigkeiten zwischen China und den USA. Stichworte sind hier Patentrechtsverletzungen, gegenseitige Übernahmeverbote etc., die natürlich Auswirkungen auf die Ergebnisse der betroffenen Unternehmen weltweit haben.

Fazit

Fakt ist, der weltweite Handelskrieg hat begonnen. Noch haben wir zwar eine stabile Weltkonjunktur, die schon jahrelang anhält, zu verzeichnen. Aber Ökonomen erwarten schon in den nächsten Monaten eine schnellere Abkühlung des Weltwirtschaftswachstums, bedingt auch durch die Handelskonflikte, Sanktionen und weltweiten Streitigkeiten. Noch besteht aber die Hoffnung, dass sich die Parteien im Rahmen der Welthandelsorganisation WTO auf Kompromisslösungen oder auch bi- oder multilateral einigen.Lesen Sie auch