ING-Diba rückt von ihrem Kerngeschäft ab

brennender Geldschein
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Verlustgeschäft mit Tagesgeld – Gewinn mit Aktien

Bis zum Stichtag 03.04.2018 wurden noch 0,10 Prozent für Bestandskunden bis zu einem Betrag von 50.000 Euro gewährt und der Zinssatz für darüber liegende Beträge lag bei 0,05 Prozent. Es gab und gibt keine maximale Begrenzung in der Anlagehöhe bei dieser Geldvernichtung.

Die EZB ist schuld?!

Die Europäische Zentralbank in Frankfurt/Main ist an der Misere schuld, dass immer mehr falsch angelegtes Geld sich in Luft auflöst und die Reserven der Sparer vernichtet werden. Der von ihr fest gesetzte EZB Refinanzierungszins (umgangssprachlich auch Leitzins genannt), nach dem die Banken sich bei ihren Zinsen für Sparanlagen richten, liegt nun seit dem 10.03.2016, also eine gefühlte Ewigkeit, bei 0,00 Prozent. Banken müssen Strafzinsen entrichten, wenn sie Geld bei der EZB parken. Der EZB – Präsident Mario Draghi ist der Buhmann der Sparer und zunehmend auch der Politiker in den Industrieländern des Euroraums. Die Politiker fürchten den Zorn ihrer Wähler, wenn die Zinsen weiter niedrig bleiben, obwohl sie damit die Staatshaushalte konsolidieren können. Die EZB hat aber nun einmal die Aufgabe, die Inflation in einem Korridor von rund 2 Prozent zu führen und für die Währungsstabilität im Euroraum zu sorgen. Das haben übrigens die Politiker vor Jahren in Maastricht selbst beschlossen.

Die Prognose sieht auch nicht viel besser aus

Die geldpolitischen Beschlüsse der EZB vom 26. April 2018 deuten darauf hin, dass die Zinsen im Jahr 2018 auf dem niedrigen Niveau bleiben werden. Auch die nächsten Sitzungen der EZB werde daran nichts ändern, so die Prognose. Und leider können Sparer sich nicht darauf verlassen, dass 2019 alles wieder ins Lot gerät. Erst für Mitte /Ende 2019 wird ein Zinsschrittchen erwartet, der sich erwartungsgemäß nicht auf die Sparzinsen auswirken wird. Und wenn 2019 die Inflationsentwicklung, die finanzpolitische Lage, eine neue Finanzkrise etc. eine Zinserhöhung nicht gestatten, dann warten unsere Sparer weiter auf eine Steigerung ihres Sparkapitals.

Das Problem der Entwertung

Wenn Sparer ihr Kapital aus Risikoscheu oder auch nur aus Bequemlichkeit auf Tagesgeld- oder Festgeldkonten liegen lassen, dann haben sie am Ende das Kapital (z.B. 50.000 Euro) erhalten (+0,01 Prozent Zins = 5 Euro), aber das auch nur nominal. Der Substanzwert des Spargeldes abzüglich des Kaufkraftverlustes, Inflation genannt, von im Jahr sagen wir bspw. 1,8 Prozent wird dann nur noch 49.100 Euro betragen. Aber Stopp, wir dürfen die Rendite von 5 Euro nicht vergessen, also sind es doch immerhin 49.105 Euro. Im Normalfall käme noch die Kapitalertragssteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer in Abzug. Aber in diesem Beispiel wird auch unser neuer Bundesfinanzminister Olaf Scholz auf die Erhebung von Steuern verzichten, da es einen Steuerfreibetrag für Kapitalerträge gibt. Er greift erst oberhalb von 801 Euro Ledige /1602 Euro Verheiratete auf die Erträge aus Kapital zu.

Aktien und Aktienfonds bleiben auch 2018 die bessere Alternative

Weitaus mehr können Anleger mit Aktien und Aktienfonds verdienen, allerdings sind diese Anlagen mit einem gewissen Risiko behaftet. Aber mit konservativen Papieren oder Fonds hält sich das Risiko in Grenzen, wir haben mehrfach darauf hingewiesen.

Zwei verschiedene Möglichkeiten hat der Anleger gegenüber dem Sparer, Geld zu verdienen. Einmal mit Kursgewinnen und zum anderen mit einer möglichen Gewinnbeteiligung in Form einer Dividende. So zahlt zum Beispiel die niederländische ING Group, zu der die ING-Diba gehört, für das vergangene Jahr eine Dividende 0,67 Euro auf jede Aktie aus, das bedeutet eine Dividendenrendite von 4,36 Prozent. Und für das laufende Geschäftsjahr 2018 wird sogar eine Erhöhung der Dividende auf 0,71 Euro prognostiziert. Also hätten wir theoretisch das auf dem Tagesgeldkonto befindliche Beispielkapital in Aktien angelegt, wäre für das Jahr 2017 eine Rendite von 2.180 Euro als Ergebnis möglich gewesen. Und das sieht doch erfreulicher aus, als die 5 Euro auf das Tagegeld. Wobei hinzukommt, dass die 0,01 Prozent = 5 Euro nur dann erreicht werden, wenn das Kapital das ganze Jahr auf dem Konto liegen. Eine Aktie hingegen können Anleger ein paar Tage vor dem Auszahlungsstichtag kaufen und danach verkaufen. Allerdings verzichten sie dann auch auf mögliche Kursgewinne.

Fazit:

Mit ausgewählten Aktien und Aktienfonds, gern auch von unserer Seite, erzielen Anleger entschieden mehr Rendite als mit Tages- und Festgeld. Kein Wunder, dass die Ing- Diba jetzt verstärkt auf Aktien und Fondslösungen setzt. Mit Zinsanlagen lassen sich keine Kunden mehr gewinnen, geschweige denn binden.

Italien als neuer Brandherd für eine Finanzkrise

Bild mit rissiger Europa-Flagge Italien als gefährlicher Brandherd für eine neue Euro Krise

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„Prima l’Italia“ oder „Italien“ zuerst – Die nächste Finanzkrise wird kommen – Die Politik diesmal  als Auslöser

Das alte  Regierungsbündnis um Ministerpräsident Matteo Renzi wurde bei den letzten Parlamentswahlen trotz einer vernünftigen Politik oder gerade deswegen abgewählt. Zwei neue  Parteien haben sich gefunden, bilden nun eine Koalitionsregierung.

Nun steht es uns fern, die durch Wahlergebnisse angestrebte neue Politik für die Bürger eines Landes zu kritisieren. Wenn es sich ein Land leisten kann, die gegebenen Wahlversprechen problemlos einzuhalten und auch die dafür notwendigen Mittel im eigenen Land zu erwirtschaften, dann ist alles auch in Ordnung. Nur ist das nicht der Fall.

Italiens Staatsoberhaupt Matarella ließ sich mit der Ernennung des neuen Ministerpräsidenten sehr viel Zeit. Dabei ging es sicher nicht nur darum, einen Neueinsteiger als neuen Premier zu ernennen, sondern auch um das Programm der neuen Regierung gestellt von den beiden populistischen Parteien Lega und 5 Sterne.

Einmal abgesehen von den  politischen Fakten des künftigen Regierungsprogramms, die Italien weiter nach rechts rücken, haben wir als Börsianer die wirtschaftlichen und finanziellen Fakten und deren Folgen für unsere Depots  zu betrachten.

Träume entwickeln sich zu Alpträumen

Die beiden Parteiführer, Matteo Slavin, der Vorsitzende der Lega, und Luigi Di Maio, der Führer der Fünf-Sterne-Bewegung versprechen eine Mixtur aus niedrigen Steuern, höheren Sozialleistungen, einem staatlich geförderten Grundeinkommen von 780 Euro und einem früheren Rentenbeginn. Das ganze wird garniert mit Wirtschaftswachstum, Steuersenkungen und weniger Bürokratie. Das klingt alles sehr gut für die Wähler der beiden Parteien und jetzt auch für die italienischen Bürger insgesamt.

Einnahmeverbesserungen oder besser gesagt Einsparungen (außer der schwammig formulierten Sätze zur Bürokratie) sucht man vergebens im neuen Programm

Wirtschaftsexperten haben einmal die Ausgabenseite überschlagen. Allein die geplanten  Steuersenkungen schlagen mit  rund 50 Milliarden Euro jährlich zu Buche. Dazu müssen die Belastungen für die Rentenreform mit 26 Milliarden und das Grundeinkommen mit 17 Milliarden durch den Staat geschultert werden. Insgesamt kommen wir damit  93 Milliarden Euro jährlich. Die noch moderate Neuverschuldung von derzeit 2,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf das Dreifache ansteigen.

Auch die Gesamtverschuldung, mit  2,28 Billionen Euro oder 135 Prozent (Stand 2017)  der jährlichen Wirtschaftsleistung einer der höchsten der Welt lässt für jede Regierung keinerlei Spielraum für  Wohltaten.

Noch immer lasten notleidende Kredite von mehr als 200 Milliarden Euro auf den teils maroden  Banken. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 31,7 Prozent. Die Industrieproduktion stagniert seit Jahren  und das Pro-Kopf-Einkommen ist demzufolge heute niedriger als vor 20 Jahren.

Das  durch eine erhöhte, aber schuldenfinanzierte, Binnennachfrage die Konjunktur entscheidend positiv beeinflusst werden kann, bezweifelt nicht nur wir.

Und wer soll das bezahlen?

Diese Frage stellten sich auch die Wirtschaftsexperten unter den beiden neuen Regierungspartnern. Und die kamen auf eine einfache  Antwort.

Am besten sollen andere dafür zahlen. 250 Mrd. Euro als Geschenk von der EZB als kleiner Willkommensgruß für die Größenwahnsinnigen in Rom. Außerdem möchte die zukünftige italienische  Regierung, dass die europäischen Verträge mit Blick auf Staatsverschuldung und Haushaltsdefizit „neu diskutiert“ werden.

Möglicherweise kommt sie damit durch, vielleicht nicht ganz vollumfänglich. Denn Italien ist immerhin noch  drittgrößte Volkswirtschaft in Europa. Zu groß, um das Land, ähnlich wie Griechenland, aus dem Euro-Rettungsfonds ESM zu stabilisieren. Und das Italien freiwillig zur Lira zurückkehrt ist ein Wunschtraum.

Folgen für die Kleinanleger

Raus aus allen italienischen Staatsanleihen, auch wenn die 10-jährigen mittlerweile bei über 2% rentieren, aber die Kurse sind dafür gesunken und werden weiten  sinken, wenn die neue Regierung ihre Arbeit aufnimmt.

Italienische Bankaktien, sollten Anleger mit einer großen Skepsis betrachten, wie alle Aktien an  der Mailänder Börse. Fondslösungen wie ETF `s  auf Aktien aus Italien sollten angesichts der Risiken nicht unbedingt zu Portfolio gehören. Gemanagte Fonds werden ihren Italienanteil auch absenken.

Fazit

Den Aufschwung, der im gesamten Südeuropa seit der Eurokrise zu beobachten ist, war nie ein selbsttragender auf eigener Wirtschaftskraft beruhender Aufschwung sondern wurde nur durch den  Steuerzahler mit Rettungspakete (ESM),  Stützungsmaßnahmen (Schuldenmoratorien), sowie  die künstliche Senkung der Zinsen und die verschiedenen Anleihekaufprogramme der EZB unter ihrem Italienischen (!) Präsidenten Mario Dragi  politisch erzeugt.

Leider müssen die Programme aktuell weitergeführt werden. Einen Ausweg gibt es derzeit weder für Italien noch für die Eurozone. Bezahlen werden wir alle dafür und wahrscheinlich viel mehr,  als das gewünschte Geschenk von 250 Mrd. Euro.

Kooperation

NDAC Aktienclub – Kooperation

Unsere Kooperationspartner

Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. wurde im Jahr 1959 gegründet und ist heute mit über 5.000 Mitgliedern eine der führenden deutschen Anlegervereinigungen. Schwerpunkt der Vereinsarbeit ist die Interessenvertretung der SdK Mitglieder und Stimmrechtsgeber auf Hauptversammlungen börsennotierter Unternehmen. Mitglieder der SdK erhalten kostenlos die von der SdK publizierte Finanzzeitschrift AnlegerPlus, welche über das aktuelle Finanzmarktgeschehen berichtet und vor allem auch vor unseriösen Angeboten am Kapitalmarkt warnt.Wir schreiben für verschiedene Online Plattformen und Printmedien Gastbeiträge zu den Themen Aktien und Aktienfonds, dem Börsengeschehen und zu Themen aus der Finanzwelt.

So veröffentlichen wir regelmäßig Artikel in wallstreet-online.de, boersen-ag.de und dem AnlegerPlus.

Wenn Sie Gastbeiträge von uns für Ihre Publikation nutzen möchten, sprechen Sie uns an.

 

Chinas Aufstieg in den Weltindex MSCI

Bild einer goldenen Chinesischen Stadt
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Viele Anleger werden jetzt denken, ist die zweitgrößte Volkswirtschaft nicht schon längst im MSCI World enthalten?! Die Antwort lautet: „bisher nicht“, aber im Juni 2018 wird das Schwellenland China ganz offiziell in den Aktienindex der 1.600 Aktien von bisher 23 Industrieländern weltweit aufgenommen. Es mag tatsächlich etwas spät wirken, doch Intransparenz und Abschottung des chinesischen Kapitalmarktes führten zu dieser langen Aufnahmeverweigerung der Verantwortlichen bei MSCI.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Aufnahme in den Index

Mit den Aufnahmen in den wohl wichtigsten Aktienindex der Welt wird das Gewicht chinesischer Festlandaktien sowohl im MSCI World All Country als auch im MSCI Emerging Markets steigen. Nicht sofort, es bleibt am Anfang bei überschaubaren Quoten aber die Bedeutung chinesischer Aktien in den Indizes wird in den kommenden Jahren und wie wir es von China gewohnt sind, Schritt für Schritt, ansteigen

Aber schon jetzt ist absehbar, dass wieder einmal Milliarden an den Märkten bewegt werden. Die Mehrheit des weltweiten in Fonds angelegten Aktienkapital, wir sprechen hier von 85 Prozent aller Aktienfonds, nehmen den MSCI World als Benchmark und richten sich danach in ihrer Anlagestrategie. Dabei geht es um die gigantische Summe von 12.400 Milliarden Dollar die Anleger in die Fonds investiert haben. Dazu kommen noch einmal zusätzlich 230 Milliarden Dollar, die in ETF Schwellenländer angelegt sind und die dem Index laut ihrer passiven Anlagestrategie folgen müssen. Aber auch andere Fonds, die sich an einem globalen oder Schwellenländerindex orientieren, werden nachziehen. Es wird in der nahen Zukunft zu gigantischen Investitionen im Land der Mitte kommen. Wir werden den chinesischen Markt weitaus mehr Beachtung schenken müssen, wenn wir renditestark als Kleinanleger investieren wollen.

Die meisten von Ihnen werden jetzt das schlechte Image der China-Aktien anführen. Schließlich galten die Börsen in Shanghai und Shenzen lange Zeit als Zockerbuden und chinesische Konzerne und teilweise hochverschuldete Konglomerate, wie z.B. Versicherungskonzern Anbang oder der Investor HNA, in Deutschland bekannt als Investor bei der Deutschen Bank. Auch die teilweise aggressive Übernahmestrategie chinesischer Konzern wird in Deutschland mehr als Bedrohung wahrgenommen, denn als seriöses Geschäftsgebaren.

Aber Chinas Aktienmärkte unterliegen einer starken Veränderung. Speziell in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong, der auf Grund ihres Sonderstatus in der Vergangenheit das Tor Chinas zur Welt bildete, werden die ausländischen Marken durch einheimische Waren verdrängt. Durch den Handelskrieg mit den USA und der EU wird die Volksrepublik weiterhin verstärkt auf die eigene Wirtschaft setzen und kann dabei auf einen riesigen Binnenmarkt mit einer stark wachsenden Mittelschicht setzen.

Chinas Börsen haben zunehmend Substanzwerte in ihren Listings. So gehört der weltweit agierende Ölkonzern Petrochina und der international agierende Technologiekonzern China Mobile zu konstanten Größen im dortigen Index. Auch vielleicht nicht so gut angesehene Werte wie China Construction Bank, China Life Insurance oder der Energiekonzern CNOC haben großen Substanzwert und werden durch ihre Restrukturierungsmaßnahmen weiter an Wert gewinnen, denn die durch erzielten Kostensenkungen und die Zahlung von Sonderdividenden machen sie zu attraktiven Anlageobjekten.

Erfahrungen und Zukunftsaussichten

In der Vergangenheit konnten durchaus gute Erfahrungen mit Aktien aus China gesammelt werden. Es waren allerdings international bekannte Aktien, die auch in Deutschland gelistet waren. So gehörten Petrochina, China mobile und die Bank of East Asia aus Hongkong jahrelang zu gut sortieren Depots. Stetiges Wachstum und die jährliche problemlose Dividendenzahlung sorgten für eine gute Wertentwicklung während dieser Zeit.

Jetzt werden die Karten neu gemischt, andere Player kommen auf die Bühne des chinesischen Markts. Tencent, Alibaba, Baidu aus dem Technologiebereich haben ihr hohes Potential schon bewiesen. Aber auch andere Gesellschaften, wie der Konsumgüterkonzern Yum China Holdings oder Immobilien wie der Baukonzern China Overseas & Land, scheinen angesichts der ständig wachsenden Bevölkerung eine gute Investition für die Zukunft zu sein. Die zahlungskräftige Mittelschicht verfügt über die finanziellen Mittel für einen starken Binnenmarkt.
Natürlich brauchen Kleinanleger mehr Informationen über den chinesischen Markt, um dort einzusteigen.
Unser Aktienclub wird sicher weiter an dem Thema dranbleiben. Wer aber durchaus jetzt schon die Chancen nutzen will, dem empfehlen wir als Neueinsteiger eine Fondslösung. Chinaaktien sind seit 2015 unterbewertet und werden durch die Aufnahme in den MSCI World einen stetigen Wachstumsschub erhalten. Auch deutsche Anleger und Publikumsfonds müssen umdenken, aktuell sind nicht einmal ein Prozent des deutschen Fondsvermögens direkt und indirekt in chinesischen Titeln investiert. Der Markt ist zu groß, um ihn weiter zu ignorieren. China wird auch in Zukunft für mehr Transparenz sorgen müssen, um nervenaufreibende Crashs und Spekulationsblasen aus der Vergangenheit zu verhindern.

Apple erreicht sein Umweltziel

Apple erreicht sein Umweltziel

Der US-amerikanische Technologieriese Apple Inc. aus Cupertino im Santa Clara County in Kalifornien macht als eines der weltweit größten und wertvollsten Unternehmen tagtägliche Schlagzeilen. Das Unternehmen hat sich seit seiner Gründung Mitte der 1970er-Jahre in jeder Hinsicht zu einem Weltkonzern entwickelt. Das zeigt auch das II. Quartalsergebnis 2018, das bei Umsatz und Gewinn mit Superlativen aufwartet.(17.05.2018)

Weltweite Apple-Versorgung mit Erneuerbarer Energie – Zukünftig weltweite Kreditkarte von Apple

Der Quartalsumsatz von gut 61 Mrd. $US entspricht einem Wachstum von 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Der NDAC hat die Apple-Aktie im Jahr 2015 in sein Portfolio aufgenommen. Der Depotanteil liegt aktuell bei 1,8 Prozent. So wie andere US-amerikanische Werte gehört auch Apple im NDACinvest-Aktienfonds zu den Megatrends in der Rubrik Internet und Künstliche Intelligenz. Der Aktienwert von Apple ist seit dem Kauf zum Preis von 97 Euro auf aktuell 157 Euro angestiegen.

In diesen Tagen lohnt es sich, zwei aktuelle Apple-News besonders zu beachten. Zum einen ist eine eigene Apple-Kreditkarte im Gespräch; zum anderen hat Apple sein ambitioniertes Ziel erreicht, das Unternehmen jetzt weltweit zu hundert Prozent mit Erneuerbaren Energien zu versorgen.

Donald Trump steigt aus – Tim Cook steigt ein

Diese konträren Positionen spielen sich beide in den USA ab. Bekanntermaßen hat der US-Präsident mit einem Dekret, wie es genannt wird, das Pariser Klimaschutzabkommen aufgekündigt. Das geschieht unter anderem dadurch, dass der Beitrag ab sofort bis auf weiteres nicht mehr gezahlt wird. Für manchen US-Milliardär sind diese Klimamilliarden Peanuts. So hat einer von ihnen angekündigt, diesen Jahresbeitrag aus seinem Privatvermögen zu zahlen. Es wird vermutet, dass andere vermögende Privatleute und auch Firmen dem Beispiel folgen werden. Die USA sind raus, und dennoch sind sie auch weiterhin dabei.

Seinen ganz eigenen Beitrag zum weltweiten Klimaschutz leistet Tim Cook als CEO von Apple, und das schon seit Jahren. Vor kurzem meldete Apple, dass ab jetzt der Konzern weltweit vollständig und ausnahmslos mit Regenerativer Energie versorgt wird. Mittlerweile haben sich zwei Dutzend Apple-Zulieferer ihrerseits dazu verpflichtet, für die Apple-Produktion ebenfalls nur Erneuerbare Energien zu nutzen. Weitere werden folgen. Zu den weltweit über drei Dutzend Ländern, in denen Stores, Büros, Rechen- und Logistikzentren von Apple mit dieser sauberen Energie betrieben werden, gehören zuvorderst die USA, aber auch China und Indien.

Apple-Projekte rund um die Erneuerbaren Energien

  • Der Apple-Park am Firmenstandort Cupertino als das größte LEED-Platinum zertifizierte Bürohaus in Kanada und den USA.
  • Das neue, 37.000 m² große Apple-Rechenzentrum in Waukee im Bundesstaat Iowa wird ab Inbetriebnahme regenerativ betrieben.
  • In Reno im Bundesstaat Nevada ist in den vergangenen vier Jahren jährlich ein neues Solarprojekt ans erneuerbare Energien Netz gegangen.
  • In Japan werden mit einem dort ansässigen Solarunternehmen landesweit mehr als 300 Solaranlagen auf Dächern installiert.
  • In Singapur sind es mittlerweile 800 Dach-Solaranlagen.
  • Für das Maiden-Rechenzentrum im Bundesstaat North Carolina wird der Strom aus regenerativen Apple-Projekten erzeugt.
  • In sechs Provinzen der Volksrepublik China startet Apple regenerative Energie-Projekte für Solar- und Windenergie.
  • In Dänemark entstehen in diesen Monaten zwei neue Rechenzentren – natürlich betrieben mit Erneuerbaren Energien.
  • und so weiter

Die Lobby von Apple pro weltweiten Klimaschutz ist in und außerhalb der USA so nachhaltig wie eindrucksvoll. Feststeht, dass Apple immer noch aktiv am Klimaschutz arbeiten wird, wenn Donald Trump, dann wieder als Privatmann, auf den Trump-Golfplätzen sein Handicap verbessert. Will heißen: Trump und seine Entscheidungen sind vergänglich, im Gegensatz zum Klimaschutz selbst und zu dessen Sinnhaftigkeit.

Goldman Sachs und Apple – oder umgekehrt?

Vor wenigen Tagen machte Apple in der Finanzdienstleistungsbranche von sich reden mit der Ankündigung, zusammen mit der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs eine Kreditkarte herauszugeben. Der Start ist für Anfang kommenden Jahres in den USA geplant. Zur Wahl stehen die Kartenherausgeber MasterCard und VISA. Goldman Sachs soll die bestehende Apple-Kooperation mit Barclays ablösen. Das Logo soll kurz und griffig „Apple-Pay“ heißen. Deutsche Applekunden können gespannt darauf sein, wie lange es dauert, bis Apple-Pay den Sprung über den großen Teich schafft.Apple zahlt seine Aktiendividende quartalsweise aus. Insofern ist für den NDAC im Wonnemonat Mai der zweite diesjährige Zahltag. Die Quartalsdividende von 0,73 $US je Stammaktie wird bis Ende dieser Woche an die Stammaktionäre ausbezahlt. Zu denen gehört auch der Aktienclub mit dem Wert von Apple in seinem NDACinvest-Aktienfonds.mehr über Apple

Die Auswirkungen durch die Nichtzulassung von Ozanimod auf die BB Biotech

Die Nichtzulassung von Ozanimod und die BB Biotech

Rückschlag für Celgene bei Zulassung von Ozanimod – Auswirkung auf BB Biotech

Die schweizerische BB Biotech AG mit Sitz in der Grenzstadt Schaffhausen gehört zu den weltweit größten Beteiligungsgesellschaften im Bereich Biotechnologie. Der Niedersächsische Aktienclub führt den Wert in der Kategorie Megatrend Biotech & Medizin. Vor zehn Jahren, also im Gründungsjahr des NDACinvest-Aktienfonds, wurde die BB Biotech-Aktie in das Portfolio aufgenommen. Heutzutage sind es insgesamt 1.375 Stück. Seit Jahren ist BB Biotech maßgeblich am Erfolg des Aktienfonds beteiligt. Das zeigen auch die folgenden aktuellen Zahlen

  • Vorgeschlagene Dividende für 2017: 3,30 CHF je Aktie
  • Dienstag, 13. März: 2018er Ordentliche Generalversammlung in Schaffhausen
  • Angestrebte Dividendenrendite: 5 Prozent plus X

Insgesamt klingt das sehr gut, und zwar in Bezug auf das abgelaufene 2017er Geschäftsjahr. Seit wenigen Tagen muss BB Biotech mit einem Rückschlag seiner Beteiligung an Celgene und dem damit verbundenen Kurseinbruch in den USA fertigwerden. Die Celgene Corp. mit Stammsitz in Summit im US-Bundesstaat New Jersey gehört zu den zwei größten Beteiligungen im BB Biotech-Portfolio. Der aktuelle Antrag von Celgene bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA, Food and Drug Administration auf Zulassung des neuen Medikamentes Ozanimod, wurde gestoppt. Daraufhin brach der Kurs von Celgene um einen zweistelligen Prozentsatz ein; und das wiederum schlägt bei BB Biotech durch. Was ist geschehen, und wie kommt es dazu?

Ozanimod von Receptos entwickelt und anschließend von Celgene aufgekauft

Der experimentelle Wirkstoff Ozanimod wurde von dem US-amerikanischen Pharmaunternehmen Receptos entwickelt. Anwendung findet er bei der Behandlung von Multiple Sklerose. Receptos wurde Mitte der 2010er-Jahre von Celgene übernommen. Das in den 1980er-Jahren gegründete Unternehmen gehört mit etwa 7.500 Beschäftigten und einem Umsatz von gut 13 Mrd. $US zu den namhaften US-amerikanischen Pharmaunternehmen. Ozanimod ist ein Arzneimittel, das sich zurzeit in der Phase-III-Studie befindet. In diesem Stadium wird das Ziel verfolgt, ein Arzneimittel an Patienten zur Beurteilung von Wirksamkeit und Sicherheit zu testen. Getestet wird an 300 bis 3.000 Patienten mit spezifischen Erkrankungen; die erwartete Erfolgsquote liegt bei 25 bis 30 Prozent. Die FDA hat das Zulassungsverfahren in diesem Stadium unterbrochen, bildlich gesprochen gestoppt. Dieser Schock für Celgene hat unmittelbare Auswirkungen auf den Aktienkurs, der nachbörslich deutlich nachgab. Das ist jedoch nicht das endgültige Aus für das Zukunftsmedikament Ozanimod. Celgene wird die Chance nutzen, von der FDA geforderte Informationen nachzureichen mit der Maßgabe, dann an der Stelle fortzufahren, an der das Zulassungsverfahren zum Monatswechsel Februar/März gestoppt worden ist. Die damit verbundene Zeitverschiebung ist bis auf weiteres ungewiss. Celgene hat in einer ersten Pressenews mitgeteilt, dass weiterhin an dem Zulassungsziel 2020 festgehalten werde. Kritische Stimmen sagen, dass eine Verzögerung von ein bis zwei Jahren nicht unrealistisch ist. Analysten an der Wall Street erwarten, dass sich die Markteinführung von Ozanimod zur Behandlung von Multipler Sklerose um etwa ein Jahr verzögern wird.

BB Biotech-Aktie von Turbulenzen im Februar nicht beeinträchtigt

Für Anlageausschuss und Geschäftsführung des NDAC sind diese Ereignisse bei Celgene durchaus interessant und wissenswert, jedoch ohne maßgeblichen Einfluss auf den Wert BB Biotech selbst. Das Auf und Ab im vergangenen Februar hat das Pharmaunternehmen mit plus minus null gut überstanden. Der Kursverlust von knapp zwei Prozent zum Monatswechsel ist sicherlich auch auf den Rückschlag bei Celgene zurückzuführen. BB Biotech erwartet für das noch junge Jahr 2018 „eine kontinuierlich zunehmende Innovation“ im Bereich Biotechnologie. Anlass für diesen Optimismus ist die ständig steigende Zahl neuartiger Präparate sowohl in der Test- und Zulassungsphase als auch im Handel. Da es sich bei BB Biotech um ein Beteiligungsunternehmen handelt, wird der Unternehmensführung durchaus zugetraut, frühzeitig im doppelten Sinne zu handeln; also einerseits Beteiligungen abzustoßen und andererseits neue in das Portfolio aufzunehmen.

NDAC bleibt seiner Anlagestrategie mit Langfristigkeit & Stabilität treu

Anlageausschuss und Geschäftsführung verfolgen naturgemäß auch diese Entwicklung in den USA. Im Fokus der Überlegungen und Entscheidungen stehen immer Ziel und Vorgabe, im Interesse der Clubmitglieder das Anlagerisiko weitestgehend zu minimieren. Die bisherige Wertentwicklung von BB Biotech im NDAC-Depot liegt bei gut 100 Prozent; das lässt sich durchaus sehen. Im vergangenen Jahr gehörte das schweizerische Unternehmen mit seiner Monatsperformance regelmäßig zu den TOP Fünf im NDAC-Aktienfonds.

Pharmaunternehmen rechnen in Jahren, die Börse hingegen in Tagen und Stunden. Insofern bleibt es durchaus spannend, wie Celgene diese Situation wann und mit welchem Ergebnis meistern wird.

Hat uns Karl Marx nach seinem 200 Geburtstag noch etwas zu sagen

Bild der Statue in Trier zum 200 Geburtstag
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Karl Marx und die Gegenwart

Der Geburtstag im Mai wurde in Trier groß mit einem umstrittenen Geschenk, einer Statue des Philosophen aus dem kommunistischen China, gefeiert. Obwohl Chinas Wirtschaftsordnung nicht mehr unbedingt als rein kommunistisch bezeichnet werden kann. Seit den Wirtschaftsreformen von Deng Xiao Ping und seinen Nachfolgern ist das Land konsequent auf dem Weg in eine Marktwirtschaft.

Die bekanntesten Länder in denen noch die Fahnen des Marxismus in verschiedenen Schattierungen hochgehalten werden, sind Nordkorea, Kuba, Vietnam und Venezuela.

Marx und das Kapital

Auch wenn in den damals existierenden sozialistischen Ländern, ebenso wie in den kommunistischen Parteien überall in der nichtsozialistischen Welt, das „Kommunistische Manifest“ als das prägende Hauptwerk bezeichnet und gefeiert wurde, sind die drei Bände des „Kapital“ nach wie vor ein heute teilweise noch sehr aktuelles und interessantes Werk. Das Kommunistische Manifest von Marx und Engels mit dem „Gespenst des Kommunismus“ in Europa dagegen interessiert heute nur noch am Rande einige Historiker.

Das Kapital, im Untertitel die „Kritik der politischen Ökonomie“, ist eine tiefgründige Analyse und Kritik der kapitalistischen Gesellschaft mit weitreichenden Wirkungen in der Arbeiterbewegung und der Geschichte des 20. Jahrhunderts. Und wer hätte das zu Zeiten des Eisernen Vorhangs gedacht: Karl Marx persönliche Ausgabe des „Kapitals“ mit seinen eigenen Anmerkungen wurde auf gemeinsamen Vorschlag der Niederlande und Deutschland im Juni 2013 von der UNESCO in das Weltregister des Dokumentenerbes aufgenommen. Die Schrift wird heute im Internationalen Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam aufbewahrt.

Nach Jahrzehnten ökonomischer Studien und diversen Vorarbeiten (vor allem die Grundrisse der Kritik der politischen Ökonomie, die Kritik der politischen Ökonomie und die Theorien über den Mehrwert) erschien 1867 der erste Band: Der Produktionsprozess des Kapitals. Sein langjähriger Freund und Mitstreiter Friedrich Engels stellte nach Marx’ Tod im Jahr 1883 aus dessen vorhandenen Manuskripten zwei weitere Bände zusammen. 1885 wurde Band 2 veröffentlicht unter dem Titel: Der Zirkulationsprozess des Kapitals. Und schließlich folgte 1894 der letzte und dritte Band: Der Gesamtprozess der kapitalistischen Produktion.

Hat Karl Marx uns heute noch etwas zu sagen?

Nach dem Zusammenbruch der DDR interessierten sich viele dafür, wie sich die Sichtweisen auf seine Theorien in den beiden Gesellschaftssystemen unterschieden. Und die heutige Generation, die mit Marx im Leben nicht wirklich konfrontiert wurde, interessiert sich jetzt auch wieder für Marx und seine Thesen. Gerade im Zusammenhang mit dem Ausbruch der Finanzkrise vor 10 Jahren, deren Folgen immer noch zu spüren sind, stellt sich für viele Ökonomen weltweit die Frage, ob die Analysen von Marx vielleicht doch gebraucht werden können und sinnvolles zur Erklärung beitragen können.

Marx hat im Gegensatz zu der verbreiteten Lehre, die den Sozialismus/ Kommunismus als nächste Stufe der gesellschaftlichen Entwicklung ansahen, lediglich gezeigt, wie die kapitalistische Produktionsweise historisch entstanden und eben in sich historisch begrenzt ist. Er stellte keine Prognosen über die zukünftige Entwicklung der Gesellschaft.

Außerdem, wenn wir den Faden jetzt weiterspinnen, dann hat sich unsere Gesellschaft auch weiterentwickelt von der reinen Marktwirtschaft zur sozialen Marktwirtschaft. Auch wenn das vielleicht nicht der Weisheit letzter Schluss ist, wir haben nun mal nichts Besseres.

Wie Marx richtig in seinem Werk festgestellt hat, schafft der Arbeitnehmer in der Produktion einen Mehrwert. Und natürlich gehört der Mehrwert dem Eigentümer, das ist seine Rendite, die er für das Risiko der Unternehmung erhält. Auch wir Kleinaktionäre als „Mini-kapital-isten“ wollen unsere Renditen in Form von Dividenden und Kurszuwächsen erzielen, egal ob wir uns Aktien ins Depot legen oder Aktienfonds.

Übrigens, auch Karl Marx versuchte sich an der Börse und war trotz bester Kenntnisse über die Wirkungsweise des Kapitals nach Berichten von Zeitgenossen nicht sehr erfolgreich mit seinen Spekulationen.

Man mag heute zu Marx stehen wie man will. Aber er war ein großer deutscher Theoretiker, der eine Würdigung zu seinem 200. Geburtstag verdient.

Die Inflation bewegt sich, wenn auch schleichend, vorwärts.

brennender Geldschein
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Der schleichende Anmarsch der Inflation

Schauen wir uns in den Supermärkten um, dann stellen wir fest, der Großteil der Preise wurde systematisch erhöht. Große Preissenkungsaktionen und Rabattschlachten, die früher seitenlang die Tagesmedien beherrschten, scheinen aktuell zumindest tabu zu sein.

Der Einzelhandel hat seine Schmerzgrenze erreicht, die Margen sind ausgereizt. Die Leute verdienen mehr, zumindest diejenigen die einen Vollzeitjob haben, und so regt sich auch niemand  groß auf über die kleinen Preiserhöhungen bzw. Mengenreduzierungen in den Regalen der Supermärkte. Andererseits befürchten viele, dass dies der Beginn einer Inflationsphase ist.

Denn nicht nur die Preise für die Verbraucher steigen, sondern auch eine sogenannte Vermögensinflation verzeichnen wir seit eigner Zeit. Dazu zählen Immobilien, langlebige Verbrauchsgüter, Aktien, Anleihen etc.  In diesem Sektor betrug die Rate für das Jahr 2017 + 9,3 Prozent. Allerdings ist diese Rate für die EZB bei der Festsetzung der Leitzinsen nicht relevant.

Preissteigerungen weiterhin moderat

Wenn wir die jüngsten Entwicklungen der Inflationserwartungen betrachten, dann sehen wir diese auf steigendem, aber doch noch historisch moderatem Niveau angesiedelt. Marktexperten gehen davon aus, dass für das  Jahr 2018 eine Steigerungsrate der Verbraucherpreise in den USA von 2,3 Prozent  zu erwarten ist. Für Deutschland liegt die Marke für 2018 in einem Zielkorridor um 1,6 Prozent.

Volkswirtschaftlich gesehen ist die langsam anziehende Inflationsrate sogar positiv zu sehen, denn erstens ist der Anstieg eines der Hauptziele der Notenbanken und zweitens wird damit ein Puffer gegen eine drohende und als gefährlicher einzuschätzende Deflation aufgebaut.

Inflation – Stress  für die Kapitalmärkte?

Die Märkte sind nervös, das haben sie deutlich mit ihren Reaktionen kürzlich  gezeigt. Auch wenn die Abverkäufe in der Vergangenheit doch zu heftig waren und deshalb schnell wieder durch die  Anschlusskäufe der Markteilnehmer weltweit eliminiert wurden.

Entscheidend für die Nervosität der Märkte  waren höchstwahrscheinlich nicht das Auftreten der Inflation und deren Höhe, sondern lediglich die Tatsache, dass sich die Inflation überhaupt zurückgemeldet hat und im Bewusstsein der Investoren wieder berücksichtigt werden muss. Ebenso wie im Bewusstsein der Verbraucher hatten auch die Marktteilnehmer einen Anstieg der Preise ausgeblendet. In den letzten Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise im Jahr 2008 setzten sich immer mehr die Ökonomen durch, die eine andauernde Wachstumsschwäche der Volkswirtschaften in den entwickelten Industrieländern verbunden mit niedrigen Inflationsraten bis hin zur Deflation  voraussagten. Auch zum Teil nachvollziehbare Begründungen gab es dafür. Die Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen würde  langfristig zu niedrig sein, um die vorhandenen Kapazitäten auszulasten und die  zunehmende Digitalisierung in Verbindung mit dem abnehmenden Bevölkerungswachstum würde dies noch verstärken. Dazu käme noch Onlinehandel, sharing economy etc. Das  sind andere negative  Phänomene der „Secular Stagnation“ genannten Theorie.

Und dann plötzlich im Februar diesen Jahres die Meldung aus den USA über steigende Löhne dort und in der Folge auch die bisherigen Tarifabschlüsse in Deutschland sorgten und sorgen für weiter für Turbulenzen an den Märkten. Schließlich, so die Ängste der Investoren, könnten die Notenbanken die Leitzinsen auf  Grund der anziehenden Inflation doch schneller steigen lassen. Und wie wir schon ein paarmal festgestellt haben, sind steigende Zinsen Gift für die bisher verwöhnten Kapitalmärkte. Deshalb reagieren sie so nervös.

Inflationsrisiken sind derzeit beherrschbar

Vorweg gesagt, auch wenn die Inflationssorgen durchaus ihre Berechtigung unter den Markteilnehmern haben, ist das  Inflationsrisiko noch beherrschbar. Die US-Notenbank hat die Leitzinsen bereits angehoben und wird sie auch noch weiter anheben. Außerdem ist eine moderate Inflation oberhalb der Zweiprozentmarke bereits in den Wertpapierkursen eingepreist. Erst über 2,5 Prozent Inflation könnte die US-Notenbank die Zinsen  schneller anheben. Damit wird Druck aus dem Kessel genommen und der Preistrend gedämpft.

In Europa,  und damit auch Deutschland, herrscht nach wie vor die Nullzinspolitik der EZB. Sollte die Inflation  ansteigen könnte mit einem früheren Einstieg in die Erhöhung der Leitzinsen begonnen werden.

Und was bedeutet das jetzt für die Märkte?

Anleihen

Das leicht höher zu erwartende Zinsniveau wird zu Kursverlusten im Bereich der Anleihen führen.

Aktien

Für risikobereite Anleger sehen die Finanzexperten Kurspotential, wenn sich  ein ausgewogener Anstieg der Inflationserwartungen respektive des Zinsniveaus und andererseits des Gewinnwachstums der Unternehmen ergibt.

Fazit

Mit Kursturbulenzen sollten Anleger aber immer wieder rechnen. Unvorhergesehene Einflüsse auf den Markt sind stets möglich und sie besitzen durch den zunehmenden Computerhandel sowie die  immer häufiger zur Anwendung kommenden Finanzderivate hohes Ansteckungspotential. Kleinanleger können mitunter nicht gleich vorhersehen, welche Gefahren für die Kurse real sind und welche nur eine gesunde Korrektur am Aktienmarkt darstellen. Egal aus welcher Richtung die marktbewegenden Nachrichten kommen, aktives und schnelles Reagieren wird dann wichtig sein. Aktiv gemanagte Fondslösungen sind in solchen Marktphasen die beste Lösung.

OHB mit der Gründung einer neuen Gesellschaft für Satellitenbetrieb

OHB gründet neue Gesellschaft für Satellitenbetrieb

Die Otto Hydraulik Bremen AG, kurz OHB ist und bleibt das deutschlandweit erste börsenorientierte Technologie- & Raumfahrtunternehmen. Zum Ausbau der Aktivitäten rund um das langjährige Projekt SAR-Lupe hat OHB Anfang des Jahres die OHB Satellitenbetrieb GmbH als Tochtergesellschaft gegründet. Damit wird konsequent das Ziel verfolgt, „…..die bisherigen zahlreichen Aktivitäten des Konzerns in diesem Bereich zu bündeln, sowie sich beim Betrieb von Satelliten- und den zugehörigen Bodensystemen weiter zu spezialisieren …..“. Erster Auftrag mit einem Volumen von knapp 15 Mio. Euro ist der Weiterbetrieb von SAR-Lupe bis zur Jahrzehntwende. Bisheriger Betreiber ist seit mittlerweile einem Jahrzehnt OHB als Muttergesellschaft der neuen GmbH, und Auftraggeber die Bundeswehr. Im vergangenen Jahr hat der NDAC-Anlageausschuss 2.000 Stück OHB-Aktien in den NDACinvest-Aktienfonds aufgenommen. Die OHB-Aktie wird unter Mittelstand & Nebenwerte geführt. Im Portfolio des NDAC ist der OHB-Konzern das einzige Unternehmen aus der Branche Raumfahrt.

OHB liefert hochauflösbare Bilder aus dem All für Bundeswehr und NATO

Seit Gründung der heutigen OHB durch eine damalige Firmenfusion gehört die Bundeswehr zu den ebenso namhaften wie wichtigen Auftraggebern. SAR-Lupe ist ein buchstäblich lupenreines deutsches Satellitenaufklärungssystem. Fünf Kleinsatelliten derselben Bau- und Machart sind mit einer Bodenstation verbunden. Dorthin erfolgen Bild- und Datenübermittlung, und dort geschieht auch die Satellitenkontrolle.

  • SAR steht für Synthetic-Aperture-Radartechnik, eines von weltweit nur drei Aufklärungssystemen, die bei Wind und Wetter, also witterungsunabhängig von überall aus hochauflösbare Bilder liefern
  • Lupe ist das Synonym für die Leistungsfähigkeit von SAR, ausgewählte Ziele mit einer deutlich gesteigerten Auflösung aufzunehmen. Allzu viel ist in der öffentlichen Presse über SAR-Lupe nicht bekannt; auch weil das Verfahren seiner Einmaligkeit und Bedeutung wegen einer hohen militärischen Geheimstufe unterliegt

Mitte der 2000er-Jahre hat OHB die erste Generation von SAR-Lupe an die Bundeswehr geliefert. Empfänger war das damalige Bundesamt für Wehrtechnik und Beschaffung in Koblenz. Heutzutage wird das SAR-Lupe Projekt in der fünften Stufe respektive Generation betrieben. Der letzte, momentan aktive Satellit wurde im Sommer 2008 vom Kosmodrom Plessezk gestartet, einem russischen Weltraumbahnhof etwa 800 Kilometer nordöstlich von Moskau.

Folgeprojekt von SAR ebenfalls unter Gesamtleitung von OHB

Die Geschäftsverbindungen zwischen OHB und Bundeswehr sind traditionell gut bis sehr gut. OHB ist ein regelmäßiger und dauerhafter Auftragnehmer, wenn es um militärische Satellitenaufklärung geht. Für das SAR-Lupe Projekt hat OHB die Gesamtleitung; auch das Nachfolgeprojekt SARah mit Beginn 2018 wird von OHB federführend geleitet. Was dem einen folgt, muss besser sein als sein Vorgänger. Das gilt auch für SARah gegenüber SAR Lupe in den Bereichen

  • Bessere Erfassung von Gegenständen, deren Umfang kleiner als einen halben Meter ist
  • Verbesserte Bildauflösung, erweiterte Bildgröße, größeres Speichervolumen sowie höhere Bildanzahl
  • Kürzerer Zeitabstand zwischen Bildaufnahme im Weltall und Empfang an der Bodenstation
  • Erhöhung der Rechenkapazität durch Errichtung einer weiteren, neuen Bodenstation in Kiruna/Nordschweden
  • Projektkosten 800 Mio. Euro plus X
  • Inbetriebnahme im Laufe des Jahres 2018 mit drei neuen Radarsatelliten, die nacheinander durch zwei Falcon-Raketen des US-amerikanischen Unternehmens SpaceX aus Hawthorne in Kalifornien in die sonnensynchrone Umlaufbahn transportiert respektive geschossen werden

Dieses Gebiet, man könnte auch sagen diese Welt der Raumfahrt ist dem zivilen Bundesbürger absolut fremd. Der ist zufrieden mit seinem satellitengestützten Fernsehempfang über die SAT-Schüssel auf dem Gebäudedach. Und die eigene Vorstellungskraft endet spätestens bei dem täglichen Wetterbericht, der ohne Satellitenbilder in dieser Genauigkeit gar nicht mehr denkbar wäre. So wird auf die Stunde genau vorausgesagt, wann es zu regnen beginnt, und wann sich die Sonne zeigt.

OHB im Aktienfonds – zuverlässiger Dividendenbringer für die Clubmitglieder

Das Wertpapier eines Raumfahrtunternehmens gehört aus mehrerlei Sichtweise in ein gutsortiertes Depot. Raumfahrttechnologie ist ganz allgemein zukunftsträchtig. Die öffentliche Hand stellt für Wissenschaft & Forschung dauerhaft erhebliche Milliardenbeträge zur Verfügung. Die Aufgaben der Bundeswehr als einem NATO-Partner werden eher mehr als weniger. Der Wehretat innerhalb des Bundeshaushaltes wird und muss steigen; die zwei Prozent des deutschen BIP sind noch längst nicht erreicht. Aufklärung und Information waren noch nie so wichtig wie in diesen Jahren. Unter diesen Aspekten ist es ebenso spannend wie aussichtsreich, Anteilseigner eines Raumfahrtunternehmens wie der OHB AG zu sein.

Aktuelles zum Monatswechsel

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  • Mittwoch, 21. März: Jahresabschluss mit Bilanzpressekonferenz in Bremen sowie mit Analystenkonferenz in Frankfurt
  • Donnerstag, 24. Mai: Hauptversammlung in Bremen
  • Dividende je Aktie: in 2016 0,40 Euro, für 2017 erwartet bis zu 0,45 Euro
  • Nach etwa 10-prozentigem Kursverlust seit Monatsanfang langsame, aber stetige Kurserholung zum Monatsende hin

Wenn sich ETFs erstmals dem Bärenmarkt stellen müssen

Wenn sich ETFs erstmals dem Bärenmarkt stellen müssen

Börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind bereits in einer Phase der Blasenbildung …

… warnen einige Stimmen aus der Finanzbranche. Dennoch gelten ETFs bei Verbraucherschützern und Medien weiterhin als eine kostengünstige Geldanlage, mit der auch börsenunkundige Sparer ohne Risiko Vermögensaufbau betreiben können. So investieren viele marktunerfahrene Anleger in die nach der letzten Finanzkrise so populär gewordenen ETF-Sparpläne. Eine Problematik steht im Raum: Die Börsengeschichte hat gelehrt, dass sich stets dann eine Überhitzung des Marktes entwickelt, wenn eine große Anzahl Kapitalanleger das gleiche Finanzprodukt kauft. Allein im Januar und Februar 2018 steckten Investoren in Europa 21 Milliarden Euro in ETFs – ein neuer Rekord.

ETFs müssen sich erst noch in einem Bärenmarkt beweisen

Im Bullenmarkt können Anleger kaum Fehler mit einem Indexfonds machen. Steigen die Indizes, performen auch die ETFs gut. Anders wird sich die Situation stellen, wenn es wieder einmal zu allgemeinen Marktkorrekturen kommt. Von Gewinnen verwöhnte ETF-Sparer könnten bei Kursabwertungen so unruhig werden, dass sie ihre ETFs schnell loswerden wollen. Dies würde einen bereits in Gang gesetzten Abwärtstrend weiter beschleunigen. Kleinanleger in Deutschland könnten eine Enttäuschung erleben, wenn die Kostenersparnis der letzten Jahre verloren geht. Es gab bereits Anzeichen: Im August 2015, an einem sogenannten Schwarzen Montag, verloren einige Indexfonds an der New Yorker Börse bis zu 30 Prozent an Wert – der Handel wurde kurzfristig eingestellt.

Zahlreiche Kleinanleger kaufen Jahre nach der letzten Krise wieder ein Finanzprodukt, das sie kaum verstehen

Beim Kauf eines ETFs holen sich Sparer – entsprechend dem Anteil und der Gewichtung – das komplette Aktienpaket des Index ins Depot. Beim Kauf eines Dax-ETFs zum Beispiel erhält der Sparer Unternehmensanteile aller 30 Dax-Mitglieder. Darunter ist dann auch die bei Kleininvestoren in Verruf geratene Telekom-Aktie. Für die Abbildung der Indizes sind rechnerische und handelstechnische Vorgänge notwendig. Um ETFs besser zu verstehen, sollten Anleger den Unterschied zwischen einem Index-Anbieter und einem ETF-Anbieter kennen. Zu den Indexanbietern gehören beispielsweise die Deutsche Börse oder Standard & Poor?s. Diese kalkulieren in einem fortlaufenden Prozess ihre Indizes, beispielsweise den Dax, den S & P oder den MSCI. Die Indexhäuser verdienen Extra-Geld durch die große Nachfrage nach ETF-Sparplänen. ETF-Anbieter wie Blackrock, Comstage oder Lyxor müssen nämlich den Index-Herausgebern Lizenzgebühren zahlen, damit sie die Börsenindizes für den Verkauf von ETF-Fonds nutzen dürfen.

Anders als bei klassischen, aktiv gemanagten Fonds wie dem NDAC-Aktienfonds kauft kein Fondsverwalter neue Aktien, sobald mehr Geldmittel in das Fondsvermögen fließen. Stattdessen sorgen ETF-Anbieter zusammen mit Market Makern für Liquidität auf dem Markt. Die Geldhäuser und Händler berechnen die An- und Verkaufskurse der ETFs. Market Maker müssen Sorge tragen, stets genügend ETF-Anteile zu besitzen. Ist dies nicht mehr der Fall, kaufen sie beim ETF-Anbieter Anteile nach. Der Wert eines ETFs hinkt dem Index stets hinterher. Zum Teil liegt dies an den eingerechneten Verwaltungsgebühren, die direkt vom Fondsvermögen abgezogen werden. Außerdem werden bei Indizes, die Dividendenzahlungen einrechnen (wie beim Dax), die Steuern zeitgleich vom ETF subtrahiert – der Index selbst ist vom Steuerabzug nicht betroffen. Zum anderen gibt es eine technische Abweichung, den „Tracking Error“.

Aktienfonds sind stärker reguliert als ETFs

Die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA macht Managern von aktiv verwalteten Aktienfonds weitaus strengere Auflagen als den Herausgebern von passiv gemanagten Indexfonds. Beispielsweise dürfen Aktienfondsverwalter maximal 10 Prozent des Gesamtportfolios in eine einzelne Aktie investieren. Hingegen haben ETF-Anbieter die Erlaubnis der Finanzaufsicht, Einzelpapiere in Höhe von 20 Prozent, unter Umständen sogar bis zu 35 Prozent, zu halten. Die EU-Wertpapierrichtlinie UCITS schreibt Aktienfonds vor, dass Titel mit einem Depotanteil zwischen 5 und 10 Prozent insgesamt maximal 40 Prozent des Gesamtportfolios ausmachen dürfen. Bei Indexfonds reicht der Aufsichtsbehörde die erwähnte 20-35-Regel – ein lockerer Umgang mit dem relativ neuen Finanzprodukt.

Der NDACinvest „outperformte“ im Jahr 2017 viele ETFs

Insgesamt können Anleger in Deutschland auf 1300 unterschiedliche ETFs zugreifen. Die meisten davon sind für Kleinanleger zu riskant – zum Beispiel jene, die aus wenigen Titeln bestehen oder Einzelunternehmen mit starker Gewichtung führen. ETF-Sparer müssen ein gutes Gespür für die Diversifizierung der Indexfonds aufbringen. Wem die Auswahl schwerfällt oder wer glaubt, dass der beste Zeitpunkt für eine Geldanlage in Indexfonds vorbei ist, findet beim NDAC die beste Alternative. Unsere Aktienfonds-Sparpläne brauchen sich hinter ETF-Sparplänen keineswegs zu verstecken – ganz im Gegenteil: Die Wertentwicklung des NDACinvest von über 12 Prozent im Jahr 2017 spricht für sich!