Facebook – Der Riese schwankt

Facebook ein Wert unseres Aktienfonds wieder mit starken Zahlen
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Facebook – Der Riese schwankt, aber er fällt (noch) nicht

Als Mark Zuckerberg sein Unternehmen im Jahr 2004 gründete, hat er vielleicht nicht mit solch einem rasanten Wachstum gerechnet. Über 2 Mrd. Nutzer weltweit machten Facebook zu einem milliardenschweren Unternehmen, das durch innovative Ideen und Zukäufe geradezu unangreifbar an der Spitze der sozialen Netzwerke steht.

Das die dadurch gewonnenen Daten auch für gezielte Zwecke in den Marketingstrategien der werbenden Unternehmen genutzt werden, ist jedem Nutzer von vorn herein klar. Wer dort zu viele persönliche Informationen veröffentlicht, gibt sein Privatleben auf. Seit seinem öffentlichen Bestehen steht das Unternehmen aufgrund der mit Mängeln behafteten Datenschutzpraktiken in der Kritik, speziell von europäischen Datenschützern und Sicherheitsexperten. Im US- amerikanischen Markt und anderen Märkten ist das Bedürfnis von Datenschutz nicht so ausgeprägt wie bei uns. Der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Deutschland sowie andere mahnende Stimmen rieten seit 2010 immer wieder davon ab, Facebook zu nutzen.

Eine neue Dimension wurde erreicht

Aber jetzt erreicht die Nutzung der Daten für eine gezielte Wahlbeeinflussung eine neue Dimension, nämlich eine politische Dimension und das hat Auswirkungen auf das wirtschaftlich so erfolgreiche Geschäftsmodell und damit auch auf viele Kleinanleger, die Facebook -Aktien in ihrem Depot haben.

Obwohl es ein anderes Unternehmen, Cambridge Analytica war, dass die Daten von 50 Mio. Facebook-Nutzern für eine mögliche Beeinflussung des US-amerikanischen Wahlkampfes genutzt hat, der Schaden bleibt bei Facebook hängen. Es fragt sich jetzt nur noch, ob Facebook wissentlich Cambridge Analytica unterstützt hat dann wäre es Vorsatz oder ob die Nutzung der Facebook-Daten fahrlässig zugelassen wurde, dann handelt es sich um mangelnde Sicherheit oder ob es sich um einen kriminellen Aktion von Cambridge Analytica handelt. Auch im letzten Fall fragt man sich, ob jeder kriminelle Hacker an meine Daten kommen kann?

Die Politik in Europa schreit jetzt nach einem Schuldigen, aber ganz offensichtlich wird bspw. die neue Bundesjustizministerin Katarina Barlay nur auf die zweite Reihe des Managements treffen. Es scheint bei diesen Gesprächen, auch mit der EU, nichts Handfestes herauszukommen.

Gründer und CEO M Zuckerberg muss in die Höhle des Löwen, in den amerikanischen Senat. Dort wird es jetzt richtig zur Sache gehen und am Ende kann die Zerschlagung von Facebook stehen. Die Historie von Standard Oil der Rockefeller Dynastie ist ein Beispiel dafür, wie schnell so etwas geschehen kann. Ob Zuckerberg CEO bleibt, kommt auf sein Auftreten vor dem Senat an. Nur mit Demut kommt er weiter. Sollte er allerdings darauf verweisen, dass Facebook keine Fehler gemacht hat, dann wird er sein Unternehmen schneller verlieren, als er wieder ins Valley zurückreisen kann. Eine Vorladung des Senats beantwortet man nicht mit sturer Rechthaberei, sondern wie schon gesagt mit Demut. Wir werden verfolgen, was dabei herauskommt.

Die wirtschaftlichen Folgen

Seit dem Börsengang 2012 ist der Kurs der Aktie um 600 Prozent gestiegen. Der Weg des Charts ging ständig nach oben, abgesehen von einigen Marktschwächephasen.

Umso mehr dürfte Aktionäre nun der abrupte Richtungswechsel gen Süden in der vergangenen Woche verunsichert haben. Innerhalb von fünf Tagen fiel der Facebook-Kurs um elf Prozent auf 164 US-Dollar. 50 Milliarden US-Dollar Börsenwert wurden damit in nur einer einzigen Handelswoche vernichtet.

Wir haben schon auf die Gefahren von Seiten der Politik hingewiesen für Facebook hingewiesen. Wenn Facebook überlebt, sind strenge Regulierungen absehbar, die nicht nur Facebook betreffen, sondern höchstwahrscheinlich die ganze Branche (Alphabet, Amazon und mehr).

Das schwerwiegendere Verkaufsargument für die Facebook-Aktie ist aber der Rückzug der ersten Werbekunden. Großunternehmen wie der Firefox-Konzern Mozilla, die Commerzbank u. a. setzen die Zusammenarbeit mit dem massiv in die Kritik geratenen sozialen Netzwerk aus. Weitere Großkunden, wie die Versicherungsbranche und andere Banken, könnten die nächsten sein, die ihr Multimediabudget nicht mehr bei Facebook einsetzen. Damit verliert Facebook die wirtschaftliche Basis.

Und noch eine Gefahr droht dem Unternehmen jetzt verstärkt. Die ersten User haben ihre Profile schon gelöscht. Weitere werden folgen. Und neue User zu gewinnen ist schwer für Facebook, da die jetzt heranwachsende Generation nicht mehr auf Facebook seine Daten zur Verfügung stellt, weil sie andere Interessen und Netzwerke präferieren. Und wenn nicht genügend User mehr vorhanden sind, schrumpfen die Werbeeinnahmen weiter.

Die ersten Aktienfonds werden auf diese Entwicklung sehr schnell reagieren und Facebook aus den Depots werfen. Und wenn Facebook erst einmal verstärkt im Fokus der Hedgefonds steht und dort geshortet wird, dann gibt es kein Halten mehr in Richtung Süden.

Fazit:

Kleinaktionäre, die Facebook immer noch im Depot haben sollten den Aktienbestand vorerst verringern, bis erstens die Politik ihre Entscheidung getroffen hat, zweitens das Unternehmen erklärt, wie es überzeugend auf den Wachstumspfad zurück finden und drittens das Vertrauen der User zurück gewinnen will.

Auswirkungen des Brexits für die englische Wirtschaft und englische Aktien

Auswirkungen des Brexits für die englische Wirtschaft und englische Aktien

Die Menschen in der Heimat von James Bond, Geheimagent Ihrer Majestät mit der Doppelnull, haben im Moment andere Dinge als den Brexit im Kopf. Die Affäre um die Vergiftung des russischen Doppelagenten lenkt die Inselbevölkerung von der wahren Gefahr für das Königreich ab, die da heißt Brexit.

Bild für den Brexit mit Folgen für Anleger
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Der Brexit und die Folgen für Kleinanleger

Die britische Premierministerin schüttelte die Wirtschaft in Großbritannien noch einmal durch, als sie jede Hoffnung auf ein abgefedertes Ausscheiden ihres Landes aus der Europäischen Union mit den Worten zerstörte: Brexit means Brexit. Nur scheint sie und ihre Regierung keinen Plan zu haben, wie sie es richtig bewerkstelligen soll, damit die britische Wirtschaft und der Arbeitsmarkt keinen Schaden nehmen. Oder der Plan ist so top secret wie bei James Bond. Leider befinden wir uns aber nicht in einem Film, sondern in der realen Wirtschaft.

Die Zeit, die bisher nutzlos in den angesetzten zweijährigen Austrittsverhandlungen verstrichen ist, wird am Ende ganz sicher fehlen.

Welche Folgen hat der Brexit für die britische Wirtschaft?

In einer Studie des mit dem Brexit befassten Ministeriums wurde festgestellt, dass alle denkbar möglichen Szenarien die britische Wirtschaft schlechter stellen würden, als die Fortsetzung der ungeliebten Mitgliedschaft in Europäischen Union.

Ohne ein Abkommen mit der EU (harter Brexit) würde nach der Studie bedeuten: Großbritannien müsste in den kommenden 15 Jahren acht Prozent seines bisher erwarteten Wachstums abschreiben Selbst bei einem Verbleib im Binnenmarkt würden zwei Prozent an Wachstum jedes Jahr verloren gehen. Doch die Hoffnungen auf einen Verbleib im Binnenmarkt schwinden, je länger die britische Regierung ihre destruktive Verhandlungsführung mit der EU nicht ändert.

Mit dem Ausscheiden aus dem Binnenmarkt entfällt die Freizügigkeit nach einer zeitlich eng befristeten Übergangsphase. Das bedeutet, dass jetzt schon dringend benötigte Fachkräfte verstärkt weiter einen großen Bogen um Großbritannien machen bzw. weiter abwandern werden. Schließlich hat die britische Regierungschefin May eine restriktive Einwanderungspolitik angekündigt. Eine Einladung für Fachkräfte sieht wirklich anders aus. Schon jetzt bleiben die EU – Bürger wegen der unklaren Lage in ihren Heimatländern. Ein weiterer Schlag für die britische Wirtschaft.

Da die EU-Bürger auf der Insel in der Landeswährung entlohnt werden, betrachten sie auch in erster Linie das Britische Pfund und seinen Wechselkurs zum Euro. Und was müssen sie da mit Entsetzen feststellen? Das britische Pfund hat seit dem Brexit-Votum gegenüber dem Euro etwa 15 Prozent an Wert verloren. Dadurch wirkt ein Job im Königreich aktuell weitaus weniger attraktiv als noch vor zwei Jahren. Dazu kommt die boomende Wirtschaft mit steigender Arbeitskräftenachfrage im EU- Bereich. Etwa ein Drittel der kleinen und mittelständischen Unternehmen in Großbritannien beklagen schon heute einen Fachkräftemangel. Speziell im Gesundheitswesen (NHS), dass auf die Zuwanderung von spezialisierten Fachkräften angewiesen ist, sind die Auswirkungen des Brexits schon heute zu spüren. Die Zahl der registrierten Pflegekräfte aus EU-Staaten, ist seit dem EU-Referendum um 90 Prozent gefallen. Dabei sind schon jetzt aktuell 40.000 Stellen unbesetzt. 20% der europäischen NHS-Ärzte plant einer Umfrage zufolge, Großbritannien den Rücken zu kehren.

Auch seinen Status als internationales Finanzzentrum dürfte Großbritannien ohne die EU verlieren. Die ersten Banken verlegen ihren Sitz in die benachbarte Republik Irland oder gleich ganz nach Frankfurt oder Paris. Ein schwerer Schlag für die selbstbewusste Nation, die einen Großteil ihres Bruttosozialproduktes mit der internationalen Finanzindustrie erwirtschaftet hat.

Auch wenn die britische Regierung darüber schwadroniert, dass sie Freihandelsabkommen selbst aushandeln will, ihr fehlen die Fachleute für solche Verhandlungen. Bisher wurden Abkommen von der EU für alle Mitgliedsstaaten ausgehandelt.

Was passiert mit britischen Aktien im eigenen Depot?

Wer noch britische Aktien, die in Pfund notieren im Depot hat, wird feststellen, dass die Auswirkungen noch nicht so gravierend sind. Aber wenn wir den Wert der Aktien in Euro umrechnen, dann wird der genannte 15%ige Wertverlust auch hier schon sichtbar. Die in Pfund ausgezahlten Dividenden werden ebenfalls an Wert verlieren. Kleinanleger sollten also dringend überlegen, ob die Papiere noch eine optimale Anlagestrategie bilden. Natürlich gibt es auch Gewinner des Brexits. So dürften die Unternehmen der Tourismusbranche zu denjenigen zählen, die von einem durch das vom Brexit geschwächte Pfund profitieren. Und obwohl exportorientierte Unternehmen ebenfalls die Gewinner sein werden, empfehlen wir mit großen Investments vorerst zu warten.Fazit:
Irgendwann in diesem Jahr werden die Bedingungen des Brexits ausgehandelt sein oder auch nicht, Dann werden wir sehen, ob es ein vernünftiges Ausscheiden der EU geben oder ob es eine harte Landung für beide Seiten sein wird. Wir werden uns bestimmt mit diesem Thema noch öfter beschäftigen.Lesen Sie auch

Änderungen in der DAX Familie und Auswirkungen für den Anleger

Familie Dax mit Veränderungen

Der Träger der Aktienindizes, die selbst im Dax notierte Deutsche Börse, hat über die Zusammensetzung der 4 bekannten deutschen Aktienindizes (DAX, MDax, SDax und TecDax) entschieden und diese bekanntgegeben. Als Resultat stehen demnächst einige Veränderungen an. Wir stellen sie Ihnen vor und ziehen die Schlussfolgerungen daraus für Ihr Depot.Der erst im Jahr 2015 von Bayer abgespaltene Kunststoff-Spezialist Covestro steigt in den DAX auf. und dafür muss der Medienkonzern ProSiebenSat1 seinen Platz räumen. Beim größten deutschen Index DAX gibt es nur diese eine Änderung.

Die Änderungen im MDAX

Mehr tut sich im MDAX. Der DAX-Absteiger ProSiebenSat1 fällt natürlich ins Bodenlose sondern wird in den MDAX aufgenommen. Er übernimmt den freiwerdenden Platz von Covestro, der bekanntlich in den DAX aufgenommen wird. Außerdem neu im MDax zukünftig vertreten sind der Immobilienkonzern Aroundtown Property und die Startup-Schmiede Rocket Internet. Beide haben den Aufstieg aus dem nächst kleineren Index, dem SDax geschafft. Nicht mehr MDax vertreten sind  der Zucker-Produzent Südzucker und der durch einen Bilanzskandal erschütterte Handelskonzern Steinhoff.

Auch im SDAX tut sich was

Südzucker und Steinhoff verschwinden jedoch nicht aus der Index-Landschaft, sie erhalten wiederum eine Chance in dem kleineren SDax. Auch die Investmentfirma Corestate Capital und der Nutzfahrzeug-Zulieferer Jost Werke wurden in den SDax aufgenommen Dafür müssen die Modefirma Gerry Weber und der Finanzdienstleister MLP weichen. MLP wird also weiter nach unten durchgereicht. Der als SE (europäische AG) angetretene Konzern war schließlich 2001 bis immerhin 2003 einmal im DAX vertreten.

Der TechDax hat ebenfalls einige Wechsel zu verkraften.

Der erst im vergangenen Jahr an die Börse gegangene Maschinenbauer Aumann sowie Isra Vision, ein Zulieferer für Industrieroboter, werden neu in dem Index der Technologiewerte gelistet. Aumann und Isra verdrängen das auf die Banken- und Finanzbranche spezialisierte Software-Unternehmen GFT und den Telekom- und Netzwerkausrüster Adva.

Wie sich die Index-Anpassungen auf das Depot auswirken

Der Arbeitskreis Aktienindices der Deutschen Börse tagt stets geheim, seine Entscheidungen werden zu vorher festgelegten Terminen in der Regel einmal im Quartal bekannt gegeben und treten 14 Tage später in Kraft.

Kommen wir nun zu der Frage, wie sich die Index-Anpassungen auf die Wertpapier- Depots auswirken können. Wenn erfolglose Aktiengesellschaften die großen Indizes verlassen müssen und aufstrebende Unternehmen nachrücken, dann ist es ein Grund dafür, warum die Indizes langfristig immer steigen. Schließlich bringen erfolgreiche Unternehmen frischen Wind in die Dax- Familie. Die Kurse steigen schneller und teilweise werden höhere Dividenden gezahlt, die sich ebenfalls auf den Dax als Dividendenindex auswirken.

Das sind allerdings nur die allgemeinen Auswirkungen. Doch was passiert mit den Aktien der einzelnen Unternehmen, die als Auf- und Absteiger die Wertpapierdepots beeinflussen können? Meist wirkt sich ein Aufstieg positiv auf die Aktien des Aufsteigers und ein Abstieg dagegen wirkt sich negativ auf die kurzfristige Wertentwicklung der Absteiger aus.

Die Hauptursache dafür ist, dass sich sogenannte Indexfonds, also Fonds, die komplette Indizes abdecken, sich mit den Aktien der Aufsteiger eindecken und die Aktien der Absteiger entsprechend ihrer Richtlinien verkaufen müssen. Dadurch geraten die Aktien der Absteiger unter Druck und die Aktien der Aufsteiger entwickeln sich im Normalfall positiv.

Aber das muss nicht immer so sein. Die Regeln für die Mitgliedschaft in die einzelnen Dax- Indices sind bekannt. Und so kristallisieren sich trotz strengster Geheimhaltung die Kandidaten für den Auf- und Abstieg schon vorher heraus und meistens liegen die Finanzexperten richtig mit ihren Tipps.

Das hat zur Folge, dass viele Investoren schon vorher auf mögliche Auf- und Absteiger mit entsprechenden derivativen Instrumenten wetten. Wenn der Wechsel dann offiziell verkündet wird, ist das oft schon in den Kursen eingepreist und der Kurs der entsprechenden Aktie bewegt sich seitwärts.

Das bedeutet für Kleinanleger in der Praxis, dass er sich mit dem Einzelfall beschäftigen muss. Wer die möglichen Kandidaten als ein lukratives Investment schon immer im Blick hatte, der kann mit dem Kauf seiner Investition einen zusätzlichen Renditekick geben. Aber auch umgekehrt, kann ein rechtzeitiger Verkauf vor Bekanntgabe der Absteiger wertvolle Renditeprozente retten.Wer allerdings die Arbeit Profis überlässt und einen Fonds hat, kann nichts verkehrt machen. Hier werden sich negative Auswirkungen nicht so sehr zeigen, denn meistens sind die Fondmanager schon vorher ziemlich genau über die anstehenden Änderungen orientiert und haben sich entsprechend positioniert.

Und wenn ein Kleinanleger auf dem falschen Fuß erwischt wird, dann muss er nicht verzweifelt sein.

Die Schwankungen relativieren sich relativ schnell und die nächste Anpassung kommt bestimmt.Lesen Sie auch

Der Dieselmotor und die Folgen für den Anleger

Der Dieselmotor und die Folgen für den Anleger

Rudolf Diesel (geb. 1856, gest.1913), der Erfinder des gleichnamigen Motors würde sich im Grabe herum drehen, wenn er wüste, welche Kapriolen seine Erfindung heute schlägt. Ich glaube, er würde nur den Kopf schütteln über so viel Ignoranz von seinen Nachfahren. Er hätte bestimmt, den aus dem Jahre 1893 mit Hilfe von Friedrich Krupp entwickelten Motor, an die heutigen Umweltauflagen angepasst. Dass es damals auch nicht so schnell ging, beweist die Tatsache, dass der erste funktionstüchtige Dieselmotor erst nach vier Jahren im Jahre 1897 in Serie produziert wurde. Aber an den vier Jahren sollten sich die Automanager mit ihren technischen Möglichkeiten von heute ein Beispiel nehmen!

Die Entscheidung und die Reparaturversuche

Seit der aktuellen Entscheidung des Bundesverwaltungsgerichtes über die Rechtmäßigkeit von Fahrverboten wegen der Umweltbeeinträchtigungen der Dieseltechnologie ist nichts mehr so, wie es einmal war. Wenn die Konzerne nicht so viel Geld in die Lobbyarbeit und die Verhinderung von Umweltauflagen gesteckt hätten, dann wäre vielleicht schon früher eine tragfähige Lösung gefunden worden. Ob die durchgeführten Software- Updates bei Dieselfahrzeugen mit Schummel- Software helfen, darf auch noch stark bezweifelt werden. So werden die Autofahrer sich mit blauen Plaketten in vermutlich allen möglichen Schattierungen die Wege in die Innenstätte freikämpfen müssen.

Das gemeinsame Politik- und Wirtschaftsversagen

Die Autoindustrie fürchtet die Fahrverbote, die in Deutschland bald kommen werden, wie der Teufel das Weihwasser. Deren Manager haben ganz einfach auf die alte Technologie gesetzt und damit Schiffbruch erlitten. Die Politik können wir leider auch nicht freisprechen von ihrem Versagen. Verkehrsminister jedweder politischen Richtung haben die Autoindustrie geschützt und die Justizminister spielten dabei die willfährigen Helfer, in dem sie z.B. Gesetze zu Sammelklagen verhinderten. So müssen jetzt Gerichte in Einzelfällen entscheiden, ob die Kläger als betrogene Kunden, Schadensersatz wegen arglistiger Täuschung erhalten können. Aber auch hier vermeidet die Autoindustrie alles, was zu einem Präzedenzfall und einem höchstrichterlichen Urteil mit Gültigkeit für die gesamte Bundesrepublik führen könnte. So wird es sicher keine Revisionsverhandlung des aktuellen Urteils über den Schadensersatz für eine Kundin aus Sachsen- Anhalt geben, die einen Diesel zurückgeben darf und den größten Teil ihres Geldes (abzüglich der Nutzungsentschädigung) zurück erhält.
Auch jetzt schlafen die politisch Verantwortlichen in diesem Land weiter. Wenn bspw. Fahrverbote kommen, dann müssen diese über die Polizei durchsetzt werden. Nur gibt es dafür nicht genügend Personal. Also werden müssen die verbleibenden Polizisten diese Aufgaben auch noch irgendwie schultern.

Weitere Probleme der Autoindustrie

Jetzt ist der Aufschrei unter den Managern groß, denn nicht nur mit dem Dieselproblem haben sie zu kämpfen. Die Absatzzahlen im Inland gehen zurück. Das Auto als Statussymbol verliert seine Strahlkraft. Carsharing ist für die jungen Leute zumindest in den Ballungsgebieten eine Option und lässt die Umsätze sinken. Elektroautos werden anderswo entwickelt und deren Einsatz dort richtig subventioniert (z.B. in Norwegen und China). Andere Länder werden nachziehen. Schwedische Autobauer und ganz aktuell der japanische Autokonzern Toyota verzichten auf den Dieselmotor. Auch hier wird es einen internationalen Nachahmungseffekt geben. Und sollte China sein ehrgeiziges Ziel mit E-Automobilität vor Deutschland erreichen, dann dürfen wir in China höflich nachfragen, ob wir diese Autos importieren können. Und da ist auch noch der Tesla- Konzern mit seinen visionären E-Autos. Hier können die deutschen Autokonzerne sehen, wie schwer sich so ein Modellversuch zu vernünftigen Preisen in die Praxis umsetzen lässt, es geht nicht von heute auf morgen.

Und das Depot der Kleinanleger?

Früher brauchten Kleinanleger sich keine Sorgen machen, wenn sie Autoaktien im Depot als sogenannte Cashcows hatten. Die Dividende und die Kursentwicklung der Wertpapiere bestätigten die Kaufentscheidung. Deutschland war und ist ein Auto- Land. Ob das in der Zukunft so bleibt, werden wir daran sehen, wie schnell die einzelnen Manager in den Konzernen das Ruder herumreißen können. Und da in Deutschland sehr viele Arbeitsplätze an der Autoindustrie und der dazu zugehörigen Zulieferindustrie hängen, darf über einen verstärkten und klugen Einsatz von Subventionen für die E- Mobilität, wie in bspw. China, von Seiten der Politik nachgedacht werden.
Hier liegen auch die Chancen für die Anleger. Die klassische Autoindustrie wird es noch eine Weile geben, auch die Dieselmotoren. Aber der Absatz der Autos mit alter Technologie wird schwinden, umso mehr sich die neue Technologie (Hybrid, E-Autos etc.) durchsetzen. Fakt ist auf jeden Fall, dass die neuen Technologien nicht so viele Arbeitskräfte mehr benötigen. Das wiederum wird die Produktionskosten absenken und die Gewinne der Konzerne, die rechtzeitig umgedacht haben, werden steigen. Und diese Konzerne müssen leider nicht mehr im alten Autoland Deutschland liegen, sie können es aber.
Kleinanleger sollten auf alles vorbreitet ein. Neues setzt sich manchmal sehr schnell durch. Bei Rudolf Diesel dauerte es nur vier Jahre.

OMV – einer von zwei Generalsponsoren des Wiener Opernball

OMV – einer von zwei Generalsponsoren des Wiener Opernball

(Montag, 19. Februar 2018)

Mit OMV auf dem Wiener Opernball – OMV-Verlosung von exklusiver Herrenspende

Wenn in Deutschland zu Weiberfastnacht, am Donnerstag als dem ersten Tag des närrischen Treibens zu Karneval als Übergang vom Sitzungs- zum Straßenkarneval um 11.11 Uhr die Rathäuser gestürmt werden, dann laufen in der österreichischen Bundeshauptstadt die letzten Vorbereitungen für die Abendveranstaltung, den Wiener Opernball auf Hochtouren. Er ist in Wien sowie in ganz Österreich das gesellschaftliche Ereignis und Highlight der jährlichen Ballsaison. Mit dabei ist auch die OMV, eines der größten börsennotierten Unternehmen im Lande. Wir kommen an dieser Stelle deswegen auf OMV und Opernball zu sprechen, weil die OMV im mittlerweile dritten Jahr als fester Bestandteil zum NDACinvest-Aktienfonds gehört. Der Depotanteil liegt bei knapp dreieinhalb Prozent. Aufgrund der Unternehmensgröße mit Marktkapitalisierung, mit Umsatz, Beschäftigten sowie anderen Kennzahlen wird die OMV in unserem Aktienfonds unter den Basisinvestments geführt. So ist die Verbindung vom niedersächsischen Uelzen hin zur Millionenstadt Wien mit ihrem weltmännischen Ambiente und Flair keineswegs an den Haaren herbeigezogen.

OMV – einer von zwei Generalsponsoren der Wiener Staatsoper beim 2018er Opernball

Die Veranstaltung wird seit Jahren regelmäßig und zuverlässig auf mehreren Fernsehkanälen live übertragen, darunter von den deutschen Sendern 3SAT und Bayerischer Rundfunk. Die Liste an Sponsoren, an Donatoren und an Förderern ist ebenso lang wie illuster. Doch es gibt mit OMV und Lexus nur zwei Generalsponsoren. Das ist hier in Wien nicht nur eine Frage des Sponsorenschecks, sondern vielmehr eine Ehre, auf diese Weise an der Staatsoper und ihren Events wie dem Opernball beteiligt zu werden. Sponsern ist ein vertragliches Geben und Nehmen, wobei der Nehmende erfahrungsgemäß deutlich besser abschneidet als der Gebende. Sicherlich hat der OMV seine bevorzugte Ehrenloge, um seinen den Gästen aus der Wirtschaft im In- und Ausland ein unvergessliches Wochenende in Wien zu bieten. Einige Zahlen zeigen die Dimension dieser Veranstaltung mit mehr als 5.000 Ballgästen inklusive dem dazugehörigen Verzehr.

  • Das Auftragsvolumen für rund vier Dutzend Firmen beträgt etwa 1,5 Mio. Euro für Auf- und Umbauarbeiten
  • Der Umbau des Opernhauses zum Ballsaal dauert 30 Stunden, der Rückbau nochmals zwei Drittel der Zeit
  • Der Getränkeverzehr liegt bei 1.300 Flaschen Champagner & Sekt sowie jeweils 900 Flaschen Wein und Bier
  • Verzehrt werden 2.500 Paar Würstel
  • Dekoriert wird die gesamte Location mit 170 Blumenarrangements nebst 480 Blumengestecken
  • Zwölf Dutzend, also 144 Debütanten Paare begeistern die Besucher mit ihrer Aufführung des Wiener Walzers
  • Ein kleiner Einblick in das Preisgefüge
    • Eintrittskarte ohne Sitzplatz: 290 Euro
    • Tischanteil für 2 Personen im sechsten Stock außerhalb des Ballsaals: 200 Euro
    • Tisch für 6 Personen außerhalb des Ballsaals: 1.200 Euro
    • Bühnenlogentisch im II. Rang für 8 bis 10 Personen: 10.000 Euro
    • Diese Arrangements gelten allesamt exklusive Verzehr
    • Rangloge I mit bestem Blick auf das Geschehen im Ballsaal für bis zu 12 Personen exklusive Verzehr inklusive Bedienung: 20.500 Euro
  • Aktuelle Cheforganisatorin des Wiener Opernballs ist Maria Großbauer
  • Ab Freitag, den 9. Februar, also einen Tag nach dem 2018er Opernball, werden Kartenbestellungen für den 2019er Wiener Opernball am Donnerstag, 28. Februar entgegengenommen

OMV auch abseits des Opernballs erfolgreich

Die OMV-Aktie ist an der Wiener Börse im ATX, dem Austrian Traded Index gelistet. Dort gehört sie zu den drei Unternehmen mit zweistelliger Indexgewichtung. Die 2016er Dividende betrug 1,20 Euro, und für die Folgejahre bis zum Jahrzehntwechsel wird mit einer Dividendensteigerung bis zu 1,50 Euro gerechnet. Der OMV-Kurs ist in den vergangenen ein, zwei Wochen von den weltweiten Kursschwüngen regelrecht durchgeschüttelt worden; der Kursverlust liegt bei rund 10 Prozent mit einer leicht, aber kontinuierlich aufsteigenden Tendenz. Bei der vom NDAC verfolgten langfristigen Anlagestrategie ist das für die Clubmitglieder kein Anlass zur Sorge. Die OMV plant seit mittlerweile mehr als einem Jahrzehnt und auch zukünftig eine Dividende von mindestens 1,00 Euro je Aktie, sofern dadurch nicht die langfristige finanzielle Stabilität des Unternehmens beeinträchtigt wird. Das ist weder erkennbar noch zu befürchten. Diese Aktionärsstrategie deckt sich mit der generellen Entscheidung des NDAC-Anlageausschusses, Aktien mit erkennbarer Gewinnerwartung in das Portfolio aufzunehmen.

Doch zurück zu OMV und Wiener Opernball. Noch bis zum 4. März verlost die OMV als Generalsponsor der Wiener Staatsoper 10 Stück der anspruchsvollen Foto-Bildbände namens „Repertoire“. Sie bieten einen amüsant-künstlerischen Blick hinter die Kulissen von Wiener Staatsoper und Wiener Opernball. Die Gewinnziehung erfolgt bis zum Osterwochenende! Schon heute geht von hieraus ein herzlicher Glückwunsch an die Gewinnerinnen und Gewinner!

Weiteres über OVM

Biblis – vom Produktionsstandort zum Besucherzentrum

Biblis – vom Produktionsstandort zum Besucherzentrum

(22. Februar 2018)

Das waren noch Zeiten, als Ende der 1960er/Anfang der 1970er-Jahre nur buchstäblich eine Handvoll Einwendungen gegen den damaligen Bau des KKWB, des Kernkraftwerkes Biblis erhoben wurden. Allerdings ahnte damals auch niemand, dass es rund ein Jahrhundert dauern würde, bis die letzten Spuren des Kernkraftwerkes beseitigt sein würden. Auf dem Weg dorthin ist zurzeit der Betreiber RWE. Von der Inbetriebnahme der beiden Blöcke A und B in den 1970er-Jahren bis zur vorübergehenden und anschließend endgültigen Stilllegung vergingen knapp drei Jahrzehnte. Heutzutage werden Besucherführungen durch die KKWB-Anlage angeboten. Gleichzeitig nutzt RWE als Betreiber das KKWB-Gelände zur Zwischenlagerung von Castor-Behältern mit radioaktivem Abfall. Und ab 2019 geht die Zuständigkeit für das bis dahin als offiziell anerkannte Standortzwischenlager auf die Bundeseigene Gesellschaft zur Zwischenlagerung BGZ über. Das ist im Ergebnis eine Odyssee, die sich vor 50 Jahren niemand vorstellen konnte.

Energieriese RWE leidet unter dem Atomausstieg der Bundesregierung

Spätestens nach der Nuklearkatastrophe im japanischen Fukushima im März 2011 war abzusehen, dass in Deutschland mit grundlegenden Änderungen rund um AKW, die Atomkraftwerke zu rechnen war. Eine Woche nach Fukushima musste RWE auf Druck des Landes Hessen den Block A als den älteren der beiden Blöcke herunterfahren. Block B war revisionsbedingt ohnehin schon runtergefahren, wie es allgemein genannt wird nicht mehr am Netz. Dagegen klagte RWE vor der hessischen Verwaltungsgerichtsbarkeit. Das Verfahren zog sich über mehrere Jahre und Instanzen hin mit dem Ergebnis, dass sich ab Mitte der 2010er-Jahre ein Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtag mit der gesamten Thematik „Stilllegung KKWB“ befasste. Ende August 2011 entschied die Bundesnetzagentur für Elektrizität, Gas, Telekommunikation, Post und Eisenbahnen als oberste Bundesbehörde im Bereich des Wirtschaftsministeriums, das KKWB komplett außer Betrieb zu stellen. Es durfte ab sofort weder angefahren noch als Kaltreserve vorgehalten werden. Im August 2012 beantragte RWE die Stilllegung und den Abbau. Die Stilllegung war nach fünf Jahren abgeschlossen, und seitdem läuft der auf 15 Jahre terminierte Rückbau.

Während an der einen Stelle das KKWB-Gelände von radioaktiven Rückständen befreit wird, werden an anderer Stelle weitere strahlende Abfälle in Castoren neugelagert. Ein von RWE ausgehandeltes Geschäft sieht vor, dass in den Jahren 2019 bis 2021 sieben plus X Castoren aus England nach Biblis gebracht werden. Dabei handelt es sich um radioaktiven Müll aus Deutschland, der in England aufbereitet wird. Ein entsprechender RWE-Antrag RWE liegt dem Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit vor. Das geschieht vor dem Hintergrund, dass sich Deutschland dazu verpflichtet hat, Atommüll aus englischen und aus französischen Wiederaufbereitungsanlagen zurückzunehmen. Das Lager Gorleben in Niedersachsen kommt dafür nicht mehr infrage. Biblis ist ein Zwischenlager, in dem zurzeit gut 100 Castoren lagern. Castor ist der geschützte Markenname für einen Spezialbehälter zum Transport und zur Aufbewahrung von radioaktivem Material.

Am Dienstag, dem 27. Februar findet im Besucherzentrum des KKWB für die Bürger und Einwohner von Biblis ein Infoabend statt zu dem Thema „Kraftwerk Biblis – Rückführung von Castoren aus der Wiederaufbereitung“. Veranstalter und Gastgeber ist RWE.

RWE-Aktie seit dem Jahr 2017 im NDAC-Portfolio

Anlageausschuss und Geschäftsführung des Aktienclubs hatten sich vor einem Jahr dazu entschieden, das Aktiendepot unter den Basisinvestments mit RWE aufzustocken. Der RWE-Depotanteil liegt zurzeit bei unter ein Prozent und ist nahezu deckungsgleich mit der RWE-Indexgewichtung im DAX; dort liegt sie bei 0,8 Prozent. RWE in den NDACinvest-Aktienfonds aufzunehmen geschah geradezu rechten Zeit. Das Unternehmen konnte zum Jahreswechsel aufgrund des höchstrichterlichen Urteils eine Milliardenrückzahlung der Bundesregierung verbuchen. Wieder einmal hatte das Kabinett zu voreilig entschieden und wurde einige Jahre später vom Bundesverfassungsgericht korrigiert. RWE-Vorstandsvorsitzender Rolf Martin Schmitz wird anlässlich der 2018er Hauptversammlung am Donnerstag, 26. April darüber berichten. Der 2017er Geschäftsbericht ist für Dienstag, den 13. März mit Presse- und Telefonkonferenz für Investoren sowie Analysten terminiert. Zahltag für die Jahresdividende ist der 2. Mai. Die 2016er Dividende betrug je Vorzugsaktie gegenüber dem Vorjahr unverändert 0,13 Euro. Aufgrund des erfolgreichen Jahres 2017 wird mit einer deutlich höheren Dividende gerechnet. Der NDAC-Anlageausschuss sieht in der RWE-Aktie ein langfristiges und sicheres Investment unter den „Großen 20“ in seinem Wertpapierdepot.

Die RWE-Aktie hat seit Monatsanfang deutlich im einstelligen Bereich verloren; sie stabilisiert sich jedoch seit der Monatsmitte und wird von den Analysten bei HSBC oder Commerzbank auf ein Ziel zwischen 17 und 19 Euro angehoben. Das stimmt zuversichtlich!

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Statoil baut Offshore-Windpark vor der Küste von Rügen

Statoil baut Offshore-Windpark vor der Küste von Rügen

(21. Februar 2018)

In diesen Monaten errichtet die Statoil ASA mit Sitz in der norwegischen Hafenstadt Stavanger gemeinsam mit der deutschen E.ON AG in der Ostsee einen 385 MW Windpark. Die vollständige Inbetriebnahme ist für das kommende Jahr terminiert. Statoil gehört mit einer Stückzahl von 2.000 Aktien seit zwei Jahren zum NDACinvest-Aktienfonds, bei einem Depotanteil von aktuell 2,5 Prozent. Der norwegische Staat ist zu gut zwei Drittel an Statoil beteiligt. Im Portfolio des Niedersächsischen Aktienclubs wird Statoil unter den Basisinvestments geführt. Bereits seit mehreren Jahrzehnten ist Statoil, mit landesweit rund 19.000 Beschäftigten einer der größten Arbeitgeber in Norwegen, auf den Geschäftsfeldern Erdöl und Erdgas erfolgreich. Auch durch die Kooperation mit E.ON rückt Statoil zunehmend mehr in das Blickfeld deutscher Anleger. Der NDAC-Anlageausschuss war in dieser Hinsicht der Entwicklung ein gutes Stück voraus; er hat bereits ein Jahr vor Projektbeginn die Aktie von Statoil in das Depot aufgenommen.

Nutzung des Ostseewindes 35 Kilometer nordöstlich von Rügen

Jeder Urlauber und Tourist, der schon einmal Deutschlands größte Insel Rügen besucht hat, kennt die Sehenswürdigkeit Kap Arkona. Sie ist eine gut 40 Meter hohe Steilküste, bestehend aus mehreren weißfarbigen Kreidefelsen. Das Besondere an Kap Arkona ist der steile Abfall unmittelbar in die Ostsee. Kap Arkona und die Kreidefelsen sind ein vielbesuchtes Highlight auf der Halbinsel Wittow im nördlichsten Teil von Rügen. Die Hafenstadt Saßnitz als anerkannter Erholungsort auf Rügen liegt 35 Kilometer südlich von Kap Arkona auf der Halbinsel Jasmund. Und 35 Kilometer nordöstlich in der Ostsee vor Rügen wird jetzt ein Windpark errichtet. Einige Eckdaten machen deutlich, dass es sich für die beiden Partner Statoil und E.ON um ein besonders ambitioniertes Gemeinschaftsprojekt handelt.

  • Die geplante Leistung liegt nach der Inbetriebnahme bei 385 Megawatt
  • Das reicht rechnerisch zur regelmäßigen Versorgung von bis zu 400.000 Haushalten
  • An der Errichtung des Windparks arbeiten zurzeit rund 400 Beschäftigte, viele davon aus der Region von Rügen
  • Der Windpark steht auf insgesamt 60 Fundamenten, die in einer Tiefe zwischen 23 und 37 Metern installiert sind
  • Das Design der Stahlfundamente musste der Bodenbeschaffenheit individuell und aufwändig angepasst werden
  • Der Windpark Arkona wird von Saßnitz aus gesteuert; Luftentfernung etwa 70 Flugkilometer
  • Die Montage der großflächigen Verbindungsstücke ist zurzeit so gut wie abgeschlossen
  • Als nächstes folgt das Installieren der Offshore-Umspannplattform
  • In den Bereichen Instandhaltung, Betriebsführung Verwaltung u.a.m. entstehen in Saßnitz für die kommenden 25 Jahre etwa vier Dutzend Dauerarbeitsplätze
  • Die fünf Dutzend Sechs-MW-Offshore-Windturbinen werden von Siemens geliefert
  • Hier draußen in der Ostsee kann durch den dauerhaft starken Seewind mit einer hohen jährlichen Volllaststundenzahl kalkuliert werden

Statoil auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien heimisch

Nachdem das Unternehmen seit mehr als vier Jahrzehnten Erfahrung in der Öl- und Gasproduktion gesammelt hat, zählt Statoil mittlerweile auch zu den etablierten Unternehmen im Bereich Wind-Offshore. Arkona ist für Statoil eine weitere Station auf dem Weg hin zu profitablen Lösungen in dem Bereich Regenerative Energien nebst klimafreundlicher Technologie. Statoil gehört europa- und weltweit zu den fünf bis sechs größten Rohstoffversorgern mit Erdöl und Erdgas.

Aktienkurs nach turbulentem Monatsanfang wieder auf Erholungskurs

Die Aktie von Statoil ist an der Osloer Börse im OBX, dem Oslo Børs Index als dem wichtigsten Index notiert. Unter den 25 Unternehmen liegt Statoil mit einer Indexgewichtung von reichlich 19 Prozent, wie es genannt wird, einsam an der Spitze. Die beiden weiteren Unternehmen mit zweistelliger Indexgewichtung sind Telenor mit Telekommunikation sowie DNB als Finanzdienstleister. Zum Monatsende hin pendelt sich der Aktienkurs ganz offensichtlich wieder auf dem Niveau von Anfang Februar ein. Anlässlich der für Dienstag, 15. Mai terminierten Hauptversammlung wird erneut mit einem positiven Ergebnis gerechnet. Statoil zahlt die Dividende quartalsweise aus. Im Kalenderjahr 2017 waren es insgesamt 0,79 Euro, und für das erste Quartal 2018 konnten die Anteilseigner 0,18 Euro je Aktie verbuchen. Für die kommenden Jahre wird mit einer zumindest gleichhohen Dividende gerechnet, bei eher ansteigender Tendenz.

Die Tatsache, dass Norwegen als Staat und Regierung „hinter Statoil steht“, ist für die Anleger gleichbedeutend mit einer Garantie auf Sicherheit und Kontinuität. Vor diesem Hintergrund macht es sich gut, den Wert von Statoil im NDAC-Aktienfonds zu führen und auch weiterhin zu behalten. Spätestens zum Jahrzehntwechsel wird sich der Windpark Arkona auch in Jahresabschluss und Geschäftsbericht von Statoil positiv bemerkbar machen.

Weiteres über Statoil

US- Präsident Donald Trump löst Handelskrieg aus

Bild mit Euro und Dollar auf Waage
Bildquelle: low500 / pixelio.de

US- Präsident Donald Trump und ihr Depot

Wieder ein Rückschlag für die Märkte weltweit, dieses Mal ausgelöst durch die Ankündigung des US-Präsidenten Donald Trump, der Strafzölle auf Stahl und Aluminium einführen will. Um 25 Prozent sollen sich die Stahl- bzw. um 10 Prozent die  Aluminiumimporte in die USA verteuern. Trump will damit seine Versprechen an die Wähler erfüllen, die einheimische Stahlindustrie wieder aufzubauen. Er entfesselt damit einen Handelskrieg zwischen den einzelnen Nationen?!

Wie stellt sich die aktuelle Situation  auf dem Weltstahlmarkt dar?

Amerika, China und die EU sind die Hauptakteure im schwelenden Streit über Dumpingpreise und Überkapazitäten auf dem Stahlmarkt. Washington und die EU werfen speziell den Chinesen vor, ihre Überkapazitäten zu Dumpingpreisen auf den Weltmarkt zu drücken.  Die OECD schätzt, dass der Kapazitätsüberhang auf dem Stahlmarkt 2016 mit 737 Millionen Tonnen beträgt. Das dürfte sich auch 2017 weiter ausgeweitet haben. Der weltgrößte Stahlexporteur ist China mit mehr als einem Drittel der Weltproduktion. Deshalb hat die EU hat mehr als vierzig Strafzölle auf Stahlprodukte verhängt. Sie wirft, wie die USA, den Chinesen vor, mit staatlichen Subventionen die Preise künstlich nach unten zu drücken. Nur was bedeuten die Strafzölle für die deutschen Stahlkocher z.B. beim größten Unternehmen in der Stahlbranche dem DAX-Mitglied Thyssen Krupp und allen anderen in dieser Branche?

Das die Chinesen sich von Strafzöllen abschrecken lassen,  ist angesichts der Erfahrungen, die die EU gemacht haben, nicht zu erwarten. Also wird der Stahl- und Aluminiumexport angesichts der neuen  Lage in den USA verstärkt nach Europa fließen. Aber es gibt auch noch indische Stahlkocher (Tatasteel), die ebenfalls nach Europa  liefern, ebenso Produzenten aus Kanada, Indonesien, Südkorea etc., die sich neue Vertriebswege suchen müssen.

Was sind die geplanten Gegensanktionen wert?

Die groß angekündigten Gegensanktionen werden die Trump-Regierung nur ein müdes Lächeln kosten. Wie groß ist der Markt für die Kultmaschinen Harley Davidson in Europa?  Mehr als 15 Prozent der weltweit 243.000 Motorräder verkaufte das Unternehmen im vergangenen Jahr in Westeuropa. 2017 wurden in  Deutschland nach Unternehmensangaben aus dem Hauptsitz in Wisconsin 9.144 neue Harley-Davidson-Motorräder zugelassen. Zugegeben, eine Harley ist Kult, aber wer sie unbedingt haben möchte, der zahlt auch noch die erhöhten Zölle.

Und der amerikanische Whiskey? Auch das sind zum Teil Kultmarken, wie zum Beispiel der legendäre  Jack Daniels. Ob der sich als strafzollbewehrtes Druckmittel aufbauen lässt, werden wir sehen.

Außerdem sind noch Orangensaft aus Kalifornien, Tomaten und Kartoffeln auf der Liste der möglichen Gegensanktionen. Es wird sicher  einige Farmer treffen, aber Trump ist da flexibel. Vielleicht sind die Russen dann nicht so schlimm und können wieder mit diesen Gütern beglückt werden?! J

Wirklich wehtun würden nach Ansicht ihres Autors Sanktionen gegen die IT- Industrie (Apple Microsoft etc.). Aber die sind erstens so global aufgestellt, dass sie die Sanktionen global umgehen können. Und zum anderen brauchen wir diese Produkte und würden uns mit Strafzöllen  selbst schaden.

Außerdem müssen wir feststellen, dass Trump eigentlich nur reagiert auf den billigen Chinastahl. Ginge es so weiter wie bisher, würden auch die restlichen Stahlkocher in den USA schließen. Und in der Folge würden weitere internationale Markteilnehmer, auch deutsche, aus dem Markt verdrängt werden. Die Chinesen würden uns dann als Monopolist die Stahlpreise diktieren. Trump reagiert also nicht auf eine Marktentwicklung, sondern auf eine Marktverzerrung. Das sollten wir in  Europa bei allem Ärger bitte auch bedenken.

Die WTO als Streitschlichter?

Viele setzen ihre Hoffnung auf die Schlichterfunktion der Welthandelsorganisation (World Trade Organization) WTO, die schon einmal erfolgreich einen eskalierenden Stahlstreit zwischen der USA und der EU  2003 schlichten konnte.  Aber Präsident Trump hat dieses Mal  Belange der nationalen Sicherheit der USA  ins Spiel gebracht. Die WTO kann in solchen Fällen leider nicht ihre gewohnte Rolle als Schlichter einnehmen.

Was sollten Kleinanleger jetzt tun?

Leider wurden die Nerven der Kleinanleger in diesem Jahr schon arg strapaziert. Aber auch hier gilt der Grundsatz, Ruhe ist die erste Anlegerpflicht! Wer nach wie vor davon überzeugt ist, dass seine Aktien fundamental in Ordnung sind, der macht nichts falsch, wenn er die Positionen vergrößert, in dem er die sich bietende Chance des billigeren Erwerbs seiner Aktien nutzt. Selbst Aktien jenseits des großen Teiches sollten in die längerfristigen Überlegungen einbezogen werden, denn dort spielt die Musik weiterhin groß auf.

Allerdings sollten von Sanktionen betroffene Aktien, vorerst gemieden werden.  Sollte der Streit zwischen der EU und den USA und China  weiter eskalieren, dann müssen Kleinanleger sich genau informieren, welche  Auswirkungen das für ihr Depot hat. Wir bleiben für Sie am Ball.