Kurs Umsatz Verhältnis

Aktien bewerten – Kurs Umsatz Verhältnis

Was ist das Kurs Umsatz Verhältnis

Das Kurs- Umsatz- Verhältnis (KUV) ist eine Kennzahl für die Bewertung von Aktien, bei der die Marktkapitalisierung je Aktie (Kurs) in Relation zum Umsatz je Aktie gesetzt wird. Es besteht damit eine Ähnlichkeit zu dem weit aus bekannteren Kurs – Gewinn- Verhältnis (KGV). Einen alternativen Ansatz für die Berechnung stellt die gesamte Marktkapitalisierung durch den Jahresumsatz dar.
Das KUV wurde von dem bekannten Finanzanalysten und Sachbuchautor Ken Fisher 1984 erstmalig in seinem Buch „Superaktien“ erwähnt und als Bewertungsmethode vorgestellt.

Was bedeutet Umsatz für das KUV?

Unter Umsatz verstehen wir den Gegenwert, das „Unternehmen in Form von Geld oder Forderungen durch den Verkauf von Waren (Erzeugnissen) oder Dienstleistungen sowie aus Vermietung oder Verpachtung zufließt.“

Die Aussage des KUV

Das KUV gilt als eine Kennzahl der Fundamentalanalyse von Aktien und soll helfen den wahren Wert eines Unternehmens zu ermitteln. Besonders geschätzt wird die Kennziffer von Value- Investoren (Investoren, die als Basis ihrer Investitionsentscheidungen, die Werthaltigkeit eines Unternehmens heranziehen).

Nehmen wir zum Beispiel an, ein Unternehmen hat einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro und eine Marktkapitalisierung von 30 Millionen Euro, dann ergibt sich nach der eingangs genannten Formel ein KUV von 0,5. Da wir in unserem Beispiel keine Gewinne in der Bilanz finden können, wird auch kein KGV ausgewiesen. Das KUV ist praktisch eine alternative Bewertung zu dem aussagekräftigeren KGV.

Ein Vergleich der KUV von mehreren Unternehmen für die Entscheidung über den Erwerb von Aktien, ist nur dann sinnvoll, wenn mehrere Gesellschaften aus der gleichen Branche verglichen werden. Ermitteln wir allerdings bei allen Wettbewerbern einer Branche ein KUV unter eins, dann weist das nicht in jedem Fall auf ein Schnäppchen in Form einer unterbewerteten Aktie hin.

Als Faustregel können wir uns aber merken: Je niedriger das KUV im Branchenvergleich zum Wert anderer Gesellschaften aus der gleichen Branche ausfällt, desto günstiger bewertet ist dann die Aktie.

Wie bei jeder Regel gibt es auch hier einen Haken, denn ein niedrig errechnetes KUV kann auch letzten Endes ein Ausdruck für ein betriebswirtschaftlich negatives Unternehmen sein. Investoren verlassen sich nicht nur auf eine Kennzahl, sondern müssen auch noch andere betriebswirtschaftliche Aspekte aus den Büchern herauslesen. Kleinanleger sollten ihnen folgen und die frei zugänglichen Zahlen in den Bilanzen vor einer Anlage genau prüfen.

Im Grunde genommen sagt das KUV auch nichts über die Rentabilität bzw. Profitabilität einer Aktiengesellschaft aus. Wenn sehr hohe Umsatzerlöse erzielt werden, das ist meistens einer enormen Nachfrage nach den Produkten und Dienstleistungen der Fall, dann läuft der Markt auch anderswo in der Branche heiß. Aber das bedeutet, dass die Aussagekraft dieser Kennziffer gegen Null tendiert.

Natürlich sind Umsatzerlöse für die Bewertung eines Unternehmens wichtig, aber Umsätze können auch Ergebnis eines gnadenlosen Preiskampfes sein und darüber sagt das KUV auch nichts aus. Oder es sind sonstige einmalige Umsätze in die Ergebnisrechnung des Unternehmens mit eingeflossen, wie z.B. durch den Verkauf eines Grundstückes oder Werkshalle. Dann stellt das zwar letztendlich einen realisierten Umsatz dar, aber er ist eben nur einmalig erzielt worden. Hellhörig sollten Anleger auch werden, wenn Teile des Konzerns aus manchmal durchaus nachvollziehbaren Gründen veräußert werden, denn dann ist zwar ein Erlös für das Jahr vorhanden, aber der Umsatz des Unternehmens kann sich dann im Folgejahr vermindern.

Wann sollten Anleger auf das KUV achten?

Wenn zwei Unternehmen das gleiche KGV ausweisen dann kann es hilfreich sein, das KUV zu betrachten. Wenn das eine Unternehmen im KUV 0,6 aufweist und bei dem anderen Unternehmen beträgt das KUV dagegen 1,1, dann bedeutet so etwas, dass das erste Unternehmen preisgünstiger ist als das andere Unternehmen.

Bei jungen Unternehmen, die noch wachsen und keinen Gewinn erzielen, ist ein Blick auf das KUV ebenfalls wichtig. Haben wir zwei Unternehmen bei denen perspektivisch eine ähnlich hohe oder gleiche Gewinnmarge zu erwarten ist, dann ist das Unternehmen mit dem niedrigeren KUV der bessere Kauf. Denn bei diesem Unternehmen ist auch in der Zukunft das günstigere Kurs-Gewinn-Verhältnis zu erwarten.

Bei besonders schwankungsanfälligen Branchen, wie z.B. Biotechs oder die Chip-Industrie, bietet das KUV eine gute Vergleichsmöglichkeit. In dem einem Jahr werden enorme Gewinne erwirtschaftet und im Folgejahr stehen tiefrote Zahlen in den Bilanzen. Hier bietet sich das KUV die Möglichkeit, ein Unternehmen auch in einem Verlustzeitraum mit den anderen vergleichen.

Fazit:

Wenn Unternehmen für einen begrenzten Zeitraum keine schwarzen Zahlen schreibt, dann ist das KUV eine gute Möglichkeit, eine Vergleichbarkeit herbeizuführen. Allerdings müssen die Gesamtlage und die Perspektive des Unternehmens auf längere Sicht Gewinne ausweisen.

Erfolgreicher Jahresstart für TLG Immobilien

(Donnerstag, 15. Februar 2018)

Erfolgreich mit neuem Büroprojekt in Mannheim ins Jahr

Das Kalender- und Geschäftsjahr 2018 hat für die TLG Immobilien AG wirklich gut begonnen! Die Nachfolgegesellschaft der Treuhandanstalt aus den Jahren der politischen Wende hat in der baden-württembergischen Großstadt Mannheim ein Büroobjekt in 1A-Lage erworben. Das Investitionsvolumen beträgt gut 50 Mio. Euro. Seit dem Jahr 2015 führt der NDAC die TLG-Aktie in seinem Invest-Aktienfonds unter der Kategorie Mittelstand & Nebenwerte. An der Börse ist die TLG-Aktie im SDax mit einer Indexgewichtung von 3,26 Prozent gelistet. TLG verbucht dieses neue, moderne Objekt unter der Rubrik organische Wachstumsaktivitäten. Vor diesem Hintergrund sowie bei Betrachtung der bereits im TLG-Portfolio vorhandenen bundesweiten Büroobjekte ist es durchaus lohnenswert, die neueste Errungenschaft einmal näher zu betrachten.

Theo + Luise – modernisierter Neubau aus Anfang der 1990er-Jahre

Der Bürokomplex Theo + Luise trägt den Namen in Anlehnung an den rund 40 Hektar großen Mannheimer Stadtpark Luise. Mannheim selbst ist 145 km² groß und zählt rund 310.000 Einwohner in seinen anderthalb Dutzend Stadtbezirken. Die Immobilie liegt in direkter Nähe zum City-Airport Mannheim als einem im positiven Sinne typischen Verkehrsflughafen für Geschäftsreisende. Auf dem Areal sind drei Gebäuderiegel so aneinander gefügt, dass noch viele Freiflächen mit einer optimalen Belichtungssituation für alle Büroetagen verbleiben. 20 Jahre nach dem Bau wurde der Bürokomplex Anfang der 2010er-Jahre komplett modernisiert. Das gab den Ausschlag für TLG, sich näher damit zu befassen. Nach dem Index von EPRA, der European Public Real Estate Association als Branchenverband der in Europa börsenorientierten Immobilienunternehmen mit Sitz in Brüssel liegt der Vermietungsgrad mit langfristig gesicherten Verträgen zum Jahreswechsel 2017/2018 bei knapp 90 Prozent. Der Bürokomplex verfügt über eine Aluminiumfassade mit großen Fensterfronten, über eine zentrale, repräsentative Lobby mit Empfangsbereich sowie über weitläufige Grünflächen nebst Terrassen. Der außenliegende Sonnenschutz ist individuell steuerbar. Sämtliche Büro-, Konferenz- und Besprechungsbereiche sind flexibel gestaltbar. Zu jedem einzelnen Mietbereich gehören Teeküche sowie Sanitärbereich. Von der Tiefgarage mit 400 Stellplätzen aus besteht ein hausinterner Zugang zu den jeweiligen Mietflächen. Elektro- sowie Datenkabel werden unsichtbar in dem ganzflächigen Hohlraumboden verlegt, und der Hausmeisterservice sorgt für buchstäbliche Sicherheit, Ruhe und Ordnung. Mit einem Satz gesagt: ein regelrechtes Eldorado für jede Art von Büro; vom Kleinunternehmen über Mittelstand, Agentur, Startup oder Konzern bis hin zur temporären Anmietung von Büro- und Konferenzraum. Zu den Mietern gehören aktuell die GMG, Generalmietgesellschaft mbH aus Köln als enger Partner der Telekom AG, die Camelot Management Consultants AG oder die Euromaster GmbH mit Hauptsitz in Mannheim. Und das sind einige Fakten, die TLG dazu bewogen haben, das Geschäft mit Theo + Luise im ersten Quartal 2018 unter Dach und Fach zu bringen

  • Rund 25.000 m² Mietfläche
  • Vermietungsgrad von etwa 90 Prozent
  • Jährliche Nettokaltmiete zirka 3 Mio. Euro netto
  • Mietrendite auf Basis bestehender Verträge knapp 6 Prozent
  • Restlaufzeit der Mietverträge 3,9 Jahre laut WALT
  • Mehrere namhafte Ankermieter
  • Erstklassige Verkehrsinfrastruktur
  • 2,5 Autokilometer von Theo + Luise in der Theodor-Heuss-Anlage zum City Airport Mannheim
  • 3 Autokilometer zum Mannheimer Hauptbahnhof
  • 4 Autokilometer zum Maimarktgelände als dem Mannheimer Messegelände

TLG-Aktie – Gewinn für den NDACinvest-Aktienfonds

Dem NDAC-Portfolio tut der TLG-Wert ausgesprochen gut. Sein Anteil liegt als der einzige Immobilienwert im NDAC-Depot zum Jahresbeginn 2018 bei knapp zweieinhalb Prozent. Die Marktkapitalisierung beträgt 2,25 Mrd. Euro. Im TLG-Finanzkalender sind die beiden nächsten Termine für die Anteilshaber, und somit auch für den Aktienclub von besonderem Interesse

  • Freitag, 23. März: Veröffentlichung des 2017er Jahresfinanzberichtes
  • Freitag, 25. Mai: Hauptversammlung

Nach der 2016er Dividende von 0,80 Euro wird für 2017 mit einer leichten Erhöhung gerechnet. Die Vorausschau bis zum Jahrzehntwechsel liegt bei 1,10 Euro plus X. TLG ist mit seinen drei Segmenten Büro, Einzelhandel und Hotel sowie mit den damit verbundenen langfristigen Mietverträgen ein geradezu ideales Investment für den NDACinvest-Aktienfonds. Auf TLG treffen sämtliche Voraussetzungen zu, die Geschäftsführung und Anlageausschuss erwarten

  • Kalkulierbares Minimalrisiko aufgrund langfristiger Mietverträge
  • Unternehmen mit hohem Substanzwert
  • Hohe laufende Verzinsung des eingesetzten Kapitals
  • Langfristig überdurchschnittliche Wachstumsrate
  • Kontinuität in der Geschäftsführung mit dem zweiköpfigen, bis Dezember 2022 bestellten Vorstand
  • Persönliche Mitgliedschaft im ZIA-Regionalvorstand Berlin & beigetretene Bundesländer

In wenigen Wochen wird das Portfolio auf der Homepage tlg.de unter Nutzungsart Büro Ort Mannheim um das Neuobjekt „Theo + Luise“ komplettiert sein.

Die Finanzberatung im Wandel

Das Beratungsprotokoll geht, die Geeignetheitsprüfung kommt.

Bisher musste Ihr Finanzberater Ihnen ein individuelles Beratungsprotokoll ausstellen. Dieses umfasste Ihre Anlageziele, Risikoneigung und Risikotragfähigkeit. Darüber hinaus hielt er alle Produkte fest, die er Ihnen als Vorschlag unterbreitete und wieso sie zu Ihnen passten. Ihre Entscheidung rundete das Beratungsprotokoll ab.MIFID II ändert in der Finanzberatung einiges. Neben den erwähnten Telefonaufzeichnungen sind das die folgenden Punkte:

Mit der Geeignetheitsprüfung entfallen die letzten beiden Punkte. Die Anlageentscheidung, die Sie schlussendlich treffen, wird geprüft. Wichtigster Fokus dabei: die Passgenauigkeit. Die sonstigen Vorschläge und der gesamte Beratungsprozess werden nicht mehr niedergeschrieben. Das ermöglicht eine automatische Dokumenterstellung und spart sowohl Ihnen als auch Ihrem Berater viel Zeit.

Die Honorar- und die Provisionsberatung werden klar voneinander getrennt

Zu Beginn des Gesprächs weist Ihr Berater Sie nun darauf hin, ob Sie Ihn direkt für seine Leistung bezahlen, oder ob das über Provisionen geschieht. Die Provisionen, die an Ihren Vermittler fließen, werden Ihnen jährlich mitgeteilt. Das ist besonders interessant, wenn Bestandsprovisionen fließen.

Mitarbeiter im Finanzvertrieb müssen zukünftig ihre Qualifikation und Zuverlässigkeit beweisen.

Für herkömmliche Banken ist das keine große Herausforderung. Vielmehr richtet sich diese Regelung gegen freie Finanzvertriebler, die bisher keinerlei spezifische Ausbildung vorweisen mussten. Durch ihre Fehlberatungen entstanden vielen Privatanlegern hohe Schäden.

Der Gesetzgeber möchte mit diesen Neuerungen den Anlegerschutz stärken. Private Anleger sollen kompetent beraten werden und genau erfahren, wie viel ihre Anlage über die Jahre kostet. Die Honorarberatung wird gefördert, da sie besonders kundenorientierte Empfehlungen aussprechen kann. Ähnlich wie bei der Steuerberatung wird hierbei ein Beratungshonorar fällig. Provisionen dürfen nicht fließen.

Neuerungen für die Börsen

Die Börsen stellen sich auf Neuerungen ein

Für Börsenbetreiber wie die Deutsche Börse mit ihren regionalen Standorten bringt MIFID zwei wichtige Neuerungen:

1. Der außerbörsliche Handel für Aktien wird stark begrenzt.

2. Der Hochfrequenzhandel wird reglementiert.

  • Doch was bedeutet das in der Praxis? Einerseits werden die Dark Pools für Aktien nach und nach geschlossen. Bisher konnten große Anleger, wie Versicherungen, ihre Aktienpakete direkt verkaufen. Den Umweg über die Börsen sparten sie sich. Das hatte mehrere Vorteile: Sie mussten den Handel nicht anmelden und konnten direkt mit ihrem Handelspartner einen Preis vereinbaren. Das Geschäft war für sie somit eine sichere Sache. Das Nachsehen hatten kleinere Anleger, die gegen Preisnachteile nichts tun konnten. Mit MIFID werden Unternehmensanteile in Zukunft nur noch auf der Börse gehandelt. Große Bewegungen werden angekündigt und gemeldet. So haben alle Anteilseigner und Interessenten die Chance, sich günstig zu positionieren.

Institutionelle Anleger fürchteten jedoch den Hochfrequenzhandel. Bei diesem handeln nicht Menschen mit Aktien, sondern Computerprogramme. Sie erkennen kleinste Kursschwankungen und reagieren sofort. Angekündigte große Handelsbewegungen sind für sie ein gefundenes Fressen: Indem Sie gegen das Geschäft wetten, machen sie Gewinn und vermiesen dem Verkäufer den Verkaufskurs. Um dem vorzubeugen sieht MIFID II strenge Beschränkungen für den Hochfrequenzhandel vor. Computerbasierte Orders müssen in Zukunft gekennzeichnet werden. Das soll verhindern, dass algorithmisch ausgelöste Kursverluste Panikreaktionen der Anleger nach sich ziehen. Darüber hinaus unterliegen Hochfrequenzhändler in Zukunft einer Erlaubnispflicht. Die BaFin hat damit in der Hand, wie viele und welche Händler sie an den deutschen Börsen zulässt.

Änderungen in der Anlagepraxis durch MIFID II

MIFID II in der Anlagepraxis

Möglicherweise haben Sie seit der Einführung von MIFID II im Januar 2018 bereits einmal mit Ihrem Anlageberater telefoniert. Dieser wird sie zu Beginn des Gesprächs darauf hingewiesen haben, dass das Gespräch aufgezeichnet wird. Das Band landet im Anschluss für fünf Jahre im Archiv – egal, ob Sie eine Order aufgegeben oder sich nur allgemein informiert haben. Bankangestellte müssen Sie über alle Kosten informieren, die bei Ihrer Anlage anfallen und welche Provision die vermittelnde Bank für das Geschäft bekommt. Bisher galt diese Regelung vorrangig im Bauspar- und Versicherungsgeschäft.Hat Ihr Broker eine telefonische Handelsfunktion, listet Ihnen die nette Dame vom Band alle relevanten Informationen auf. Das mag lästig und zeitraubend sein, ist jedoch eine direkte Folge von MIFID II. Dasselbe gilt für das Onlinebanking. Ihr Broker muss Ihnen alle Kosteninformationen zur Verfügung stellen. Die meisten Anbieter lösen diese Aufgabe, indem Sie Ihnen die Kostenübersicht für Ihre Anlage in Ihr elektronisches Postfach einstellen. Sie haben die Wahl, ob Sie die Unterlagen, ebenso wie etwa das Produktinformationsblatt, lesen oder nur ablegen. Ausgedruckt umfassen die Unterlagen zu einem Fonds oftmals mehrere hundert Blatt Papier.

Ebendiese Unterlagen waren auch der Grund dafür, wieso bestimmte Wertpapiere kurz nach dem Inkrafttreten von MIFID II nicht mehr gekauft werden konnten. Weil die Informationsblätter nicht vollständig waren, wurden die Papiere aus dem Handel genommen. Sowohl private als auch institutionelle Anleger reagierten verärgert – besonders, wenn ihre Anlageentscheidung von den Kosteninformationen unabhängig war. Mehrere tausend Anlageprodukte waren betroffen. Auch wenn die Investmentbanken dieses Problem größtenteils bereits gelöst haben, bleibt ein Kritikpunkt: Der Kostenausweis gilt immer nur für ein konkretes Produkt. Der Vergleich mit einem ähnlichen Angebot eines anderen Anbieters ist aufwändig und zeitraubend. Darüber hinaus könnten die höheren Research-Kosten von Finanzinstituten auf die Anleger umgelegt werden.

Änderungen für Investmentbanken und Broker

Kostentransparenz für Provisionen und Co.

MIFID II zielt an erster Stelle auf die Provisionen in der Finanzbranche ab. Genauer: Auf die versteckten Kosten für Researchleistungen, die bei Fonds anfallen. Ihre Verwalter fragen bei Analysten nach, welche Erwartungen sie an den Markt haben und treffen auf dieser Basis ihre Entscheidungen. Bisher waren die Anlagetipps meistens kostenlos. Vielmehr fluteten morgens zahlreiche Mails von Analysten die E-Mail-Postfächer der Fondsmanager. Dem Europäischen Parlament war das ein Dorn im Auge. Denn wie sollte der Privatanleger, der am Ende ebenjene Fondsanteile kaufte, erkennen, ob der Fondsmanager gut arbeitet? Wie könnte ausgeschlossen werden, dass sie hohe Provisionen von Analysten und Brokern bekommen und deshalb besonders häufig Umschichtungen im Portfolio vornehmen?Nach MIFID II werden die Kosten im gesamten Investmentprozess inklusive aller Provisionen offengelegt. Kostenlose Analystenempfehlungen werden nun kostenpflichtig. Das trennt den Kauf von der Analystenempfehlung und soll dem Kunden ein transparenteres und besseres Produkt liefern.

Ob das auch so eintrifft, wollte das CFA Institut genauer wissen und befragte mehr als 700 Fondsgesellschaften. Das Ergebnis: Die großen Vermögensverwalter planen, die neuen Researchkosten selbst zu tragen. Die kleinen, mit einem verwalteten Vermögen von weniger als einer Milliarde US-Dollar, werden die Kosten voraussichtlich auf ihre Kunden abwälzen. Dabei ist das letzte Wort allerdings noch nicht gesprochen. Viele Institute konnten sich bis kurz vor dem Start von MIFID II noch nicht darauf festlegen, wie sie die Kosten verteilen werden. Für Sie als Anleger könnte das bedeuten, dass Sie zwar bei großen Fonds von höheren Kosten verschont bleiben. Wenn Sie jedoch auch die Vorzüge spezialisierter, exklusiverer Gesellschaften nutzen möchten, werden Sie zukünftig wahrscheinlich noch mehr Geld für deren Service in die Hand nehmen müssen.

Veränderung für den außerbörslichen Handel

MIFID II regelt nicht nur die Provisionsströme zwischen Analysten und Fondsmanagern. Der zweite große Schritt in Richtung mehr Transparenz zielt auf den grauen Kapitalmarkt ab. Der außerbörsliche Handel ist für sehr große Handelsmengen wichtig um heftige Schwankungen an den Börsen zu vermeiden. Hier finden Käufer und Verkäufer ohne eine Börse zusammen und können einen Preis vereinbaren, der sich am Börsenpreis orientiert. Mit MIFID II werden diese Möglichkeiten stark beschränkt. Die Nutzer des außerbörslichen Handels haben zwar noch eine Schonfrist, doch wenn diese um ist, wird es spannend: Danach müssen Händler von großen Volumen ihr Geschäft ankündigen, wie an der Börse üblich. Das gibt Spekulanten und vollautomatischen Systemen genug Zeit, gegen diesen Deal zu wetten. Der Kurs rauscht in den Keller und der ursprünglich angepeilte Preis ist dann nicht mehr zu erzielen. Wie die Beteiligten damit umgehen werden und ob die Regeln hier nochmals angepasst werden, zeigen die nächsten Monate.

Für ein Mehr an Transparenz müssen auch die Personen sorgen, die hinter dem Finanzmarkt stehen. In Zukunft müssen sich alle, die geschäftlich mit Wertpapieren handeln, bei jeder einzelnen Transaktion legitimieren. Jede einzelne Order kann dann über den Broker, den Händler, den Fondsverwalter und den Anlageberater zurückverfolgt werden.

MIFID II verpflichtet alle Broker außerdem dazu, jede einzelne eingehende Order mit einem Zeitstempel zu markieren. Es soll jederzeit nachvollziehbar sein, wann der Kauf oder Verkauf beauftragt wurde, von wem und zu welchem Kurs.

RTL Aktie – Betrachtung der Entwicklung des Dschungelcamp

(Freitag, 16. Februar 2018)
Ich bin ein Star – Holt mich hier raus – Dschungelcamp mit Fortsetzung in 2019

Das Dschungelkamp und der NDACinvest

Kaum jemand schaut zu, aber jeder weiß Bescheid! Gemeint ist die mittlerweile jährliche RTL Reality-Show, allgemein bekannt unter der Kurzfassung „Dschungelcamp“. Seit dem Jahr 2011 findet dieser zweiwöchige Event im Jahresrhythmus in Australien statt; das letzte Mal vor wenigen Wochen von Freitag bis Samstag, 19. Januar bis 3. Februar. Mit den mittlerweile ein Dutzend Staffeln wurde im Januar 2004 begonnen. Die weiteren folgten im Oktober desselben Jahres und jeweils eine im Januar 2008 sowie 2009, bevor es ab 2011 regelmäßig weiterging. Schon heute steht fest, dass auch eine 13. Staffel im Januar kommenden Jahres produziert wird. Einen Dauerrekord stellt die mittlerweile 50-jährige Moderatorin Sonja Zietlow aus Bonn als Gesicht des Dschungelcamps auf; sie hat jede Staffel begleitet und für Unterhaltung unter den jährlich Millionen Zuschauern gesorgt.

Der Grund für diesen Beitrag ist ein einfacher; im NDAC-Portfolio wird die Aktie der RTL Group geführt, und zwar unter der Kategorie Mittelstand & Nebenwerte. An der Wertentwicklung der RTL-Aktie ist also auch der Aktienclub direkt beteiligt. Die RTL Group ist einer von insgesamt acht Geschäftsbereichen der Bertelsmann SE & Co. KGaA mit Sitz im westfälischen Gütersloh. Und so ist es durchaus interessant, einmal näher zu schauen, ob das Dschungelcamp auch für RTL und seine Anteilseigner tatsächlich so erfolgreich ist, wie es dem TV-Zuschauer vermittelt wird.

Eine Mio. Zuschauer weniger als im Vorjahr

Die 2018er Ausgabe der RTL-Show haben gegenüber dem Vorjahr rund eine Mio. Zuschauer weniger verfolgt. Erfahrungsgemäß schwanken die Einschaltquoten im Verlauf der zwei Wochen und steigern sich dann deutlich bis zum Finaltag. Dazu ein griffiger Zahlenvergleich: die 2017er Zahl von 6,5 Mio. Zuschauern war in etwa dieselbe wie die Besucherzahl des Oktoberfestes im selben Jahr. Zuschauerzahl ist gleichbedeutend mit prozentualer Zuschauerquote; die wiederum bestimmt den Preis je Werbesekunde, und der hat seinerseits direkten Einfluss in Euro und Cent auf das wirtschaftliche Ergebnis des Reality-Show-Projektes. Ganz offensichtlich hat das Interesse bei Zuschauern im jungen und mittleren Alter sichtbar nachgelassen. Die Höchstzahl lag im Jahr 2014 bei knapp 7,9 Mio. Zuschauern, also um 2,4 Mio. höher als vor wenigen Wochen. Redaktion und Moderationsteam nennen dafür vielfältige Gründe, bis hin zur Persönlichkeitsstruktur der Kandidaten, die sich den zweiwöchigen Aufenthalt auf einem Farmgelände nahe der Kleinstadt Murwillumbah im australischen Bundesstaat New South Wales, etwa 800 Kilometer nördlich von Sydney, buchstäblich antun. Auf dem angemieteten Farmgelände wird auch das britische Pendant zum Dschungelcamp produziert mit der Bezeichnung I’m a Celebrity – Get Me Out of Here! Die Übersetzung ist das Originalformat des deutschen Dschungelcamps. In der heute so schnelllebigen Zeit bleibt schon nach Wochen, wenn überhaupt, nur noch der Dschungelkönig in Erinnerung; also derjenige Teilnehmer, den die TV-Zuschauer am längsten sehen wollten. Wer weiß schon heute noch, dass erster Dschungelkönig im Januar 2004 der Schlagersänger Costa Cordalis gewesen ist, oder die deutsche Schauspielerin Ingrid van Bergen die vierte D-Königin im Jahr 2009. Bis zur 2019er Ausgabe kann sich jetzt die Reality-Darstellerin Jenny Frankhauser aus Ludwigshafen als D-Königin bezeichnen. Ihrer Bekanntheit tut es sicherlich auch gut, dass sie die Halbschwester von Daniela Katzenberger ist, die sich als Model, als Schauspielerin bei RTL sowie als IT-Girl einen Namen gemacht hat.

RTL-Aktie auf gutem Kurs

Die Aktie der RTL Group wird seit dem Herbst 2013 mit einer aktuellen Indexgewichtung von 2,5 Prozent im MDax geführt. Zwei Jahre später waren NDAC-Anlageausschuss und Geschäftsführung der Überzeugung, dass RTL sehr gut zum Aktienfonds passen würde. Die heutige Stückzahl von 1.000 Aktien sorgt für einen Anteil von 1,8 Prozent im NDAC-Depot. Seit ein, zwei Wochen ist die RTL-Aktie auf bestem Weg, das Kursniveau des Jahreswechsels 2017/2018 wiederzuerlangen. Die zahlenmäßig hohe Dividende von 4 Euro im vergangenen Geschäftsjahr sowie eine gleichbleibende beziehungsweise um bis zu ein Drittel steigenden Dividendenzahlung bis zum Jahrzehntwechsel sind die beste Bestätigung für die Entscheidung, den Wert RTL Group in das NDAC-Portfolio aufzunehmen. Durch die Vielseitigkeit von RTL in allen Medienbereichen lassen sich Erfolgsdellen an einer durch Erfolgssprünge an anderer Stelle ausgleichen. Das führt unterm Strich immer zu einem zufriedenstellenden Ergebnis.

Wer das 2018er Dschungelcamp ganz verpasst hat, der kann sich am Sonntag, dem 18. Februar in der Abendsendung bei RTL unter dem Thema „Das Nachspiel“ schon mal auf das 2019er Dschungelcamp einstimmen.

Das letzte Jahr mit Börsenaltmeister Warren Buffet

Das letzte Jahr mit Börsenaltmeister Warren Buffet

Börsenaltmeister Warren Buffet war auch im vergangenen Jahr für neue Investitionen zu begeistern. Mit seiner Holding Berkshire Hathaway baute der Börsenfuchs seine Beteiligung an Apple weiter aus und setzt damit verstärkt auf das Technologieunternehmen aus dem kalifornischen Cupertino.

Skepsis scheint überwunden

Warren Buffet hatte in seinem langen Investorenleben, wie wir bereits berichteten, immer eine gewisse Scheu vor Technologieaktien. Er setzte stets auf das, was er verstand. So verwunderte es doch sehr viele Experten, als er im ersten Quartal 2016 bei Apple einstieg und diesen Anteil sukzessive erhöhte. Im vierten Quartal 2017 baute seine Holding ihren Anteil am Apple- Konzern um weitere 23 Prozent aus. Buffet hält damit 165 Millionen Aktien, die einem Wert von ca. 28 Milliarden Dollar entsprechen. Damit ist Apple die größte Position im Portfolio noch vor der US- Großbank Wells Fargo. Offensichtlich hat ihn der Technologieriese mit seinem Wachstum überzeugt. Apple erzielte allein im vierten Quartal 2017 mit 88,3 Mrd. Dollar Umsatz einen Gewinn von 20,07 Mrd. Dollar.

Buffet zog die Reißleine bei IBM

Warren Buffet ist für seine langfristigen Investitionen bekannt, aber irgendwann müssen die Unternehmen auch wieder Wachstum zeigen. Das scheint bei dem altbekannten Konzern IBM nicht der Fall zu sein. Mit Verweis auf die starke Konkurrenz und dem damit verbundenen Umsatzverlusten sank die Beteiligung seiner Holding an dem IT – Dino um 94 Prozent auf nur noch 2 Millionen Aktien. Das entspricht wertmäßig einem Anteil von 300 Millionen Dollar. Dieser betrug 2011 noch 11 Milliarden Dollar.

Viel Arbeit bei Teva.

Ganz genau in die Bücher hat Buffet vor dem Erwerb von Anteilen des Generikaspezialisten Teva Pharmaceuticals geschaut. Irgendetwas sagte ihm, das hier noch Reserven liegen, die eine Investition rechtfertigen. Teva Pharmaceuticals ist ein Unternehmen aus Israel, zu dem auch die bekannte deutsche Tochter Ratiopharm gehört.

Beginnend im Jahr 2015 bis November 2017 befand sich das Wertpapier auf dem Weg nach Süden. Der Kurs der Aktie crashte in diesem Zeitraum regelrecht von 70 Dollar auf 11 Dollar. Der Grund dafür liegt im Preisverfall für Generika auf dem US-Markt. Der höchste Verlust in der Geschichte des Unternehmens war die Folge. Mit seinem Einstieg katapultierte Warren Buffet die Aktie auf 21 Dollar. Damit erhöhte sich der Wert von Teva um 1,4 Milliarden Dollar innerhalb nur weniger Stunden. Der Einstieg von Buffet hat also Glücksgefühle bei den Anlegern hervorgerufen. Trotz der immensen Schwierigkeiten, die das Unternehmen auf dem US- Generikamarkt hat (Wertberichtigungen von 21 Mrd. Dollar im Vorjahr), hat Buffet eine kleine Position 18,88 Millionen Aktien im Wert von 357 Millionen Dollar für seine Holding erworben. Wir können davon ausgehen, dass auch Buffet sich das Geschäftsmodell, aber auch die Perspektiven des Unternehmens und die Bewertung genau angeschaut hat. Auch wenn der eventuell eintretende Verlust mit Teva aus der Portokasse der Holding zu begleichen wäre.

Warren Buffet und die A- Aktie streben in neue Höhen

Warren Buffet übernahm seine 1955 gegründete Berkshire Hathaway Holding im Jahre 1964. Damals kostete eine Aktie 12 Dollar. Da die Aktie niemals gesplittet wurde, erreichte der Kurs am 10.Januar 2018 einen nahezu gigantischen Wert von 307.300 Dollar. Da Berkshire Hathaway der größte Steuerzahler in den USA ist, profitiert die Holding natürlich auch am meisten von der aktuellen Steuerreform des US- Präsidenten Donald Trump. In der Zwischenzeit ist Aktie wieder etwas zurückgekommen, aber mit aktuell ca. 246.000 Dollar für Kleinanleger nicht in jedem Fall kostengünstig.

Kleinanleger partizipieren mit der B- Aktie am Erfolg

Als Kleinanleger haben wir die Möglichkeit, Aktien der B- Klasse für unser Depot zu erwerben, die es seit 1996 auf dem Markt gibt. Die „Baby-Berkshires“ genannten Aktien sind mit aktuell circa 200 Dollar etwas für den kleinen Geldbeutel. Wer aber glaubt die kleine Aktie bewegt sich nicht so erfolgreich, sollte sich den Chat von 1999 bis in die Gegenwart anschauen. Es ging von ca. 41 Dollar bis zum aktuellen Stand immerhin stetig nach oben.

Die Hauptversammlung- Woodstock der Kapitalisten

Jedes Jahr findet die Hauptversammlung in Omaha statt. Und wie auch in den vergangenen Jahren werden wieder zehntausende Anleger und Interessenten nach Omaha im US Bundesstaat Nebraska reisen, um die beiden großen alten Männer von Berkshire Hathaway live zu erleben. Warren Buffet ist mittlerweile auch schon 87 Jahre und Charlie Munger als sein nicht so sehr im Vordergrund stehender Partner ist mit 93 Jahre sogar noch ein Stück älter. Da wird sich wieder die Frage stellen, wie es weitergeht, wenn die beiden einmal abtreten werden.In den letzten Wochen gab es ein großes Stühle rücken innerhalb des Managements. Einige Top-Manager wurden befördert und ausgewechselt, so dass die Weichen für die Nachfolge gestellt sind. Aber so ganz genau in die Karten schauen lassen sich Buffet und Munger noch nicht. Vielleicht auf der diesjährigen Hauptversammlung?

Wir haben Berkshire Hathaway in unseren Fonds und blicken deshalb auch dieses Jahr wieder sehr gespannt nach Omaha. Mit einem Investment in diese Aktie kann auch ein Kleinanleger wirklich nichts verkehrt machen.Weiteres über Berkshire Hathaway

mehr DAX-Unternehmen in Auslands Besitz

Dax Aktien im Ausland

Über die Hälfte aller DAX-Unternehmen in ausländischem Besitz

Mehr als die Hälfte aller DAX-Unternehmen befindet sich im Besitz ausländischer Investoren. Dies ergab eine Analyse der Unternehmensberatung Ernst & Young, kurz EY. EY analysierte das Besitzverhältnis aller notierten DAX-Unternehmen. Als Ergebnis der Analyse wurde bekannt, dass ungefähr 54 Prozent der DAX-Unternehmen ausländischen Investoren gehört. 2015 lag der Anteil der DAX-Unternehmen in ausländischem Besitz ebenfalls bei 54,7 Prozent. Rund 35,2 Prozent der Aktionäre stammen hingegen aus Deutschland. Die Tendenz an ausländischen Investoren steigt hierbei allerdings laufend.

Die Unternehmensberatung EY führte eine Analyse bezüglich des Besitzverhältnisses aller DAX-Unternehmen durch, welche den Anteil an Unternehmen mit ausländischen Investoren belegen sollte. Ergebnis der Analyse ist ein Besitzverhältnis von rund 54 Prozent durch ausländische Investoren. Das Ergebnis überrascht wenig, da die letzte Analyse bereits ergab, dass 54,7 Prozent aller Unternehmen in ausländischem Besitz sind. Somit gehören bereits mehr als die Hälfte aller DAX-Unternehmen ausländischen Investoren. Zugleich wurden die deutschen Aktionäre überprüft. Die Analyse ergab, dass 35,2 Prozent aller Aktionäre aus Deutschland stammten. Bei der vorhergehenden Analyse waren es ebenfalls 35 Prozent, sodass ein kleiner Anstieg vorliegt. Manche Unternehmen besitzen zudem einen mehrheitlichen Anteil an ausländischen Investoren. Über 70 Prozent der Aktien von Bayer, Adidas, Infineon sowie der Deutschen Börse befinden sich im Besitz von ausländischen Investoren.

Überwiegend Großanleger als Käufer

Während 54 Prozent aller DAX-Unternehmen in ausländischen Besitz sind, enthielt die Analyse ebenfalls eine Käuferauflistung. Überwiegend kaufen Großanleger in Form von Versicherungen, Banken sowie Pensions- und Investmentfonds die Unternehmen. In Einzelfällen nehmen die Käufer ebenso einen deutlich erkennbaren Einfluss auf die deutschen Unternehmen. Beispielsweise verhinderte ein ausländischer Großanleger die Übernahme des Lufthansa-Aufsichtsratsvorsitzes durch den früheren Vorstandsvorsitzenden. Wolfgang Mayrhuber, der frühere Vorstandsvorsitzender, wollte zunächst auf die Position verzichten und kandidierte schließlich doch, wobei er ein schlechtes Ergebnis bei der Hauptversammlung erzielte. Auch bei der Deutschen Bank war das Gewicht der ausländischen Anleger deutlich spürbar. Das Bedenken der ausländischen Investoren führte dazu, dass Josef Ackermann nicht seinen geplanten Wechsel vom Vorstandsvorsitz zum Aufsichtsratsvorsitz umsetzen wollte.

Wachsendes Interesse ausländischer Großanleger

Obwohl bereits 54 Prozent der DAX-Unternehmen ausländischen Investoren gehört, wächst das Interesse von ausländischen Großanlegern an einem Aktienbesitz weiter. Nehmen herkömmlichen Unternehmen breitet sich das Interesse ebenso auf Banken aus. Breits im Sommer 2012 war dieser Wandel merkbar. Als EZB-Präsident Mario Draghi behauptete, die Europäische Zentralbank plane, den Euro zu sichern, konnte eine starke Zunahme an Auslandskäufe verzeichnet werden. Martin Lück, seines Zeichens Europa-Volkswirt bei der UBS, erklärte den vermehrten Anteil an Aktienbesitzen von ausländischen Investoren wie folgt: „Deutschland gilt bei vielen ausländischen Anlegern als ein Gewinner der aktuellen wirtschaftlichen Lage. Die expansive Geldpolitik in Ländern wie den Vereinigten Staaten und Japan begünstigt dort auch Käufe ausländischer Aktien.“

Ungleiche Verteilung

Obwohl rund 54 Prozent der Aktien in ausländischem Besitz sind, verteilt sich das Aktienkapitel der großen deutschen Unternehmen äußerst ungleich. Die Deutsche Börse beispielsweise befindet sich zum Großteil im Besitz ausländischer Aktionäre. 81 Prozent der Aktien der Deutschen Börse werden unter den ausländischen Investoren aufgeteilt. Hingegen fällt der Aktienanteil bei Henkel und BWM am geringsten aus. Während bei BWM lediglich 31 Prozent der Aktien durch ausländische Investoren verwaltet werden, senkt sich der Aktienanteil von ausländischen Aktionären bei Henkel sogar auf lediglich 24 Prozent. Auch der Anteil an langfristigen strategischen Großanlegern wie etwa Familien und Unternehmen hält sich gering. Lediglich 18 Prozent aller Aktien von DAX-Unternehmen befindet sich in ihrem Besitz.

Mehrheitlich europäische Besitzer

Ebenfalls wurden im Zuge der Analyse durch EY festgestellt, in welchen Ländern die Investoren leben. Mehr als die Hälfte der ausländischen Besitzer von Aktien von DAX-Unternehmen stammen aus Europa. Somit befinden sich die DAX-Unternehmen zu einem wesentlichen Teil noch in europäischen Besitz, wobei ebenso eine deutliche Tendenz bezüglich Länder erkennbar ist. Die Erhebung von Ernst & Young ergab, dass DAX-Aktien bzw. -Unternehmen mehrheitlich von schweizerischen und britischen Investoren gekauft werden. Dennoch ist die Lage bei Käufern aus der Schweiz nicht klar. In manchen Fällen können diese auch im Auftrag deutscher Anleger vorgegangen sein und für diese die Anteile aufgekauft haben. Ein weiterer großer Anteil der ausländischen Investoren kommt aus Nordamerika. Der Anteil an Investoren aus Südamerika, Asien, Afrika oder Australien ist hingegen nicht bekannt.

Aussichten für die Zukunft

Da inzwischen mehr als die Hälfte der DAX-Unternehmen im Besitz ausländischer Investoren sind und dieses Wachstum seit Jahren anhält, kann inzwischen eine kleine Aussicht auf die nahestehende Zukunft der DAX-Unternehmen getätigt werden. Hält sich der Markt, dürften immer mehr ausländische Unternehmen Aktien von DAX-Unternehmen kaufen. Hierbei dürfte die Anzahl an deutschen Investoren, welche an DAX-Unternehmen beteiligt sind, gleich bleiben oder sich nur geringfügig verändern. Zugleich könnte auch die Anzahl an deutschen Aktionären steigen, sodass ausländische Investoren etwas an ihren Anteilen verlieren könnten.

Wenn der DAX dreißig Jahre alt wird

Der DAX wird 30 – ein Meilenstein für den Deutschen Aktien Index

2018 ist ein Meilenstein für den DAX: Es ist der 30. Geburtstag des deutschen Leitindex. Es bedeutet drei Dekaden im Zentrum der Aufmerksamkeit als Stimmungsbarometer der Börse. Die Entwicklung der dreißig bedeutendsten deutschen Wirtschaftsunternehmen findet weltweites Interesse. Es ist kaum vorstellbar, dass es vor dem DAX nichts als von Zeitungen geführte Indizes gab, deren Wirtschaftsredaktionen – in Rivalität zueinander – Aktien für ihre Indexberechnungen auswählten.

Dax im 30sten Jahr

Die Anfänge des DAX

Im Sommer 1988, genau am 1. Juli, begann die Veröffentlichung der DAX-Performance auf der berühmten DAX-Tafel im Handelssaal der Frankfurter Börse. Investoren bekamen einen stabilen Indikator für die Wertentwicklung der relevantesten deutschen Aktien zur Verfügung gestellt. Indexiert wurde der DAX 30 auf den 31. Dezember 1987 mit einem Ausgangskurs von 1.000 Punkten. Ende der 1980er Jahre nahm die Globalisierung Fahrt auf – ein geeigneter Zeitpunkt für den Start eines deutschen Leitindex. Deutschland mit seiner leistungsstarken Wirtschaft war und ist ein bedeutender Teilnehmer der Weltwirtschaft.

Der Export ist ein leistungsfähiger Motor für die deutsche Wirtschaft. Die in aller Welt begehrten Produkte „Made in Germany“ machen Deutschland zum Profiteur der Globalisierung. Etwa drei Viertel der DAX-Unternehmen erzielen den größten Teil ihrer Umsätze im Ausland: 1,2 Billionen Euro Exportvolumen waren es 2017.

Die Höhen des DAX

Dreißig DAX-Konzerne zeigten in drei Jahrzehnten eine beachtliche Leistung. Krisenzeiten bewältigte der DAX mit anschließenden kraftvollen Erholungsphasen. Der deutsche Leitindex überstand die Finanzkrise um das Jahr 2008 und stand nach vier Jahren – wie vor der Krise – wieder bei 8.000 Punkten. Die Marktmacht der DAX-Unternehmen wächst kontinuierlich. Das Jahr 2017 verzeichnete ein DAX-Plus von etwa 12 %.

Ein bedeutsamer Teil der positiven DAX-Entwicklung ist auf die beträchtlichen Dividendenzahlungen zurückzuführen. Die Dividendenausschüttungen der DAX-Konzerne werden dem Index rechnerisch hinzugefügt. Der DAX ist ein Performanceindex und wird anders berechnet als der US-amerikanische S & P 500 oder der japanische Nikkei 225.

Und es gab auch Tiefen

Zugegebenermaßen haben die Krisen mehr aufgerüttelt. Zugesetzt haben dem heimischen DAX vorwiegend internationale Einschläge. Dazu gehören die beiden Irakkriege, die Asienkrise, die Russlandkrise sowie der Terroranschlag auf das World Trade Center in New York City. Vielen Anlegern sitzt der Einbruch der „New Economy“ noch in den Knochen, weil die Aktie der Deutschen Telekom mit abstürzte. Der DAX verlor 40 %. 2003 kam die Kehrtwende.

Die von den USA ausgelöste Subprime-Krise, mit der Lehman-Pleite als erschütternder Höhepunkt, löste die nächste Talfahrt aus. Die nachkommende Euro-Schuldenkrise versetzte die Welt in Schrecken. Von Juli 2007 bis Februar 2009 verlor der DAX etwa die Hälfte an Wert. Investoren, die in dieser Zeit die Ruhe bewahrten und investiert blieben, machten die Verluste wieder wett.

Die Zukunftsperspektive des DAX

Die Zukunft ist Erfolg versprechend. Der DAX liegt Ende 2017/Anfang 2018 bei ungefähr 13.000 Punkten. Im Vergleich zum Kursindex S & P 500 steht der deutsche Leitindex faktisch bei 6.000 Punkten, denn die erfreuliche Entwicklung des DAX liegt zu mehr als 50 % in den eingerechneten Dividendenzahlungen. Darin steckt Potenzial: Der DAX ist dreißig Jahre nach Auflage mit einem KGV zwischen 13 und 14 günstig bewertet.

Für das Jahr 2018 liegt die Erwartung bei einem Plus von ungefähr 8 %. 2018 steht im Zeichen einer allgemeinen Abwendung von Technologiewerten. Davon profitiert der DAX mit seiner niedrigen Technologiegewichtung.

und die Chancen für Anleger!

Das gewaltige Zinstief erlebte noch keine vorhergehende Generation – von 3.000 vor Christus bis 2017 gab es stets eine positive Nominalrendite. In Deutschland ist die historische Kehrtwende spürbar: Der Dreimonatszins lag 2017 erstmalig im negativen Bereich. Das Jahr 2018 kennzeichnet ein reiches Dividendenjahr. Allein die Dividendenrendite beträgt beim DAX im Schnitt 2,5 %.

Deutschland ist politisch wesentlich stabiler als beispielsweise die USA, wo Kräfte polarisieren und Gegner sich massiver blockieren können. 2018 sind die Unternehmensgewinne der DAX-Unternehmen im Fokus der Investoren. Anleger, die dem DAX Vertrauen schenken, werden sicherlich mit einer attraktiven Rendite belohnt.