Immobilienblase – was tun – Geld anlegen-Aktienfonds

Was ist eine Immobilienblase?

Definiert wird eine Immobilienblase als eine Form einer Spekulationsblase. Dabei verzeichnen wir auf einem regional und nutzungsspezifisch abgegrenzten Teilsegment des Marktes eine deutliche Überbewertung im Bereich der Immobilien. Kurz- oder mittelfristig erreicht der Markt für Immobilien einen Höchststand, danach fallen die Preise wegen fehlender Nachfrage in diesem Segment. Die Geschichte der Immobilienblasen reicht weit zurück. Eine erste derartige Blase wird bereits aus den Jahren 1343 bis 1346 aus dem Norden Italiens überliefert und an die letzte aus Jahre 2008 in Irland erinnern sich vielleicht die meisten noch.

Warum kommt es zu einer Überhitzung des Marktes?

Wir unterscheiden in der Regel zwei Arten von Blasen in diesem Sektor, die kreditinduzierte Immobilienblasen und die fiskalinduzierte Immobilienblasen.

Kreditinduzierte Immobilienblasen entstehen auf Grund einer deutlichen Ausweitung und/oder Verbilligung des Angebots an Immobilienfinanzierungen, die auf vielfältige Ursachen zurückzuführen sind. Als Effekt ist häufig eine zu geringe Markttransparenz aber auch geringe Marktregulierung zu beobachten.

Fiskalinduzierte Blasen dagegen basieren auf staatlichen Eingriffen in den Immobilienmarkt. Durch spezielle steuerliche Anreize, kommt es ebenfalls zu erheblichen Fehlentwicklungen in diesem Bereich. Eine spät erkennbare Fehlentwicklung (ein Haus zu bauen ist schließlich auch nicht in einem Monat gemacht, egal ob es ein privater Häuslebauer hochzieht oder eine Immobiliengesellschaft) wird durch eine träge agierende staatliche Steuerungspolitik sowie eine träge Marktentwicklung begünstigt. (Als Beispiel gilt hier die durch falsche Steueranreize angetriebene Investitionspolitik nach der Wiedervereinigung in den neuen Bundesländern, die zu empfindlichen Verlusten bei vielen Kapitalanlegern führten und dort sehr viel leer stehende Immobilien hinterließen)

Der Niedrigzins

Zur Zeit strömt sehr viel Kapital in den Aktiensektor und natürlich auch in das „Betongold“, Die Zinsen sind niedrig und das wird auch nach den Ankündigungen der Europäischen Zentralbank noch eine Weile so bleiben. In einigen Gebieten in Deutschland geht der Trend wirklich schon in eine überhitzte Richtung. Die Preise für ein Eigenheim oder eine Kapitalanlage im Immobiliensektor sind exorbitant gestiegen. Auch die Mieten halten Schritt mit den Preisen für Immobilien in den Ballungsgebieten, da hilft bis jetzt auch keine Mietpreisbremse. Ein neuer Nachfrageboom nach Wohnimmobilien kam dann durch die ankommende Menschen aus den Krieggebieten zustande.

Das Niedrigzinsumfeld lädt die Kreditinstitute geradezu ein, durch die Kreditvergabe mehr zu verdienen. Dass die bestehenden Kreditvergabestandards dabei noch nicht aufgeweicht wurden, bedeutet aber nicht, dass es auch in der Zukunft so bleiben muss. Wenn wir davon ausgehen, dass die Zinsen mittelfristig wieder steigen werden, dann kann es durchaus zu einigen Wirbeln auf dem Immobilienmarkt kommen, aus der Überhitzung wird ganz schnell eine Krise. Die Kredite können in Größenordnungen nicht mehr bedient werden, weil die Nachfrage dann zurück geht oder ganz wegbricht. Die Krise der privaten Wohnimmobilien aus dem Jahr 2007 deren Ausbruch in den USA in der Folge das gesamte Weltfinanzsystem durchschüttelte, lieferte dafür die Vorlage. Eine gewisse internationale Ansteckungsgefahr besteht auch durch die latente Immobilienkrisengefahr in China und anderen Ländern. Das Ausbrechen dort dürfte dann nicht nur die deutsche Immobilienwirtschaft in einige Schwierigkeiten bringen.

Aber so weit ist es Deutschland noch nicht. Genauere Erkenntnisse werden wir aus der Niedrigzinsumfrage, eine Art Zins-Stresstest, ableiten können. Die Bundesbank führt diese Umfrage aktuell zusammen mit der Finanzaufsicht BaFin durch.

Fazit:

Bauherren sollten sich die Niedrigzinsen im Kreditvertrag langfristig sichern und die Niedrigzinsen mit höheren Tilgungsraten kombinieren. Je früher sie fertig sind mit den Ratenzahlungen, umso weniger können ihnen künftige Krisen im Immobiliensektor etwas anhaben.

Anleger sollten sich in breit streuenden internationalen Immobilienfonds engagieren. Geschlossene Immobilienfonds sind teilweise mit einem hohen Risiko verbunden und setzen ein großes Vertrauen in das Fondsmanagement voraus. Sie sind nur Kennern der Materie zu empfehlen, die auch einmal mit einem Verlust leben können.

Wer von dem Boom jetzt profitieren will, der sollte sich auf jeden Fall überlegen, in Immobilienaktien zu investieren. Auch entsprechende Aktien der Baukonzerne und deren Zulieferer lassen Anlegerherzen höher schlagen. Wer das Risiko dabei weiter reduzieren möchte, greift entweder zu einem aktiv gemanagten Fonds oder zu einem passiven speziellen Indexfonds (ETF) mit diesem Thema.

Der Vorteil dieser Papiere liegt auf der Hand. Sollte es mittelfristig zu einem Platzen einer Blase in diesem Anlagesegment kommen, dann sind Aktien und Aktienfonds schneller verkauft als Immobilien und Immobilienfondsanteile.

Sondervermögen

Das Sondervermögen – Sicherheit für den Anleger

Was bedeutet Sondervermögen

Wer sich mit Geldanlagen, mit Fonds, mit Aktien oder mit Brokern beschäftigt und am Markt aktiv werden will, liest häufig den Begriff des „Sondervermögens“. Dabei handelt es sich um einen  juristischen Ausdruck, der üblicherweise im Zusammenhang mit Investmentfonds oder Kapitalanlagegesellschaften genannt wird. Vereinfacht gesagt steht das Sondervermögen für das investierte Geld der Anleger. Es ist streng vom eigentlichen Vermögen der Kapitalanlagegesellschaft getrennt. Damit ist das Sondervermögen sicher vor dem Zugriff von Gläubigern der Investmentgesellschaft, wenn diese Insolvenz anmelden muss. Die Gläubiger der Gesellschaft können also nicht auf das Sondervermögen zugreifen.

Sondervermögen ist von Gesellschaftsvermögen zu trennen

Das Sondervermögen ist im Investmentgesetz (InvG) geregelt. Das Gesetz unterscheidet das Spezialsondervermögen und das Publikumssondervermögen. Zum Spezialsondervermögen gehört das Sondervermögen, das durch schriftliche Vereinbarungen von institutionellen Investoren mit der Kapitalanlagegesellschaft bestehen. Alle anderen Arten von Sondervermögen fallen unter die Publikumssondervermögen. Ein Sondervermögen kann aus Bargeld, aus Aktien, aus Renten, aus Dividendenansprüchen, aus Immobilien und Edelmetallen, aber auch aus weiteren Assetklassen bestehen. Die Bewertung des Sondervermögens erfolgt nach den Preisen am Markt, so dass sich der eigentliche Wert abhängig von den Bewegungen des Marktes ändern kann. Die Trennung von Sondervermögen und Gesellschaftsvermögen ist dadurch gewährleistet, dass das Sondervermögen bei einer Depotbank gehalten wird. Somit besteht auch an dieser Stelle kein direkter Zugriff der Gläubiger auf das Vermögen der Gesellschaften, wenn diese in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät. Die Depotbank selbst darf nicht über die Durchführung von Käufen und Verkäufen entscheiden. Sie führt diese lediglich im Auftrag des Anlegers oder der Fondsgesellschaft durch. Durch die Trennung des Sondervermögens vom Vermögen der Fondsgesellschaft kommt es letztlich auch zu einer Trennung der Kauf- und Verkaufsentscheidungen und der eigentlichen Ausführung der Transaktionen.

Sicherheit der Anleger

Die strikte Trennung von Sondervermögen und Gesellschaftsvermögen geht auf den Schutz der Anleger zurück. Nicht erst in der Finanz- und Bankenkrise der Jahre 2008 und 2009 hat sich gezeigt, dass man als Privatinvestor auch bei sehr etablierten und seriösen Banken schlechte Erfahrungen machen kann, wenn diese in die Insolvenz geraten. In diesem Fall kann das Vermögen des Anlegers schnell verloren sein, wenn Gläubiger der Banken ihre offenen Forderungen aus dem Anlegervermögen befriedigen wollen. Das Vermögen der Gesellschaft sollte deshalb unbedingt von den angelegten Geldern der Investoren getrennt sein, so dass es nicht zur Befriedigung von Schulden verwendet werden kann. Durch das Sondervermögen ist diese Forderung erfüllt. Letztlich geht es also um die Sicherheit der privaten und der institutionellen Investoren vor dem Zugriff von Gläubigern, wenn Sondervermögen und Gesellschaftsvermögen getrennt sind. Dieser Sicherungsmechanismus entspricht im Grunde dem Einlagenfonds, den man zur Absicherung der Sichtgelder bei Banken und Sparkassen heranzieht.

Der Einlagenfonds dient ebenfalls dem Schutz der Investoren vor dem Zugriff von Bankengläubigern. Dem Schutz der Anleger wurde in den letzten Jahren zunehmend große Bedeutung gegeben, weil vor allem Privatinvestoren in der Finanz- und Bankenkrise zum Teil erhebliche Verluste hinnehmen mussten. Die zum Teil deutlich strengeren heutigen Regeln aus dem Investmentgesetz und den angrenzenden Gesetzen fanden ihren Ursprung in der damaligen Krise und dienen der Sicherheit der Anleger. Wer sich für eine Fondsgesellschaft oder für eine Kapitalanlagegesellschaft zur Verwaltung von Vermögen entscheidet, ist gut beraten, die Regelungen zum Sondervermögen zu prüfen. Solange eine Trennung von Sondervermögen und Gesellschaftsvermögen besteht, muss der Investor auch bei einer wirtschaftlichen Schieflage nicht um sein Geld bangen, sondern kann letztlich auf die Trennung zwischen investiertem Geld und Gesellschaftsgeld vertrauen.

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Kapitalanlagegesellschaft

Kapitalanlagegesellschaft – jetzt Kapitalverwaltungsgesellschaft

Unter einer Kapitalanlagegesellschaft verstehen wir eine Gesellschaft, deren Aufgabe in der Verwaltung von Sondervermögen, hier in Form von Investmentfonds aller Arten, besteht. Die Auswahl, der Kauf und die Abrechnung sind sorgfältig zu dokumentieren und die Verwaltung hat mit der Sorgfalt eines ordentlichen Kaufmanns für die gemeinschaftliche Rechnung aller Anleger zu erfolgen. Ein anderer Begriff für die Kapitalanlagegesellschaft ist auch Kapitalverwaltungsgesellschaft.Im Juli 2013 wurde in Deutschland das neue Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) in Kraft gesetzt. Darin wird die KAG durch den neuen Begriff Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) ersetzt. Allerdings änderte der neue Name nicht die Aufgaben der Gesellschaft aus der Definition.

Die Kapitalverwaltungsgesellschaft, oder auch Vermögensverwaltung unseres Aktienfonds ist die Axxion.

Wie arbeitet eine KAG oder KVG?

Egal, welcher Begriff Anwendung findet, es handelt sich immer um Investmentgesellschaften. Diese Gesellschaften sammeln liquides Kapital von Anlegern ein, um es dann in Wertpapiere (z. B. Aktien, Renten, Geldmarktpapieren, usw.) Immobilien, Währungen oder Rohstoffe in Form von Fonds zu investieren.

Wie wird das Kapital angelegt?

Wir unterscheiden zwei Anlageformen.

Geschlossenen Fonds

Geschlossene Fonds, die über eine Zielvorgabe ein festes Anlagevolumen erzielen. Als Beispiele gelten die bekannten geschlossenen Immobilienfonds, Filmfonds, Schiffsfonds etc. Wenn das Kapital vollständig eingezahlt wurde, wird es die Gesellschaft in das Anlageziel investieren und den Fonds schließen. Das bedeutet, die Aufnahme weiterer Interessenten ist nicht mehr möglich. Sie können ggf. ihr Kapital in einen Folgefonds der Gesellschaft investieren. Diese geschlossenen Fonds sind auf Zeit angelegt. Wenn der Film gedreht und die erfolgreiche Verwertung abgeschlossen ist, wird der Fonds geschlossen. Bei Immobilienfonds wird die Gewerbeimmobilie weiter verkauft, bevor die Reparaturen beginnen. Eine vorzeitige Beendigung des Investments ist sehr schwer möglich und auch mit erheblichen Verlusten (bspw. am Sekundärmarkt für geschlossenen Fonds) verbunden.

Offenen Fonds

Als zweite Art kennen wir die offenen Fonds, also Gesellschaften die variables Kapital am Markt aufnehmen. Durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine wächst der Fonds stetig, vorausgesetzt die Nachfrage ist durch erfolgreiche Investitionsentscheidungen weiter vorhanden. Mit dem von den Anlegern investierten Geld wird der Aufbau eines Portfolio (Bestand) aus Wertpapieren, Immobilien, Geldmarktpapieren oder anderen Vermögensgegenständen durch die Gesellschaft vorgenommen. Ein festes Ende der Einzahlungsmöglichkeiten für Investoren gibt darum es in der Regel nicht. Es kann aber vorkommen, dass die KVG eine Auflösung des Fonds oder die Zusammenlegung mit anderen Fonds der Gesellschaft beschließt. Das geschieht zum Beispiel meist in Folge von Fusionen von KVG, um Mehrfachangebote aus dem nun größeren Fondshaus zu vermeiden. Auch werden Fonds dann geschlossen, wenn sie wertmäßig zu klein sind, um rentabel am Kapitalmarkt zu agieren. Es wird aber nicht abrupt eine Schließung geben, das Management ist gesetzlich dazu verpflichtet, dem Investor rechtzeitig über die bevorstehende Änderung zu informieren und auch ein Angebot für die Umschichtung des Kapitals in den neuen Fonds der KVG mit ähnlichem Anlageprofil zu unterbreiten oder auch auf andere Fonds der Gesellschaft hinzuweisen. Es bleibt aber stets dem Anleger überlassen, ob er die Vorschläge annimmt oder nicht. Da die Anteilsscheine börsentäglich gehandelt werden ist auch ein Verkauf der Anteile meistens kein Problem.

Dienstleister einer KVG

Die meisten KVG arbeiten sehr häufig mit externen, erfahrenen Dienstleistern aus dem Finanzsektor zusammen. Für jeden Service kann ein anderer tätig werden (Depotbank, Fondsbuchhaltung, Verwaltung, Marketing, Broker für den Börsenhandel etc.)

Im Investmentgesetz ist festgeschrieben, das die gewählte Depotbank neben der Verwahrung des Fondsvermögens auch die Geschäftstätigkeit der Gesellschaft zu überwachen hat. Dazu gehören unter anderem auch die Kontrollen der Rechtmäßigkeit der abzuwickelnden Geschäfte, die korrekte Ermittlung des Anteilspreises, das Collateral Management (Sicherheitsüberwachung), die Anlagegrenzprüfung, die Marktgerechtigkeit etc.

Wer überwacht die Tätigkeit der KVG?

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Überwachung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die gesetzlichen Grundlagen dazu sind im Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) und im Gesetz über die integrierte Finanzdienstleistungsaufsicht (FinDAG) geregelt.

In anderen Ländern gibt es ähnliche Aufsichtsbehörden.

Tipp: Wenn keine staatliche Aufsichtsbehörde die Tätigkeit überwacht, ist von diesen Fondsanlagen abzuraten.

Wie sicher ist das investierte Kapital?

Das Kapital wird als Sondervermögen bezeichnet. Es ist vom sonstigen Vermögen der Gesellschaft der KVG getrennt zu halten und damit im Insolvenzfall der Gesellschaft geschützt. Das Sondervermögen besteht je nach Art des Fonds aus den vorhandenen Barbeständen, den Aktien, den Bezugsrechten, Renten, evtl. vorhandenen Ansprüchen aus Dividenden- und Zinszahlungen, Immobilienbestand, Edelmetallen usw. Es wird regelmäßig einer marktgerechten Bewertung unterworfen.

Chartanalyse

Die Chartanalyse – für folgende Entwicklungen

Was ist die Chartanalyse

Der Begriff „Chartanalyse“ spielt bei der Analyse von Aktienkursen eine Rolle. Die Kurse verändern sich im Börsengeschehen unter Umständen in sehr kurzen Abständen. Mit dem Kauf und Verkauf von Aktien kann man deshalb attraktive Gewinne, aber auch große Verluste machen. Mit einer Chartanalyse wollen Händler eine Prognose abgeben, um zu sehen, in welche Richtung sich der Kurs entwickelt, um ihre Handelsstrategie darauf abzustimmen. Eine Chartanalyse kann man mit Hilfe von Onlinetools durchführen, man kann sie aber auch selbst vornehmen. Eine Sicherheit, dass sich der Kurs in die prognostizierte Richtung entwickelt, gibt es natürlich nicht.

Ziel ist die Prognose des Aktienkurses

Wie bei jeder Analyse steht es auch bei der Chartanalyse im Vordergrund, folgende Entwicklungen einzuschätzen und vorherzusagen. Damit will sich ein Aktienhändler einen Vorteil gegenüber dem Markt verschaffen. Abhängig von seiner Strategie will er zum Beispiel ein bestimmtes Papier kaufen, wenn der Kurs noch niedrig ist, weil er sich einen baldigen Kursanstieg verspricht. Diese Entwicklung muss er vorhersagen. Mit Hilfe einer Chartanalyse findet er aus dem Verlauf des Aktienkurses in der jüngeren Vergangenheit Anhaltspunkte, wie diese Entwicklung sein könnte. In der Chartanalyse fließen mehrere Analysetechniken zusammen. Allerdings werden betriebs- und volkswirtschaftliche Branchenanalysen oder Kennzahlen des Unternehmens vollständig ignoriert. Der Händler unterstellt bei der Chartanalyse also, dass alle für die kommenden Entwicklungen des Kurses wichtigen Einflüsse schon in dem bisherigen Verlauf berücksichtigt sind. Eine Chartanalyse basiert auf der Annahme, dass Menschen ein einmal erfolgreiches Handeln wiederholen. Deshalb ist die Analyse in die Vergangenheit gerichtet. Man versucht vorherzusagen, wie sich der Kurs in Zukunft entwickelt und nutzt dazu die bisherigen Kurse. Vereinfacht gesagt dient die Analyse dazu, die wahrscheinliche Entwicklung vorherzusagen.

Der Trend gibt Auskunft

Eine Chartanalyse beruht im Prinzip auf der Annahme darauf, dass sich ein einmal entwickelter Trend fortsetzt. Wenn der Börsenkurs in der Vergangenheit stetig gestiegen ist, wird er das auch in der nächsten Zeit tun. Wer sich als Käufer nach dem Trend richtig, kauft also, weil der Kurs weiter steigt. Von dem Trend geht dann ein Kaufsignal aus. Ist der Aktienkurs in der Vergangenheit gefallen, resultiert aus dem Trend ein Verkaufssignal. Wer sich ein fundiertes Wissen rund um die Chartanalyse aneignen will, schaut sich am besten die Verläufe von Performancecharts von Aktiengesellschaften an. Darin ist gut zu erkennen, wie sich ein Trend in der Vergangenheit entwickelt hat. So bekommt man durch die manuelle Analyse Schritt für Schritt ein Gefühl dafür, wann sich ein Trend umkehren könnte und wann folgende Entwicklungen sicherer vorhergesagt werden kann. Alle unternehmensspezifischen Kennzahlen werden bei der Chartanalyse übrigens vernachlässigt. Deshalb kann sie immer nur näherungsweise Auskünfte zur weiteren Entwicklung des Kurses geben. Wenn eine Aktiengesellschaft überraschend negative Geschäftszahlen veröffentlicht, kann sich der Aktienkurs dadurch schnell ins Gegenteil umkehren, wobei der Trend eine ganz andere Richtung zeigt.

Onlinetools weisen den Weg

Wer sich zum ersten Mal mit der Chartanalyse beschäftigt, greift gerne auf Internettools zurück. Diese analysieren den bisherigen Kursverlauf und sagen daraus eine weitere Entwicklung voraus. Für Anfänger ist ein solches Tool sicher geeignet, um sich einen Überblick zu verschaffen. Man muss aber wissen, dass weder computerbasierte Tools noch die menschliche Analysefähigkeit so sicher sind, dass man einen Trend zuverlässig vorhersagen kann. Es handelt sich hier immer nur um Annahmen und um Vermutungen, die in dieser Weise eintreten können. Abhängig von den Geschehnissen an den Märkten und von den politischen und wirtschaftlichen Einflussgrößen kann sich der Trend aber auch umkehren. Deshalb sind alle Chartanalysen letztlich nur als Hilfsmittel zu verstehen, um eine mögliche Entwicklung vorherzusagen. Sie sind immer mit Unsicherheiten verbunden, und vor allem Einsteiger müssen sich darüber im Klaren sein, dass sich ein Aktienkurs schnell in eine andere Richtung entwickeln kann, als man ursprünglich angenommen hatte.

Dividendenabschlag

Dividendenabschlag – ein Wertverlust von nur kurzer Dauer

Dividendenabschlag – Ausschüttung mit Folgen – für Anleger, Fondsmanager und Trader

 Wer Aktien hält, sollte den Kalender mit den Zahltagen im Auge behalten, wer Zertifikate und andere strukturierte Finanzprodukte im Depot hat, muss diesen Kalender unbedingt beachten.

Nachfolgend erklären wir warum.

Was bedeutet der Begriff Dividendenabschlag

Der Dividendenabschlag bezeichnet den Betrag, um den der Wert einer Aktie an dem Tag nach der Ausschüttung der Dividende vermindert wird.

Wir haben z.B. eine Aktie, die einen Schlusskurswert am 15. eines Monats von 150 Euro erreicht hat. Der Vorstand hat der Aktionärsversammlung eine Dividendenausschüttung von 5 Euro je Aktie vorgeschlagen und diese Ausschüttung wurde von der Hauptversammlung am 15. des Monats bestätigt. Der Anspruch entsteht am Tag der Hauptversammlung. Die Ausschüttung erfolgt in der Regel bei den deutschen Unternehmen an dem Arbeitstag, der nach der Hauptversammlung folgt, also am 16. des Monats. Das heißt, in unserem Beispiel eröffnet die Aktie an diesem Tag mit dem Dividendenabschlag von 5 Euro, also mit 145 Euro.

Speziell Börsenneulinge, aber auch manchmal die Profis unter uns, bekommen dann einen Schreck, weil sie den Dividendenzahltag nicht auf dem Radar hatten und auch nicht auf dem Kurszettel den Vermerk „ex Div.“ = ohne Dividende als Kennzeichnung für den Abschlag bemerkt haben. Wenn sie dann aber die Summe der Dividendenzahlung auf dem Konto sehen, ist die Welt der Börsen wieder in Ordnung.

Warum Dividendenabschlag?

Der Abschlag entsteht, weil ohne den Anspruch auf eine Dividende die Aktie weniger wert ist als mit einer ausstehenden Dividendenzahlung. Das heißt auch, dass keine automatische Verrechnung erfolgt. Er entsteht also durch die Orderanpassungen von Käufern und Verkäufern im Börsenhandel.

Wird der Abschlag wieder aufgeholt?

In der Regel ist es nur von kurzer Dauer, bis sich der Abschlag wieder vollkommen egalisiert hat; es ist also nur ein kurzzeitiger Wertverlust.. Meistens ist nach ein paar Tagen alles wieder aufgeholt, dafür ist die Börse zu schnelllebig und wird mit Information geflutet, die für die Kurse der Unternehmen entscheidend sind.

Profitiert ein Anleger vom Abschlag?

Die Zahlungstermine für die Ausschüttung der Dividenden sowie die der Hauptversammlungen stehen schon lange im Voraus fest und werden u.a. im Internet veröffentlicht. So kann sich jeder potentielle Anleger sich über diese Stichtage informieren, auch wenn er noch keine Aktien des Unternehmens hält und demzufolge auch keine Einladung zur Hauptversammlung erhält. Wer die Aktie preiswert erwerben will, kauft sie am Tag nach dem Dividendenabschlag und erhält so gesehen einen Rabatt beim Kauf. Andere wiederum verkaufen die Aktie vor dem Stichtag und sichern sich dadurch die höhere Bewertung und damit auch einen höheren Verkaufspreis.

Aufpassen müssen Trader strukturierter Produkte. Der Dividendenabschlag ist in der Preisberechnung der Call- und Putscheine berücksichtig. Aber ändern sich die Dividendenaussichten im Laufe der Anlagezeit, dann ändern sich die Bedingungen für den Schein, ohne dass diese nachträglich eingepreist werden.

Auch Inhaber von Zertifikaten müssen aufpassen, speziell z.B. bei Bonuszertifikaten. Hier kann bei einem zu geringen Sicherheitspuffer die Barriere durch den Dividendenabschlag auf den Basiswert gerissen werden und die Bonuszahlung ist verloren. Der Ausweg bei strukturierten Produkten liegt in der Information über die Folgen des Dividendenabschlags bei Veränderungen der Basiswerte sowie ggf. im rechtzeitigen Verkauf des Papiers, wenn Anleger befürchten, dass Barrieren gerissen werden.

Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit dem Dividendenabschlags besteht bei Aktien, die mit einem Stopp-Loss-Limit versehen sind. Das wird zur Sicherheit vor zu großen Kursverlusten eingesetzt. Das Problem besteht darin, dass der Börsencomputer nicht den Grund für die Kursrücksetzung kennt und demzufolge alle Aktien aus dem Depot verkauft, die das angegebene Limit erreicht haben. So kommt es zu ungewollten Verkäufen, die der Anleger zwar wieder erwerben kann, aber dann mit den üblichen aber vermeidbaren Spesen. Er muss nur das Limit rechtzeitig verändern.

Auswirkungen des Dividendenabschlag auf Fonds?

Auch Fondsmanager kalkulieren mit dem Abschlag, und werden ggf. neue Aktien „billig“ einkaufen und „teuer“ wieder verkaufen. Nur werden sich die „ex Dividende“ Papiere auf Grund der vielen unterschiedlichen Aktien nicht oder nur ganz minimal auswirken, denn die Hauptversammlungen mit den Zahltagen liegen sehr unterschiedlich.

Fazit

Wer Aktien hält, sollte den Kalender mit den Zahltagen im Auge behalten, wer Zertifikate und andere strukturierte Finanzprodukte im Depot hat, muss diesen Kalender unbedingt beachten.

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Broker

Was ist ein Broker – Begriffserklärung

Begriffserklärung Broker – Was ist ein Broker

Der Begriff „Broker“ taucht in der Finanzwelt häufig auf, wenn es um den Handel von Aktien, Devisen oder Rohstoffen geht. Er ist im Prinzip die Plattform, über die der Kauf und der Verkauf dieser Finanzinstrumente ablaufen. In der Regel sind Broker heute als Onlinebroker im Internet zu finden. Es gibt eine große Auswahl an Anbietern, die sich zum Teil hinsichtlich ihrer Gebühren und der Konditionen sehr unterscheiden. Bevor man sich also bei einem Broker anmeldet, sollte man das Preis-Leistungs-Gefüge genauer untersuchen.

Broker sind die Vermittler zwischen Käufern und Verkäufern

Aktien, Rohstoffe, Devisen und Fonds sind die häufigsten Finanzinstrumente, die Sie über einen Broker kaufen und verkaufen. Indem Sie sich bei einer Plattform anmelden, haben Sie also Zugriff auf alle Geldanlagen, um diese nach Belieben zu handeln. Der Broker investiert Ihr angelegtes Geld also für Sie wenn Sie Aktien, Rohstoffe oder Währungen kaufen. Er behält das Kapital nicht für sich selbst, sondern trennt es strikt von seinem eigenen Vermögen. Dadurch ist gewährleistet, dass Ihr Geld auch dann sicher ist, wenn der Anbieter in wirtschaftliche Schwierigkeiten gerät und Konkurs anmelden muss. Seine Gläubiger können also nicht auf Ihr angelegtes Vermögen zurückgreifen, um ausstehende Schulden zu begleichen. Letztlich ist der Broker folglich so etwas wie der Vermittler zwischen dem Investor auf der einen Seite und zwischen Aktiengesellschaften, Banken, Fondsgesellschaften und allen anderen Anbietern von Geldanlagen. Er bildet somit die Schnittstelle zwischen den Marktteilnehmern „Käufer“ und „Verkäufer“.

Großes Angebot, vielfältige Konditionen

Auf dem deutschen Markt gibt es eine ganze Menge an guten Onlinebrokern. Einige haben ihren Stammsitz in Deutschland, andere sind im Ausland beheimatet und haben in Deutschland lediglich eine Dependance. Entsprechend variantenreich sind die Konditionen. Zu den wichtigsten Merkmalen, die Sie vor der Anmeldung prüfen sollten, gehören zum Beispiel die Kosten. Zu unterscheiden sind einmalige und laufende Gebühren. Bei den meisten Onlinebrokern fällt keine Anmeldegebühr an, auch eine Kontoführungsgebühr ist nicht erforderlich. Das liegt daran, dass Sie alle Käufe und Verkäufe selbst online anweisen, so dass die Auslagen für den Broker gering sind. Interessant sind allerdings die Transaktionsgebühren, die für Käufe und Verkäufe anfallen. Hier unterscheiden sich die Anbieter sehr stark voneinander. Einige Broker sind für ihre attraktiven Preise bekannt, sie bieten dafür nur einen überschaubaren Service. Andere Kandidaten sind etwas teurer, dafür gibt es vielleicht eine telefonische Hotline in Deutschland oder sogar eine Niederlassung in Deutschland. Neben den Gebühren sind natürlich der Umfang der Produktpalette, die Beratung, das Test- und Schulungsprogramm, die Mindesteinlage und die gewährten Bonus- und Rabattprogramme interessant. Selbstverständlich kann man sich problemlos bei mehreren Brokern anmelden. Wenn Sie aber alle Finanzinstrumente bei einem einzigen Anbieter in Anspruch nehmen wollen, sollten Sie genau auf die Konditionen achten und am Ende den Onlinebroker wählen, der optimal zu Ihren Anlagezielen passt.

So erkennt man einen guten Broker

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Anbieter im Wettbewerb ist ein unabhängiges Testurteil. Institutionen wie Stiftung Warentest, Focus Money oder €uro prüfen die Onlinebroker in regelmäßigen Abständen anhand von festen Kriterien und erteilen ein unabhängiges Testurteil. Wenn ein Broker in einem solchen Test mit einer guten oder sehr guten Bewertung abschneidet, ist das natürlich ein zuverlässiges Auswahlkriterium. Aber auch ohne Testurteil können Sie sich leicht ein Bild über die Qualität eines Brokers machen. Ein guter Broker sollte immer von der nationalen Finanzaufsichtsbehörde reguliert sein. So ist eine gewisse Kontrolle seiner Geschäftstätigkeit gewährleistet. Ein vielfältiges und transparentes Angebot mit einer verständlichen Gebührenstruktur für die Kontoführung, für Transaktionen und für Ein- und Auszahlungen ist auch von Bedeutung. Ein kostenfreier Testzugang sollte vorhanden sein, eine geringe Mindesteinlagehöhe ist wünschenswert. Im besten Fall bietet der Broker eine deutschsprechende Hotline oder sogar eine Niederlassung in Deutschland für die Kundenbetreuung vor Ort an.

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Volatilität

Volatilität – Die Schwankungsbreite eines Wertpapiers

Was bedeutet Volatilität

Die Volatilität ist eine Kennzahl und verdeutlicht die Preisschwankungen eines Wertpapiers in einem bestimmten Zeitraum um einen definierten Mittelwert. Bewertet werden nicht nur Fonds, sondern auch Aktien, Rentenpapiere, Rohstoffe sowie Zinsen. Mithilfe der Volatilitätsberechnung in Prozentpunkten werden Risikobewertungen durchgeführt. Die Standardabweichung vom mittleren Kurswert zeigt, ob eine hohe oder niedrige Schwankungsbreite der Kurse vorliegt. Für die Auswertung des Prozentsatzes ist der angegebene Zeitraum zu berücksichtigen. Die historische Volatilität wird rückwirkend berechnet, die implizite Volatilität bildet eine Zukunftsprognose.

Mathematische Standardabweichung vom Mittelwert der Kurse

Die Herangehensweise an die Volatilität ist mathematischer Natur. Es wird der Durchschnittswert der Kursentwicklung beispielsweise eines Monats genommen. Dieser Wert dient als Standardwert. Nun werden die Kursausschläge des Wertpapiers nach oben sowie nach unten erfasst. Diese stellen die Grenzen für den Schwankungsbereich dar. Innerhalb dieses Bereichs liegt die Standardabweichung vom mittleren Kurs. Ist die Schwankungsbreite groß, handelt es sich um eine hohe Volatilität. In der Finanzwelt werden stark volatile Wertpapier-Fonds oder andere Finanzprodukte mit einem erhöhten Anlagerisiko eingestuft. Bei der Bewertung der Volatilität muss der Zeitrahmen berücksichtigt werden, denn über einen langen Zeitraum fällt der Prozentsatz höher als über einen kurzen.

Die historische und die implizite Volatilität

Die historische Volatilität verdeutlicht die Kursschwankungen für einen vergangenen Zeitraum und ist präzise, da auf die tatsächliche Kursentwicklung zurückgegriffen wird. Die implizite Volatilität versucht, die zukünftige Schwankungsbreite zu berechnen. Hierzu werden keine zurückliegenden Kurse mit einbezogen, sondern nur die aktuellen Preise am Markt berücksichtigt. Dies ist insbesondere bei riskanten Optionen ein Werkzeug, um eine Risikoeinschätzung zu betreiben. Aktien und Volatilität haben eine negative Korrelation. Steigen die Aktienkurse an der Börse, sinkt die Volatilität und umgekehrt.

Die Volatilitätsindizes VDAX und VDAX-NEW

Der VDAX wird börsentäglich um die Mittagszeit von der Deutsche Börse AG aktuell berechnet und veröffentlicht. Es handelt sich um den Volatilitätsindex des DAX mit Berechnungen der erwarteten Schwankungen für die kommenden fünfundvierzig Tage. Der später eingeführte VDAX-NEW hat eine gesteigerte Aussagekraft. Er errechnet die erwartete Volatilität in Prozentpunkten für die nächsten dreißig Tage anhand aktueller DAX-Optionskontrakte. Im Gegensatz zum VDAX bezieht der VDAX-NEW die „aus-dem-Geld“ gelaufenen nicht rentablen Optionen mit ein. Es kann auch für Privatanleger sinnvoll sein, die Volatilitätsindizes der Börse zu beobachten, um einen Trend zu erkennen.

Volatilität für Aktienfondssparpläne

Aktive Börsentrader benötigen die Volatilitätsberechnungen als aussagekräftige technische Instrumente für Börsenaktivitäten. Nutzen Sie jedoch die Vorteile eines Sparplans in Verbindung mit einem Aktienfonds, brauchen Sie die Schwankungsbreite nur bedingt in ihre Planungen mit einbeziehen. Sehr volatil sind Optionen, die sich im Wesentlichen für Anleger eignen, die bewusst Risiken eingehen mit dem Ziel, mehr Gewinne als Verluste zu realisieren. Aktien oder Fonds mit geringer sowie mittlerer Volatilität werden von wertorientierten Anlegern für einen mittel-und langfristigen Anlagehorizont bevorzugt.

Beispiel für die Volatilitätskennziffer

In einem Monat lag die Volatilitätskennziffer der Chemieaktie BASF bei knapp 5 % mit einem Unterschied von ca. 6 Euro zwischen dem Tiefst- und Höchstkurs. Im Zeitraum von einem Jahr betrug die Volatilität ungefähr 16 % bei ca. 23 Euro Unterschied zwischen dem niedrigsten und höchsten Kurs. Im langfristigen Zeitraum von 10 Jahren ergab die Kennziffer 93 % mit Kursen zwischen 20 und 97 Euro. Im Vergleich ergaben die Volatilitätskennzahlen der Automobilaktie BMW in einem Monat 5 %, in einem Jahr 19 % und in zehn Jahren 106 %, die der Deutschen Bank 8 % in einem Monat, 40 % in einem Jahr und 142 % in zehn Jahren. Diese Kennziffern liegen alle im Bereich einer akzeptablen Schwankungsbreite.

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Wetterderivate

Wetterderivate – Finanzinstrument für Wetterrisiko

Was sind Wetterderivate

Wetterderivate sind ein junges Finanzinstrument. Sie werden meist zwischen einer Bank oder einem Versicherungsunternehmen und eine Unternehmen oder einer Kommune als Vertragspartner abgeschlossen. Der Versicherer oder die Bank übernimmt das Wetterrisiko des Unternehmens oder der Kommune. Fachleute gehen davon aus, dass weltweit etwa 80 Prozent der wirtschaftlichen Abläufe mindestens indirekt vom Wetter abhängen. Deshalb sind Wetterderivate so etwas wie ein Risikomanagementinstrument für ein Unternehmen. Diese Anlageklasse hat sich erst zum Ende der 1990er Jahre entwickelt. Deshalb gibt es hier noch wenige Marktstandards. Für private Anleger kommen Wetterderivate als Geldanlage eher weniger in Frage.

Wetterderivate dienen der Absicherung von Wetterrisiken

Folgende Beispiel zeigt, wie Wetterderivate in der Praxis funktionieren. Damit ein Landwirt, der in Deutschland Pfirsiche anbaut, eine vernünftige Ernte erzielt, muss er darauf vertrauen, dass die Temperatur in der Blütezeit nicht zu tief sinkt. Wenn die Temperaturen längere Zeit unter fünf Grad fallen, sinkt seine Erntemenge. Das betriebswirtschaftliche Risiko überträgt er an eine Bank oder an einen Versicherer, mit dem er ein Wetterderivat abschließt. Beispielsweise könnte für jeden Tag, an dem die nächstgelegene Wetterstation in der Blütezeit der Früchte unterhalb von fünf Grad sinkt, eine Zahlung der Bank oder des Versicherers an den Bauern fließen. Für diesen Vertrag zahlt er dann eine Prämie, alternativ kann eine Zahlungsverpflichtung entstehen, wenn die Temperatur über fünf Grad steigt. Der große Unterschied von Wetterderivaten im Vergleich zu anderen derivativen Geschäften ist, dass Tagestemperaturen, Niederschlagsmengen oder Schneehöhen im wirtschaftlichen Sinne nicht handelbar sind. Es gibt also keine Schwankungen des Marktpreises, wie man sie im klassischen Sinne kennt. Vielmehr leiten sich die Wertschwankungen ausschließlich aus vergangenheitsbezogenen Wetterdaten ab. Auch können die Marktteilnehmer den Marktpreis nicht beeinflussen. Somit unterscheiden sich Wetterderivate deutlich von anderen Basiswerten wie Aktien oder Rohstoffen. Es gibt also bei Wetterderivaten keine Lieferung der Ware oder ein Fälligkeitsdatum.

Der Basiswert hängt ab vom Risiko

Wetterderivate können sich auf unterschiedliche Basiswerte beziehen. Es gibt nämlich überraschend viele Wege, das Wetter messbar zu machen. So kann ein Unternehmensrisiko eines Bauern von einer durchschnittlichen Tagestemperatur abhängen. Wenn sich eine Kommune gegen sehr hohe Kosten für die Schneeräumung absichern will, wäre die Schneehöhe oder die Menge des Schneefalls vor Ort der richtige Bezugswert. Die Temperatur als Basiswert ist weltweit sehr verbreitet, rund 95 Prozent der Derivate beziehen sich auf diesen Basiswert. Es gibt aber auch die Windgeschwindigkeit, Regen, Wasserstand, Wolkenbedeckung oder auch die Sonnenscheindauer oder die Luftfeuchtigkeit als Bezugsgröße. Welche Bezugsgröße sinnvoll zu wählen ist, hängt vom abzusichernden Risiko und vom jeweiligen Unternehmen ab.

Keine Geldanlage für Privatinvestoren

In der Regel werden Wetterderivate nicht von privaten Anlegern als Geldanlage gewählt. Man hört im Tourismus von Zeit zu Zeit aber von einer „Geld-zurück-Garantie“, wenn die Zahl der Regentage am Urlaubsort ein gewisses Maß überschreitet. Meist werden solche Aktionen aus Marketinggründen ins Leben gerufen. Der Reiseanbieter geht natürlich ein gewisses Wetterrisiko ein, denn auch in sonnigen Urlaubsländern kann es im Sommer gelegentlich regnen. Der Reiseveranstalter trägt bei solchen Garantien nicht selbst das Risiko, dass das Wetter schlecht wird, sondern er schützt sich selbst durch den Abschluss eines Wetterderivates. So wird am Ende auch der Endkunde an einem Wetterderivat teilhaben. Wer Aktien kauft, kann indirekt ebenfalls von einem Wetterderivat betroffen sein. Als Aktionär begrüßt man vermutlich den Abschluss eines Wetterderivats durch das Unternehmen, das dadurch seine Gewinne stabilisiert. Als Anteilseigner ist man meist daran interessiert, dass eine Aktiengesellschaft konstant Gewinne erwirtschaftet. Deshalb sind Aktionäre unter Umständen indirekt durchaus von Wetterderivaten betroffen. Als Geldanlageprodukt im klassischen Sinne kommen Wetterderivate für private Anleger allerdings nicht in Frage. Sie sind schlicht nicht um Aufbau von privatem Vermögen geeignet, sondern dienen explizit der Absicherung von Risiken, die sich auf herkömmlichem Weg nicht absichern lassen.

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Kali und Salz AG im zweiten Quartal 2017 verdoppelt – gut für den Aktienfonds

Kali und Salz AG im zweiten Quartal 2017 verdoppelt – gut für den Aktienfonds

(06.09.2017)

Gute Ergebnisse für K+S Gruppe

Die K+S AG (Kali und Salz) ist ein deutsches Spitzenunternehmen im Bereich der Salzproduktion. Spezialisiert hat sich der Konzern auf die Herstellung von kali- und magnesiumhaltigen Produkten, die in der Landwirtschaft und Industrie Anwendung finden. Der Sitz des Unternehmens befindet sich in Kassel.

Einige Fakten zum Unternehmen

Als Gründungsdatum von K+S gilt der 3. Oktober 1889. An diesem Tag wurde im niedersächsischen Goslar die Aktiengesellschaft für Bergbau und Tiefbohrung gegründet, die mehrere Jahrzehnte und Fusionen später und damit verbundenen zahlreichen Namensänderungen einhergehend, heute als überaus erfolgreicher und international erfolgreicher Konzern K+S AG firmiert.

In der K+S Gruppe sind unter dem Dach einer Holding drei Geschäftsbereiche entstanden, Kali- und Magnesiumprodukte, Salz und mehrere ergänzende Geschäftsbereiche. Alle drei Bereiche werden von zahlreichen Serviceeinheiten unterstützt. Außerdem hält die Gruppe umfangreiche Beteiligungen im In- und Ausland.

So fördert und veredelt das Unternehmen seit über 125 Jahren mineralische Rohstoffe. Die Produkte der K+S kennen wir zum großen Teil aus der Agrarwirtschaft (z.B. Düngemittel), der Ernährung (z.B. Speisesalz) und Straßensicherheit (z.B. Streusalz).

Vorstandsvorsitzender des im M-Dax notierten Konzerns ist Burkhard Lohr.

Der Blick in die Bücher

Der aktuelle Quartalsbericht des Konzerns zeigt, dass der eingeschlagene Weg auch 2017 erfolgreich fortgesetzt wird.

So wurde im zweiten Quartal wieder eine Steigerung beim Ergebnis im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet. Der Hauptanteil ist der deutlich verbesserten Gewinnentwicklung im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zu verdanken.

So stieg der Umsatz um 1,4 % auf 742 Mio. Euro. Dabei konnte das EBIT (earnings before interest and taxes), also das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern, mit 29 Mio. Euro fast verdoppelt werden im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (II/2016 =15 Mio. Euro).

Der Ergebnisanstieg fiel speziell im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte deutlich aus.

Auch das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, EBITDA, wurde im zweiten Quartal 2017 auf 102 Mio. € (im Vergleich zum II/16= 83 Mio. €) gesteigert.

Bei der Produktion spielen auch die natürlichen Verhältnisse und Umweltprobleme eine große Rolle, denen mit einem effizienten Abwassermanagement begegnet wurde. Auf Grund der eingeleiteten Maßnahmen kam es trotz streckenweise anhaltend niedriger Pegelstände der Werra in den betroffenen Bundesländern Thüringen und Hessen im zweiten Quartal zu keinen entsorgungsbedingten Produktionsunterbrechungen.

Auch in Kanada führte der Produktionsstart in einem neu errichtetes Werk zu höheren Anlaufkosten, die aber bei der Planung berücksichtigt wurden und deswegen nicht überraschten.

Das EBIT I lag im Geschäftsbereich Kali und Magnesiumprodukte trotzdem mit 31 Mio. Euro mehr als doppelt so hoch wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres (II/16= 15 Mio. Euro).

Einen saisonal bedingten Einbruch erlebte der Geschäftsbereich Salz im zweiten Quartal 2017. Das operative EBIT sank in diesem Bereich im II. Quartal 2017 auf 0,4 Mio. Euro. Im Vergleichsquartal des Vorjahres waren es noch 5 Mio. Euro. Die Gründe dafür lagen im milden Winter des Vorjahres, der vor allem im Nordamerikageschäft zu einem Preisdruck bei Auftausalzen führten. Höheren Umsatzmengen im Industriesalzsegment stand ein auch geringerer Absatz von hochwertigen Verbraucherprodukten im Bereich des Nicht-Auftausalzgeschäfts entgegen.

Dass es aber trotzdem rund läuft bei der K+S Gruppe zeigt die um 1,1 Prozent gestiegene Mitarbeiterzahl. Am 30.06.2017 arbeiteten im Konzern weltweit 14.570 Beschäftigte, im Vorjahreszeitraum waren es noch 14.415 Beschäftigte.

Ausblick auf das Gesamtjahr 2017

Die Aussichten das Umsatzziel zwischen 3,6 und 3,8 Mrd. Euro auf Gesamtjahr 2017 zu erreichen werden von der Konzernführung bestätigt. (2016 wurde ein Umsatz von 3,5 Mrd. Euro erreicht.)

Das EBITDA wird zwischen 560 bis 660 Mio. Euro (2016: 519 Mio. Euro) liegen.

Beim EBIT I ist in einer Größenordnung zwischen 260 und 360 Mio. Euro (2016: 229 Mio. Euro) geplant

Fazit

Die Aktie der K+S Gruppe notiert in Frankfurt aktuell bei rund 23 Euro mit einem aufstrebenden Trend. Und die Halbjahresergebnisse und der Jahresausblick lassen einen weiteren Anstieg für die Zukunft vermuten.

Anleger sollten aber immer daran denken, dass der Umsatz und Gewinn des Salzproduzenten neben vielen Einflussfaktoren auch vom Wetter abhängig ist. Und hier ist der Klimawandel besonders zu beachten. Auch staatliche Umweltauflagen (z.B. am Standort Werra) binden viel Kapital, dass sich erst amortisieren muss.

Wer also unsicher ist, ob er die Aktie der K+S Gruppe und die damit verbundenen Probleme (Klimawandel, Umweltauflagen, schwankende Weltmarktpreise etc.) ständig im Blick behalten kann, sollte lieber eine Fondslösung bevorzugen. Die Fondsmanager haben ganz andere Werkzeuge und Informationen (Klimamodelle, Preisdatenbanken etc.) zur Verfügung, um die Probleme rechtzeitig zu erkennen und entsprechend auf Veränderungen in jeder Hinsicht zu reagieren.

Weiteres zur Kali und Salz AG

Sanofi übernimmt Konkurrenz

Sanofi übernimmt Konkurrenz

(02.09.2017)

Sanofi übernimmt Konkurrenten Protein Sciences

Mitte Juli 2017 gab der Pharmariese Sanofi Pasteurs offiziell bekannt, dass das Unternehmen seinen Konkurrenten Protein Sciences übernommen hat. Die Übernahme in Höhe von 750 Millionen Euro soll für einen Ausbau der Angebotspalette Sanofis sorgen. Zugleich bietet die Übernahme von Protein Sciences wesentliche Vorteile in der Entwicklung von Produkten wie dem Grippeimpfstoff Flublok.

Millionenschwere Übernahme

Der französische Pharmakonzern Sanofi Pasteurs ist für seine breite Produktpalette bekannt. Mit Juli 2017 dürfte sich diese zunehmend erweitern. Für rund 750 Millionen Euro übernahm der Pharmariese seinen Konkurrenten Protein Sciences. Zunächst sollen hierbei nur 650 Millionen Euro für das nicht börsennotierte Unternehmen fällig werden. Erreicht Sanofi bestimmte Meilensteine, müssen die weiteren 100 Millionen Euro bezahlt werden. Das in den USA ansässige Unternehmen Protein Sciences ist eine Biotechnologiefirma, welche sich auf Impfstoffe spezialisiert hat. Im Rahmen der Übernahme plant Sanofi, seine Produktpalette vor allem im Bereich der Impfstoffe zu erweitern. Schon im dritten Quartal 2017 soll die Übernahme abgeschlossen werden, wobei zur Bekanntgabe der Akquisition das Board von Protein Sciences sowie der Großteil der Anteilseigner ihre Zustimmung gegeben haben.

Spezieller Impfstoff als Ziel

Während die Übernahme von Protein Sciences die Möglichkeit bietet, zahlreiche neue Impfstoffe zu entwickeln und zu vertreiben, legt Sanofi Pasteurs Wert auf ein ganz bestimmtes Produkt. Der Grippeimpfstoff Flublok, welcher auf rekombinanten Proteinen basiert, soll das Grippe-Portfolio von Sanofi wesentlich erweitern. Der besondere Vorteil der Übernahme besteht in der Möglichkeit, den speziellen Grippeimpfstoff deutlich schneller als herkömmliche Impfstoffe zu produzieren und dadurch gleichzeitig die Möglichkeit zu schaffen, auf Grippevirenmutationen kurzfristiger zu reagieren. Flublok dient der Immunisierung sämtlicher Erwachsener ab 18 Jahren. Im Herstellungsprozess, dem sogenannten B.E.S.T. (baculovirus expression system technology) des Impfstoffes werden keine Eier benötigt, wobei diese Technologie ebenso bei Sanofi zum Einsatz kommt. Flublok ist der einzige proteinbasierte Grippeimpfstoff, welcher von der US Food and Drug Administration (FDA) anerkannt wurde. Protein Sciences erhielten im Oktober 2016 die Erlaubnis der FDA für die vierwertige Version des Flublok Impfstoffes, welcher lediglich für Personen ab einem Alter von 18 Jahren bestimmt ist.

Positive Stimmung bei Sanofi

Die Übernahme von Protein Sciences stieß vor allem bei Sanofi auf positive Stimmen. „Wir freuen uns, die talentierten Angestellten von Protein Sciences bei Sanofi Pasteur willkommen zu heißen“, äußerte sich David Loew, seines Zeichens Executive Vice-President und Kopf von Sanofi Pasteur. „Die Ergänzung des Flublok Quadrivalent Impfstoffes repräsentiert eine sehr attraktive Möglichkeit, um unser Grippeimpfstoffportfolio zu vervollständigen. Diese Übernahme ist übereinstimmend mit unserer strategischen Bemühung, unsere Präsenz auf dem respiratorischem Impfstoffmarkt zu erweitern und baut auf die kürzlich bekanntgewordene Kollaboration bezüglich eines untersuchungsmäßigen respiratorischen Synztial-Virus (RSV) monoklonalen Antikörpers auf“, ergänzte Loew.

Auch Protein Sciences zeigt sich von der Übernahme positiv überzeugt. „Protein Sciences suchte aktiv nach einer Gelegenheit, seinen Geschäftsbereich zu erweitern. Dies galt vor allem für die USA“, sagte Manon M.J. Cox, Präsident und Chief Executive Officer von Protein Sciences. „Als Teil von Sanofi Pasteur erwarten wir, dass der Flublok Grippeimpfstoff von Sanofi Pasteurs Expertise im Bereich der Grippeimpfstoffe profitieren wird.“

Verpasste Chancen in der Vergangenheit

Die Übernahme von Protein Sciences durch Sanofi Pasteurs stellt die erste Akquisition seit Langem dar. 2016 hatte der französische Konzern die Chance, gleich zwei Unternehmen zu übernehmen, entschied sich jedoch dagegen. Im Sommer 2016 bestand die Chance, Krebsspezialist Medivation von Pfizer für 14 Milliarden US-Dollar zu übernehmen, woraufhin Sanofi von Konkurrenten stark kritisiert wurde. Im Januar 2016 verlor der Konzern zugleich den Kampf um das schweizerische Biotechnologieunternehmen Actelion, welcher zwischen Sanofi Pasteurs und Johnson & Johnson herrschte. Inwiefern die Übernahme von Protein Sciences die Konkurrenz erschüttert oder anregt, ist nicht bekannt. Jedoch zeigt Sanofi mit seiner millionenschweren Übernahme deutlich, dass der Konzern bereit ist, zukünftig in weitere Sektoren zu investieren und seine Forschung voranzutreiben.

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