Laspeyres Formel

Laspeyres Formel – Berechnung des Verbraucherpreisindex

Der Laspeyres Index ist eine statistische Formel für die Indexberechnung, die am Kapitalmarkt für die Berechnung von Wertpapierindizes genutzt wird. Das bekannteste Beispiel ist der DAX. Der Erfinder dieser Formel war Ernst Louis Étienne Laspeyres, ein deutscher Nationalökonom und Statistiker, der im Jahre 1834 bis 1913 in Deutschland lebte. Der Professor für Ökonomie entwickelte diese Formel 1871. Mit der Laspeyres Formel berechnete er den Güterpreis eines unterschiedlich gewichteten Warenkorbes und ermöglichte den Vergleich mit einem festgelegten Basisjahr in gleicher Gewichtung.Genutzt wird diese Formel, neben Wertpapierindizes, im Zusammenhang mit dem Verbraucherpreisindex zur Ermittlung der Inflationsrate. Hierzu wird ein Warenkorb mit Gütern des alltäglichen Lebens mit einem gleichgewichteten Warenkorb eines Basisjahres verglichen. So ermittelt der Verbraucherpreisindex die Preisveränderungen dieses Warenkorbes, die sich über die Zeit ergeben haben.

Laspeyres Formel in der DAX Familie

Die Deutsche Börse berechnet deine Indizes, wie den DAX, nach obigem Beispiel. An Stelle der Güter des alltäglichen Lebens treten Aktientitel. Der DAX gibt die 30 größten Unternehmen Deutschlands wieder. Diese Aktien stellen den Inhalt des Warenkorbes dar. Seine Berechnung begann mit dem 31.12.1987. Dies ist das Basisjahr des Index. Die Deutsche Börse wählte für seinen Basiswert 1000 Indexpunkte. Dieses ist der Ausgangswert des Index. Kapitalmarktakteure erkennen anhand dieses Wertes mit einem Blick jegliche Veränderungen, ins Positive und Negative.

Mit der Wahl des Wertes 1000 im Gegensatz zu 100, lassen sich auch geringe Schwankungen mit einem Blick erkennen. Der Index ist kapitalgewichtet, das bedeutet, dass die Unternehmen in dem Index ein prozentuales Gewicht im DAX erhalten, der ihrer Marktkapitalisierung und ihrem Börsenumsatz entspricht. Theoretisch muss die Gewichtung des aktuellen Aktienkorbs dem Aktienkorb von 1987 in seinen jeweiligen Gewichtungen entsprechen. So können die Preisunterschiede erkannt werden. Da diese Informationen veraltet wären, passt die Deutsche Börse die Gewichtung des Warenkorbes jährlich an, so dass sich der Ausgangspunkt ändert. Auf diese Weise gibt der Index die Kursveränderungen eines fixen Portfolios wieder, ein Vergleich über mehrere Jahre wird durch die notwendigen Gewichtsanpassungen jedoch erschwert.

Vor- und Nachteile des Index nach Laspeyres?

Der Laspeyres Index stellt eine einfache und statistisch realisierbare Möglichkeit dar, Vergleiche zu tätigen. Kapitalmarktteilnehmer können ihn schnell interpretieren und Veränderungen lassen sich auf einen Blick erkennen. Der Hauptvorteil des Laspeyres Index ist das konstante Gewichtungsschema. Mit ihm können daher Zeitreihen dargestellt werden. Der Nachteil dieser Berechnungsmethode liegt darin, dass der Index schnell veraltet, wenn die Gewichtungen nicht angepasst werden.

Alternative Berechnungsformeln für Aktienwerte

Eine weitere Formel, die im Zusammenhang mit Indexberechnungen genannt wird, ist der Paasche-Index. Dieser Index passt die Struktur des Warenkorbes kontinuierlich an. Dies erschwert einen Vergleich mit einer Basis. Ein Index, der mit der Paasche-Formel berechnet wird, passt bei jeder Kapitalerhöhung sofort die Gewichtung des Unternehmens im Index an. Die Struktur des Warenkorbes bleibt immer aktuell. Kapitalmärkte bevorzugen den Laspeyres Index für Wertpapierindizes, aufgrund der stabil gehaltenen Gewichtung und der damit verbundenen Transparenz.

Berechnung nach der Laspeyres Formel

 

Die Deutsche Börse berechnet seine Indizes vereinfacht ausgedrückt wie folgt:

Sie ermittelt für die Berichtsperiode die aktuelle Summe der Wertpapierkurse (p1) im Index und multipliziert sie mit ihren jeweiligen Gewichtungsfaktoren (g1).

  1. Für die Basisperiode geht die Deutsche Börse nach demselben Schema vor. Sie multipliziert die Wertpapierpreise des Wertpapierkorbes (p0) mit den jeweiligen Gewichtungen (g0).
  2. Im Anschluss setzt sie das Ergebnis der Berichtsperiode ins Verhältnis zu dem Ergebnis der Basisperiode.

In einer Formel ausgedrückt sieht diese Vorgehensweise wie folgt aus:

(Grafik folgt)

Zinseszinseffekt

Zinseszinseffekt – wenn Zinsen Gewinne bringen

Wissenswertes zum Zinseszinseffekt

Der Zinseszins ist der Zins, der auf bereits kapitalisierte (dem Kapital zugeschriebene) Zinsen aus vergangenen Berechnungsperioden berechnet wird. Voraussetzung für die Berechnung ist eine mindestens einmalige Zinszahlung auf das Kapital in der Vergangenheit. Sobald Zinsen auf Zinsen berechnet wird, gilt der Zinseszinseffekt als eingetreten..

Die Zinseszinsrechnung ist ein eigenständiges Teilgebiet der Finanzmathematik. Sie beschäftigt sich dabei mit der Berechnung des Zinseszinses in Abhängigkeit vom Zinssatz sowie der Höhe und Dauer einer Kapitalanlage.

Der viel erwähnte Joseph-Pfennig hat es geschafft, aus einer Anlage von einem Pfennig ein unzählbares Vermögen anzuhäufen. Natürlich spielt hier die Zeit eine entscheidende Rolle. Hier finden Sie das klassische und anschauliches Beispiel für den Zinseszins mit der Geschichte des Josephspfennig.

Tagesgeld und Festgeld

Die meisten Anleger bringen den Zinseszins mit dem Festgeldsparen über mehrere Perioden in Verbindung. Aber auch bei Tagesgeld kann der Zinseszins-Effekt auftreten, wenn die Anlage entsprechend lang andauert. Aktuell bemerkt der Sparer den Effekt im Euro- Raum leider nicht so sehr, denn durch die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank gibt es nur noch sehr wenig Institute, die nennenswerte Zinsen auf Tages- oder Festgeld zahlen

Dieser Zinseszins-Effekt tritt natürlich auch im umgekehrten Fall auf, wenn ein Darlehen aufgenommen wird. Und da hier in Gegensatz zum Nullzinssatz der EZB immer noch Zinsen berechnet werden, wenn der Kunde einen Kredit bei einem Kreditinstitut aufnimmt, fallen hier neben den Zinsen für das Darlehen auch Zinseszinsen an.

Fonds

Bei Fonds unterscheiden wir ausschüttende und thesaurierende (die Ausschüttung wird wieder angelegt) Fonds. Die thesaurierenden Fonds nutzen den Zinseszinseffekt. Denn hier wird der Ertrag in Form der im Fonds vorhandenen Wertpapiere (Aktien, Renten usw.) dem Wert des Fonds zugeschlagen und erhöht damit die Rendite des angelegten Kapitals.

Im Gegensatz zu den Festgeld- und Tagesgeldanlagen, hier werden die Zinsen vorher für einen bestimmten Zeitraum vereinbart, weiß der Anleger nicht, welche Rendite der Fonds erwirtschaften wird. Die Rendite des gewählten thesaurierenden Fonds hängen von dem Erfolg der Einzelwerte ab. Außerdem sind die Fondsinhaber natürlich auch an den Kursgewinnen der Wertpapiere beteiligt

Aktien

Langlaufende Aktienanlagen bringen auch einen Zinseszinseffekt, wenn eine Dividende erzielt wird. Der Ertrag wird nach der Auszahlung wieder angelegt und vermehrt damit den Wert des Aktienpaketes und für das darauffolgende Jahr sind die neu erworbenen Aktien ebenfalls dividendenberechtigt. Die Unsicherheit besteht wie bei jeder Wertpapieranlage im Risiko des Ausfalls von Dividenden oder im Kursverlust einer Aktie.

Es gibt aber auch Aktien, die keine Dividenden zahlen und die Erträge gleich in den Kurs des Wertpapieres einfließen lassen. Ein Beispiel für diese Anlagepolitik ist die sehr erfolgreiche Aktie von Berkshire Hathaway des bekannten Starinvestors Warren Buffett. Das Unternehmen hat seit 1967 keine Dividende mehr ausgeschüttet, alle Dividenden gingen automatisch in den Kurs des Wertpapiers ein und bildeten damit einen tollen Zinseszinseffekt ab. Die Aktie gilt heute als die teuerste Aktie der Welt

Steuern

Bei Tagesgeld und Festgeld ist die Steuerproblematik zu beachten. Wenn die Zinsen am Laufzeitende in einer Summe auf einmal ausgezahlt werden, dann kann es passieren, dass das Kreditinstitut verpflichtet ist, Kapitalertragssteuer in Höhe von 25% und Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer vom erwirtschafteten Gewinn abzuziehen und dem Finanzamt zu überweisen. Der Sparerfreibetrag liegt zwar bei 801 € und für Ehepaare bei 1602 €. Aber wer lange genug das Zinskapital ansammelt, der wird sicher über eine andere Strategie nachdenken, um dem Finanzamt nichts unnötig schenken zu müssen.

Auch Erträge von thesaurierenden Fonds werden am Ende eines jeden Geschäftsjahres versteuert werden. Dazu führt die Depotbank sowohl bei ausschüttenden Fonds als auch bei thesaurierenden Fonds eine pauschale Abgeltungssteuer in Höhe von 25% und Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer an das Finanzamt ab.

Bei Aktien und anderen Wertpapieren wird ebenfalls die Abgeltungsteuer wie bei Fonds auf die Gewinne fällig.

Relevant

Warren Buffet investiert in APPLE

Warren Buffet investiert in APPLE

Wir haben schon einige Beiträge über die Unternehmen Apple und Berkshire Hathaway veröffentlicht. Das eine, Apple, ist ein schnell wachsendes Technologieunternehmen aus dem Internetbereich und das andere eine grundsolide Investmentholding, die nur das kauft, was ihr Chef Waren Buffett lt. eigener Auskunft auch versteht. (Logistikunternehmen wie Eisenbahngesellschaften, Nahrungsmittelkonzerne wie Heinz etc.)

Bild einer guten Kurve

Berkshire Hathaway setzt auf Apple Aktien

Und nun beteiligt sich W. Buffett plötzlich an Apple, ein Unternehmen aus dem Internetzeitalter, dessen Geschäfte er eigentlich gar nicht versteht, wie er selbst sagt. Da staunt die große Schar seiner Anhänger und Anleger… Oder doch nicht?

Die Beteiligung

Wir müssen zunächst feststellen, dass es nicht das erste Mal ist, das Berkshire Hathaway Anteile am Apple-Konzern erworben hat. Bereits im Jahr 2016 erwarb die Holding 61 Mio. Aktien, damals zum Stückpreis von rund 110 Dollar.
Seit Jahresbeginn beträgt der Apple-Anteil insgesamt 133 Millionen Aktien, also mehr als das Doppelte wie im Vorjahr. Das Orakel von Omaha, wie er von seinem Anhängern auch genannt wird, gehört mit der Aufstockung seiner Anteile auf 2,5 % jetzt zu den 5 größten Aktionären des Konzerns aus dem Internet-Zeitalter.

Unter Druck

Innerhalb der letzten 50 Jahre hat der Starinvestor seine Gesellschaft zu einer der größten Beteiligungsgesellschaften der USA mit einem Jahresumsatz von zuletzt 223,6 Mrd. Dollar geformt. Trotzdem erwirtschafteten die rund 367.000 Mitarbeiter der Unternehmensgruppe nur einen Gewinn von 24 Mrd. Dollar. Das ist zwar nicht grundlegend schlechter gegenüber dem Vorjahr (2015: 24,08 Mrd. Dollar), aber Buffett muss seine Aktionäre wie jeder andere CEO eines Konzerns bei Laune halten und die Aktionäre sind ebenso wie die Analysten und die Fachpresse gewohnt, das der Gewinn Jahr für Jahr kontinuierlich weiter steigt. Und außerdem erhalten die Aktionäre seit 1967 keine Dividenden mehr, sie sind also auf die Kurssteigerungen zur Vermehrung ihrer Investition angewiesen.
Das Erfolgsgeheimnis und sein Credo bestehen in langfristigen Anlagehorizonten seiner Investitionen, „buy und sell“ wegen einiger kurzfristiger Gewinnchancen passen weder in sein Investorenschema, noch in das seines langjährigen Partners Charles Munger. In seinem aktuellen Anlegerbrief wird diese Strategie noch einmal betont: „Investoren, die einfach für längere Zeit bei einer Reihe von großen, konservativ finanzierten US-Firmen bleiben, werden fast sicher gut abschneiden“

Warum aber Apple

Es ist kein Widerspruch, wenn sich Buffett nun auch an diesem Internetkonzern beteiligt. Apple gibt es schon seit 1976 und wurde u. a. durch das Wirken seines visionären CEO Steve Jobs von einer Garagenfirma zu einer Weltmarke entwickelt. Apples Geschäfte sind mehr als solide: Attraktive und innovative Produkte, Millionen Kunden in der ganzen Welt vertrauen der international bekanntesten Marke. So entstehen langfristige und stabile Gewinne. Und auch wenn es überrascht, Buffett blieb seinem Stil auch hier treu. Er kauft sich wieder in eine, wenn auch leicht, unterbewertete Firma ein. Dem US-Datenanbieter Factset ist zu entnehmen, dass Apples Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 14,6 im Zeitraum des Erwerbs der Aktien lag. Tech-Aktien im S&P-500 bringen dagegen ein KGV von 18,6 auf die Waagschale. Außerdem dürfte ihn dabei eine Beteiligung an der wohl wertvollsten Marke der Welt gereizt haben. Und der CEO von Apple, Tim Cook, kann sicher sein, seine erfolgreiche Firmenstrategie weiter zu verfolgen. Auch hier wird W. Buffett sich nicht in die aktive Geschäftspolitik einmischen, so wie bei allen anderen Beteiligungen auch, die seine Holding hält.
Es gibt noch ein weiteres Problem, dass die Berkshire Hathaway zu diesem Schritt veranlasst hat. Im Gegensatz zu anderen Firmen, die immer einmal wieder frisches Kapital für die Fortführung ihrer Geschäfte benötigen, ist die Holding in der glücklichen Lage, geradezu im Geld zu schwimmen.
Erinnern wir uns zurück, bis in die 90er Jahre verdiente Berkshire Hathaway seine Gewinne größtenteils mit Investments in festverzinsliche Wertpapiere, wie z.B. Rentenpapiere. Mit den erwirtschafteten Profiten begann sie dann Firmenanteile aufzukaufen. Und genau diese Aktieninvestments machten W. Buffett reich, denn seine Holding wurde an den regelmäßigen Gewinnen und Ausschüttungen der Konzerne sowie an deren Kurssteigerungen beteiligt.
Und Geld muss als Beteiligungskapital arbeiten. Deshalb suchte W. Buffett und sein Mitarbeiterstab eine Anlagemöglichkeit für einen Teil der 86 Mrd. Dollar Bargeld, die sich zum Ende des Jahres 2016 in der Kasse der Holding angesammelt hatten und fand diese Möglichkeit bei Apple.
Nicht etwa, dass Apple das Geld wirklich brauchte. Der Konzern hat selbst Barreserven von ca. 246 Mrd. Dollar. Aber Apple benutzt das Geld, neben klugen Neuinvestitionen, auch für die Zahlung regelmäßiger Dividenden sowie Rückkaufprogramme, die den Wert der Aktie kontinuierlich weiter steigen lässt. Und genau das sucht ein erfahrener und erfolgreicher Investor wie Warren Buffett. Dabei muss er gar nicht etwas von der Technologie der Apple- Produktion verstehen.Und wer sagt denn, dass Warren Buffett sich wirklich an einem reinen Internetkonzern beteiligt hat? Sind die Produkte von Apple nicht schon seit langer Zeit normale Konsumgüter?! Letztendlich werden die Smartphones schon überall angeboten und die Menschheit, kann sich eine Welt ohne sie nicht mehr vorstellen. Und ihr Autor ist überzeugt davon, Buffett wird sich bei seinen Enkeln über das Produkt und seine Funktionsweise genau erkundigt haben.
Und so schließt sich der Kreis wieder von der Legende über die Gegenwart zur Zukunft.mehr über Warren Buffet

Nullzinspolitik vernichtet Gewinne

Bild eines brennenden Geldscheines

Deutsche Sparer verlieren 436 Milliarden Euro dank Nullzinspolitik

Die Nullzinspolitik birgt vor allem für die deutschen Sparer eine enorme Ersparniseinbuße. Hochrechnungen der DZ Bank zufolge würden die Sparer in ganz Deutschland allein 92 Milliarden Euro noch dieses Jahr verlieren. Die Nullzinspolitik kostet demzufolge seit dem Jahr 2010 den deutschen Sparer Ersparnisse in Milliardenhöhe. Insgesamt sollen in den letzten sieben Jahre rund 436 Milliarden Euro aufgrund der Vorgehensweise der Europäischen Zentralbank (EZB) verloren gegangen sein. Trotz der enormen Kritik hält EZB-Präsident Mario Draghi dennoch weiterhin an den geringen Zinsen fest, sodass letztendlich die Sparer die Leittragenden sind.

Nullzinspolitik kostet Sparer viel Geld

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank, besser bekannt unter dem Kürzel EZB, ist schon lange umstritten, da die geringen Zinsen Gewinne  gerade bei Zinsanlagen verunmöglichen. Man kann sogar davon sprechen, dass Gewinne, vor allem der Kleinanleger, vernichtet werden. Nun bewies die DZ Bank mittels einer aktuell erstellten Rechnung, dass die Verluste sich nicht mehr im Millionen-, sondern bereits seit Jahren im Milliardenbereich befinden. Der Bericht der DZ Bank wurde offiziell durch die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) veröffentlicht. Experten der DZ Bank benutzen für ihre Rechnung Daten der Bundesbank sowie andere offiziellen Statistiken, um die Ersparnisverluste seit dem Jahr 2010 zu errechnen. Als Vergleichszeitraum für die Statistik verwendeten die Analysten Daten aus den Jahren 1998 bis 2008. Zwischen den Jahren 2010 und 2016 erfuhren die Sparer Zinseinbußen in Höhe von rund 344 Milliarden Euro. Für das Jahr 2017 konnten hingegen nur Hochrechnungen getätigt werden. Laut diesen entgehen den Sparern allein in diesem Jahr Zinseinnahmen in einer Höhe von 92 Milliarden Euro. Demnach betragen die Zinseinbußen aufgrund der Nullzinspolitik in den letzten sieben Jahren rund 436 Milliarden Euro. Auf den deutschen Sparer verteilt bedeutet dies eine Zinseinbuße von durchschnittlich 5.317 Euro.

Nicht nur Verlust für Deutsche

Die EZB-Politik sieht jedoch nicht nur eine Nullzinspolitik für Sparer vor. Auch niedrige Zinsen für Kredite werden schon lange durch die EZB geführt. Die niedrigen Kreditzinsen hingegen kommen wiederum allen Personen, welche einen Kredit beantragen bzw. abbezahlen, zugute, da sie die Kreditersparnis zu ihren Gunsten verbuchen können. In den letzten sieben Jahren sollen die Kreditnehmer laut der DZ Bank rund 188 Milliarden Euro an Kreditzinsen eingespart haben. Werden dennoch die Sparzinseinbußen zur Kreditzinsersparnis hinzugerechnet, bleibt dennoch weiterhin eine Einbuße von 248 Milliarden Euro bzw. durchschnittlich 3.024 Euro pro Bundesbürger bestehen. Stefan Bielmeier, Chefökonom der DZ Bank, erklärte im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass die deutschen Sparer weiterhin einen großen Teil der Rechnung, welche aus der lockeren Geldpolitik der EZB resultiert bezahlt.

Historisch niedriger Zinssatz

Bereits vor einem Jahr senkte die EZB den zentralen Zinssatz auf 0,0 Prozent und erreichte somit einen historisch niedrigen Wert. Hinter dem niedrigen Zinssatz steckt ein geschickter Plan seitens der EZB. Die Europäische Zentralbank möchte damit die Inflationsrate erneut auf die Zielmarke von zwei Prozent heben und gleichzeitig die Konjunktur der gesamten Eurozone ankurbeln. EZB-Präsident Mario Draghi bleibt beständig und hält weiterhin an der Nullzinspolitik fest. Dies bestätigte er Ende April, sodass eine Erhöhung des Zinssatzes in naher Zukunft ausbleibt. Hierbei bestätigte Draghi, dass die Inflationsdynamik in Europa weiterhin abhängig davon sein, dass die aktuelle Geldpolitik der EZB mitsamt der Nullzinspolitik fortgesetzt werde. Obwohl die Niedrigzinsen Ersparniseinbußen für den deutschen Sparer bringt, könnte aufgrund der niedrigen Zinsen die Wirtschaft in Krisenländern gestützt und somit eine Basis für neues Wachstum geschaffen werden.

Nullzinspolitik erntet enorme Kritik

Die Nullzinspolitik erntet nicht nur enorme Kritik durch die Sparer, sondern ebenfalls durch einige Ökonomen. Diese behaupten, dass die dauerhaft niedrigen Preise, welche sogar möglicherweise weiter sinken können, der Konjunktur letztendlich mehr schaden als nützen würden. Einerseits würden die klassischen Sparer Zinseinbußen verzeichnen. Andererseits könnten die riskanten Geschäfte in unterschiedlichen Branchen wie der Immobilienbranche neue Blasen entstehen lassen. Auch die Banken äußerten Kritik an der lockeren EZB-Geldpolitik. Der Nutzen der Geldpolitik steigt nicht mehr, wobei die Risiken mitsamt möglicher Nebenwirkungen steigend zunehmen. Je länger letztendlich die EZB ihren strengen Kurs fortsetzen, desto höher könnten die Risiken ausfallen. Dies wurde durch Michael Kemmer, dem Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken, bestätigt. Ob die enorme Kritik von Sparer, Ökonomen und Banken tatsächlich ein Umdenken der EZB bewirkt, kann allerdings zum jetzigen Zeitpunkt noch bezweifelt werden.

Depotkonto

Depotkonto – ein Muss für den Wertpapierhandel

Das Depotkonto

Ein Depotkonto ist ein Konto, das für den Kauf und den Verkauf von Wertpapieren erforderlich ist. Wenn Sie Aktien, Fonds, Anleihen oder Derivate an der Börse kaufen oder verkaufen wollen, ist das nur über ein Depotkonto möglich. Im Prinzip können Sie bei jeder Bank ein Depotkonto eröffnen. Allerdings unterscheiden sich die Anbieter erheblich beim Angebot und bei den Kosten. Deshalb lohnt es sich, vor der Depoteröffnung einen Vergleich der Konditionen durchzuführen.

Ein Konto für den Wertpapierhandel

Wenn Sie Aktien, Fondsanteile, Anleihen, ETFs oder davon abgeleitete Wertpapiere an der Börse kaufen oder verkaufen wollen, ist das nicht über Barzahlung oder über Ihr normales Girokonto möglich. Vielmehr benötigen Sie ein von Ihrem Gehaltskonto getrenntes Konto, das sogenannte Depotkonto. Das Depotkonto ist an ein Referenzkonto gekoppelt. Bei diesem Referenzkonto handelt es sich um ein klassisches Girokonto. In der Regel fungiert Ihr Gehaltskonto als Referenzkonto. Für den Kauf von Aktien oder anderen Wertpapieren überweisen Sie die gewünschte Summe vom Girokonto auf das Depotkonto. Die Bank investiert dieses Geld für Sie und kauft davon die gesuchten Wertpapiere. Den Gegenwert in Aktien oder Fondsanteilen schreibt sie Ihrem Depotkonto gut. Bei einem Verkauf aus dem Depot läuft der Weg in entgegengesetzte Richtung. Die Bank verkauft die Anteile aus Ihrem Depot und überweist die Summe auf Ihr Referenzkonto.

Sparpläne oder Einmalanlagen zur Auswahl

Grundsätzlich haben Sie als Anleger die Möglichkeit, Aktien, Fonds oder andere Wertpapiere in Form eines regelmäßigen Sparplans oder als einmalige Anlage zu erwerben. Bei einem Sparplan investieren Sie jeden Monat eine festgelegte Summe in die gewünschten Aktien, Fonds oder Derivate. Bei einer Einmalanlage erfolgt diese Investition nur einmalig. Den Anlagezeitraum legen Sie abhängig vom gewählten Investment fest. Bei einer einmaligen Geldanlage empfiehlt es sich, die finanziellen Mittel einige Monate oder sogar Jahre zu investieren. So profitieren Sie am besten von dem Zins- und dem Zinseszinseffekt. Ein Sparplan mit ratierlicher Einzahlung kann im Grunde unbegrenzt laufen. Abhängig von der gewählten Anlage können Sie bei Belieben außerdem Geld aus dem Sparplan auszahlen lassen. Sowohl Sparpläne als auch Einmalanlagen eignen sich gut für den Aufbau von finanziellen Rücklagen oder von langfristigem Vermögen.

Jedes Depot muss zum Anleger passen

Bei der Wahl Ihres Depots stehen Ihre finanziellen Ziele und Ihre Risikoeinstellung im Vordergrund. Finanzexperten und Verbraucherschützer betonen immer wieder, dass das Depot unbedingt zum Anleger passen soll, denn nur dann hat dieser auf Dauer ein gutes und sicheres Gefühl bei seiner Geldanlage. Für sicherheitsorientierte Investoren ist eine andere Zusammensetzung des Depots zu empfehlen als für risikoaffine und sehr erfahrene Anleger. Als junger Mensch suchen Sie andere Geldanlagen als im fortgeschrittenen Alter kurz vor dem Beginn der Rente. Damit Ihr Depot genau auf Ihre Wünsche und Ziele zugeschnitten ist, sollten Sie unbedingt die Konditionen der Anbieter vergleichen.

So finden Sie das optimale Depotkonto

Fast alle Filial- und Direktbanken bieten heute ein Depotkonto an. Bevor Sie sich für einen Anbieter entscheiden, prüfen Sie die Kosten für jede einzelne Transaktion. Beim Kauf von Fondsanteilen können Ausgabeaufschläge anfallen. Für den Kauf von Aktien oder anderen Wertpapieren sind unter Umständen Transaktionskosten fällig. Viele Banken fordern von ihren Kunden Kontoführungsgebühren. Diese Kosten schmälern Ihre Rendite. Wenn Sie sich selbst aktiv um die Zusammensetzung Ihres Depots kümmern möchten, bietet sich ein Onlinekonto an. Die meisten Banken haben ebenso wie die Direktbanken ein Online Depotkonto im Angebot. Der Anleger wählt dann aus dem großen Repertoire an Aktien, Fonds und anderen Wertpapieren die Geldanlagen aus, die am besten zu seinen Zielen und Wünschen passen. Wenn Sie vor Ihrer Entscheidung noch auf die aktuellen Testergebnisse achten und sich für ein Depotkonto mit einer vernünftigen Preis-Leistungs-Struktur entscheiden, haben Sie bei der Wahl Ihres Kontos eine ganze Menge richtig gemacht. Mitglieder unseres Aktienclub haben ein kostenloses Depot bei der Augsburger Aktienbank. Der Vorteil eines kostenlosen Depotkonto.

richtig sparen – wie man Richtig für die Rente spart

Richtig für die Rente sparen

Geld für die Rente in Aktienfonds anlegen

Rentenexperten weisen immer wieder darauf hin, dass die gesetzliche Rentenversicherung nicht ausreichen wird, um den gewohnten Lebensstandard beizubehalten. Wer den jährlichen Rentenbescheid genau analysiert, erkennt, dass die garantierte Rentenzahlung wesentlich geringer sein wird als die aktuelle Gehaltszahlung. Wie kann vorgesorgt werden? Wie sollte man richtig für die Rente sparen.

Warum schrecken Anleger immer noch vor Aktienfonds zurück?

Aktien und richtig für die Rente sparen scheinen für die Mehrzahl der Kapitalanleger Gegensätze zu bilden. Kapital auf Sparkonten zu deponieren bedeutet einerseits, mühsam verdientes Geld zu vernichten. Angst vor Kapitalverlust ist andererseits der Grund, weshalb Anleger Ersparnisse nicht in Fonds und Aktien investieren. Die Experten Frank Schöndorf vom Deutschen Fondsverband BVI, Ingo Schweitzer vom Kapitalforum Schwaben/Allgäu sowie Jürgen Vogt von der Versicherungsanstalt des Bundes und der Länder VBL widmeten sich in der Augsburger Allgemeinen Zeitung vom 10. Mai 2017 ausführlich diesem Thema.

Experten zum Aktiensparen für die Rente

Sie wiesen darauf hin, dass Aktienfonds im Zehnjahresdurchschnitt eine Rendite von 3 % und mehr erwirtschaften. Zum Vergleich: Der Kapitalertrag bei Tagesgeld liegt aktuell im Jahresdurchschnitt bei 0,26 %. Ein für fünf Jahre angelegtes Festgeld erwirtschaftet 0,98 % Zinsen p. a. (Quelle: www.sparkonto.org). Die Anlageexperten sprechen offen an, dass Tages- und Festgelder kaum Erträge bringen und dementsprechend der Zinseszinseffekt ausbleibt. Sie erklären, dass Risiken bei einer Fondsanlage gemindert werden, indem das Geld mittelfristig im Fonds verbleibt. Sie sagen, dass Anleger heutzutage eine gewisse Risikobereitschaft mitbringen müssen, um eine Kapitalvermehrung zu erreichen, und so richtig für die Rente sparen.

Fragen zum Geld sparen in Aktien

Die regelmäßige Einzahlung in einen Fondssparplan hat eine vorteilhafte Wirkung. Das gleichmäßige „Füttern“ des Sparschweins, in diesem Fall des Aktienfonds, hat einen günstigen Durchschnittskurs zur Folge. Bei einer monatlichen Einzahlung von 50 Euro werden bei einer Hochpreisphase weniger Fondsanteile erworben. Umgekehrt sind bei einem billigen Einstiegspreis mehr Anteile im „Einkaufswagen“. So wird sichergestellt, dass der Kapitalanleger kostengünstig einkauft. Ein Fehler, den viele Aktienkäufer im Markt begehen, ist, teuer zu kaufen. Der Fondsexperte weist darauf hin, dass Fondssparpläne eine hohe Flexibilität haben und Zahlungen ausgesetzt werden können. Ein Ausstieg aus dieser Kapitalanlage ist jederzeit möglich.

50.000 Euro Einmalanlage oder regelmäßig 100 Euro?

Laut Expertenaussage ist beides für eine Anlage in Aktienfonds geeignet. Bei einer Einmalanlage sollte die Streuung im Fokus stehen. Eine Sparrate ist flexibel, da sie im Laufe der Zeit den persönlichen Lebensumständen angepasst werden kann. Grundsätzlich bieten Aktienfonds eine höhere Verzinsung als Mischfonds mit Anleihen. Die Experten sagen, dass die Renditechancen von Rentenpapieren nicht mit denen von Aktien konkurrieren können. Die Fondskosten werden im Verkaufsprospekt sowie dem Produktinformationsblatt transparent gemacht. In der Regel sind dies der Ausgabeaufschlag beim Erwerb sowie Verwaltungsgebühren. Einzelne Fonds verlangen eine Extragebühr bei erfolgreicher Performance.

Wie Richtig für die Rente sparen – Anlageberater

Ein guter Anlageberater hat Zeit, die persönliche Situation des Kunden zu analysieren und übt keinen Druck aus. Die Experten erklären, dass der Zinsertrag bei ETFs stets auf die Rendite des gewählten Aktienindex beschränkt ist und Gold keine Verzinsung bringt, jedoch gebührenpflichtig bei der Bank verwahrt wird. Einem Riester-Fondssparplan stehen sie aufgeschlossen gegenüber. Zu beachten ist allerdings, dass diese Anlageform aufgrund gesetzlicher Bestimmungen teurer ist, als direkt in einen ungebundenen Aktienfonds zu investieren. Offene Immobilienfonds sind nur eingeschränkt zu empfehlen, da der Anleger erst nach einer Wartefrist wieder verkaufen kann. Der Versicherungsexperte Jürgen Vogt bestätigt, dass es rechtens ist, wenn bei der Auszahlung einer betrieblichen Rentenleistung die Beiträge für Krankenkasse und Pflegeversicherung abgezogen werden. Wer Geld zu 100 % sicher anlegen will, muss auf schlecht verzinste Tagesgeld- und Festgeldkonten zurückgreifen. Die Aussage der Anlageexperten lautet: „Mit einem Aktienfonds sind Sie flexibler und haben unter Umständen auch die bessere Rendite“.

Dortmund kauft Aktien von RWE

Dortmind will Aktien von RWE kaufen

Stadt Dortmund will sich stärker bei RWE engagieren

Dortmund kann sich gut vorstellen, seinen Anteil an dem Energiekonzern RWE weiter aufzustocken. Der größte kommunale Aktionär prüft derzeit den Kauf weiterer Aktien von RWE. Ein stärkeres Engagement wird angestrebt. Die Stadtwerke in Dortmund besitzen bereits eine Beteiligung von 4,1 Prozent. Oberbürgermeister Sierau (SPD) ist gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat bei RWE. Er will sich genau anschauen, wenn Angebote anderer Kommunen zum Verkauf von Aktien auf den Tisch kommen sollten. Die Aktie schätzt er als unterbewertet ein und die Dividende für 50 Cent für attraktiv. RWE schreibt derzeit rote Zahlen und steht aufgrund des Verfalls der Strompreise sowie des teuren Atomkompromisses mit der Bundesregierung unter Druck. Im letzten Jahr wurde ein Verlust von 5,7 Milliarden Euro gemacht.

Dortmund prüft Kauf der Aktien von RWE auf Pump

Auch den Kauf von zusätzlichen Aktien auf Pump lässt Ullrich Sierau gerade prüfen. Die positive Entwicklung des Kurses sowie die stattliche Dividendenrendite von ca. 3,2 Prozent könnten auch einen kreditfinanzierten Kauf lohnend machen. Dazu müsste RWE wie angekündigt in den nächsten drei Jahren 50 Cent als Dividende pro Anteil zahlen. In den letzten Jahren wurde zweimal hintereinander keine Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet. Kommunen rechnen Erträge aus Dividenden typischerweise gegen die zu tragende Zinslast aus Krediten gegen. Daher hatte sich die Stadt Bochum dazu entschlossen, sich von ihrem Aktienpaket zu trennen. Auch Mönchengladbach hat sich jüngst von 1,9 Millionen Aktien von RWE getrennt. Mit dem Erlös von rund 180 Millionen Euro konnten Schulden der Kommune getilgt werden. Düsseldorf ist seit Herbst letzten Jahres quasi schuldenfrei. Die Stadt verkaufte ein Paket von 5,7 Millionen Aktien. Zahlreiche andere Städte wie Krefeld, Unna oder Bottrop haben sich entweder bereits auch von ihren Aktienpaketen getrennt oder planen dies in Kürze.

RWE schreibt rote Zahlen

Der größte Anbieter von Braunkohle und Atomstrom in Europa steckt in einer Krise. In 2016 machte der Konzern einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro. Als Gründe wurden niedrige Strompreise sowie hohe Zahlungen den Fonds zur Entsorgung von Atommüll angeführt. Außerdem gab es Abschreibungen in Milliardenhöhe auf Kraftwerke. Schon in 2015 schrieb RWE mit einem Verlust von 170 Millionen Euro rote Zahlen.

Zu 1. Juli 2017 fließen 6,8 Milliarden Euro in den neu gebildeten staatlichen Atomfonds. Mit der Zahlung werden die mit der Lagerung von Atommüll verbundenen Risiken auf den Staat abgewälzt.

Operativ lief es jedoch im Unternehmen besser als erwartet: um Sondereffekte bereinigt, betrug der erzielte Überschuss rund 800 Millionen Euro. Das Sparprogramm für die Kraftwerksparte zahlte sich schneller als erwartet aus und konnte das schwächelnde Handelsgeschäft ausgleichen. Zudem konnten die Schulden weiter abgetragen werden. Die Nettoschulden gingen um 2,8 Milliarden Euro auf 22,7 Milliarden Euro zurück.

Prognose für die RWE Aktie

In 2014 gehören Versorger wie RWE zu den stärksten Werten im DAX. Seit den Tiefständen aus Dezember 2016 hat die Aktie von RWE über 30 Prozent wieder an Wert zugelegt. Jedoch bleibt die Zukunft des Konzerns weiterhin zu einem Großteil offen. Die gesamte Energiebranche befindet sich in der Umwälzung. Der Wandel ist noch lange nicht abgeschlossen. Dabei muss RWE seinen Platz für die Zukunft noch finden. Der Fokus soll weiterhin auf dem Betrieb konventioneller Kraftwerke liegen. Die Tochter Innogy gilt als attraktiv und macht den Konzern zum Spekulationsobjekt. Der Börsengang der Ökostrom-Tochter im Herbst 2016 war erfolgreich und verschaffte dem Konzern finanziell Luft. Innogy zahlt eine stattliche Dividende, von der der gesamte Konzern abhängig ist. Immer wieder keimen Gerüchte an den Märkten um eine mögliche Übernahme von RWE auf. Dabei stellt allerdings der Aktienanteil der Kommunen von 23 Prozent eine hohe Hürde dar. Zudem müsste wohl die Bundesregierung zustimmen, damit die Atomkraftwerke den Besitzer wechseln können.

2017 peilt RWE wieder schwarze Zahlen an. Getrieben wird die Hoffnung durch steigende Strompreise und die Einführung eines Kapazitätsmarktes. Viele Analysten sehen bei dem Versorger noch Potenzial und ein Kursziel von 20 Euro. Spekulative Anleger können sich die Aktie genauer betrachten.

Fehler bei der Dividendenstrategie

Anlagestrategie: Fehler bei der Dividendenstrategie

Was bei der Dividendenstrategie zu beachten ist

Auf der Suche nach den besten Aktien gilt die Dividende häufig als wichtiges Auswahlkriterium. Man spricht dann von einer Dividendenstrategie. Wer sich dann für Papiere mit einer hohen Dividende entscheidet, soll auf der sicheren Seite sein. Doch Finanzexperten warnen ausdrücklich davor, sich nur an der Auszahlung auf die Aktie zu orientieren. Beachten Sie daher Fehler bei der Dividendenstrategie. Fehlern, die Anleger unbedingt vermeiden sollten, wenn sie sich das optimale Portfolio aus Aktien für ihren Vermögensaufbau zusammenstellen.

Die Dividende als Maß der Dinge kann ein Fehler sein

Allein im Jahr 2017 werden die 30 Unternehmen im Deutschen Aktienindex DAX rund 42 Milliarden Euro an ihre Aktionäre auszahlen. Angesichts dieser enormen Summe und der dauerhaft niedrigen Zinsen ist es verständlich, dass viele Anleger auf die Dividendenstrategie abstellen und sich bei der Wahl ihrer Aktien ausschließlich an der Höhe der Ausschüttung orientieren. Bedenkt man dann noch, dass Aktiengesellschaften mit regelmäßigen Dividendenzahlungen meist eine recht geringe Wertschwankung ihrer Papiere nachweisen, wird verständlich, warum sich viele Anleger an der Höhe der Dividende orientieren. Trotzdem weisen Finanzexperten immer wieder darauf hin, dass sich Investoren neben der Dividende über die gesamte Lage des Unternehmens informieren sollen. Wählt man nämlich die falsche Aktie aus, bringt auch eine attraktive Rendite nicht den gewünschten dauerhaften Erfolg.

Fehler beim Unterschied zwischen Dividende und Zins

Viele Anleger gehen davon aus, dass die Dividende so etwas wie der Zins einer Anleihe ist und dass sie mit ihm gleichzusetzen ist. Gerade vor dieser falschen Vermutung warnen Fachleute dringend. Aus juristischer Sicht liegt dem gewährten Zins auf eine Anleihe ein rechtlich verbriefter Anspruch zugrunde. Die Dividende wird dagegen nur gezahlt, wenn der Geschäftsverlauf der Aktiengesellschaft dies ausdrücklich zulässt. Es gibt also keinen Anspruch auf die Zahlung der Dividende. Hier liegt der maßgebliche Unterschied zwischen einer Anleihe und einer Aktie. Insofern ist es aus juristischer Sicht schlicht falsch, den Zins mit der Dividende gleichzusetzen. Falls nötig, kann die Zahlung einer Dividende gänzlich ausgesetzt werden. Auch eine deutliche Kürzung der Auszahlung in Jahren mit schwacher Geschäftsentwicklung ist keine Seltenheit.

Hohe Renditen kein Zeichen für Stabilität

Beachten muss man als Anleger auch, dass eine Dividendenrendite von drei bis vier Prozent allein noch nicht als Qualitätsmerkmal zu bewerten ist. Auch eine hohe Rendite kann durch einen Kursverlust schnell kompensiert werden. Verliert die Aktie innerhalb kurzer Zeit stark an Wert, führt eine hohe Dividende am Ende nicht weiter. Eine attraktive Auszahlung auf die Aktie ist also nur dann ein Qualitätsmerkmal, wenn sie über viele Jahre konstant gehalten werden kann. Wer sich folglich an der Dividende als Auswahlkriterium orientieren will, sollte auf den Verlauf der Ausschüttung über die letzten Jahren achten. War sie auf einem hohen Niveau stabil, spricht nichts gegen den Kauf des Wertpapiers. Ob in Zukunft eine ähnlich attraktive Zahlung gewährt wird, hängt am Ende immer noch von der weiteren Geschäfts- und Kursentwicklung ab. Allein auf der Basis der vergangenheitsbezogenen Entwicklung ist eine Prognose nicht seriös abzugeben.

So vermeiden Aktionäre Fehler bei der Dividendenstrategie

Vor diesem Hintergrund sollten Aktionäre beim Kauf des Wertpapiers nicht nur an eine Dividendenstrategie, also die Höhe der Dividende in der Vergangenheit, denken. Viel sinnvoller ist es, die Entwicklung im Zeitverlauf im Auge zu behalten. Es ist außerdem wichtig zu verstehen, ob eine gezahlte Dividende aus der Substanz stammt oder ob sie aus dem laufenden Geschäftsbetrieb getragen wird. Muss die Zahlung aus der Substanz sichergestellt werden, könnte dies auf Dauer den Bestand des Betriebs gefährden. Deshalb sollte man sich für Aktiengesellschaften entscheiden, die schon in der Vergangenheit in wirtschaftlich schweren Zeiten eine Dividende zahlen konnten und die diese langfristig immer gewähren konnten. Ein stabiler Verlauf einer angemessenen Rendite spricht nämlich dafür, dass ein Unternehmen genügend Substanz hat, auch schwierige Zeiten zu überstehen.

VW zurück am Anleihenmarkt

VW wieder am Anleihemarkt

Volkswagen bietet wieder Anleihen an

Die Quartalszahlen deutlich besser als erwartet, die Einigung mit dem amerikanischen Justizministerium und nicht zuletzt Toyota als größten Autokonzern der Welt abgelöst: In diesem günstigen Umfeld platziert Volkswagen erstmals nach längerer Pause neue Anleihen. Aber dem gegenüber stehen Risiken: Wie wirkt sich der Imageschaden infolge des Abgas-Skandals aus und hat VW die passenden Antworten, um in der veränderten Automobilwelt der Zukunft an der Spitze zu stehen?

Mehrere VW-Anleihen für 2017 geplant

Nachdem der Konzern eine Zeitlang aufgrund der Dieselaffäre Zurückhaltung auf dem Kapitalmarkt geübt hatte, will VW noch im Laufe dieses Jahres mehrere Anleihen platzieren. Geplant sind unter anderem Bonds in Dollar und hybride Anleihen. Analysten stufen die neuen VW-Anleihen als klare Kaufempfehlung ein. Eine erste Bestätigung gab es bereits mit einer Anleihe für institutionelle Anleger, die Volkswagen im März 2017 herausgegeben hatte: Dem Konzern gelang damit die bisher größte Emissionen eines europäischen Unternehmens im Jahr 2017. VW nahm über 8 Milliarden ein, noch beeindruckender war die Nachfrage: Die beauftragten Banken verzeichneten Kaufaufträge von über 25 Milliarden Euro. Der Imageschaden durch den Abgas-Skandal tat der Kauflaune der Investoren keinen Abbruch. Gründe für den Erfolg dürften nicht zuletzt darin liegen, dass VW die finanziellen Folgen der Dieselaffäre inzwischen im Griff hat sowie in den hervorragenden Quartalszahlen.

Einigung mit dem amerikanischen Justizministerium

Im Januar dieses Jahres verkündete Volkswagen die Einigung mit dem US-amerikanischen Justizministerium. Demnach muss VW Bußgelder und Strafzahlungen von rund 4,1 Milliarden Euro zahlen und erkennt sich schuldig mit der Manipulation von Dieselfahrzeugen gegen die amerikanischen Gesetze verstoßen zu haben. Im Gegenzug werden diverse strafrechtliche und zivilrechtliche Verfahren beigelegt. Für weitere Entschädigungsforderungen seiner nordamerikanischen Kunden hat VW Vorsorge getroffen und über 22 Milliarden Euro an Rückforderungen verbucht. Zwar besteht nach Meinung der Analysten noch ein Restrisiko, aber durch den Vergleich hat der Konzern erheblich an Planungssicherheit gewonnen. Etwas abweichend gestaltet sich die Lage in Deutschland und Europa. Bis zu finalen Urteilssprüchen dürfte noch etwas Zeit vergehen. Allerdings sollten etwaige Strafzahlungen wegen des unterschiedlichen Rechtssystems deutlich geringer ausfallen. Angesichts der jüngst veröffentlichten Produktionszahlen sowie der glänzenden Absatz- und Ergebniszahlen dürfte das VW nicht mehr aus der Bahn werfen.

Volkswagen wieder größter Autobauer der Welt

Nachdem der große Konkurrent Toyota Ende Februar seine Absatzzahlen verkündet hatte, steht fest: Erstmals seit fünf Jahren hat VW Toyota wieder als den größten Autokonzern abgelöst. Während die Japaner im Jahr 2016 insgesamt 10,17 Millionen Fahrzeuge absetzten, brachte es der VW-Konzern mit seinen Marken Porsche und Audi auf 10,31 Millionen Verkäufe. Wie sich das Rennen der beiden Dauerrivalen in der Zukunft gestaltet, lässt sich noch nicht vorhersagen. Allerdings geht VW von weiter steigenden Verkäufen im wichtigen Markt China aus. Auch die Zahlen für das erste Quartal 2017 stimmten die Investoren zuversichtlich und übertrafen die Erwartungen der Analysten: Der vorläufige Gewinn betrug 4,3 Milliarden Euro, ein deutlicher Steigerung zum Vorjahreszeitraum. Zum guten Ergebnis trug vor allem die Kernmarke VW bei, die in den Jahren zuvor geschwächelt hatte. Die Gründe für das gute Abschneiden liegen in der Einführung neuer Modelle, vor allem des Tiguans. Darüber hinaus gelang es dem Autobauer die Fixkosten zu senken und seine Position auf den westeuropäischen Märkten auszubauen. Mit den starken Zahlen im Rücken rechnet das Unternehmen weiterhin mit einer Rendite von bis zu 7,0 Prozent für das Gesamtjahr. Mit seinem “Zukunftspakt” will Volkswagen diese Rendite dauerhaft halten.

Chancen und Risiken für die Zukunft

Mit einem von VW “Zukunftspakt” genannten Umbau- und Sparprogramm soll die Hauptmarke durch Einsparungen weiter gestärkt werden. Besonders bei den Personalkosten will VW sparen. Insgesamt sieht der Autobauer ein Einsparpotenzial von knapp 4 Milliarden Euro, allerdings gibt es Widerstände von der bei Volkswagen traditionell starken Gewerkschaft. Diese versucht allzu schmerzhafte finanzielle Einbußen für die Belegschaft zu verhindern. Der Zukunftspakt ist aber nur ein Teil des Projektes Transform 2025+. Mit diesem Projekt hat Volkswagen die Strategie für die nächsten 10 Jahre festgelegt. In drei Phasen strebt VW an, seine Führungsrolle auch in der veränderten Welt der zukünftigen Automobilität zu behalten. Wichtige Punkte, um dieses Ziel zu erreichen, sind nachhaltiges Wachstum und eine Steigerung der Rendite, aber vor allem will VW bis 2025 Marktführer bei den Elektroautos werden. Der Konzern ist dafür bereit, erhebliche Anstrengungen zu tätigen: Bis zu 4,5 Milliarden Euro pro Jahr sollen investiert werden.

Ströer im Aufwind – Aktien sind guter Wert für den Aktienfonds

Bild der Konzernzentrale von Ströer

Ströer mit neuen Zahlen

Ströer ist ein Kölner Unternehmen mit langjähriger Erfahrung in der Außenwerbung. In letzter Zeit ist das Unternehmen, das auch an die Börse gegangen ist, sehr umtriebig und erfolgreicher denn je. Dies nicht zuletzt wegen diverser Übernahmen anderer Firmen, sondern auch aufgrund einer verstärkten Onlinepräsenz. Die Quartalszahlen lesen sich bestens. Man muss abwarten, wie sich die wirtschaftliche Lage tatsächlich weiter entwickelt.

Ströer ist in allererster Linie ein Marketingexperte für Werbung und Brands. Es sieht ganz danach aus, als ob das gesteckte Jahresziel spielend erreicht werden kann. Der Umsatz hatte sich in den Monaten Januar bis März 2017 um knapp 25 % auf sage und schreibe 281 Mio. € erhöht. Ebitda konnte sich um satte 20 % auf 56 Mio. € steigern. Insgesamt konnte ein sehr gutes Quartalsergebnis von 25 Mio. € erreicht werden. Dies war wohl schon vorher in etwa erwartet worden.

„Wir haben einen sehr positiven Start in das Geschäftsjahr 2017 hingelegt. Unsere Finanzkennzahlen haben sich ausgezeichnet entwickelt und alle Kernsegmente tragen zu dieser sehr guten Geschäftsentwicklung bei. Auch im zweiten Quartal werden wir diese positive Entwicklung fortsetzen“, sagte Udo Müller, Gründer und Co-CEO von Ströer über die Zahlen. „Wir bestätigen unsere aktuelle Guidance von mehr als 320 Millionen Euro Operational EBITDA bei einem Konzernumsatz von rund 1,3 Milliarden Euro für 2017.“

Es gibt diverse Ursachen für die satte Umsatzsteigerung des Konzerns. Eine davon sind die mannigfaltigen Übernahmen aus dem letzten Jahr. Außerdem wuchs das Unternehmen aus eigenem Antrieb um neun Prozent. Vor allem der Erwerb von Internet-Portalen lässt bei Ströer die Kassen klingeln. Ströer hatte schlicht und ergreifend mehrere, wesentlich kleinere Mitbewerber, aufgekauft. Auch den Internetauftritt von

T-Online und der Statistikanbieter Statista wurden assimiliert und geschluckt. Die Intention dabei ist, dass Ströer noch autarker vom Stammgeschäft mit Außen- und Plakatwerbung sein möchte. Mit Hilfe dieser Übernahmen ist dies durchaus machbar und sehr gut möglich. Die Kölner Firma unterhält im Wesentlichen mit seinen ungefähr 4500 Arbeitnehmern auch die Seiten Giga.de, Spieletipps.de sowie Wetter.info.

Im Teilbereich Ströer Digital erhöhte sich der Umsatz im Grunde genommen in den ersten drei Monaten des Jahres um 59 % auf 147,9 Mio. €. Rhein theoretisch lag das Plus, wie es die Investmentbank Hauch & Aufhäuser ausdrückt, bei 16 %. Es war somit wesentlich höher als die von der Firma Ströer selbst anvisierten 10 %. Ebitda erhöhte sich um 46 % auf 35,2 Mio. €. Allerdings gab die Marke im Prinzip leicht auf 23,8 % nach. Dies geschah aufgrund der gestiegenen Integrationskosten bei den übernommenen Betrieben.

Im letzten Jahr hatte im Übrigen der Hedgefonds und Leeverkäufer Muddy Waters die Geschäftspraktiken- bzw. Methoden von Ströer sowie die veröffentlichten Wachstumsraten stark angezweifelt. In der Folge erlebte die Aktie einen immensen Kurseinbruch. Der Kurs stürzte im Gegensatz zum Rekordjahr 2015 zwischenzeitlich um fast die Hälfte ab. Seit dem diesem Zwischentief im Winter 2016 erholte sich die Aktie von Ströer allerdings wieder um 60 %, ist allerdings noch um einiges vom Rekordhoch entfernt.

Die Zahlen zeigen es ganz deutlich, dass das Business von Ströer bestens klappt. Jedoch wird auch die Wichtigkeit der Aufkäufe bzw. Übernahmen für die Zielerreichung der Firma immer offensichtlicher. Darüber hinaus merkt man in diesem Sinne auch, dass die operativen und bereinigten Resultate doch voneinander differieren. Ströer ist also gezwungen, weiter so manches für die Eingliederung ihrer Übernahmen zu blechen. Außerdem zeichnet Ströer den Wert der Zukäufe in der Bilanz äußerst hoch, was manchmal schon ein bisschen verdächtig ist. Rezensenten konstatieren mögliche Abschreibungen.

Nichtsdestotrotz gehen die Geschäfte, vor allem laut Eigenaussage, fantastisch. Die Idee, sich mehr auf die Online-Vermarktung zu spezialisieren und bei Plakatwerbung regionaler zu werden, funktioniert scheinbar ganz gut. Im März wurde das Kursziel von 57 € erreicht, die Aktie kann erst einmal stagnieren. Eine Ursache dafür ist, dass mit der abgesegneten Prognose die Gewinne wahrscheinlich um 16 % gesteigert werden. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist mit 17,1 tendenziell nach oben geöffnet. Auch wenn das Internet stark wächst, dürfte für Ströer bis dato ein Ende der Fahnenstange bei den Kurssteigerungen erreicht s